Re: Das größte Abenteuer meines Lebens
Verfasst: Mo 2. Dez 2024, 22:31
Ich habe meinen selber angemischt.
Werkzeug: zwei grosse und zwei kleine eckige Maurerkellen, Katzenzungenkelle, Fugenkelle, Putzbrett, für Gipsputz alles in rostfrei, für Kalkputz in Stahl oder Rostfrei; Mörtelwanne, Mörtelkübel, Giesskanne, jede Menge Abdeckmaterial, Baustellenradio, Pausenbier oder -tee, Platz um Werkzeug zu reinigen - Gartenschlauch und draussen ist ideal; alte Abwaschbürste um Mörtelgefässe zu reinigen, Pumpflasche um Wände vorzunässen. Bei grossen Raumhöhen zwei Mauerböcke und Bretter, um ein Podest zu machen.
Bauscheinwerfer, idealerweise mit Stativ. Nur Deckenlicht geht nicht gut, wegen Schatten, den man sich selber macht.
Schwamm und Putzeimer, falls doch etwas irgendwo auf eine edle Fläche fällt.
Arbeitskleidung, Haare schützen.
Ausdauer! Die Berufsleute machen das in einer unglaublichen Geschwindigkeit und scheinbar ohne sich dabei anzustrengen. Alles ist dort, wo es hinsoll. Als Anfängerin dauert es etwas, bis man es raus hat.
Die Wände müssen sauber, staubfrei und trocken sein. Der Raum sollte nicht zu kalt sein, mit klammen Fingern arbeitet es sich nicht gut.
Wenn die Wand grob uneben ist, in einem ersten Durchgang die Löcher füllen. Dazu den Putz auf eine grosse Kelle oder ein Glättebrett geben, dieses an den unteren Lochrand halten und mit einer kleinen Kelle ins Loch drücken.
Vor dem Putzen die Abdeckungen von Schaltern und Steckdosen in Unterputzmontage wegnehmen, die Dose mit Knüllpapier füllen oder spannungslos machen und abkleben, wenn schon verdrahtet ist. Für Fensterbretter und andere waagrechte Flächen, auf die Putz fallen könnte, ist Wellpappe geeignet. Kein Zeitunspapier (damit und mit Malerkrepp kann man aber Fenster abdecken).
Wo Putz an Holz stösst, Holz mit Malerkrepp breit abkleben.
Soll Holz oder ein Eisenträger überputzt werden, vorher ein Drahtgeflecht oder eine Rohrmatte als Putzträger montieren.
Es wird eine ziemliche Schweinerei geben. Wenn die Böden schon fertig sind, und du mit Plastik abdeckst, solltest du Schaltafeln oder Bretter auslegen und auf denen gehen, weil sonst Sandkörner die Plastikfolie löchern und sich dort Flüssigkeit drunterzieht und Flecken macht.
Am schlimmsten bezüglich Schweinerei ist Gips, der ist nachher überall.
Nimm Kalkhydrat (Weisskalk, gelöschten Kalk, Ca(OH)2 als Sackware. Kriegst du nicht im Baumarkt, aber im Baufachhandel. Es ist ein blendend weisses leicht bewegliches Pulver, der Staub reizt. Mit sauberem gesiebtem Flussand (ca. 4 Eimer Sand, 1 Eimer Kalkpulver) und Wasser zu einem Brei anmachen, der die Konsistenz von einem geschmeidigen klebrigen Brei haben muss. Wichtig: nach Anmischen 10 Minuten ruhen lassen, dann nochmals durcharbeiten und erst dann aufbringen. Wenn du einen kleinen Trommelmischer ausleihen kannst, tust du Dich einfacher, es geht aber ganz gut von Hand. Die Mischwanne lieber etwas zu gross nehmen und auf zwei Getränkekisten stellen. Erst Kalk und Sand trocken vormischen, dabei Staubentwicklung vermeiden: Die Hälfte Sand in die Mischwanne geben, dann den Kalk, dann den Rest Sand drüber, dann mit Kelle durcharbeiten, ohne dass es viel staubt. Rund 1/4 der trockenen Mischung beiseite tun, mit reichlich Wasser durchmischen und mit dem Rest der trockenen Mischung die Steifigkeit einstellen.
Es ist angenehmer, wenn der Sand ganz trocken ist. Feucht geht auch, aber das Mischen ist mühsamer.
Wenn der Sand nicht gesiebt ist oder etwas Kies vom Sanddepot mit hineingekommen ist, zieht dir jedes Überkorn spätestens beim Glätten eine Rille in den Putz. Das ist sehr lästig.
Es muss so sein, dass man den Putz an die saubere, staubfreie Wand aufziehen oder anwerfen kann und er dort kleben bleibt. Ist er zu fett, gibt es Risse, ist er zu mager, hält er nicht oder sandet wieder ab, ist er zu steif, hält er nicht, ist er zu nass (häufigster Anfängerfehler), kriecht er an der Wand hinunter oder schält sich wieder ab. Gips ist da viel unproblematischer als Kalkputz. Mach kleine Mengen an und experimentiere mit der Mischung, bis es passt, bevor du viel aufs Mal anmachst.
