Global betrachtet ist das natürlich ein sehr sensibles Thema. Aber was die Achtung fremder Kulturen betrifft ..... dann dürfte man sich auch nicht einmischen wenn im Iran eine Frau zur Steinigung verurteilt wird. (Merkwürdigerweise mischt sich aber aus der westlichen Welt so gut wie niemand ein, wenn in den USA die Todesstrafe vollstreckt wird. Warum nicht?! Weil die Tötungsart "humaner" ist?! Weil die westlichen Sitten grundsätzlich nicht angreifbar sein dürfen?)
Ich weiß, jetzt heißt es gleich wieder, das könne man nicht vergleichen. Kann man wirklich nicht??
Einem anderen Menschen Gewalt antun oder ohne sein Einverständnis ohne Not Eingriffe an seinem Körper vorzunehmen ist eine Straftat - egal, wie die Umstände sind oder ob man da eine Art "Größenverhältnis" in Betracht zieht.
Ein Diebstahl bleibt ein Diebstahl - ob jemand 10 € klaut oder 100.000 € oder gleich eine ganze Bank ausräumt. Entweder, eine Sache IST eine Straftat, oder sie ist es nicht. Punkt.
Ist schon schwierig alles.

Deshalb kann ich auch nur meine Meinung kund tun und weiß auch nicht, ob oder wie man von Gesetz wegen da eingreifen soll/kann/darf/muss. Wenn es hier verboten wird, reisen sie halt ins Ausland um es durchführen zu lassen, oder tun es im Hinterstübchen.
Ich würde mir einfach wünschen, wenn der Mensch als solcher mal anfinge nachzudenken, anstatt sich nur ohne selbst zu denken und zu hinterfragen jahrtausendealten Dogmen zu beugen.
Dazu gehört eben auch Aufklärung und daß die Leute aufhören Unsinn zu verbreiten wie z.B. den, daß Säuglinge kein ausgeprägtes Schmerzempfinden hätten.
Im übrigen ist gerade im Westen bzw. in den USA, wo die hygienischen Verhältnisse eine ordentliche, tägliche Reinigung ermöglichen, das Hygiene-Argument der blanke Hohn!
Man sollte auch mal die kritischen Berichte und negativen Erfahrungsberichte registrieren, aber die werden ja von den Befürwortern komplett ausgeblendet.
Hier übrigens ein interessanter Artikel dazu:
http://www.sueddeutsche.de/wissen/nach- ... -1.1401049
Routine infant circumcision (RIC) - routinemäßige Neugeborenenbeschneidung - nennt sich die Praxis, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts eingeführt wurde, um die in der prüden viktorianischen Gesellschaft verpönte Masturbation zu erschweren. Auch in Großbritannien, Kanada, Australien, Neuseeland und Südafrika war beziehungsweise ist RIC verbreitet, doch nirgendwo auf der Welt war der Siegeszug so triumphal wie in den USA, wo in den siebziger Jahren mehr als 90 Prozent der weißen Bevölkerung beschnitten waren.
Die Entfernung der Vorhaut von Säuglingen ist buchstäblich einschneidender als die von Erwachsenen oder älteren Kindern. Da Vorhaut und Eichel bei fast allen Neugeborenen noch fest verwachsen sind, ähnlich wie Fingernägel mit dem Nagelbett, müssen diese beiden Strukturen zunächst einmal auseinandergerissen werden. Danach wird - je nach Methode - die Vorhaut längs abgeklemmt und eingeschnitten, mit einem Beschneidungsinstrument rundum für mehrere Minuten gequetscht und schließlich mit einem Skalpell amputiert.
Die gesamte Operation dauert bis zu zwanzig Minuten. Obwohl in medizinischen Studien bewiesen wurde, dass die Neugeborenen extreme Schmerzen erleiden, ist eine adäquate Betäubung auch heute noch eher die Ausnahme als die Regel. Ethisch besonders bedenklich wird RIC zudem dadurch, dass es sich um einen medizinisch unnötigen, kosmetischen Eingriff an einem nicht zustimmungsfähigen Patienten handelt.
Kein nachdenklicher und einfühlender Mensch wird es billigen, dass Säuglingen ein Teil ihres Körpers weggeschnitten wird und sie später womöglich in ihren sexuellen Funktionen beeinträchtigt leben müssen. Dass manche dieser Opfer die Beschneidung als sexuelle Bereicherung und hygienische Notwendigkeit propagieren, steht für die Identifikation mit dem Angreifer, die sich bei vielen Traumatisierten beobachten lässt. Sie führt auch zu der merkwürdigen Zähigkeit, mit der Kulturen und Religionen an qualvollen Ritualen festhalten. Ein Lehrbeispiel ist die grausame Genitalverstümmelung, mit der afrikanische Mütter ihre Töchter zu "richtigen" Frauen zu machen behaupten.