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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 28. Okt 2016, 08:20
von Benutzer 146 gelöscht
Mehr Gemüse soll mit Rhein-Wasser beregnet werden
In der Vorderpfalz sollen zukünftig mehr landwirtschaftliche Flächen mit Wasser aus dem Rhein beregnet werden. Eine entsprechende Vereinbarung haben das Umweltministerium und mehrere landwirtschaftliche Anbau- Verbände heute unterzeichnet. Wie Umweltministerin Ulrike Höfken im Rahmen der Unterzeichnung sagte, sei die Erweiterung ein Beitrag zum Grundwasser-Schutz. Vor allem die Gemüse-Anbauflächen verbrauchen viel Wasser. Bisher wurden die Flächen mit Brunnen-Wasser beregnet. In Zukunft soll das Wasser aus dem Rhein entnommen und dann durch Rohre in das Gebiet gepumpt werden. Dabei geht es um insgesamt 750 Hektar Anbaufläche in den Gemeinden Beindersheim, Bobenheim-Roxheim sowie Groß- und Kleinniedesheim. Das Land fördert das Projekt mit knapp 6 Mio. Euro. Ziel der Vereinbarung ist auch, den Bio-Anbau in dem Gebiet auszuweiten. Die Vereinbarung ist Teil des Programms "gewässerschonende Landwirtschaft" des Umweltministeriums.
http://www.swr.de/landesschau-aktuell/r ... index.html
erschmutzungen durch Pestizide, Tenside oder Düngemittel belasten heutzutage den Rhein. Auch die zahlreichen Atomkraftwerke am Ufer des Flusses nehmen eine Rolle bezüglich der Wasserqualität des Flusses ein.
Und immer wieder sorgen besorgniserregende Konzentrationen von Antibiotika, Antiepileptika, Schmerzmitteln und hormonähnlichen Substanzen bei der Wasserqualität für Beunruhigung. Vom Baden im Rhein darf nach wie vor abgeraten werden.
http://www.wasserqualität-trinkwasserqu ... esse/rhein
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 28. Okt 2016, 08:48
von Thomas/V.
mit Hormonen und AB im Wasser wachsen die Pflanze vielleicht besser?
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 29. Okt 2016, 13:37
von Kirschkernchen
hobbygärtnerin:
"Ich kenne Gottfried Glöckner persönlich, habe Gentechnikritiker wie Vandhana Shiva, Percy Schmeisser und viele andere auch persönlich getroffen und ihre Meinung, bzw. Erfahrung zu diesem gewaltigen Versuch an Tier und Mensch mitbekommen.
Da fängt man schon an, sich seine Gedanken zu machen."
Es zeigt Wirkung, was diese Leute erkämpft haben. Selbst im Lidl fangen sie an, auf die Milch "gentechnikfreies Tierfutter " drauf zu drucken...auch wenn da wieder gemogelt werden wird, so ist doch ein Trend erkennbar.
Ich hatte bei meinen Hühnchen anfangs eine Weile suchen müssen, um gentechnikfreie Körner zu bekommen, da bei den meisten Getreidemischungen Soja als Eiweisquelle verwendet wird und dieses Soja ist leider inzwischen immer gentechnisch verändert. Wir verwenden daher hier beispielsweise gerissene (nur grob zerquetschte) Erbsen. Mein Getreidemüller hat für dieses Thema Verständnis und experimentiert inzwischen sogar selber mit Futterbestandteilen herum, sodass es inzwischen sogar billiges und sauberes Kückenfutter gibt, ohne Medikamente und Gentechnik. Er sagt, die Leute verlangen das so langsam. Endlich mal eine positive Tendenz inmitten all dieser lebensfeindlichen Entwicklungen.
K.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 30. Okt 2016, 22:37
von Rohana
Kirschkernchen hat geschrieben: und dieses Soja ist leider inzwischen immer gentechnisch verändert.
