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Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Mo 13. Jul 2015, 10:43
von hobbygaertnerin
@gaggele, so ein Erlebnis ist richtig erfreulich.
Wir bekamen neulich unerwarteten Besuch, ich stellte nur frischen Honig und selbsgemachte Marmelade, einen Gemüsebrotaufstrich, Tee aus Gartenkräutern und Apfelsaft von der letztjährigen Ernte auf den Tisch.
Es war schön zum Zuschauen, wie die reinschaufelten.
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 17:19
von Jul
Ich hatte am Sonntag ein ähnliches Erlebnis, die Kids waren zur Schatzsuche bei mir oben auf der Alpe eingeladen und stürzten sich mit Begeisterung auf das selbstgebackene Brot und:
"Die Marmelade ist einfach die Beste, wo gibt es denn da noch mehr?"
Das tut gut
p.s.: Da kommen die 30 kg Marmelade sicher weg, die wir jetzt schon haben^^
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 18:28
von Baumfrau
Ha, sowas hab ich auch im letzten Jahr erlebt mit meiner Marmelade! Hatte sie einem Bekannten mitgegeben, der hat sie am Sonntag auf den Frühstückstisch gestellt und als Reaktion kam von den Kindern "Gell, Mama, die kaufen wir jetzt öfter, oder?" Mama dazu "Houston, wir haben ein Problem" -:)))
Ich hatte nämlich nur wenige Gläser gemacht...
Herzliche Grüße
Regina
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Mi 15. Jul 2015, 21:13
von 65375
Hier wurden manche Neubaugebiete in den 60er/70er Jahren "Marmeladensiedlung" genannt. Ein Spottname, der unterstellen sollte, daß die Bewohner dank übertrieben protziger Häuser sich nur noch Marmelade aufs Brot leisten können.
Als Kind hab ich das nicht kapiert. Obwohl immer reichlich verfügbar, empfand ich selbstgekochte Marmelade immer als etwas sehr edles. (Und ich habe begeistert Zellophan in Rum getunkt und auf die Oberfläche gepappt!)
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Do 16. Jul 2015, 06:56
von Gaggele
65375 hat geschrieben:(Und ich habe begeistert Zellophan in Rum getunkt und auf die Oberfläche gepappt!)
Ja, das hab ich als Kind auch! Nur mit Essig statt Rum da wir Aklohol nicht im Hause hatten.
Mensch, da hab ich gar nicht mehr dran gedacht. Das waren noch Zeiten
Gruß, Gaggele
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Di 21. Jul 2015, 08:34
von hobbygaertnerin
Mir macht dieses in sich greifen immer mehr Freude, Bienen im Obstgarten, Honig und Wachs, die Obstbäume und Beerensträucher werden befruchtet, Marmelade, Saft, Wein, in der Gefriertruhe lagernde Früchte, der Obstbaum- und Strauchschnitt kommt den Kaninchen ebenso zu gute, wie das Gras für sie und für die Hühner unter den Obstbäumen, der Mist kommt auf den Kompost, Fleisch und Eier als angenehmer Nebeneffekt.
Erntefrisches Gemüse aus dem Garten, die Gemüseabfälle fressen die Kleintiere, die Blätter der Weinreben vom Sommerschnitt ebenso-
das ganze Grünzeugs entweder für Kleintiere oder auf dem Kompost-
mag bescheuert oder altmodisch klingen, aber diese Arbeit nährt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele.
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Di 21. Jul 2015, 11:53
von Gaggele
hobbygaertnerin hat geschrieben:mag bescheuert oder altmodisch klingen, aber diese Arbeit nährt nicht nur den Körper, sondern auch die Seele.
Klingt in meinen Ohren überhaupt nicht bescheuert sondern sehr natürlich und das macht mehr als zufrieden

Mir geht es ebenso, schon alleine ein Blick vom Balkon in den Garten, am Abend, nach getaner Arbeit und mit den Plänen für die Zukunft im Kopf, das ist so ein schöner Abschluss des Arbeitstages
Es gibt so vieles in unserem Alltag das nicht mehr natürlich ist, alleine dass ich hier mit Dir schreibe anstatt über den Gartenzaun mit Dir zu reden.
Da tut es der Seele gut wenn sie in wachsendem Umfang wieder "natürlich" sein darf und wo geht das denn mehr als in er Natur?
Und wie Du geschrieben hast: nicht nur die eingelagerte Ernte macht Freude sondern auch der Kreislauf den wir miterleben können!
Dass ich manchmal doch noch zum Kompostwerk fahren muss (immer mit den Lastenfahrrad) macht mich schon traurig, aber es gibt einfach keinen Platz für eine Benjeshecke die ich mir eigentlich sehnlichst wünsche. Und alles dürfen die Kleintiere eben nicht fressen.
Ansonsten ist es auch schön mitzuerleben wie selbst das, was man an Futter zukaufen muss, vom Erlös der überschüssigen Tiere/Felle/Eier getragen wird.
Ebenso dass man fast alle Geschenke selber ernten oder herstellen kann (Nudeln, Gebackenes, Eier, Gemüse, Pflanzen, Felle...).
Doch das allerschönste ist für mich immer die Begeisterung der eigenen Kinder vom "Selbstversorgen" und wie sie bereits jetzt schon (6; 3,5 und 2 Jahre) emsig mitarbeiten und auch stolz eigenes verschenken.
Seit wir jetzt - dank des Gewächshauses - eigene Tomaten haben essen sie keine gekauften mehr, die schmecken ihnen überhaupt nicht mehr
Vom eigenen Joghurt sind sie begeistert und beim Kaninchen schlachten und abbeinen sind sie auch immer gerne dabei. Besser ist es nur noch wenn man auch was probieren darf, denn man muss ja wissen ob das alles noch gut ist was man da verkocht und verbackt... Manchmal wird da probiert bis nichts mehr da ist.
Gruß, Gaggele
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Di 21. Jul 2015, 13:01
von Bodo
@Hobbygärtnerin und Gaggele
ich könnte es nicht besser ausdrücken, meine Worte, Gedanken und Gefühle. Ihr sprecht mir aus der Seele.

Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Di 21. Jul 2015, 13:25
von Salmandra
Ja, so geht es mir auch. Und es macht auch mein eigenes Arbeiten in Haus und Garten unbeschwerter, weill ich mich als Teil dieses Ganzen erlebe.
Danke
Re: Die schönen Momente des Selbstversorgerlebens
Verfasst: Di 21. Jul 2015, 15:46
von Olaf
Es gibt so vieles in unserem Alltag das nicht mehr natürlich ist, alleine dass ich hier mit Dir schreibe anstatt über den Gartenzaun mit Dir zu reden.
Natürlich oder nicht, bei einigen Nachbarn bin ich ganz froh, dass ich aufs Forum ausweichen kann
