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Re: Nochmal was zu Roundup

Verfasst: Mo 6. Apr 2015, 16:07
von hias90
Manfred hat geschrieben:Nein. Der Bericht hat keine rechtliche Relevanz.

Aber dem Moore scheint der Appetit schon vergangen zu sein:

http://theantimedia.org/lobbyist-claims ... -to-drink/
Zu seiner Verteidigung möchte ich aber auch sagen, dass Glyphosat aus der RoundUp ready Flasche einen ziemlich niedrigen pH Wert hat. Wahrscheinlich würde es sich anfühlen als würde man Essigessenz trinken.

Wenn man sich die anderen gängigen Herbizide anschaut, dann steht bei fast jedem der Warnhinweis "Gesundheitsgefährdend" oder "Umweltschädlich" oder ....

Re: Nochmal was zu Roundup

Verfasst: Mo 6. Apr 2015, 20:27
von emil17
hias90 hat geschrieben: Zu seiner Verteidigung möchte ich aber auch sagen, dass Glyphosat aus der RoundUp ready Flasche einen ziemlich niedrigen pH Wert hat. Wahrscheinlich würde es sich anfühlen als würde man Essigessenz trinken.
Du musst den nicht verteidigen - wer so blöd ist, bei Medienauftriten derartige Eigentore zu schiessen, bei dem kann auch das Saufen von Essig oder meinetwegen Roundup nicht mehr arg viel Schaden anrichten.

Re: Nochmal was zu Roundup

Verfasst: So 12. Apr 2015, 20:37
von hias90
emil17 hat geschrieben:
hias90 hat geschrieben: Zu seiner Verteidigung möchte ich aber auch sagen, dass Glyphosat aus der RoundUp ready Flasche einen ziemlich niedrigen pH Wert hat. Wahrscheinlich würde es sich anfühlen als würde man Essigessenz trinken.
Du musst den nicht verteidigen - wer so blöd ist, bei Medienauftriten derartige Eigentore zu schiessen, bei dem kann auch das Saufen von Essig oder meinetwegen Roundup nicht mehr arg viel Schaden anrichten.
Da gebe ich dir Recht. Man merkt sofort, dass der gute Mann fachlich überhaupt kein Ahnung hat. Naja, in der Politik ist es ja auch nicht anders....eine Verteidigungsministerin die noch nie in der Bundeswehr war ist da wohl noch das kleinste Übel. :bang: :bang: :bang:

Re: Nochmal was zu Roundup

Verfasst: Mo 13. Apr 2015, 08:54
von emil17
Gehört nicht zu Roundup, aber:
Ein Verteidigungsminister der im Berufsmilitärumfeld gross geworden ist, ist für den Job nicht geeignet, weil er die Sache nicht von aussen betrachten kann. Der kann zwar die Armee effizienter machen, aber die Frage "wieviel Armee für was?" wird er nie sinnvoll beantworten können.
Wichtigster Teil der Aufgabe des Verteidigungsministers ist, die Armee nicht für Zwecke herzugeben, für die sie nicht da ist - also nicht für Einsätze gegen missliebige Demos im Inneren und nicht, um aussenpolitisch für andere die heissen Kartoffeln aus dem Feuer zu holen. Und schon gar nicht die Armee als Plattform für persönliche Profilierungssucht zu missbrauchen.
Umgekehrt muss der Verteidigungsminister nicht allzuviel davon verstehen, wie man in der Kaserne den Wachtdienst organisiert oder wie man eine Panzerabwehrlenkwaffe in Gefechtsbereitschaft bringt - dafür sind dann die Berufsoffiziere da.
Deshalb ist die deutsche Verteidigungsministerin meiner Meinung nach, d.h. von aussen gesehen und soweit mich das Thema Armee überhaupt interessiert, gut.
Folgen sind sonst Abläufe wie in den USA nach 9/11, wo man die Bürgerrechte als Reaktion auf die Bedrohung von aussen gleich selbst abgeschafft oder unterhöhlt hat, auf die die Amis zu Recht seit der Unabhängigkeitserklärung stolz waren. Wenn die Armee aus Bequemlichkeit das ausser Kraft setzt, was sie zu verteidigen hat, nämlich die Freiheit, dann ist sie selber Teil der Bedrohung. Ganz übel zu Mac Carthys Zeiten, aber immer noch nicht überwunden.
Das gleiche erlebt man regelmässig in Grossfirmen, wenn die IT zuviel Einfluss in der Geschäftsleitung hat: Dann fangen die IT-ler die anderen an zu schikanieren, damit es die Computerfachleute einfacher haben. Die Frage, wozu die Rechner überhaupt da sind, stellen die sich nämlich nicht selber.

