Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

Johannisbeere
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#51

Beitrag von Johannisbeere »

Hallo hobbygärtnerin,

ich habe im letzten Jahr aufgeschrieben was ich alles aus meinem Garten gegessen und eingemacht, getrocknet und eingeforen habe und das waren schon ein paar hundert Euro und in diesem Jahr wird es schon deutlich mehr (alleine durch meine 3 Bienevölker), was mich natürlich auch freut. Ich gebe deutlich weniger "Haushaltsgeld" für Lebensmittel aus, - auch im Winter.
Was ich dagegen für den Garten ausgegeben habe weiss ich nicht mehr, aber das Geld war und ist sowieso weg.
Für mich ist der Garten Freude, Erdung, Erholung und Anstrengung in einem gesunden Gleichgewicht (meisten :) ), eine Stärkung für Körper und Geist und die Sinne. Damit verbunden aber auch Geselligkeit und Harmonie mit anderen Menschen (netten Gartennachbarn) und Tieren - auch Haustieren, im Garten.
Wenn ich im Winter ein Glas Eingemachtes öffne, kommt mir der Sommer oder der Herbst entgegen mit seinem Duft, seinem Geschmack und seinen und meinen Erlebnissen, was ich wunderschön finde. :michel:

Wie kann man das gegen Geld aufrechnen?
Kann man Zufriedenheit, Freude oder Liebe bezahlen? :rot:
Nightshade
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#52

Beitrag von Nightshade »

hobbygaertnerin hat geschrieben: @nightshade,
ich warte, bis die Äpfel für den Strudel vom Baum runterfallen, gepflückt wird nur, was für die Lagerung aufbewahrt wird.
Bis die ganzen Äpfel gehobelt, der Strudelteig gemacht- ich mache wenn ich es mir zeitlich einrichten kann, gleich die 6 fache Menge und friere den halbfertigen Strudel ein.
Der orginal Wiener Apfelstrudel - der Strudelteig soll da so dünn sein, dass man die Zeitung durch den Strudelteig lesen kann- zumindest wurde mir das so beigebracht.
Fallobst taugt nur für den Likör.
Bis die Äpfel von selbst runterfallen, ist aus Saft und Aroma fades Mehl geworden. Ich kann in dem großen Baum nicht alle Äpfel erreichen, das Fallobst wird Tierfutter. Die Hunde vertragen sehr mehlige, halb erfrorene Äpfel überraschend gut. Sie mögen Obst in diesem Zustand, Mispeln sind auch ein absoluter Renner.

Na ja, den hauchdünnen Teig stellt die Tante Fanny gegen geringes Entgelt her. Kenne niemanden, der sich selber damit plagt.
Außer die Mutter meines Freundes, die ein scheußliches Zeug in der Pfanne herstellt und es Strudel nennt. *brrr*

Oh, eingefrorener Strudel geht gar nicht. Man muss sich hetzen, dass zwischen Pflücken, Schälen und Backen möglichst wenig Zeit vergeht. Den Strudel gibts denn auch nur in der Saison. Im Winter benutze ich die Tante Fanny für Fleisch- oder Topfenstrudel.
hobbygaertnerin
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#53

Beitrag von hobbygaertnerin »

Hallo Nightshade,
weisser Klar, Frauenapfel und Jakob Fischer fällt bei uns selbst vom Baum, beim täglichen Aufsammeln kommen die guten Äpfel in die Küche, die anderen verspeisen die Kaninchen, bis jetzt war ich von unserem Apfelstrudel sehr angetan.
Schmeckt auch nach dem Tiefgefrieren noch sehr gut.
Zumindest ist das meine Erfahrung, ich hab auch keine Tante Fanni und stelle deswegen den Strudelteig selbst her. Plagen muss sich hier die Küchenmaschine, nicht ich.
Aus den mittelfrühen und späten Fall- und zuviel Obst machen wir Apfelsaft, Most. Gepflückt wird nur, was sich über den Winter halten soll.

@Johannisbeere, die Freude, die ein Garten gibt, ist nicht mit Geld aufzuwiegen.
Ich wollte nur wissen, wie Frau oder Herr SV es schafft, seine selbsterzeugten Gartenprodukte aufzuschreiben. (Liste, Exeltabelle, Kladde oder Notizbuch, Erbsen- oder Bohnenzählmethode (für kleine Kräutemengen, die aus dem Garten geholt werden, kommt eine Erbse in eine Büchse, für anderes Gartengut eine Bohne)
die täglichen schönen Erlebnisse lassen sich mit der Bohnenzählmethode auch gut in den Tag einbauen.
Es interessiert mich, was ich mir mit meinem Hobby erwirtschafte, ohne irgendwelchen Betriebswirtschaftshintergedanken. Es geht auch nicht darum, ob sich etwas rechnet, es ist bestimmt erstaunlich, wieviel im Jahr zusammenkommt.
Am Jahresende zu sehen, wieviele Köpfe Salat, Kilogramm Tomaten, Gurken usw. herangewachsen sind und in die Salatschüssel gewandert sind, was in TK und Vorratsschrank lagert, ist ja noch sichtbar.
Adjua
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#54

Beitrag von Adjua »

Meine Eltern haben mehrere große Apfelbäume. Die Äpfel werden zu Apfelmus verarbeitet, großteils kommen sie jedoch in die Saftpresse des örtlichen Gartenbauvereins. Der Saft ist hervorragend und kommt wesentlich billiger als ein gekaufter naturtüber. Macht hier jeder so - im Herbst sieht man dann die Leute mit den Saftpackungen des Gartenbauvereins herumlaufen ...

Es muss nicht immer Apfelstrudel sein ...
Nightshade
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#55

Beitrag von Nightshade »

Hihi - Tante Fanny ist ein Unternehmen, nicht meine Verwandte.
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stoeri
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#56

Beitrag von stoeri »

Hallo Freunde,

auf alle Fälle bessert mein Gärtchen meinen Haushaltsgeldbeutel auf, ich brauche im Moment kaum Geld für Lebensmittel.
Ich brauche im Moment nur Milch und Fleisch kaufen alles andere kommt aus dem Garten.
Langsam füllen sich auch meine Vorratsschränke sowie TK.
herzliche Grüße
Erika mit Lux und Ricky im Herzen

Wenns nur olle so waradn, wia i sei soiad.
Hotzenwalder
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#57

Beitrag von Hotzenwalder »

Hallo zusammen, meine Gedanken zum Thema:

Bäume kosten einmal Geld und tragen dann viele Jahre völlig kostenlos. Das rechnet sich ganz sicher.
Apfelsaft pressen aus den eigenen Äpfeln kosten 10Cent pro Liter + den Strom zum sterilisieren.
Kaufe ich naturtrüben Bio Apfelsaft kostet er 2€ oder mehr den Liter.
6 große Körbe Kirschpflaumen lasse ich brennen, der Baum war ein kostenloser Ableger.
Gegossen wird mit Regenwasser, 9500 Liter Reserve wenn alles voll ist für lau.
Topinambur habe ich einmal gekauft, Kartoffeln wachsen im 4. Jahr aus den kleinen vom Vorjahr.
Tomaten, Paprika, Gurken, Bohnen, Erbsen, Mais wachsen immer wieder aus kostenlosen eigenen
Samen wenn man einmal die richtigen Sorten gefunden hat.
Werkzeug, Geräte, Zaun, Gewächshaus usw. kauft man in guten Zeiten um später in schlechten Zeiten
von der Substanz zu leben. Das ist besser angelegt als Aktien etc.
Die Arbeit darf man nicht rechnen - muss man als Erholung an der frischen Luft, Sport etc ansehen.
Und natürlich hat Gartenarbeit etwas sehr befriedigendes, erfüllendes.
Gemüse werden eingeweckt, halten dann Jahre ohne Strom.
Eigene Marmeladen, eingelegter Gurkensalat. eigene Säfte sind auch als Geschenke immer gerne gesehen.
Zu Weihnachten eine Flasche Schnaps und ein Glas Marmelade - alles in Bio - sind besser als gekauftes.
Richtig gemacht bin ich sicher dass es sich langfristig rechnet. Nebenbei hat man eine gute Vorsorge
für Wirtschaftskriesen etc. Und man kann einen Qualtät essen, die man sich nicht leisten könnte,
müsste man sie kaufen. Vergleichspreis ist immer der vom Bio Produkt, nicht der Discounter Preis.
Grüße vom Hotzenwalder
donnawetta

Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#58

Beitrag von donnawetta »

Es kommt mMn auch auf das allgemeine Einkaufsverhalten an. Wir kaufen nur Bio, das ist natürlich recht teuer. Durch das selbst gezogene Obst und Gemüse sparen wir vielleicht nichts (oder legen sogar drauf, da unser Garten gerade neu angelegt wurde und daher erst mal gekostet hat und "abgeschrieben" werden muss), aber ich kaufe zur Erntezeit ganz anders ein, weil ich natürlich die eigen Ernte verwenden will. Wo ich mir also früher irgendwelche Gerichte überlegt und entsprechend eingekauft habe, plane ich die Mahlzeiten nun um die eigene Ernte herum. Das hat mir dieses Jahr von Anfang Juli bis Mitte September September gut 50% der Lebensmittelkosten gespart, einfach dadruch, dass dauernd etwas "wegmusste". Und das war nur das erste Gartenjahr, in dem ich sicher noch viel falsch oder zumindest nicht optimal gemacht habe.

