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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 22. Okt 2016, 18:33
von viktualia
Sind die Tierarztkosten bei Schweinen mit Ringelschwanz höher, niedriger oder gleich hoch wie bei kupierten Tieren.
Da die Schweine nicht nur ihren Schwanz behalten, sondern auch Beschäftigungsutensilien dabeihaben, stelle ich mir vor, dass sie weniger Stress haben und
insgesamt weniger Arztkosten verursachen.
Und fragte an, ob das gegengerechnet wurde.
Ich hab grad nicht das Gefühl, verstanden zu werden.
Tierarzt kommt für sowas keiner auf den Betrieb
der kommt nie, oder die schnibbeln selber?
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 22. Okt 2016, 18:54
von Benutzer 4754 gelöscht
Die "schnibbeln" nicht, das heißt kupieren!
Eine Fachkraft darf mit Fortbildung, Berechtigungsschein und bürokratischem Rattenschwanz kupieren, dazu braucht es keinen Tierarzt.
Da die Schweine nicht nur ihren Schwanz behalten, sondern auch Beschäftigungsutensilien dabeihaben, stelle ich mir vor, dass sie weniger Stress haben und insgesamt weniger Arztkosten verursachen.
Und fragte an, ob das gegengerechnet wurde.
Erfasse das mal statistisch belegbar.
Selbst wenn das so wäre,
dann sind es halt keine 26€ Mehrkosten sondern nur noch 25€,
und das ist immer noch soviel das die Mastschweinhaltung in Deutschland auf der Stelle Geschichte wäre.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 22. Okt 2016, 19:05
von Rohana
viktualia hat geschrieben:
Da die Schweine nicht nur ihren Schwanz behalten, sondern auch Beschäftigungsutensilien dabeihaben, stelle ich mir vor, dass sie weniger Stress haben und insgesamt weniger Arztkosten verursachen.
Wenn der Unterschied so gravierend wäre dass er sich so oder so positiv rechnen würde (= mehr Gewinn bei Ringelschwänzchen und mit Beschäftigungsmaterial), dann würde es längst gemacht! Niemand kupiert Schwänzchen weil er das geil findet. Die aktuellen Tierhaltungsumstände sind nicht vom Himmel gefallen, sondern das Ergebnis einer Entwicklung. Die Maxime ist allerdings nicht das Tierwohl, sondern die Nahrungsmittelproduktion, bei der am Ende noch irgendeine Art von Gewinn über bleiben muss. Wer bezahlt schon dafür, arbeiten zu dürfen?
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 22. Okt 2016, 19:10
von Manfred
Die Verursachen deutlich mehr Behandlungs- und Betreuungskosten, wegen der Schwanzbeißerei.
Dazu gab es inzwischen ja diverse Versuche. Geht alles mehr als weniger in die Hose.
Ohne massiven Außenschutz ist der Mehraufwand dafür einfach nicht zu leisten.
Billig fressen und extrem hohe Tierhaltungs-Standards gehen halt nicht zusammen.
Machen kann man viel, aber wenn es wirklich passieren soll, dann muss man halt im gleichen Zug die Grenzen dicht machen und verliert damit auch den Exportanteil.
Immer wieder die gleiche Diskussion. Bei den Eiern haben wir ja auch die Erzeugung für Verarbeitungseier fast komplett ins Ausland verlagert, weil hier keiner Käfige sehen will, aber fast jeder weiter verarbeitete Käfigeier kauft und diese auch problemlos importiert werden können.
So hat man halt ein paar tausend Bauern platt gemacht, damit die Käfige aus den Augen und damit aus dem Sinn sind.
Bei den Schweinen wird es wohl ebenso laufen. Ein Teil des Marktes, der bereit ist höhere Preise zu zahlen, bleibt in D, die restlichen Schweine wandern ins Ausland, wo sie weit unter den bisherigen deutschen Standards billiger gehalten werden können.
Das ist ja nichts anderes als die Elektronik- oder Textilfertigung in Asien, wo man den Dreck halt in den nächsten Fluss schüttet und die Arbeiter halt mit 40 an kaputten Lungen sterben. Sehen wir nicht, passt also.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 22. Okt 2016, 19:21
von viktualia
Die Verursachen deutlich mehr Behandlungs- und Betreuungskosten, wegen der Schwanzbeißerei.
Danke, jetzt hab ich´s.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 22. Okt 2016, 19:30
von Thomas/V.
Sehen wir nicht, passt also.
Sieh das doch nicht so pessimistisch.
Schließlich helfen wir so den unterentwickelten Ländern.
Das sich dann hier ein paar Bauern aufhängen ist halt Kollateralschaden. Der Fortschritt verlangt Opfer.
Und wenn die unterentwickelten Länder dann ihrerseits die Standarts erhöhen (oder der Planet schon vorher zur Sau gemacht ist) wird die Produktion eben auf den Mars verlagert. Da finden sich vielleicht doch ein paar, denen man Kredite aufschwatzen und Schweinemastanlagen verkaufen kann.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 20:34
von Kirschkernchen
Vielleicht kennt ihr diesen berührenden Vortrag eines Bauern schon, vielleicht nicht...wenn nicht, dann wird dadurch klarer, warum man Monsanto loswerden musste.
https://www.youtube.com/watch?v=ehJe-4hjR2c
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 22:36
von Benutzer 72 gelöscht
danke fürs einstellen!!
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 27. Okt 2016, 07:47
von Rohana
http://www.achgut.com/artikel/100_milli ... nik_futter 
Leider ist der Link zur Studie nicht mehr aktuell, ich hab da grad keine Zeit ausgiebiger zu forschen, werde das aber tun weil's mich interessiert.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Fr 28. Okt 2016, 07:50
von hobbygaertnerin
Ich kenne Gottfried Glöckner persönlich, habe Gentechnikritiker wie Vandhana Shiva, Percy Schmeisser und viele andere auch persönlich getroffen und ihre Meinung, bzw. Erfahrung zu diesem gewaltigen Versuch an Tier und Mensch mitbekommen.
Da fängt man schon an, sich seine Gedanken zu machen.