Re: Nochmal was zu Roundup

Verfasst: Mi 20. Mai 2015, 15:46
von Benutzer 2354 gelöscht
http://www.gabot.de/index.php/News-Deta ... 3e1141c8b8 und da soll noch mal einer sagen es geht nix voran.

Re: Nochmal was zu Roundup

Verfasst: Mi 20. Mai 2015, 18:55
von Reisende
frontal21 mit einem ausführlichem bericht zum thema glyphosat:
http://webapp.zdf.de/beitrag?aID=2407888&cID=460
Vor wenigen Wochen hat die WHO klar gemacht: Das weltweit verwendete Pflanzenschutzmittel Glyphosat ist “wahrscheinlich krebserzeugend“ bei Menschen. Nun wird ein weiterer Verdacht immer drängender.
bauern weltweit stellen einen zusammenhang mit vermehrten missbildungen bei ferkeln her.

Re: Nochmal was zu Roundup

Verfasst: Mi 20. Mai 2015, 21:59
von Steinbock
@Reisende

Den Film gibts auch bei Youtube:

ZDFzoom: Das tägliche Gift - Risiko Pestizide
https://www.youtube.com/watch?v=6yNBU1_07vg

Aus dem Film bei Phönix (von 2013):

Grenzwerte von Glyphosat in Lebensmitteln(!):
In Linsen 2008: 0,1mg/kg
Wenig später, nach Messungen höherer Konzentrationen in Proben[Wann?]: 10 mg/kg
Mais: 0,1 mg/kg auf 3,0 mg/kg
Weizen: 0,1 mg/kg auf 10,0 mg/kg
Hafer: 0,1 mg/kg auf 10,0 mg/kg
Soja: 0,1 mg/kg auf 20,0 mg/kg (Das ist das 200-fache!)
Leinsamen: 0,1 mg/kg auf 10,0 mg/kg

Das ist ja eine absolute Schweinerei! Ich dachte bisher diese hohen Glyphosat-Grenzwerte gäbe es nur bei Futtermitteln!
Ich kauf jetzt erst mal kein Brot mehr beim Bäcker, sondern mach mir Brot aus Maismehl!

Außerdem noch im Film:

Ursula Lüttmer-Ouazane, Chefin von Monsanto (Deutschland?), Sprecherin für AG (Arbeitsgemeinschaft) Glyphosat, zur Giftigkeit von Glyphosat:

U. L.-O.: "Das heißt: Das was auf dem Markt vertrieben wird, sachgemäß und anwendergerecht, für die zugelassenen Indikationen nennen wir das, also die Einsatzgebiete, können Sie davon ausgehen, dass die Produkte keine bedenklichen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben."
ZDF: "Und das gilt für alle Pestizide?"
U. L.-O.: "Für alle zugelassenen Pestizide. Ja."

Georg Planthaler, Landwirt aus dem Chiemgau, hat früher alles eingesetzt was an Mitteln auf dem Markt war. 2006 stellte er auf Biolandwirtschaft um und hat seinen Schritt bis heute nicht bereut. Einbußen hat er deswegen keine, weil er Spritzmittel sowie Tierarztkosten sparen kann.

