Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Benutzeravatar
Amigo
Beiträge: 718
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 17:29
Wohnort: südl.Wendekreis

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5251

Beitrag von Amigo »

Manfred hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 16:14 "EU-Agrarkommissar verhandelt über Freihandel mit Australien"
(topagrar Newsletter)

Die CEOs von VW und Stellantis rufen jetzt gemeinsam nach einer Made-in-EU-Strategie, um ihre Firmen vor den Folgen der Freihandelsabkommen zu schützen.
Und uns Bauern erzählt man, die Landwirtschaft muss im Freihandel für die Autoindustrie geopfert werden...

Was auch immer Frau von der Leyen und Konsorten antreibt, das zu tun, was sie tun: Wir werden nach Strich und Faden belogen.
VW , Chevrolet, Fiat und Peugeot sind die hiesigen Volumenmodelle mit Werken in Brasilien oder Argentinien . BMW ist mit SUV's in Brasilien und Mercedes wenigstens mit Sprinten in Argentinien. Ich frage mich was da aus Europa noch groß kommen soll.
.
Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland !
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5252

Beitrag von Manfred »

Das PV-Thema sollte denke ich besser im Unterforum "Regenerative Energie und Energiesparen" weiterdiskutiert werden.
Tscharlie hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 17:52 Daher ist es die Aufgabe der Allgemeinheit die Landschaftspflege, die ja unsere Landschaften ausmacht, anders zu vergüten.
Ich glaube nicht, dass auch nur ein Landwirt in Deutschland überleben würde, wenn er ausschließlich von Erträgen seiner Lebensmittel auskommen müsste.
Die Vielfalt der Aufgaben der Landwirtschaft ist ja kaum überschaubar.
Eine wichtige staatliche Aufgabe ist aus meiner Sicht die Ernährungssicherheit.
Und dazu gilt es, die landwirtschaftlichen Nutzflächen in einem produktiven Zustand zu erhalten. Wenn das als Landschaftspflege verkauft wird, sei es so.
Das große Problem ist die Finanzierung.
Großen Teilen der Bevölkerung scheint immer noch nicht klar zu sein, wie dramatisch sich die wirtschaftliche Lage unseres Landes darstellt.
Wir haben seit der Wiedervereinigung Inflationsbereinigt ca. 1/4 bis 1/3 der damaligen Wirtschaftsleistung verloren, während andere westliche Länder ihre verdoppelt haben.
Und wir haben technologisch und in Sache Produktivität in fast allen Bereich den Anschluss an die Weltspitze verloren.
Gleichzeitig sind die Staatsquote und die Verschuldung massiv gewachsen, wobei der größte Teil der aufgelaufenen Zahlungsverpflichtungen noch nicht mal offiziell bilanziert wird.
Wird befinden uns im weltweiten Vergleich wirtschaftlich im freien Fall.
Dem Sozialstaat inkl. der Subventionierung der Landwirtschaft droht der Zusammenbruch.
Für die Landwirte stellt sich also die Frage, wie sie im drohenden Argentinien-Szenario eines langanhaltenden sozialistischen Siechtums überleben können, während gleichzeitig die Regierung mit allen Mitteln versucht, die Lebensmittelpreise durch Importe zu drücken, um die Bevölkerung ruhig zu halten.
Die Bürokratie strebt zuallererst nach Selbsterhalt, nicht nach dem Bestmöglichen für das Volk.
Auf den deutschen Gunststandorten mit intensivem Ackerbau oder intensiver Veredelung existieren heute schon viele Betriebe ohne Inanspruchnahme der staatlichen Mittel und ein Wegfall derselben würde dort in erster Linie zu fallenden Pacht- und Bodenpreisen führen. Meine Einschätzung ist, das würde sich innerhalb einiger Jahre auf einem neuen Niveau stabilisieren und die Flächen dort in Bewirtschaftung bleiben.
Die Frage ist, was mit dem großen Rest der Fläche passiert, wo eine wirtschaftliche Produktion bei den heutigen Strukturen ohne die Subventionen nicht möglich ist, und aufgrund der kleinräumigen Zerstückelung durch Siedlungen, Infrastruktur, etc. es auch unwahrscheinlich erscheint, dass die nötige Arrondierung großer Flächen für andere Produktionsweisen gelingt für eine Viehhaltung wie etwa in Neuseeland.
Dort könnten wie in teilen des Ostblocks nach der Wende großflächige Brachen entstehen, weil die Bewirtschaftung aufgegeben wird und auch eine gezielte Umwandlung in Wald nicht wirtschaftlich wäre.
Diese Flächen dann später bei Bedarf wieder urbar zu machen, wäre mit großem Aufwand verbunden.
Maria
Beiträge: 171
Registriert: Do 4. Dez 2025, 17:16

