Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 2. Aug 2016, 09:43
Da muss man die Details ansehen, ihno.
Bezüglich der Nitratbelastung sind viele fragwürdige Zahlen im Umlauf.
Wir hatten dazu ja schon mal eine Diskussion.
Problematisch sind anscheinend besonders Regionen mit viel Gemüseanbau, wo intensiv mit synthetischen Stickstoffdüngern gearbeitet wird, und Waldgebiete auf Sandboden mit hohen Stickstoffeinträgen aus der Luft. Quelle für letztere Stickstoffeinträge sind teilweise massive Ballungen intensiver Tierhaltungsbetriebe und teilweise Stickoxidemissionen aus Ballungsräumen.
Biogas-Gärreste waren dadurch besonders problematisch, dass sie einer Sonderregelung unterlagen und nicht auf die Begrenzung der Stickstoffdüngung aus Wirtschaftsdünger angerechnet wurden. Zudem enthalten sie im Gegensatz zu Mist und Gülle praktisch keinen Kohlenstoff, so dass der enthaltene Stickstoff leichter entweicht.
Man muss auch anmerken, dass die pauschalen gesetzlichen Regelungen zur Mengenbegrenzung wenig taugen, da die Aufnahmekapazität massiv von den Standortbedingungen und den angebauten Kulturen abhängt.
Bei meinem Onkel in Oberbayern wurden wegen Seenähe z.B. spezielle Proben aus tieferen Bodenschichten gezogen. Der könnte auf seinen Ackergrasflächen mit 6 bis 7 Schnitten im Jahr locker 350 kg Stickstoff pro ha aus Wirtschaftsdünger ausbringen ohne das Grundwasser im Mindesten zu gefährden. Anderswo können 150 kg schon zu viel sein.
Weitgehend sinnfrei finde ich auch den extremen Aufwand, der zur Begrenzung von Stickstoffausgasungen bei der Gülleausbringung betrieben wird. Das macht allenfalls in Regionen mit extrem hohem Gülleaufkommen in unmittelbarer nähe zu Waldstandorten mit wenig Pufferkapazität Sinn.
Auf 95% der Flächen in D ist das sinnlos verbratenes Geld, weil der Stickstoff eh in der Nähe wieder auf anderen Flächen landet und dort verwertet wird.
Es ist wie so oft: Eine hochkomplexe Thematik in der die Politik mit viel zu stark vereinfachten Antworten herumpfuscht und deshalb das Problem nicht löst, sondern an anderer Stelle neue Probleme schafft, z.B. in Form massiv steigender Kosten für die Wirtschaftsdüngerausbringung.
Man muss jeden betroffenen Brunnen und sein Einzugsgebiet einzeln ansehen und den Weg des Stickstoffs zurück verfolgen. Dann kann man dort mit geeigneten Maßnahmen Abhilfe schaffen.
Das Nitratproblem unter einem Wald in Niedersachsen löst man nicht, indem man einen bayerischen Bauern auf einem unproblematischen Standort zwingt, seine Flächen statt mit eigenem Wirtschafsdünger mit zugekauftem Mineraldünger zu düngen.
Bezüglich der Nitratbelastung sind viele fragwürdige Zahlen im Umlauf.
Wir hatten dazu ja schon mal eine Diskussion.
Problematisch sind anscheinend besonders Regionen mit viel Gemüseanbau, wo intensiv mit synthetischen Stickstoffdüngern gearbeitet wird, und Waldgebiete auf Sandboden mit hohen Stickstoffeinträgen aus der Luft. Quelle für letztere Stickstoffeinträge sind teilweise massive Ballungen intensiver Tierhaltungsbetriebe und teilweise Stickoxidemissionen aus Ballungsräumen.
Biogas-Gärreste waren dadurch besonders problematisch, dass sie einer Sonderregelung unterlagen und nicht auf die Begrenzung der Stickstoffdüngung aus Wirtschaftsdünger angerechnet wurden. Zudem enthalten sie im Gegensatz zu Mist und Gülle praktisch keinen Kohlenstoff, so dass der enthaltene Stickstoff leichter entweicht.
Man muss auch anmerken, dass die pauschalen gesetzlichen Regelungen zur Mengenbegrenzung wenig taugen, da die Aufnahmekapazität massiv von den Standortbedingungen und den angebauten Kulturen abhängt.
Bei meinem Onkel in Oberbayern wurden wegen Seenähe z.B. spezielle Proben aus tieferen Bodenschichten gezogen. Der könnte auf seinen Ackergrasflächen mit 6 bis 7 Schnitten im Jahr locker 350 kg Stickstoff pro ha aus Wirtschaftsdünger ausbringen ohne das Grundwasser im Mindesten zu gefährden. Anderswo können 150 kg schon zu viel sein.
Weitgehend sinnfrei finde ich auch den extremen Aufwand, der zur Begrenzung von Stickstoffausgasungen bei der Gülleausbringung betrieben wird. Das macht allenfalls in Regionen mit extrem hohem Gülleaufkommen in unmittelbarer nähe zu Waldstandorten mit wenig Pufferkapazität Sinn.
Auf 95% der Flächen in D ist das sinnlos verbratenes Geld, weil der Stickstoff eh in der Nähe wieder auf anderen Flächen landet und dort verwertet wird.
Es ist wie so oft: Eine hochkomplexe Thematik in der die Politik mit viel zu stark vereinfachten Antworten herumpfuscht und deshalb das Problem nicht löst, sondern an anderer Stelle neue Probleme schafft, z.B. in Form massiv steigender Kosten für die Wirtschaftsdüngerausbringung.
Man muss jeden betroffenen Brunnen und sein Einzugsgebiet einzeln ansehen und den Weg des Stickstoffs zurück verfolgen. Dann kann man dort mit geeigneten Maßnahmen Abhilfe schaffen.
Das Nitratproblem unter einem Wald in Niedersachsen löst man nicht, indem man einen bayerischen Bauern auf einem unproblematischen Standort zwingt, seine Flächen statt mit eigenem Wirtschafsdünger mit zugekauftem Mineraldünger zu düngen.