Außenfassadendämmung - Diskussion

Benutzer 3162 gelöscht

Re: Außenfassadendämmung - Diskussion

#61

Beitrag von Benutzer 3162 gelöscht »

Hallo zusammen,

@emil17 - dem kann ich nur zustimmen.

Dämmen oder verdammen?
Ich habe mal so grob quergelesen und es ist in der Tat ein sehr schwieriges Thema.
Grundsätzlich kann man ja kein Haus mit dem anderen vergleichen, lediglich dokumentierte Bausünden abgebildet sehen (ich habe da immer diese Eternitverkleidungen der Fachwerkhäuser vor dem inneren Auge, oder diese auf alt getrimmten dunkel lasierten Holzfassaden usw.)

Jeder Werkstoff hat seine Vor- und Nachteile - eine Kombination unterschiedlicher Werkstoffe macht dann oft die Vorteile des einen zum Nachteil des anderen.
Dabei muß ich klar feststellen, daß ich den Weg zurückgehe, sei es bei Farben, Materialien oder Techniken - und die überzeugen mich einfach, immer wieder.

Dämmung muß nicht schlecht sein, aber sie sollte auf den Ausgangszustand angepasst sein. Es funktioniert einfach nicht, eine dampfdiffussionsoffene Wand in eine Plastikhülle zu stecken. So wie eben ein Plastikbodenbelag nicht auf einen Holzboden gehört.
Und auf sog. "Fachleute" höre ich schon lange nicht mehr - die haben mal 3 Tage Produktschulung bekommen und das war es dann. Sobald sie mit Materialien konfrontiert werden, die sie nicht kennen, kommt dann locker die Diagnose: abreißen.

Wenn es machbar ist: einziehen, sich mit den Gegebenheiten vertraut machen, die vermeintlichen Schwachstellen erkennen und dann nach geeigneten Maßnahmen suchen. Dauert natürlich, macht aber auch viel Geld für wirklich erfolgreiche und dauerhaft praktikable Lösungen frei.

Ich wünsche viel Erfolg!

Und - mein Haus lüftet sich selbst - einfach so - ohne irgendwelche Geräte - und angesichts der 7 sm Holz im Hof, freue ich mich auch schon darauf, wieder auf dem Holzherd zu kochen :engel:
exi123

Re: Außenfassadendämmung - Diskussion

#62

Beitrag von exi123 »

hallo

50-60k für eine aussendämmung? ist das ein schloss?! das muss ein scherz sein, vorallem mit styropor - das kostet am m3 vergleichsweise nichts. mein nachbar ist fassadenbauer, der macht nur das, also um das geld macht der 5 häuser...

eine dämmung nur aufgrund der wärmedämmung zu machen, rechnet sich nie. auch bei normalen preisen, nicht solchen wie hier genannt. wenn allerdings die fassade sowieso gemacht wird, dann ist es sinnvoll auch zu dämmen.
Fred
Beiträge: 619
Registriert: Mi 23. Okt 2013, 02:04

Re: Außenfassadendämmung - Diskussion

#63

Beitrag von Fred »

Ich meine bei uns aus der Bücherei hatte ich mal ein Buch da, worin die Wärmeverluste eines nicht Isolierten -also Albau- Hauses dargestellt waren. Am meisten Wärme geht, wenig überraschend, über den Dachstuhl verloren. Hier ist das Geld also erstmal am Effektivsten investiert. Alternativ auch bei einer Dachbodenisolierung, wie hier bereits Beschrieben. Der Anteil der Haus-Wände am Wärmeverlust beträgt nur ~8%, also vergleichsweise geringer Anteil. Ich halte den derzeitigen Dämm-Wahn für guten Eerfolg der Lobbyisten als "Arbeitsbeschaffung".

