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Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: Mo 10. Aug 2015, 10:34
von Manfred
Das HM ist ein hochspannender Themenkreis.
Gestern Abend habe ich ein Kapitel über die das Management von Wildbeständen gelesen.
Zuerst ging es darum, wie sich die Altersstruktur eines Wildbestandes je nach Sättigung seines Biotops zusammensetzt. Dazu gab es verschiedene Alterskurven.
Wenn der Bestand in Sättigung geht, also die maximale Kapazität seines Biotops erreicht, dann sterben sehr viele Jungtiere durch Krankheit, Hunger etc. weg und am stärksten sind die körperlich starken und zähen mittleren Altersklassen vertreten.
Das ergibt eine Kurve, die bei den Jungtieren zuerst stark abfällt und dann in der mittleren Altersklasse wieder steil hoch geht und eine Art Kugelbauch bildet, der hinten steil wieder abfällt, weil auch die älteren Tiere schnell und früh an Hunger und Krankheit sterben.

Dann gab es ein Beispiel für die praktische Anwendung auf einer großen Jagdfarm in Afrika. Es war dort unmöglich, den tatsächlichen Bestand einer Antilopenart auch nur abzuschätzen. Savory als Berater hat dann einfach einen fiktiven Bestand X angenommen und für den Anfang eine jährliche Abschusszahl von 200 Stück erwachsenen Tieren festgelegt.
Diese wurden ohne Rücksicht auf vermeintliches Alter und Geschlecht geschossen.
Dann wurde über das Gewicht der Pupillen (die werden bei dieser Art mit dem Alter immer schwerer) das Alter aller geschossenen Stücke bestimmt.
Die Alterskurve ergab ganz klar den typischen Kugelbauch einer gesättigten Population mit einem hohen Verlust an Jungtieren.
Der Abschuss würde dann erhöht und über mehrere Jahre das Alter jeden einzelnen Tieres ermittelt.
Nach ein paar Jahren hatte sich dann eine Alterskurve eingestellt, bei der deutlich weniger Jungtiere starben, auch einige Tiere hohes Alter erreichten, die aber trotzdem auf einen hohen Bestand etwas Unterhalb der Grenzlast des Biotops schließen lies.
Damit ist dann das wirtschaftliche Optimum für den Bewirtschafter (relativ geringer Verlust an Jungtieren bei gleichzeitig hoher Entnahme von erwachsenen Tieren und guter Ausnutzung des Biotops) und ein relativ guter Zustand für die betroffene Art (wenig Hunger und Krankheit trotz hoher Bestandsdichte, alle Alterskassen vorhanden) erreicht.

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: Mo 10. Aug 2015, 11:10
von Minze
Ach je, lieber Manfred, da schaue ich immer so begeistert Deine schönen Bilder an, freue mich an der blühenden Wiese und dann das Foto vom Dachs.....

Ich kann ja sowas garnicht sehen.

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: Mo 10. Aug 2015, 12:10
von Manfred
Naja. So ist das Leben halt. Blühende Schönheit und zwischendrin lauert der Tod.
Du machst Pläne, denkst es läuft gut, freust dich, dass es nach Jahren mal wieder einen schönen Sommer gibt.
Und dann fällt der Regen gleich fast komplett aus, du hast kein Futter mehr für deine Tiere, der Bach trocknet aus und alle größeren Lebewesen darin werden zu Futter für Fuchs, Greife und Rabenvögel...
Im Herbst hatte ich meinen Viehbestand reduziert, damit ich dieses Jahr viel Trampelmulch für meine HM-Experimente und den Humusaufbau produzieren kann und weil ich die Weidefutter-Periode mögl. lang in den Winter ausdehnen wollte.
Jetzt muss ich selbst für den reduzierten Tierbestand Futter für den Winter kaufen.
Trotzdem hab ich wieder viel dazu gelernt. Oder genau deswegen.
Und neues Jahr, neue Chancen.

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: Sa 15. Aug 2015, 09:46
von Manfred
Unser Karpfenteich hat durch die Trockenheit extremes Niedrigwasser.
Wo sonst gut 1/2 Meter Wasser steht, freuen sich jetzt die Graureiher über eine gepflasterte Landebahn.
Aber die Sache hatte auch einen Vorteil für uns: Wir konnten ohne Aufwand die defekten Staubretter im Mönch austauschen.

