Getreideanbau

Benutzer 72 gelöscht

Re: Getreideanbau

#61

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Adjua hat geschrieben:Ina Maka, wenn eine Sorte platzt (=die Samen ausfallen) dann ist sie überreif. Da wie im Artikel erwähnt wenig überraschend nicht alle auf einmal platzen (da verschiedene Sorten) lässt das auf unregelmässige Abreife schliessen.
sorry, vielleicht bin ich jetzt lästig, aber wo steht das mit dem "platzen"? Ich lese nur "patzen", was für mich einfach bedeutet "nix wird" - und das kann viele Gründe haben, muss nicht nur am falschen Erntezeitpunkit liegen.

p.s.: ich kenne den Begriff "das Getreide platzt" nicht - oder sagt man "das Getreide patzt"??
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Rohana
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Re: Getreideanbau

#62

Beitrag von Rohana »

Liebe Ina, was ist an "es gruselt mich" so wahnsinnig rhetorisch? Manipulative Sprache hat diese Wirkung auf mich - nicht nur in diesem Kontext.
Generell finde ich es einfach bedenklich, wenn man einfach nur gewisse Stichworte einfügen muss, um dem Text die gewünschte Richtung zu verleihen. Belege irgendwas mit den Attributen "natürlich" "ursprünglich" "naturbelassen" "handgefertigt" "alt" "klein" "selten" und "gut" ... es wird bestimmte Leute ansprechen, egal ob es an dieser Stelle Sinn macht oder nicht.
ina maka hat geschrieben:Sie stellt aber die Bedingungen, wie die Sorten zu sein haben.
Ich würd ja sagen die Bedingungen an die Sorten stellen die Standorte, auf denen sie gedeihen sollen, und dann erst der Verwendungszweck. Betonung lag übrigens auch auf BackINDUSTRIE. Hätte man nicht auch Bäckerhandwerk sagen können? Wär gleich nen ganz anderer Ton... In modernen Mühlen werden verschiedene Backweizen präzise abgemischt, damit diese Mischungen genau genau die Anforderungen erfüllen können, die für diese oder jene Aufgabe gebraucht wird. Da kann nicht EINE bestimmte Sorte alles tun, sondern eine Sorte ist mehr oder minder geeignet für eine bestimmte Verwendung. Wie die tatsächliche Ernte wird, hängt von wesentlich mehr Faktoren ab.
Es gibt übrigens nicht zuletzt das allgemeine Lebensmittelrecht sowie die Leitsätze für Brot und Kleingebäck, die ebenfalls an Getreide und Getreideerzeugnisse gewisse Anforderungen stellen.
Also ich kann mich da dunkel erinnern, dass neuerer Getreidezüchtungen im Verdacht stehen, vermehrt Allergien auszulösen (ähnlich wie bei den Äpfeln) - das wurde doch schon mal im Forum thematisiert??
Zwischen "im Verdacht stehen" und "verantwortlich sein für" liegen Welten. Zumal man darüber (imo) nicht wahnsinnig präzise Aussagen treffen kann, denn es spielen noch eine Menge Faktoren da rein, die mehr mit generellen Anbau-, Ernährungs- und Umweltbedingungen und weniger mit der Weizensorte zu tun haben.

Die im Text angesprochenen Sorten patzen übrigens möglicherweise, geplatzt wird da nicht. Sprich, eine Sorte fällt aus (z.B. durch Krankheiten, Ährenknicken oder sonstwas). Unregelmässige Abreife ergibt sich aber aus der Vielfalt an sich schon. Wär komisch, wenn diese 15 Sorten nun alles mögliche tun, schnell oder langsam wachsen, hoch oder niedrig und weiss der Geier was, und dann natürlich komplett zeitgleich abreifen :pfeif:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Getreideanbau

#63

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Mischt doch einfach mal Kometus, Pamir, Elixer, Meister und n Tobak und schaut dann warum man jede Sorte einzeln aussät.

Das sind alles moderne Sorten mit hohem Ertrag, aber in Mischung würde der Anbau dieser Sorten zum graus.