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5253

Beitrag von Maria »

Manfred hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 20:12 Die Frage ist, was mit dem großen Rest der Fläche passiert, wo eine wirtschaftliche Produktion bei den heutigen Strukturen ohne die Subventionen nicht möglich ist, und aufgrund der kleinräumigen Zerstückelung durch Siedlungen, Infrastruktur, etc. es auch unwahrscheinlich erscheint, dass die nötige Arrondierung großer Flächen für andere Produktionsweisen gelingt für eine Viehhaltung wie etwa in Neuseeland.
Subsistenzlabdwirtschaft? Selbstversorgung?
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5254

Beitrag von Manfred »

Maria hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 20:26 Subsistenzlabdwirtschaft? Selbstversorgung?
Auf einem kleinen Teil, ja.
Den Effekt hat man ja auch in Griechenland gesehen, vor ein paar Jahren.
Das könnte dann so aussehen wir die Straßendörfer in der Ukraine heute noch, mit den großen Gärten.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8389
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5255

Beitrag von emil17 »

Manfred hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 20:12 Die Vielfalt der Aufgaben der Landwirtschaft ist ja kaum überschaubar.
Eine wichtige staatliche Aufgabe ist aus meiner Sicht die Ernährungssicherheit.
Und dazu gilt es, die landwirtschaftlichen Nutzflächen in einem produktiven Zustand zu erhalten. Wenn das als Landschaftspflege verkauft wird, sei es so.
Das große Problem ist die Finanzierung.
Da machen sich halt auch einige Gedanken, wie es mit dem grössten Subventionsbezüger Landwirtschaft weitergehen soll.
Manfred hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 20:12 Großen Teilen der Bevölkerung scheint immer noch nicht klar zu sein, wie dramatisch sich die wirtschaftliche Lage unseres Landes darstellt.
Wir haben seit der Wiedervereinigung Inflationsbereinigt ca. 1/4 bis 1/3 der damaligen Wirtschaftsleistung verloren, während andere westliche Länder ihre verdoppelt haben.
Das Statistische Bundesamt sieht das zwar anders (preisbereinigt), aber man kann ja trotzdem behaupten:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Wirts ... istig.html