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Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: So 6. Sep 2015, 12:36
von Manfred
Nach all dem Gras im HPG-Forum zur Abwechslung mal wieder einige Bilder von den Tieren:

Färsen Jahrgang 2014:

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Das stärkste Stierkalb 2015. Mal sehen wie es sich weiter entwickelt.

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Jungbullen Jahrgang 2014. Die sollen diesen Herbst geschlachtet werden.

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Kühe und Kälber:

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Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: So 6. Sep 2015, 12:58
von mot437
Da. Du ein karpfenteich hast.


Hast du mierauch sicher karpfenrecepte ?

Und. Wie erntest du die ?

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: So 6. Sep 2015, 14:15
von Manfred
Wir nutzen den hauptsächlich als Angel- und Biotopteich.
Daher Entnahme nur mit der Angel.
Früher hatte ich ihn zusammen mit mehreren anderen Leuten gepachtet. Da war es ein reiner Karpfen-Mastteich, wo wir im Sommer abwechselnd gefüttert und den Teich dann im Herbst abgelassen und die Karpfen aufgeteilt haben.
Jetzt sind diverse Fischarten drin, Muscheln, Krebse usw.
Leider ist er nur gepachtet und ich muss mich an die Vorgaben des Eigentümers halten. Sonst würde ich viel mehr Struktur schaffen und einen breiten Schilfgürtel und weitere Wasserpflanzen zulassen. Der Eigentümer will einen ordentlichen Teich, ohne Pflanzenbewuchs und sonstige Hindernisse.

Karpfen entweder in Scheiben geschnitten paniert oder als Filet gebraten, gedünstet etc. Karpfen blau mag ich nicht so gerne.

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: So 6. Sep 2015, 20:46
von Sabi(e)ne
Boah, deine BioViecher sind aber echt supergut im Lack! :daumen:
Die einfach bloß im Schlachthof zu verkaufen, ist schon bitter - das wäre Fleisch in der Qualität für "Dry aged beef".
Schade, daß ich zu weit weg wohne....in Großstadtnähe müßte sich doch jemand dafür begeistern können von den Metzgern...oder wenigstens ein oder zwei Spitzen-Restaurants....
Dagegen waren meine Highlands magersüchtige Teenager.... :lol:
Keine Chance auf Direktvermarktung wenigstens der Edelteile?

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: So 6. Sep 2015, 21:37
von Benutzer 3991 gelöscht
Manfred hat geschrieben:Jungbullen Jahrgang 2014. Die sollen diesen Herbst geschlachtet werden
Wieviel bringt der Schwarze so nach einem Jahr auf die Waage? Und was bleibt da an verwertbarem Fleisch?
Wenn der Kopf nicht sichtbar wäre tät ich glauben das ist ein Rhinozeros oder sowas.

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: So 6. Sep 2015, 21:54
von Manfred
@Sabine: Dafür sind sie etwas mager. Ich schätze mal, die hätten jetzt eine Fettabdeckung Note 2 (Noten 1 bis 5, je höher die Zahl, desto mehr Fett unter der Haut.)
Für langes Reifen wäre 3 bis 4 gut. Das ist ohne Kraftfutter aber schwer zu erreichen. Da muss ich noch einiges lernen.

@Lysistrata: Bis zur Schlachtung sind die ca. 18 Monate alt. Ich hoffe, dass sie dann. wieder ca. 350 kg Schlachtgewicht bringen. Das entspricht ca. 600 kg Lebendgewicht. Weiß aber nicht, ob sie das dieses Jahr schaffen, da sie einige Wochen jünger sind als die letztes Jahr.
In der normalen Mast werden sie meist etwas jünger geschlachtet, bei eher 400 bis 450 kg Schlachtgewicht. Wobei die Metzger sie lieber etwas leichter möchten, wegen der Größe der Teilstücke, die dann besser zu den gewünschten Portionsgrößen passt, und viele Bauern sie lieber etwas länger füttern, weil dann mehr Fleisch pro Tier verkauft werden kann und so die anteiligen kosten für das Kalb / den Fresser geringer werden.