Wenn so ein Garten einmal läuft, man selbst Saatgut, Mulch und Kompost gewinnt und die Erntezeiten durch vielfältigres Anpflanzen verlängert, wird sich das sicher noch mehr rechnen. Man darf wohl nur eins nicht tun: Die Arbeit berechnen :-) Aber da die ja Spaß macht (zumindest den Hobbygärtnern), steht das ja eh nicht zur Debatte.

Ach so, ganz wichtig: Manche Dinge aus dem eigenen Garten, zum Beispiel Tomaten, schmecken ja auch einfach Klassen besser als die besten Bioladen-Tomaten. Diese Gaumenfreude ist vielleicht nicht unbezahlbar, aber für mich doch nah dran :) Und last but not least tut man etwas für die Umwelt, wenn man biologisch anbaut. Das ist kein Gewinn fürs Portemonnaie, aber dennoch ein Gewinn. Ich bin jedenfalls total verliebt in meine Gäste, die Hummeln, Bienen, Molche, Goldaugen, Igel und Vögelchen. Ich mag sogar die Würmer und Asseln :mrgreen:
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krabbe
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#59

Beitrag von krabbe »

Ich denke schon, dass ein Garten finanziellen Ertrag einbringen kann.

Zum einen liegt das eindeutig daran, was man anbaut. Zuchini sind zum Beispiel hier selbst in Bio preiswert. Karotten und Kartoffeln sind auch nicht teuer. Anders sieht es bei Obst, Beeren, Tomaten, Paprika... aus. Da lohnt der Garten dann schon. Beeren sind hier zum Beispiel sehr teuer. Bevor wir unseren Garten hatten, habe ich ein paar Jahre lang keine Erdbeeren mehr gegessen. In Bio sind sie verständlicherweise sehr teuer und konventionellen hätte ich auch nur im Sonderangebot kaufen können. Aber die rochen dann meistens nach nix oder schlimmer noch nach Chemie. Da unsere Einkünfte nicht "aufblasbar" waren und es gerade so hin ging, gab es eben keine Beeren. :) Die ersten Erdbeeren aus dem Garten waren einfach himmlisch. (Und haben auch den Vorteil, dass sie nicht von Wühlmäusen gefressen werden. ;) )

Und damit wären wir auch beim zweiten Aspekt, ob der Garten finanziell was bringt. Wer nur wenig Euronen einnimmt und das nicht ändern kann, der verdient sich im Garten sein Essen. Bei meinen Eltern war das so. Alles was aus dem Garten kam, musste nicht mehr gekauft werden. So konnten sie mehr Baumaterial kaufen. Eine ganz einfache Rechnung.

lg Andrea
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Hildegard
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Re: Kosten und Ertrag vom Garten-(gemüse, obst.....)

#60

Beitrag von Hildegard »

Ich habe in den letzten Jahrzehnten gefühlt ein "Vermögen" im Garten vergraben, z.T als auch als Mäusefutter :mrgreen: aber es gab doch auch einen "Rücklauf".
Früher musste ich alles ausprobieren. A la reift eine Melone in "Kleinsibirien"? und versuchte mich mit allerhand Exoten.
Heute bin ich dazu übergegangen, nur mehr das vermehrt anzubauen, was entweder sehr teuer bzw. hier schwer oder frisch zu kriegen,..Aronia, Dirndln,Kumoi ..praktisch(z.B.Rattenschwanzradieschen) uns besonders schmeckt , rentabel (frischer Salat ist sogar rentabel, wenn ich die Benzinkosten (mind. 20km)dagegenrechne, wenn ich mir den kurz vor dem Essen erst holen müsste..und da ist er nicht mehr frisch.
Alles zum Einlagern, was viel Fläche braucht oder größere Mengen wie Kartoffel, Karotten ,Kohl...wird in Bioqualität ab Hof in Jahresverbrauchsmenge zugekauft/getauscht.
Favoriten sind natürlich Beeren, Obst, (Naschgarten)und Gemüse, das regelmäßig verbraucht wird.Dazu nutze ich das reichhaltige und beinahe pflegelose Angebot der Heil-und Wildkräuter, dank deren Ausdauer brauche ich mir kein flüssiges Chlorophyll u.a.als Nahrungsergänzung sauteuer kaufen. :mrgreen:
Bestens bewährt haben sich auch die nachbarschaftlichen Kooperationen,> ich hab Zucchini für dich -du Gurken für mich, auch beim Pflanzerltausch ich bau Salat, du rote Rüben usw.
Jetzt auch wieder beim Saftpressen: Ich bekomm deine überzähligen Äpfel und Birnen, du bekommst dafür gepressten Saft in Bag in Box.
LG Hildegard
Trau nie dem Ort an dem kein Unkraut wächst ;)
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