Die Wände Isolieren verbessert ersteinmal das Schimmelproblem, da gedämmte Wände höhere Oberflächentemperatur haben, die Luftfeuchte also weniger kondensiert. Für Schimmel reicht wenn an der Grenzschicht die Luftfeuchtigkeit von 80% dauerhaft überschritten wird. Bei Kältebrücken, und in den Ecken, die immer eine Kältebrücke darstellen ist das schnell der Fall.
Beim nachträglichen isolieren muss man vorallem an den rändern der Isolierung sehr aufpassen, daß da keine Schlupflöcher für die Kälte entstehen, z.B. Entlang der Stahlarmierung eines Balkones, was zu partiell niedriger Oberflächentemperatur führt und dort dann leicht zu Schimmel führen kann. Es ist ein heikles Thema.
Dämmstoffe, wo keine Feuchtigkeit nach aussen mehr Diffundieren können die verschärfen tendenziell eher das Schimmelproblem an den Wänden, im vergleich zu einem diffusionsoffenen Dämstoff. Die von dir genannten Lüfter (Wärmetauscher) können der Luftfeuchtigkeit und Schimmel im Winter entgegenwirken. Viel Luftfeuchte in der Wohnung entsteht durch die Menschen und deren Aktivitäten. Wenn du also nicht zuhause bist, beim Weggehen gelüftet hast sind 3 Tage abwesenheit, wo die Heizung auf "Nachtstellung" ist kein Problem.
Über Fenster geht auch substanziell Wäre verloren. Mehr also über die Wände. Andererseits ist es so, daß gerade durch die Kondensation am noch kälteren Fenster die Luftfeuchte begrenzt wird, was die etwas wärmeren Wände dann vor Schimmel schützt. Es ist also durchaus sinvoll sich gut zu überlegen wie man bei der Sanierung vorgeht, jedes Haus ist anders. Die Wärmetauscher sind auf alle Fälle eine gute Idee, ich hätte das auch gerne, aber bei Hausgemeinschaft...Gebäudewände sind gemeineigentum...
Das ist so mein derzeitiger Kentnisstand, der vorallem daher kommt, daß ich in meine Wohnung Winters leichte Schimmelprobleme hat, und ich immer was dahinterher sein muss, bzw. habe ich die Fensterdichtheit jetzt etwas reduziert.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8381
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Außenfassadendämmung - Diskussion

#64

Beitrag von emil17 »

Fred hat geschrieben:Der Anteil der Haus-Wände am Wärmeverlust beträgt nur ~8%, also vergleichsweise geringer Anteil.
Das stimmt vielleicht für ein eingebautes Reihenhaus, aber so generell kann man das nicht sagen.
Ich wohnte mal eingeklemmt zwischen alten und immer fröstelnden Damenlinks und rechts, da musste ich überhaupt kaum heizen.
Abgesehen davon sind nicht die prozentualen Wärmeverluste entscheidend, sondern wieviel die 100% sind, d.h. was man an Heizenergie pro Heizperiode insgesamt verbraucht.
Sowohl ein sehr gut gedämmtes wie auch ein miserabel gedämmtes Haus können 30% der Energie übers Dach verlieren. Aber ob man insgesamt 40 kWh pro Quadratmeter und Jahr verheizt oder 250, das macht einen gewaltigen Unterschied.
Fred hat geschrieben:Es ist also durchaus sinvoll sich gut zu überlegen wie man bei der Sanierung vorgeht, jedes Haus ist anders.
genau so ist es.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Fred
Beiträge: 619
Registriert: Mi 23. Okt 2013, 02:04

Re: Außenfassadendämmung - Diskussion

#65

Beitrag von Fred »

emil17 hat geschrieben:
Fred hat geschrieben:Der Anteil der Haus-Wände am Wärmeverlust beträgt nur ~8%, also vergleichsweise geringer Anteil.
Das stimmt vielleicht für ein eingebautes Reihenhaus, aber so generell kann man das nicht sagen.
Die Aussagen wurden für ein freistehendes Einfamilienhaus gemacht. Das hatte ich vergessen zuzuschreiben. Was en Detail zugrundegelegt wurde, erinnere ich jetzt auch nicht mehr. Sicher gilt das nicht für jedes Haus. Nur der Wert von 8% für die Wände, weil er doch deutlich geringer ist, als ich auch angenommen habe, bei dem erinnere ich mich ganau. Bei Kosten/Nutzen Überlegungen zur Sanierung stehen die Wände daher erstmal an letzter Stelle, wenn man von Komfort/ Wohnklimafragen absieht.
exi123

Re: Außenfassadendämmung - Diskussion

#66

Beitrag von exi123 »

Schimmel hat nicht nur mit der Dämmung zu tun, sondern auch

- mit der Heizung, denn Konvektion kommt nicht in die kalten Ecken
- Möbel zu nahe an der Wand
- die Endbeschichtung der Wand (Schimmel braucht immer einen passenden Untergrund), ich steh auf kalk & lehm
- falsche Lüftung (zb Kippen)
usw

vor 50 Jahren hatten die Fenster unten eine Rille wo das Wasser an den kalten Fenster abtropfen konnte, damit der Wasserdampf dort eher kondensieren konnte als an den Wänden, schon cool irgendwie
Benutzer 146 gelöscht

Re: Außenfassadendämmung - Diskussion

#67

Beitrag von Benutzer 146 gelöscht »

Fred hat geschrieben:Ich meine bei uns aus der Bücherei hatte ich mal ein Buch da, worin die Wärmeverluste eines nicht Isolierten -also Albau- Hauses dargestellt waren. Am meisten Wärme geht, wenig überraschend, über den Dachstuhl verloren. Hier ist das Geld also erstmal am Effektivsten investiert. Alternativ auch bei einer Dachbodenisolierung, wie hier bereits Beschrieben. Der Anteil der Haus-Wände am Wärmeverlust beträgt nur ~8%, also vergleichsweise geringer Anteil.
ich will jetzt Dein Buch nicht pauschal in Frage stellen, aber wenn man im Netz nach "wärmeverluste einfamilienhaus" sucht, stößt man auf eine Menge schöner Grafiken, und ALLE nennen deutlich höhere Prozentzahlen für die Verluste durch die Wände.
Physikalisch betrachtet gilt doch Folgendes: Der Wärmeverlust hängt (überwiegend) von der Temperaturdifferenz innen/außen, dem Wärmedurchgangskoeffizienten und der Fläche ab. Es trifft zu, dass durch die Konvektion im Inneren die höchsten Lufttemperaturen beheizter Räume unter der Decke herrschen, aber WIE groß sind die Unterschiede. Bei mir hier im ausgebauten Keller habe ich z.Zt. am Boden 18°, auf halber Raumhöhe 20° und an der Decke 20,8°, also ein Temperaturgefälle von ca. 3°.
Gleichzeitig bilden aber die Wände bei z.B. einem würfelförmigen Gebäude/Raum den größten Anteil der Außenfläche.
Auch das spricht meiner Ansicht nach gegen diese Zahl von 8%. Wenn das allerdings auf z.B. ein mittelalterliches Gebäude (Burg) bezogen ist, wo die Wände 2m dick sind, und die oberste Geschossdecke aus ein paar Tragebalken mit `ner Lage Bretter `drauf besteht, DANN könnte das stimmen ;)
Benutzeravatar
Specki
Förderer 2019
Förderer 2019
Beiträge: 732
Registriert: Mo 26. Mär 2012, 16:40
Familienstand: verheiratet

Re: Außenfassadendämmung - Diskussion

#68

Beitrag von Specki »

exi123 hat geschrieben: 50-60k für eine aussendämmung? ist das ein schloss?! das muss ein scherz sein, vorallem mit styropor - das kostet am m3 vergleichsweise nichts. mein nachbar ist fassadenbauer, der macht nur das, also um das geld macht der 5 häuser...
Lese dir doch nochmal den ersten Post durch.... ich weiß nicht wie du auf deine Zahlen kommst....

Es handelt sich um ein Zweifamilienhaus und da finde ich die 43.000,- garnicht mal sooo utopisch, wenn man das vom Fachmann machen lässt. Incl. Gerüst, Materialkosten, Arbeitszeit + nachtürlich anschließendes Verputzen der Dämmung etc.
Die 50 - 60.000,- sind bezogen auf eine mineralische Dämmung, wo dann quasi nochmal ne Außenwand hochgemauert wird + Verputzen. Das ist schon deutlich aufwändiger.

Fred hat geschrieben: Es ist also durchaus sinvoll sich gut zu überlegen wie man bei der Sanierung vorgeht, jedes Haus ist anders.
Genau so ist es, darum habe ich mir sehr lange Gedanken darüber gemacht und mit vielen Leuten gerdet und wir gehen folgendermaßen vor:
Dämmung des Dachbodens nächstes Jahr vor dem Winter.
Schließen der Heizkörpernischen und Heizkörper davor setzen.
Neue 2-fach verglaste Fenster.
Keine teure Außenfasadendämmung! Außenmauer besteht überwiegend aus 30er Hohllochziegel, eine halbe Wohnung ist 40 mm Stark mit Vollziegeln gemauert.
Neue Gas-Zentralheizung + Holzofen in jeder Wohnung.

WIr haben uns bewusst gegen 3-fach verglaste Fenster entschieden, damit die Fenster noch der kälteste Punkt sind und uns die Feuchtigkeit nicht irgendwo unbemerkt an der Außenwand kondensiert und wir evtl. ein Schimmelproblem bekommen.

Gruß
Specki
marabu
Beiträge: 758
Registriert: Sa 28. Mär 2015, 14:21
Wohnort: Mittelhof, Klimazone 7a

Re: Außenfassadendämmung - Diskussion

#69

Beitrag von marabu »

Hallo Specki und alle zusammen,

also ich habe vor einige Zeit folgenden (sehr langen) Abriß in Netz gefunden zum Thema. Finde ich sehr interessant und vielleicht auch inspirierend?!
http://www.termosfassade.info/Dokumente ... ierung.pdf
Schönen Tag
MArabu
aller doucement, n'empêche pas d'avancer - langsam gehen, hindert nicht daran voran zu kommen
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8381
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Außenfassadendämmung - Diskussion

#70

Beitrag von emil17 »

Den verlinkten Artikel dieses Hernn dipl. Arch. FH C. Schwan möchte ich nicht unkommentiert lassen.
Ich habe dazu Merkpunkte in Klammern in seine Zitate eingefügt(3), die ich nachstehend kommentiere.
So schreibt er z.B (S.5, unten
Ein wissenschaftlich gesicherter Beweis dafur, dass der erhöhte CO2 - Eintrag in die Atmosphäre zum Treibhauseffekt führt, liegt bis heute nicht vor (1). Die Amerikaner vertreten die nicht von der Hand zu weisende These, dass die Pflanzen ein erhöhtes CO2 - Angebot sofort in zusatzliches Wachstum umsetzen (2). Die Forstwirtschaft im Schwarzwald bestatigt dies dadurch, dass auch sie eine beachtliche Zuwachsrate vermeldet und hierdurch sogar Absatzprobleme be- wirkt werden. (3) Das IPPC sagt aus, dass der anthropogene Anteil am CO2 – Eintrag in die Atmosphäre 1,2% betragt. Nur dieser kleine Anteil kann auch gesenkt werden (4). Selbst eine Senkung um 40% bleibt also wirkungslos.(5)
(1) das wird zur Glaubensfrage gemacht, so wie die Kreationisten eben die Erkenntnisse der modernen Biologie ablehnen.
Den Treibhauseffekt atmosphärischer Gase kann man berechnen (hier die Grundlagen dazu). Man kann gegen den Treibhauseffekt sein, so wie man auch gegen die Schwerkraft oder gegen den Himalaya sein könnte. Was der Autor vermutlich meint (Das anthropogene CO2 ist nicht für eine gegenwärtige Klimaerwärmung verantwortlich zu machen), wäre etwas anderes und das schreibt er hier nicht.
(2) welche Amerikaner: alle? Fakt ist, dass es von der Erdöllobby finanzierte Studien zum Thema gibt, die natürlich das beweisen. Fakt ist, dass es auf dem Acker zu rascherem Wachstum unter erhöhtem CO2 kommt - solange die Pflanzen genug Nährstoffe und vor allem Licht und Platz zum Wachsen haben. In Wäldern und Grasländern mit geschlossener Vegetationsdecke geschieht dies nicht, denn dort ist schlicht nicht das CO2 wachstumslimitierend. Da wurde einfach von Versuchen mit Treibhaustomaten auf die globale Vegetationsdecke geschlossen.
(3) Die Absatzprobleme werden durch die Zuwachsrate verursacht? Nicht durch den globalen Holzmarkt und durch die höheren Preise wegen erschwerter betriebswirtschaftlicher Bedingungen?
(4) Nur stammen diese 1.2% aus fossilen Quellen, werden also dem globalen biologischen Kohlenstoffkreislauf HINZUGEFUEGT. Deshalb steigt der CO2-Gehalt der Atmosphäre seit der Industrialisierung auch jedes Jahr um einige ppm weiter an. Wenn man einem Aquarium, wo das Wasser im Kreis gepumpt wird, jeden Tag einen Liter reinkippt, überläuft es irgendwann mal, auch wenn ein Liter im Verhältnis zur Beckengrösse wenig ist.
(5) selbst wenn (3) stimmte, ist der Schluss falsch: Hier wird, betriebswirtschaftlich gesprochen, Umsatz mit Gewinn verwechselt.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Antworten

Zurück zu „Gebäude, Zäune etc.“