Wichtig: Augen- und Hautkontakt meiden, Werkzeuggriffe peinlich sauber halten. Versaute Kelle nicht "irgendwohin" ablegen. Hände vorher eincremen. Mit Handschuhen kann man nicht gut arbeiten, aber du wirst es bald raushaben, wie man es anstellen muss, dass die Hände sauber bleiben. Niemals mit blossen Händen in den Kalk fassen oder im Putzmörtel herumpatschen, das Zeug ätzt die Haut an und bei richtiger Arbeitstechnik muss man das nie. Am Anfang wäre auch eine Schutzbrille nicht schlecht.
Werkezug und Gefässe jeden Abend sauber machen. Mit verkrusteten Kellen kann man nicht arbeiten.
Auf den Boden unter der zu putzenden Wand ein Brett legen, damit man den abfallenden Putz wieder aufnehmen kann. Krepp abziehen, sobald der Putz leicht angezogen hat, nicht erst wenn er ganz abgebunden hat.
Für Aussenkanten und Fensterleibungen usw. zwei Kellen nehmen und die Kante ausformen; für Innenkanten gibt es Eckkellen, mit denen man sich etwas einfacher tut, es geht aber auch ohne. Manchmal ist auch ein Teelöffel als Werkzeug praktisch.
Kann man nicht einen Raum in einem Arbeitsgang fertig machen, immer ganze Wände nass in nass putzen. In der Fläche gibt es sonst Übergänge, die man sieht.
Eine gute andere Möglichkeit ist es, Gipsputz zu nehmen. Den gibt es als Sackware. Ist einfacher aufzubringen als Kalkputz. Die Abbindezeit sollte lang sein, sonst hat man zu viel Stress. Also keinesfalls Rotband oder Elektrikergips oder gar gewöhnlichen Baugips nehmen! Auch hier wenig anmachen, bis man Mischung und Arbeitstechnik im Griff hat. Die Werkzeuge sollen aus Edelstahl sein und der Kübel aus Plastik, sonst gibt es gerne Rostflecke. Eisenteile in der Wand sollten durch Anstrich vor direkter Berührung geschützt werden, sonst gibts ebenfalls Rostflecke. Werkzeuge und Gefässe vor jeder Pause reinigen.
Gipsputz lässt sich sehr dünn auftragen (Wand vornässen) und ist im Gebrauch sparsam, aber wenn die Wand sehr uneben ist oder grobe tiefe Fugen hat, sollte man die zuerst mit Kalkputz zumachen, sonst braucht es viel zuviel.
Werkzeug: zwei grosse und zwei kleine eckige Maurerkellen, Katzenzungenkelle, Fugenkelle, Putzbrett, für Gipsputz alles in rostfrei, für Kalkputz in Stahl oder Rostfrei; Mörtelwanne, Mörtelkübel, Giesskanne, jede Menge Abdeckmaterial, Baustellenradio, Pausenbier oder -tee, Platz um Werkzeug zu reinigen - Gartenschlauch und draussen ist ideal; alte Abwaschbürste um Mörtelgefässe zu reinigen, Pumpflasche um Wände vorzunässen. Bei grossen Raumhöhen zwei Mauerböcke und Bretter, um ein Podest zu machen.
Bauscheinwerfer, idealerweise mit Stativ. Nur Deckenlicht geht nicht gut, wegen Schatten, den man sich selber macht.
Schwamm und Putzeimer, falls doch etwas irgendwo auf eine edle Fläche fällt.
Arbeitskleidung, Haare schützen.
Ausdauer! Die Berufsleute machen das in einer unglaublichen Geschwindigkeit und scheinbar ohne sich dabei anzustrengen. Alles ist dort, wo es hinsoll. Als Anfängerin dauert es etwas, bis man es raus hat.
Die Wände müssen sauber, staubfrei und trocken sein. Der Raum sollte nicht zu kalt sein, mit klammen Fingern arbeitet es sich nicht gut.
Wenn die Wand grob uneben ist, in einem ersten Durchgang die Löcher füllen. Dazu den Putz auf eine grosse Kelle oder ein Glättebrett geben, dieses an den unteren Lochrand halten und mit einer kleinen Kelle ins Loch drücken.
Vor dem Putzen die Abdeckungen von Schaltern und Steckdosen in Unterputzmontage wegnehmen, die Dose mit Knüllpapier füllen oder spannungslos machen und abkleben, wenn schon verdrahtet ist. Für Fensterbretter und andere waagrechte Flächen, auf die Putz fallen könnte, ist Wellpappe geeignet. Kein Zeitunspapier (damit und mit Malerkrepp kann man aber Fenster abdecken).
Wo Putz an Holz stösst, Holz mit Malerkrepp breit abkleben.
Soll Holz oder ein Eisenträger überputzt werden, vorher ein Drahtgeflecht oder eine Rohrmatte als Putzträger montieren.
