Re: Der "jagdfreie" Kanton Genf
Verfasst: Fr 7. Feb 2014, 00:41
Ist ja nicht so, dass das Offensichtliche nicht schon umfangreich wissenschaftlich kommentiert und verglichen wurde.
z.B.:
http://www.originalhealth.net/1345
Zum noch mal zum Eingangsthema zurück zu kommen:
Das Buch "Mein Wald" von Wohlleben habe ich inzwischen durch.
Sein Plenterkonzept ist schlüssig. Leider fehlen jegliche Kalkulationen zur Untermauerung seiner wirtschaftlichen Behauptungen, z.B. zur Holzart und zum optimalen Erntealter der Bäume. Wenn man dann selbst nachrechnet, zieht man seine Aussagen schnell in Zweifel.
z.B. rechnet er vor, dass der Zuwachs in kg pro ha bei Fichte und Buche gleich sei. Das stimmt über den Daumen auch. Würde man das Holz als billiges Brennholz vermarkten und nach Brennwert verkaufen, würden sich die Baumarten die Waage halten.
Das Holz soll aber hochpreisig zur Weiterverwertung als Schnittware verkauft werden. Und da zählen die Festmeter und außerdem zählt, dass Buche im Preis deutlich hinter den Nadelhölzern liegt. Also gleich ein doppelter Nachteil für die Buche. Da die letzten Jahrzehnte zudem vermehrt Laubholz und weniger Nadelholz gepflanzt wird, ist auch kaum zu erwarten, dass sich diese Preisverhältnisse in den nächsten Jahrzehnten zum Vorteil der Buche umkehren werden.
Seine ideologische Argumentation weißt zudem Lücken und Widersprüche auf. Er verwendet teilweise das gleiche Argument für und wider seine Position, je nachdem, wie es ihm gerade gelegen kommt. Im Buchenurwald z.B. ist die Verdunklung des Bodens gut. Im Fichtenwald ist sie schlecht.
Zur seiner Meinung über eine "natürliche Wilddichte" konnte ich nur noch einen Hinweis finden. Er schreibt von einem größeren Buchen-Resturwald im Nordiran, den er besucht habe. Unter dessen Sommers dichten Blätterdach sei für Rehe mangels Licht kaum Nahrung zu finden, weshalb die Population der Rehe dort sehr klein sei.
Das glaube ich gerne. Nur ist das halt nicht auf die Verhältnisse in einer Kulturlandschaft mit ständigem Wald-Offenland-Wechsel und vielen Erschließungswegen im Wald (die als Nebeneffekt Lichtschneisen bilden) übertragbar. Schon gar nicht auf den von ihm selbst propagierten Plenterwald, der relativ offen ist und den Jungbäumen und damit auch der Rehe Äsung viel Licht bietet.
Sein konstruierter ideologischer Unterbau ist aber im Endeffekt egal. Die Vorteile des Plenterwaldes an und für sich wie auch den Vorteil einer reduzierten Wilddichte für die Naturverjüngung zweifelt ja niemand an.
Es muss aber jeder selbst wissen, wo seine Prioritäten in der Bewirtschaftung seines Waldes und der dort lebenden Wildbestände liegen.
z.B.:
http://www.originalhealth.net/1345
Zum noch mal zum Eingangsthema zurück zu kommen:
Das Buch "Mein Wald" von Wohlleben habe ich inzwischen durch.
Sein Plenterkonzept ist schlüssig. Leider fehlen jegliche Kalkulationen zur Untermauerung seiner wirtschaftlichen Behauptungen, z.B. zur Holzart und zum optimalen Erntealter der Bäume. Wenn man dann selbst nachrechnet, zieht man seine Aussagen schnell in Zweifel.
z.B. rechnet er vor, dass der Zuwachs in kg pro ha bei Fichte und Buche gleich sei. Das stimmt über den Daumen auch. Würde man das Holz als billiges Brennholz vermarkten und nach Brennwert verkaufen, würden sich die Baumarten die Waage halten.
Das Holz soll aber hochpreisig zur Weiterverwertung als Schnittware verkauft werden. Und da zählen die Festmeter und außerdem zählt, dass Buche im Preis deutlich hinter den Nadelhölzern liegt. Also gleich ein doppelter Nachteil für die Buche. Da die letzten Jahrzehnte zudem vermehrt Laubholz und weniger Nadelholz gepflanzt wird, ist auch kaum zu erwarten, dass sich diese Preisverhältnisse in den nächsten Jahrzehnten zum Vorteil der Buche umkehren werden.
Seine ideologische Argumentation weißt zudem Lücken und Widersprüche auf. Er verwendet teilweise das gleiche Argument für und wider seine Position, je nachdem, wie es ihm gerade gelegen kommt. Im Buchenurwald z.B. ist die Verdunklung des Bodens gut. Im Fichtenwald ist sie schlecht.
Zur seiner Meinung über eine "natürliche Wilddichte" konnte ich nur noch einen Hinweis finden. Er schreibt von einem größeren Buchen-Resturwald im Nordiran, den er besucht habe. Unter dessen Sommers dichten Blätterdach sei für Rehe mangels Licht kaum Nahrung zu finden, weshalb die Population der Rehe dort sehr klein sei.
Das glaube ich gerne. Nur ist das halt nicht auf die Verhältnisse in einer Kulturlandschaft mit ständigem Wald-Offenland-Wechsel und vielen Erschließungswegen im Wald (die als Nebeneffekt Lichtschneisen bilden) übertragbar. Schon gar nicht auf den von ihm selbst propagierten Plenterwald, der relativ offen ist und den Jungbäumen und damit auch der Rehe Äsung viel Licht bietet.
Sein konstruierter ideologischer Unterbau ist aber im Endeffekt egal. Die Vorteile des Plenterwaldes an und für sich wie auch den Vorteil einer reduzierten Wilddichte für die Naturverjüngung zweifelt ja niemand an.
Es muss aber jeder selbst wissen, wo seine Prioritäten in der Bewirtschaftung seines Waldes und der dort lebenden Wildbestände liegen.