Quasi eine Fortsetzung mit noch wesentlich schlimmeren Erkenntnissen gab es schon 2012, also ein Jahr vorher(!):

Chronisch vergiftet - Monsanto und Glyphosat (ARTE Doku)
https://www.youtube.com/watch?v=3ivpJx3gkMY

Es geht da, neben Schädigungen bei Ferkeln [ein dänischer Schweinezüchter berichtet über seine Erfahrungen mit hohen Glyphosatkonzentrationen in seinem Tierfutter], Kälbern und Menschen (in Argentinien), vor allem um die Sikkation des Getreides, d.h. die künstliche Abtrocknung mit Hilfe von Glyphosat, dem Totalherbizid. Im Landtreff-Forum habe ich gelesen, dass dies seit letztem Jahr eigentlich nicht mehr gemacht werden darf. Tja, jetzt bräuchte man aktuelle Zahlen zu den verschiedenen Getreideprodukten vom letzten Jahr.
Ich will nicht nur keine Gentechnik im meinem Essen, ich will auch keine Gifte da drin haben!

Re: Nochmal was zu Roundup

Verfasst: Do 21. Mai 2015, 07:25
von Allgeier
Hallo Steinbock

Jetzt schreibst du die gleichen Zeilen im Landtreffforum und du wirst Antworten kriegen das von Glyphosat keine Gefahr ausgeht. Das die Grenzwerte erhoeht wurden interessiert eh niemanden.
Bei richtiger Anwendung ist Glyphosat ein Segen fuer die Landwirtschaft. Oder die Anwender haben die Gebrauchsanweisung nicht richtig gelesen. In Deutschland kann das nicht passieren das die Leute vom Glyphosat krank werden. Hat die Vertreterinn von Glyphosat doch auch gesagt. Dann muss das stimmen.

Also keine Aufregung und schoen weiter spritzen. Das BfR hat doch alles fuer unbedenklich erachtet.

Re: Nochmal was zu Roundup

Verfasst: Do 21. Mai 2015, 08:27
von Reisende
Ich dachte bisher diese hohen Glyphosat-Grenzwerte gäbe es nur bei Futtermitteln!
der film macht deutlich, dass das auch keinen unterschied macht. das zeug lagert sich im gewebe der tiere ab.
jamjamjam.
ich würde so gerne jmd dafür verklagen.
ich verstehe die bauern immer weniger. sie wissen doch ganz genau, dass alles eins ist, alles ein kreislauf. und deshalb jeder scheiß, den sie versprühen früher oder später beim menschen ankommt. zum heulen das alles.

Re: Nochmal was zu Roundup

Verfasst: Do 21. Mai 2015, 11:00
von emil17
Reisende hat geschrieben: ich würde so gerne jmd dafür verklagen.
ich verstehe die bauern immer weniger. sie wissen doch ganz genau, dass alles eins ist, alles ein kreislauf. und deshalb jeder scheiß, den sie versprühen früher oder später beim menschen ankommt. zum heulen das alles.
Das ist ein Effekt der selektiven Wahrnehmung.
hier: alles ist ein Kreislauf, also ...
dort: Spritzmittel ist billiger als mechanische Unkrautbekämpfung und es ist nicht verboten, also ...

Roundup ist ja nur das eine, da gibts noch Fungizide, Insektizide, Halmverkürzer und was weiss ich noch alles.

Ich teile deinen Standpunkt, nämlich dass man chemische Mittel, die in die Biosphäre reguierend eingreifen, nur mit äusserster Zurückhaltung einsetzen sollte.
Aber: wenn du mal eine eigene liebevoll angelegte Kultur an irgend einer blöden Pilzkrankheit hast zugrundegehen sehen und die kommerziellen Anbauflächen in der Nähe stehen in vollem Saft, weil die irgendwas draufgehauen haben, dann verstehst du auch die andere Seite etwas besser.
Der Rest regelt der Markt: Man wird für Kilo und Makellosigkeit bezahlt, nicht für Freiheit von Inhaltsstoffen, die ins Produkt nicht reingehören.

Insofern gehört das in die genau gleiche Kategorie wie die "umweltbewussten" Leute, die dann doch mit dem Billigflieger statt mit dem Zug von Berlin nach München reisen, weils billiger und schneller ist. (Bahnstreik bitte nicht hier diskutieren)