Die Gesamt-Stickstoffmenge, die auf die Felder ausgebracht werden darf, wird durch die Düngeverordnung begrenzt.
In der Stickstoffbilanz des Betriebes darf der Überschuss im 3-jährigen Mittel max. 60 kg pro ha betragen.
Dabei wird idR mit Pauschalwerten gerechnet. Und es geht um die Stickstoffmengen die auf die Felder ausgebracht und von den Feldern mit dem Erntegut abgefahren werden. Lagerverluste z.B. sind darin nicht enthalten. Und Tiere mit Intensivtierhaltung mussten bisher auch keine Hoftorbilanz machen und brauchten deshalb die Stickstoffmengen aus dem Futterzukauf nur bedingt mit einzurechnen.
Am stärksten mit Stickstoff wird wohl im Gemüsebau und auf Intensivgrünland gedüngt.
Der Bedarf wird oft nach dem Nmin-Verfahren berechnet. Das sind Empfehlungen, wie viel Stickstoff für die Jeweilige Kultur mind. verfügbar sein soll.
Empfehlungen für den Gemüsebau finden sich z.B. hier:
http://www.igzev.de/publikationen/IGZ_N ... emuese.pdf
Stickstoffhungrige Kohlarten haben einen Bedarf von teilweise über 350 kg / ha.
Wenn auf einer Fläche mit 40 kg N-Vorrat z.B. im Frühjahr ein Satz Kopfsalat angebaut würde und danach ein Satz Brokkoli (Keine Ahnung, ob das eine realistische Kulturfolge im Profianbau ist. Ich nehme das einfach mal als Rechenbeispiel.) und für die Folgekultur wieder 40 kg N verfügbar sein sollen, dann müsste mindestens wie folgt gedüngt werden:
40 kg Vorrat
Der Salat hat einen Bedarf von 150 kg Nmin und mit dem Erntegut werden 108 kg N abgefahren.
Für den Brokkoli sollen nach dem Salat mind. 40 kg N-Reserve verfübar sein.
Also muss zum Salat mind. 150-40 = 110 kg gedüngt werden.
Nach dem Salat bleiben rechnerisch 150 - 108 = 42 kg
Der Brokkoli (starker Aufwuchs) benötigt 360 kg, es werden mit dem Erntegut 300 kg abgefahren.
Es müssen also mind. 360 - 42 = 318 kg gedüngt werden.
Es bleiben 360 - 300 = 60 kg auf dem Feld.
Mindest-Düngemenge: 110 + 318 = 428 kg. Dabei entstehen 20 kg Überschuss.
Maximal dürften 408 (Abfuhr mit den beiden Kulturen) + 60 kg (max. Überschuss im dreijährigen Mittel) = 468 kg gedüngt werden.
Entsprechend berechnen sich die Düngemengen im Ackerbau.
Je mehr Ertrag abefahren wird, desto mehr muss auch Stickstoff nachgefüttert werden.
Junges Gras enthält viel Eiweiß (und damit Stickstoff als Baustein der Eiweiße). Auf intensivem Grünland mit z.B. 7 Schnitten im Jahr wird entsprechend viel Stickstoff von der Fläche geholt.
Und ein Getreidefeld mit 12 Tonnen Kornertrag braucht natürlich mehr Futter als eines mit 5 Tonnen.
Wie der Überschuss in deinem Link oben kalkuliert wurde, kann ich dir nicht sagen. Ich vermute, dass darin auch gasförmige Verluste im Lager und aus den Ställen etc. enthalten sind, und auch die Import-Futtermittel.
Wo geht der Überschuss hin? Großteils in die Luft in verschiedenster Form. Teilweise wird er im Boden fixiert, teilweise ausgewaschen (oberflächlich oder nach unten). Was in die Luft geht, geht irgendwann wieder auf anderen Flächen (Forst, Siedlungsgebiete, Wasserflächen) nieder. (Die Imissionen auf die landwirtschaftlichen Flächen sind vermutlich schon mit eingerechnet.)
Und wie gesagt: Dies Berechnungen sind alle ziemlich fragwürdig, weil viele Annahmen und Pauschalen enthalten sind.