Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Sa 17. Sep 2016, 12:03
Dazu der Bauernverband Schleswig-Holstein:
"Tierschutz ohne Tierschützer?
Fast 13 Millionen Schweine und mehr als 240 Millionen Hähnchen und Puten umfasst die Initiative Tierwohl (ITW). Es ist das mit Abstand größte Programm zur Förderung von Tierwohl. Und es ist das erste, das auch das Tierhalterwohl im Blick hat. Denn die Betriebe bekommen Geld für mehr Tierwohl. Die Initiative ist weltweit einmalig. Das europäische Ausland blickt mit Staunen, vielleicht sogar etwas Neid auf das, was hier erreicht wird.
Aber der Deutsche Tierschutzbund ist ausgestiegen. Präsident Thomas Schröder spricht gar vom größten Verbraucher- und Tierschutzbetrug, den es in Deutschland je gegeben habe. Das ist nicht nur schade, für die Tiere und für die Bauern. Es ist auch falsch. Denn zum einen zieht man sich damit aus einem Projekt zurück, das sich vor allem durch eine einmalige Gemeinsamkeit auszeichnete. Tierschützer, Landwirte – das gab es so noch nie. Und es hätte eine Basis werden können für mehr.
Nur scheinen sich Kompromisse nicht auszuzahlen – für den Tierschutz. Kritik kam von denjenigen, die das Paradies für jedes Schwein fordern. Von anderen Tierschutzverbänden weiß man, dass eine zu starke Annäherung an die Landwirtschaft mit einem Spendenrückgang quittiert wird. Zieht Schröder hier eine Notbremse? Das wäre kein gutes Zeichen. Denn eine Tierhaltung ohne Kompromisse kann es nicht geben. Auch der Bauernverband muss viel Kritik aushalten. Und bleibt trotzdem dabei.
Inzwischen liegt der Entwurf für die ITW 2.0 vor. Ab 2018 wird ein weiter entwickeltes Modell an den Start gehen. Das bedeutet zugleich, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Tierhaltern und Lebensmittelhandel verstetigt. Und es gibt mehr Geld für mehr Tierwohl an mehr Tieren.
Was soll daran falsch sein? Alle anderen Modelle, einschließlich des Tierschutzlabels des Tierschutzbundes, haben keine Reichweite im Markt erzielt. Anfang 2016 machten dort 21 Schweinehalter und 27 Geflügelbetriebe mit: Ein Fehlschlag. Oder setzt der Tierschutzbund jetzt auf die Gesetzeskeule? Eines jedenfalls kann die ITW dann genau beziffern: Was dem einzelnen Bauern verloren geht, wenn Freiwilligkeit durch Verordnung ersetzt wird.
Ob es tatsächlich hilft, wenn 100 Millionen Euro weniger auf die Betriebe fließt? Herr Schröder überlegen Sie noch einmal, ob es tatsächlich dem Tierwohl und Tierhalterwohl hilft, wenn Sie jetzt aussteigen. Ansonsten machen wir effektiven Tierschutz ohne Tierschützer. Bedauerlich bleibt es aber."
"Tierschutz ohne Tierschützer?
Fast 13 Millionen Schweine und mehr als 240 Millionen Hähnchen und Puten umfasst die Initiative Tierwohl (ITW). Es ist das mit Abstand größte Programm zur Förderung von Tierwohl. Und es ist das erste, das auch das Tierhalterwohl im Blick hat. Denn die Betriebe bekommen Geld für mehr Tierwohl. Die Initiative ist weltweit einmalig. Das europäische Ausland blickt mit Staunen, vielleicht sogar etwas Neid auf das, was hier erreicht wird.
Aber der Deutsche Tierschutzbund ist ausgestiegen. Präsident Thomas Schröder spricht gar vom größten Verbraucher- und Tierschutzbetrug, den es in Deutschland je gegeben habe. Das ist nicht nur schade, für die Tiere und für die Bauern. Es ist auch falsch. Denn zum einen zieht man sich damit aus einem Projekt zurück, das sich vor allem durch eine einmalige Gemeinsamkeit auszeichnete. Tierschützer, Landwirte – das gab es so noch nie. Und es hätte eine Basis werden können für mehr.
Nur scheinen sich Kompromisse nicht auszuzahlen – für den Tierschutz. Kritik kam von denjenigen, die das Paradies für jedes Schwein fordern. Von anderen Tierschutzverbänden weiß man, dass eine zu starke Annäherung an die Landwirtschaft mit einem Spendenrückgang quittiert wird. Zieht Schröder hier eine Notbremse? Das wäre kein gutes Zeichen. Denn eine Tierhaltung ohne Kompromisse kann es nicht geben. Auch der Bauernverband muss viel Kritik aushalten. Und bleibt trotzdem dabei.
Inzwischen liegt der Entwurf für die ITW 2.0 vor. Ab 2018 wird ein weiter entwickeltes Modell an den Start gehen. Das bedeutet zugleich, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Tierhaltern und Lebensmittelhandel verstetigt. Und es gibt mehr Geld für mehr Tierwohl an mehr Tieren.
Was soll daran falsch sein? Alle anderen Modelle, einschließlich des Tierschutzlabels des Tierschutzbundes, haben keine Reichweite im Markt erzielt. Anfang 2016 machten dort 21 Schweinehalter und 27 Geflügelbetriebe mit: Ein Fehlschlag. Oder setzt der Tierschutzbund jetzt auf die Gesetzeskeule? Eines jedenfalls kann die ITW dann genau beziffern: Was dem einzelnen Bauern verloren geht, wenn Freiwilligkeit durch Verordnung ersetzt wird.
Ob es tatsächlich hilft, wenn 100 Millionen Euro weniger auf die Betriebe fließt? Herr Schröder überlegen Sie noch einmal, ob es tatsächlich dem Tierwohl und Tierhalterwohl hilft, wenn Sie jetzt aussteigen. Ansonsten machen wir effektiven Tierschutz ohne Tierschützer. Bedauerlich bleibt es aber."