Die BRD ("wir") hat damals einen praktisch bankrotten und hoch verschuldeten Staat übernommen und wieder auf die Beine gebracht. Das ist eine Leistung auf, die Ihr stolz sein könnt (auch wenn vieles hätte besser laufen sollen).
Manfred hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 20:12 Wir haben technologisch und in Sache Produktivität in fast allen Bereich den Anschluss an die Weltspitze verloren.
Gleichzeitig sind die Staatsquote und die Verschuldung massiv gewachsen, wobei der größte Teil der aufgelaufenen Zahlungsverpflichtungen noch nicht mal offiziell bilanziert wird.
Wird befinden uns im weltweiten Vergleich wirtschaftlich im freien Fall.
Auch hier: Bitte erst verlässliche Quellen,dann schlussfolgern.
Immer wenn ich in D bin, stehen da in jedem Gewerbegebiet Plakate und auf vielen Lieferwagen und Gewerbefahrzeugen steht auch: Facharbeiter gesucht. Personal gesucht. Leute gesucht. Immobilienpresie steigen. 2/3 der Bevölkerung machen mindestens einmal im Jahr Urlaub für durchschnittlich 1600 Euro, tendenz steigend (Quelle: Handelsblatt). So ähnlich stelle ich mir ein Land vor, das sich im freien wirtschaftlichen Fall befindet.
Manfred hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 20:12 Dem Sozialstaat inkl. der Subventionierung der Landwirtschaft droht der Zusammenbruch.
Das tut er, wenn man nur den Schwarzen oder Blauen glaubt, schon seit 30 Jahren.
Manfred hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 20:12 Für die Landwirte stellt sich also die Frage, wie sie im drohenden Argentinien-Szenario eines langanhaltenden sozialistischen Siechtums überleben können
Das muss doch jeder Unternehmer jederzeit?
Sozialismus? wo? In Argentinien? (wieder so eine Behauptung ...)
Manfred hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 20:12während gleichzeitig die Regierung mit allen Mitteln versucht, die Lebensmittelpreise durch Importe zu drücken, um die Bevölkerung ruhig zu halten.
Die Bürokratie strebt zuallererst nach Selbsterhalt, nicht nach dem Bestmöglichen für das Volk.
na dann ab in die Trömpkei, der räumt mit dem Gesindel endlich auf und was dabei herauskommt, kann man täglich verfolgen.

Die Regierung versucht, die Exportwirtschaft am Leben zu erhalten, denn das ist der grösste Aktivposten der deutschen Volkswirtschaft. Man kann aber nicht exportieren, ohne zu importieren. Sooo schwer zu verstehen ist das eigentlich nicht.
Manfred hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 20:12 Auf den deutschen Gunststandorten mit intensivem Ackerbau oder intensiver Veredelung existieren heute schon viele Betriebe ohne Inanspruchnahme der staatlichen Mittel und ein Wegfall derselben würde dort in erster Linie zu fallenden Pacht- und Bodenpreisen führen.
Ich bin vielleicht etwas schwer von Begriff, aber wenn etwas wegfällt, was man nicht kriegt, dann ändert sich genau gar nichts?
Und im Umkehrschluss: Mehr Subventionen lässt die Pachtpreise steigen. Man fördert als nicht die, die man eigentlich fördern will. Denn eine Pacht ist aus marktwirtschaftlichen Gründen immer so hoch, dass sich die Bestellung der Fläche gerade eben so noch lohnt.
Manfred hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 20:12 Die Frage ist, was mit dem großen Rest der Fläche passiert, wo eine wirtschaftliche Produktion bei den heutigen Strukturen ohne die Subventionen nicht möglich ist, und aufgrund der kleinräumigen Zerstückelung durch Siedlungen, Infrastruktur, etc. es auch unwahrscheinlich erscheint, dass die nötige Arrondierung großer Flächen für andere Produktionsweisen gelingt für eine Viehhaltung wie etwa in Neuseeland.
Dort könnten wie in Teilen des Ostblocks nach der Wende großflächige Brachen entstehen, weil die Bewirtschaftung aufgegeben wird und auch eine gezielte Umwandlung in Wald nicht wirtschaftlich wäre.
Diese Flächen dann später bei Bedarf wieder urbar zu machen, wäre mit großem Aufwand verbunden.
Wirtschaftlich nur dank Subventionen ist volkswirtschaftlich gesehen unwirtschaftlich. Man sollte das nicht fordern und gleichzeitig den Zusammenbruch des Sozialstaates der Regierung vorwerfen, denn all diese Leute haben ebenso begründete Ansprüche.
Man tut es trotzdem, denn die Regierung ist ja dazu da, schuld zu sein.
Die Frage ist, ob der Steuerzahler den Erhalt dieser Flächen noch zusätzlich bezahlen soll, aber dann doch nicht mitreden soll, wie das konkret aussehen könnte. Jede Art von Bewirtschaftungsauflagen ist ja bloss ein Produktionshindernis. Besonders der Naturschutz ist zudem böse und nimmt den Bauern die produktiven Flächen weg (die ja nur dank Subventionen bestellt werden, aber das hatten wir schon).
Falls es zur Arrondierung grosser Flächen kommt, bedeutet das ein grosses Hofsterben (was du früher auch schon der Regierung vorgeworfen hast).
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8389
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5256