Die Hybridzüchtung spielt, außer beim Roggen, beim Getreide noch keine große Rolle, der überwiegende Großteil sind Liniensorten.
Beim Mais wäre ohne Hybride totehose ;)
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Rohana
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Re: Getreideanbau

#64

Beitrag von Rohana »

Neee Kännchen so geht das nicht. Bitte noch ein bisschen Euclide, damit auch was nen Bart hat!
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Getreideanbau

#65

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Neee Kännchen so geht das nicht. Bitte noch ein bisschen Euclide, damit auch was nen Bart hat!
Grannenweizen... :toktok:

örks

*hier fehlt der "ich-kotz-gleich-smily"* :duckundweg:
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Till
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Re: Getreideanbau

#66

Beitrag von Till »

Ich möchte ein kleines Stück Gemüsegarten mit Winterweizen nach der Umpflanzmethode bestellen. Eine Getreidemühle ist vorhanden, aber mit zum Dreschen muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Das *.pdf habe ich heruntergeladen und gelesen.
Da ich mit dem Getreideanbau noch gar keine Erfahrung habe, suche ich Input zu meinem geplanten Vorgehen:

1. Vorzucht Ende August? (Norddeutschland) in 35er Quickpot-Platten. Maximal zehn Platten, mehr habe ich nicht. Oder doch im Grundbeet aussäen und später ausbuddeln (unsympatisch)?
2. Kennt jemand das „Trittauer Goldkorn“ vom Dreschflegel-Shop? Vorschläge für andere Sorten? Weshalb?
3. Auf der Fläche stehen zur Zeit noch Kartoffeln, dort werde ich nach de Ernte zur Düngung Pferdemist untergraben. Menge ungefähr 6 L/m²? Mehr/Weniger?
4. Umpflanzen drei Wochen nach dem Aufgang laut Anleitung.
5. Pflanzabstand 25cm oder doch weniger? Der Boden ist gut.
6. Ich hatte mir vorgestellt, dass ich mit dem Häufelpflug Furchen ziehe, die Pflanzen drin ablege und dann mit der nächsten Furche gleich die Wurzelballen verschütte. Könnte das klappen?
7. Ich würde das Korn gerne verbacken. Muss im Frühjahr noch gedüngt werden? Qualitätsdüngung womit und wieviel? Jauche habe ich keine. Kunstdünger wäre auch ok.

Ich bitte um Anregungen und Verbesserungsvorschläge.
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Getreideanbau

#67

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Till hat geschrieben:Ich möchte ein kleines Stück Gemüsegarten mit Winterweizen nach der Umpflanzmethode bestellen. Eine Getreidemühle ist vorhanden, aber mit zum Dreschen muss ich mir noch etwas einfallen lassen. Das *.pdf habe ich heruntergeladen und gelesen.
Da ich mit dem Getreideanbau noch gar keine Erfahrung habe, suche ich Input zu meinem geplanten Vorgehen:

1. Vorzucht Ende August? (Norddeutschland) in 35er Quickpot-Platten. Maximal zehn Platten, mehr habe ich nicht. Oder doch im Grundbeet aussäen und später ausbuddeln (unsympatisch)?
2. Kennt jemand das „Trittauer Goldkorn“ vom Dreschflegel-Shop? Vorschläge für andere Sorten? Weshalb?
3. Auf der Fläche stehen zur Zeit noch Kartoffeln, dort werde ich nach de Ernte zur Düngung Pferdemist untergraben. Menge ungefähr 6 L/m²? Mehr/Weniger?
4. Umpflanzen drei Wochen nach dem Aufgang laut Anleitung.
5. Pflanzabstand 25cm oder doch weniger? Der Boden ist gut.
6. Ich hatte mir vorgestellt, dass ich mit dem Häufelpflug Furchen ziehe, die Pflanzen drin ablege und dann mit der nächsten Furche gleich die Wurzelballen verschütte. Könnte das klappen?
7. Ich würde das Korn gerne verbacken. Muss im Frühjahr noch gedüngt werden? Qualitätsdüngung womit und wieviel? Jauche habe ich keine. Kunstdünger wäre auch ok.