Nö, es gibt auch GVO-freies Soja, und das nicht zuwenig. Der Haken ist der Preis.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 31. Okt 2016, 06:08
von Gelöschter Benutzer 54
österreich ist mittlerweile einer der größten europäischen sojaproduzenten und unsere äcker sind per gesetz gentechnikfrei. ein guter teil der ernte geht in den export - das muss man ja dann auch irgendwo kaufen können, zumal D ja nun nicht so weit weg ist.
da wir weltweit noch immer nr. 1 im anteiligen anbau von bioprodukten sind, muss es sogar ausreichend biosoja zu kaufen geben, sonst wär bei dieser masse der produktion (in den anbaugebieten ist soja allgegenwärtig...) schon der schnitt gefallen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 7. Nov 2016, 20:22
von Benutzer 146 gelöscht
Die EU hat Deutschland wegen der steigenden Nitratbelastung des Grundwassers und jahrelanger Untätigkeit bei dessen Schutz verklagt. Die Klageschrift hat es in sich. Nicht nur Bauern müssen massive Folgen fürchten.
http://www.tagesschau.de/inland/klage-g ... g-101.html
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 7. Nov 2016, 20:31
von Rohana
Jo... und passend dazu: "Bis zu 90% der Abwasserkanäle undicht" - da wundert einen ja nix mehr.
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/i ... 46444.html
(der Artikel ist von 2009 und ich frage mich ob mittlerweile mal irgendwas mit dieser Erkenntnis getan wurde?)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 7. Nov 2016, 22:14
von Benutzer 146 gelöscht
Rohana hat geschrieben:Jo... und passend dazu: "Bis zu 90% der Abwasserkanäle undicht" - da wundert einen ja nix mehr.
sinnvollerweise befinden sich die Einzugsgebiete zur Trinkwassergewinnung aber meistens
nicht im Bereich bebauter Flächen, das lässt schon gewisse Rückschlüsse auf die Ursache der Nitratbelastung zu...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mo 7. Nov 2016, 22:38
von Manfred
Was für Schlüsse lässt das denn für dich zu?
Ich habe diese Karten ja schon mehrfach verlinkt:
Nitratbelastung:
http://www.lebensraumwasser.com/wp-cont ... mage21.jpg
Viehbestand:
http://www.agrarheute.com/sites/default ... chwein.jpg
Eine nennenswerte Überlappung gibt es eigentlich nur im Nordwesten.
In Bayern und BW haben wir gerade da, wo das meiste Vieh steht, kaum Problem.
Hohe Belastungen gibt es hauptsächlich in Regionen mit viel Sonderkulturen wie Gemüse, wo mir Mineraldünger gearbeitet wird und wo
kaum Vieh steht, weil die Flächenkosten zu hoch sind.
Auch in Neufünfland sind die Überschneidungen gering.
Und im Nordwesten sind es oft Waldgebiete mit Sandböden, die besonders viel Nitrat im Grundwasser haben.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 8. Nov 2016, 10:25
von Benutzer 146 gelöscht
Hi Manfred,
interessante Karten -, aber wenn die Theorie zuträfe, dass defekte Abwasserleitungen für die Nitratbelastung im Grundwasser verantwortlich sein sollen, müsste es ja einen erkennbaren Zusammenhang zwischen Ballungsräumen und Nitratbelastung geben - den sehe ich aber noch weniger, wie zwischen Viehbestand und Nitratbelastung.
Und das, obwohl die Abwässer, die
nicht durch defekte Rohre ins Grundwasser sickern, über die Kläranlagen zu Klärschlamm verdichtet, fast zur Hälfte ebenfalls auf den Äckern landen
Ausserdem stellt sich immer auch die Frage, wer welche Information zu welchem Zweck sammelt und veröffentlicht. Hier z.B. eine Variante mit etwas anderen Ergebnissen
http://www.vsr-gewaesserschutz.de/15.html
Dazu kommt, und das macht diesen Vergleich über die Regionen ziemlich sinnlos, dass unterschiedliche Bodenarten und geologische Verhältnisse selbstverständlich zu sehr unterschiedlichem Nitratgehalt im Grundwasser führt, bezogen auf die gleiche Zufuhr von oben.
Dieses Argument mit den defekten Abwasserrohren klingt für mich so, als würde man strengere Abgasgrenzwerte für Autos mit dem Hinweis aUf die Luftverschmutzung durch Raucher in Frage stellen.
Gruß
frodo