Beitrag von emil17 »

Kirschkernchen hat geschrieben: Do 12. Feb 2026, 18:30 Wir speisen PV-Strom ein, weil wir solidarisch sind und die Energiewende vorantreiben wollen.
[blah blah blah]
Du verstehst zwar nichts davon, aber schreibst trotzdem: Hauptsache destruktiv.
Nur so ein paar Überlegungen:
Wenn es zuviel PV-Strom hat, will den keiner. Also kriegste auch nix dafür. Das ist reine Marktwirtschaft.

Smarte Netze und Anlagen sind eine gute Möglichkeit, das Verteilnetz und die Produktion besser auszulasten und damit die Versorgung robuster und wirtschaftlicher zu machen. Wenn du zu doof bist, deine Heizung richtig einzustellen, ist das nicht die Ursache dafür.

Was die Umwandlungsverluste betrifft: Wenn du nach den gleichen Kriterien ausrechnest, was dein Verbrennerauto mit deinem Sprit macht, wenn du es zum Brötchen holen oder so verwendest, dann ist die Rechnung auch nicht besser. Mir dem kleinen Unterscheid, dass die Sonne so oder so aufs Dach scheint.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Manfred

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5257

Beitrag von Manfred »

Dass das volkswirtschaftliche Genie Email einem fachfremden Idioten wie Paul Donavon, der die Art und Weise der Inflationsberechnung der USA mit der in Europa vergleicht, haushoch überlegen ist, war mir bereits vor Erstellung meines Beitrags klar.
Deshalb hat er die Republikflucht für sich selbst auch längst vollzogen, statt im Paradies zu verweilen.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 8389
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5258

Beitrag von emil17 »

"volkswirtschaftliches Genie Email"

Klar, wenn die Daten der offiziellen statistischen Ämter etwas besagen, was einem warum auch immer nicht in den Kram passt, dann nimmt man eben andere Daten. Auch dieser Trend wird ja derzeit in den USA gerade sehr ausgelebt.
Aber das mit dem preisbereinigten Wirtschaftswachstum ist ja nur eine von vielen Behauptungen in deinem letzten Beitrag, wo du Dich auf dünnes Eis begibst. Kannst Du auch sachlich?

Ach ja, damit da keine Missverständnisse aufkommen:
"Deshalb hat er die Republikflucht für sich selbst auch längst vollzogen, statt im Paradies zu verweilen."
Ich habe nie in Deutschland gewohnt, auch wenn ein Elternteil von dort ist. Reicht das schon für Republikflucht?
Ich habe aber viele liebe Bekannte und Freunde in Deutschland, wie auch solche aus Deutschland in der Schweiz. Die finden an ihrem eigenen Land immer etwas, was besser sein könnte (wer tut das nicht?), aber so hartnäckige Schlechtreder wie du einer zu sein scheinst sind keine darunter.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Benutzeravatar
Amigo
Beiträge: 718
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 17:29
Wohnort: südl.Wendekreis

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5259

Beitrag von Amigo »

" Ich erkenne mein Land nicht wieder " , Aussage einer Schweizerin , die nach 15 Jahren erstmals ihre Heimat wieder besuchte .
.
Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland !
Benutzeravatar
Rohana
Förderer 2018
Förderer 2018
Beiträge: 4791
Registriert: Mo 3. Feb 2014, 20:31
Familienstand: verheiratet
Wohnort: Oberpfalz

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

#5260

Beitrag von Rohana »

Fakt ist halt, dass woanders billiger produziert wird als bei uns, weshalb die breite Masse der Leute nicht bereit ist mehr zu zahlen für Produktion im eigenen Land. Sollte man deshalb die Landwirtschaft in Deutschland (der Schweiz, der EU) sein lassen? Scheint ja überflüssig zu sein. :lala:
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Antworten

Zurück zu „Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion“