Also der Hauptpunkt dürfte wirklich Geld sein...
Deshalb eine
Budgetplanung bevor man sich in einem Traum verliert und am Ende unglücklich ist und vielleicht mit nichts dasteht.
Sortiert nach Prioritäten
• Anschaffung der Immobilie, Je nach Größe, Zustand, Lage inkl dem Bürokratismus
⅓ bis ½ vom Gesamtbudget
Beispiel 200 Jahre Alt, gutes Dach, Heizung (Öl, Gas oder sogar schon Hackschnitzel) und bereits 1-2 Räume adaptiert und wirklich Wohnbar. 50km zu einer Großstadt mit guter Verkehrsanbindung (Zug, Bus, Durchzugsstraße bis zur Stadt) und vorhandener Infrastruktur (Schule, Ärzte, Einkaufsmöglichkeit) im Umkreis von 10km
~ 130-170.000 EUR
• Renovierung, Instandhaltung, Modernisierung
⅓ bis ½ auch wenn mans oft nicht glaubt
zB Heizung, Trockenlegung, Fenster, Dach, Stromleitungen (ohne Erdung, ohne Verrohrung war weit verbreitet), Wasser, Kanal
Alles was den Wert der Anschaffung sichert oder steigert und dringend Notwendig ist und natürlich einem gewissen Standard/Sicherheitsnorm der Zeit zu Entsprechen sonst riskiert man durch einen Schaden am Haus, das Leben oder hat eine unerwartete Investition in unbekannter Größe (zB Wasserschaden bei alten Leitungen die "nur sickern") oder gar Ethernitrohre, und das trinkt man dann vielleicht auch noch

Das kann übrigens auch die Ortswasserleitung betreffen, auf jeden Fall erkundigen und vom Fachmann beraten lassen. Aktuell sollten eigentlich nur mehr PP-Rohre neu verbaut werden, selbst PVC ist nicht mehr Norm, aber geht zur Not fürs Abwasser.
~ 100-150.000 EUR
• Adaptierung und Anpassung auf die eigenen Bedürfnisse und Vorhabung ~
10-25 %
~50.000 EUR
In Summe also etwa 350.000 EUR. Man sollte sich bewusst sein das man sich um das Geld bereits ein Neues Haus baun lassen kann, sich viel Ärger erspart, alles Neu, Gerade, Trocken hat und vielleicht sogar eine deutlich bessere Lage findet.
Das sollte man sich auf jeden Fall vor Augen halten und abwägen. Der Schritt ist natürlich ein Wagnis.
Bei Neubau werden die Summen relativ Bald fällig, während man beim Renovierungs-Weg man die oben genannten Punkte nochmal teilweise aufschieben kann und finanzielle Erholung möglich ist.
Unbezahlbar und (für mich) der Reiz an der ganzen Sache ist aber meist die Nutzungsmöglichkeit wenn schon ein Stadl, Stall für Tiernutzung, Erdkeller, Brunnen, Nutzland (Wald, Wiese, Acker), usw vorhanden sind und es in Vierkant oder L-Form gebaut wurde, vielleicht sogar 50-60cm dicke Mauern hat und die Chance unabhängig oder zumindest sehr selbstbestimmt zu Leben.
Deshalb hab ich für meinen Teil mich dazu Entschieden diesen Weg zu gehen und bin jetzt seit 6 Monaten Besitzer eines solchen "Alten Landhauses".
Natürlich haben mir alle davon abgeraten und auch ich selbst habe am Anfang oft gezweifelt ob das wirklich eine gute Entscheidung war.... Nachdem ich aber dieses Jahr noch so viel Erledigen konnte kann ich heute sagen das ich sehr froh darüber bin auch wenn ich dort aktuell noch nicht wohnen möchte weil es einfach wie vor 150 Jahren ist.
Momentan seh ich das ganze auch eher als (teures) Hobby mit Zukunftswert, wo ich Freitag Nachmittag bis Sonntag meine Freizeit wegarbeite.
Immer öfter muss ich auch unter der Woche dort hin um Arbeiter nach zu kontrollieren und Abläufe/Materialien organisieren.
Ohne Hilfe von Freunden oder Familie geht das sowieso fast nicht. Da wär heute alles noch eine unbewohnbare Ruine.
Ich selbst werde/möchte mich dann Selbstständig machen, aber meine Partnerin sollte jedenfalls weiterhin einer Arbeit nachgehen, auch aus Risikogründen so, das der jeweils andere den anderen kurzfristig erhalten kann.. 6-9 Monate.
Bei mir ist das Glück, ich konnte mir das Geld innerhalb der Familie ausborgen und sie respektieren meine Entscheidung (auch wenn sies nicht gut finden) und Unterstützen mich dabei.
Auf Hypothek würde ich das ganze Garantiert nicht machen. Wäre mir viel zu riskant, zu unkalkulierbar, schnell stürzt man von einem Kredit in den Nächsten, abgesehn davon bekommt man so eine Summe gar nicht mehr so leicht von der Bank.
Daher ist das Leben am Land/Selbstversorung nur mit entsprechendem finanziellen Background möglich.
Das komplette Szenario gibts natürlich auch einfacher, günstiger da es auch Bruchbuden für 20.000 EUR gibt... also Quasi als "aufgeschlossenes Bauland mit Entsorgungskosten" zu rechnen. Aber auch hier muss man ja dann dort irgendwie leben können und ich denke 350.000 EUR dient Allgemein zur Orientierung
Es kann gut gehn, muss aber nicht, und ohne seine Vorstellungen zu konkretisieren sollte mans lieber lassen.
Mein Traum ist es auf jeden Fall mal das ganze Jahr durchwegs von meiner Arbeit zu leben, vielleicht mit kleinem Überschuss mit dem ich die Instandhaltungskosten bezahle.
Eigenes frisches und eingelagertes Gemüse, Obst und Kleintiere für Fleisch (Hasen, Hühner, Enten) und wenn es den Rahmen nicht sprengt auch Milch ohne Fleischnutzung von Ziege/Schaf/Kuh wobei ich mir die auch vom Biohof nebenan für 75cent holen.
Die Kosten/Nutzen-Rechnung mach ich bei Zeiten noch genauer oder eine Tauschbeziehung mit dem Milchbauern indem ich Futter oder Weidefläche tausche.
Exit-Strategie ist Teuer aber Vorteilhaft.
Sollte mein Traum platzen, mich die harte Realität erdrücken oder die Kosten ins unermessliche explodieren
..hab ich noch meine Eigentumswohnung in der Stadt und kann im Alter wenigstens sagen "du hast es probiert" und brauch mir selbst nichts Vorhalten.