Es wird eine ziemliche Schweinerei geben. Wenn die Böden schon fertig sind, und du mit Plastik abdeckst, solltest du Schaltafeln oder Bretter auslegen und auf denen gehen, weil sonst Sandkörner die Plastikfolie löchern und sich dort Flüssigkeit drunterzieht und Flecken macht.
Am schlimmsten bezüglich Schweinerei ist Gips, der ist nachher überall.
Nimm Kalkhydrat (Weisskalk, gelöschten Kalk, Ca(OH)2 als Sackware. Kriegst du nicht im Baumarkt, aber im Baufachhandel. Es ist ein blendend weisses leicht bewegliches Pulver, der Staub reizt. Mit sauberem gesiebtem Flussand (ca. 4 Eimer Sand, 1 Eimer Kalkpulver) und Wasser zu einem Brei anmachen, der die Konsistenz von einem geschmeidigen klebrigen Brei haben muss. Wichtig: nach Anmischen 10 Minuten ruhen lassen, dann nochmals durcharbeiten und erst dann aufbringen. Wenn du einen kleinen Trommelmischer ausleihen kannst, tust du Dich einfacher, es geht aber ganz gut von Hand. Die Mischwanne lieber etwas zu gross nehmen und auf zwei Getränkekisten stellen. Erst Kalk und Sand trocken vormischen, dabei Staubentwicklung vermeiden: Die Hälfte Sand in die Mischwanne geben, dann den Kalk, dann den Rest Sand drüber, dann mit Kelle durcharbeiten, ohne dass es viel staubt. Rund 1/4 der trockenen Mischung beiseite tun, mit reichlich Wasser durchmischen und mit dem Rest der trockenen Mischung die Steifigkeit einstellen.
Es ist angenehmer, wenn der Sand ganz trocken ist. Feucht geht auch, aber das Mischen ist mühsamer.
Wenn der Sand nicht gesiebt ist oder etwas Kies vom Sanddepot mit hineingekommen ist, zieht dir jedes Überkorn spätestens beim Glätten eine Rille in den Putz. Das ist sehr lästig.
Es muss so sein, dass man den Putz an die saubere, staubfreie Wand aufziehen oder anwerfen kann und er dort kleben bleibt. Ist er zu fett, gibt es Risse, ist er zu mager, hält er nicht oder sandet wieder ab, ist er zu steif, hält er nicht, ist er zu nass (häufigster Anfängerfehler), kriecht er an der Wand hinunter oder schält sich wieder ab. Gips ist da viel unproblematischer als Kalkputz. Mach kleine Mengen an und experimentiere mit der Mischung, bis es passt, bevor du viel aufs Mal anmachst.
Wichtig: Augen- und Hautkontakt meiden, Werkzeuggriffe peinlich sauber halten. Versaute Kelle nicht "irgendwohin" ablegen. Hände vorher eincremen. Mit Handschuhen kann man nicht gut arbeiten, aber du wirst es bald raushaben, wie man es anstellen muss, dass die Hände sauber bleiben. Niemals mit blossen Händen in den Kalk fassen oder im Putzmörtel herumpatschen, das Zeug ätzt die Haut an und bei richtiger Arbeitstechnik muss man das nie. Am Anfang wäre auch eine Schutzbrille nicht schlecht.
Werkezug und Gefässe jeden Abend sauber machen. Mit verkrusteten Kellen kann man nicht arbeiten.
Auf den Boden unter der zu putzenden Wand ein Brett legen, damit man den abfallenden Putz wieder aufnehmen kann. Krepp abziehen, sobald der Putz leicht angezogen hat, nicht erst wenn er ganz abgebunden hat.
Für Aussenkanten und Fensterleibungen usw. zwei Kellen nehmen und die Kante ausformen; für Innenkanten gibt es Eckkellen, mit denen man sich etwas einfacher tut, es geht aber auch ohne. Manchmal ist auch ein Teelöffel als Werkzeug praktisch.
Kann man nicht einen Raum in einem Arbeitsgang fertig machen, immer ganze Wände nass in nass putzen. In der Fläche gibt es sonst Übergänge, die man sieht.
Eine gute andere Möglichkeit ist es, Gipsputz zu nehmen. Den gibt es als Sackware. Ist einfacher aufzubringen als Kalkputz. Die Abbindezeit sollte lang sein, sonst hat man zu viel Stress. Also keinesfalls Rotband oder Elektrikergips oder gar gewöhnlichen Baugips nehmen! Auch hier wenig anmachen, bis man Mischung und Arbeitstechnik im Griff hat. Die Werkzeuge sollen aus Edelstahl sein und der Kübel aus Plastik, sonst gibt es gerne Rostflecke. Eisenteile in der Wand sollten durch Anstrich vor direkter Berührung geschützt werden, sonst gibts ebenfalls Rostflecke. Werkzeuge und Gefässe vor jeder Pause reinigen.
Gipsputz lässt sich sehr dünn auftragen (Wand vornässen) und ist im Gebrauch sparsam, aber wenn die Wand sehr uneben ist oder grobe tiefe Fugen hat, sollte man die zuerst mit Kalkputz zumachen, sonst braucht es viel zuviel.