Ich bitte um Anregungen und Verbesserungsvorschläge.
Ich würde eine standfeste kurzstrohige Sorte nehmen und dann im Oktober ins Freiland säen. 400kö/qm, dann kann man auch aus versehen mal welche raushacken, etwa 2-3cm tief gesät.
Kartoffelvorfrucht und gut eingearbeiteter Mist sind schon mal eine solide Basis, allerdings sollte der Mist stroharm sein.
Im Herbst brauchst du nix weiter zu Düngen als den Mist.
Im Frühjahr düngst du zu vegetationsbeginn mit einem stabilisierten Volldünger an (70-80N)
Der Landwirt würde dann zum Bestocken eine zweite Gabe N fahren, die lässt du weg da du kein Halmfestiger hast, dafür fällt die Startdünung etwas üppiger aus.
Die Spätgabe (50N)machst du dann mit Kalkammonsalpeter (KAS, bzw KAS27).
Wenn der Weizen sehr wackelig steht und/oder noch dunkel blaugrün ist, reduzierst du die spätgabe.
Sitz er aber fest im Sattel, ist gesund und wird schon hell dann nimmt er auch etwas mehr dankend an.
holzgaser
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Re: Getreideanbau

#68

Beitrag von holzgaser »

@Till


Mit Winterweizen in Umpflanztechnik habe ich keine Erfahrungen aber mit Sommerweizen in diesem Jahr.
Die Sorte: Sommerweizen Tschermarks Blaukörniger
Vorgezogen in Presstöpfen
Ausgepflanzt Ende April mit Unterfußdüngung aus "Terra Pereta Wurmhumus"
Keine weitere Düngung und keine chemischen Mittelchen

Die Abstände habe waren etwas zu groß (50cm x 50cm) und haben nicht zur Bestockungsfähigkeit gepasst. Zwischen den Pflanzen mussten die Beikräuter 2x abgesichelt werden und blieben als Mulch liegen.

Der Weizen hat schöne Ähren ausgebildet und ist auch gut gewachsen aber hat mit 4 bis 8 Halmen nicht besonders gut bestockt.

Fazit: extrem viel Aufwand für den Getreideanbau, zu weite Abstände, aber schöne Ähren für etwas Saatgut im nächsten Jahr

Ich hab 2013 mal einen Parzellenversuch mit einer alten Sommergerste gemacht die wesentlich mehr Ertrag gebracht hat und auch weniger aufwändig war.
Für kleine Parzellen im Garten würde ich ein längliches Beet mit möglichst viel Randzone bevorzugen da dadurch der Flächenertrag steigt. Die Randzonen sind besser entwickelt. Eine Direktsaat ist weniger Aufwändig und bringt auch im Garten gute Erträge. Die Gerste brachte 895g Körner / m². Im Feldanbau (bio) birngt die Sommergerste in der Regel ca. 35 dz bis 50dz = 250 bis 500g/².

Bei einer passenden Sorte, im Garten angebaut, solltest Du evtl. auch um die 800g/m² ernten können. Frag mal die Biobauern in Deiner Nähe welche Erträge, mit welcher Sorte erzielt werden und hol Dir vom Biobauern Deines Vertrauens einfach eine kleine Menge Getreide. Das hätte den Vorteil, eine Ortsangepasste Sorte im Garten zu haben.

Was sich gute Erträge bringt ist eine Furche mit dem Häufelpflug zu machen (wie Du beschrieben hast) und dann einen guten Kompost (am besten mit etwas Holzkohle)
rein geben. Diese Düngerstreifen werden dann mit Erde bedeckt, ca. 5cm Überdeckung und genau (wirklich genau mit Präzision) die Körner darauf ausgesäht.

Mit dieser Methode habe ich in kleinen Parzellen die besten Ergebnisse erzielt.

Ich wünsche Dir gutes gelingen....
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holzgaser
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Re: Getreideanbau

#69

Beitrag von holzgaser »

noch ein Bild vom Juni
Getreideumpflanztechnik
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Till
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Re: Getreideanbau

#70

Beitrag von Till »

@Oelkanne
vielen Dank für deine Tipps, besonders, was die Vorschläge zur Düngung angehen.
Ich möchte das Getreide unbedingt in Umpflanztechnik anbauen.

@holzgaser:
vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht.
holzgaser hat geschrieben: Keine weitere Düngung [...] aber hat mit 4 bis 8 Halmen nicht besonders gut bestockt.
Ich nehme an, dass die Düngergabe früh im Jahr zur Bestockung besonders förderlich ist, da bei niedrigen Bodentemperaturen nur geringe Nährstoffmengen aus dem Abbau von organischer Bodensubstanz wie z.B. Kompost für die Pflanzen verfügbar werden.
Döblin schlägt 15cm Pflanzabstand für schwächere Böden vor und bis maximal 30cm für richtig gute Böden.
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