Getreideanbau

Benutzer 4754 gelöscht

Re: Getreideanbau

#51

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Kleine Frage - wieso ist ein hoher Eiweißgehalt gut bei Speisegetreide? ist nicht eher ein hoher Mineralstoffgehalt praktisch? Das Eiweiß holt man sich ja normalerweise woanders her - oder nicht?
Bei zu niedrigem RP Gehalt leidet die Backqualität,
bzw bei viel zu niedrigem RP-Gehalt bäckt es gar nicht.
Für E-Weizen wird ein RP-Gehalt von 15% angestrebt.
Mehr gibt mehr Geld, bei deutlich weniger rutscht man eine Qualitätsstufe ab (A-Weizen) mit entsprechend geringerem Preis.
Benutzer 72 gelöscht

Re: Getreideanbau

#52

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Ich meinte jetzt bei der Gerste - trotzde danke! Klebereiweiß.... ;)
Benutzer 4754 gelöscht

Re: Getreideanbau

#53

Beitrag von Benutzer 4754 gelöscht »

Wie isst man denn Gerste wenn nicht gerade verflüssigt oder als Graupen?

Hier ist alle Wintergerste als Futtergerste angebaut, und alle Sommergerste wandert in die Flasche.
Sabi(e)ne

Re: Getreideanbau

#54

Beitrag von Sabi(e)ne »

Eiweiß ist halt nicht Eiweiß - das Aminosäure-Profil ist das entscheidende.
Adjua
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Re: Getreideanbau

#55

Beitrag von Adjua »

Oelkanne hat geschrieben:Wie isst man denn Gerste wenn nicht gerade verflüssigt oder als Graupen?

Hier ist alle Wintergerste als Futtergerste angebaut, und alle Sommergerste wandert in die Flasche.
Man isst sie als Graupen, dafür muss das Korn vom Spelz zu trennen sein. Ist bei den alten Futtergerstesorten, die ich hier habe, nicht der Fall. Graupen sind ein sehr guter Ersatz für Risottoreis, nicht bloss für Suppe.
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guzzmania
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Re: Getreideanbau

#56

Beitrag von guzzmania »

Hier der ganze Artikel:
http://www.prolongomai.ch/app/download/ ... 1461598201

Ich war mal bei Longo Mai in Kärnten und hatte den Eindruck, dass die Leute am Boden der Realität sind.

Details zu dem gemischten Weizenanbau kann man in Mas de Granier erfahren.

Lg
Guzzmania
Adjua
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Re: Getreideanbau

#57

Beitrag von Adjua »

Na da steht es doch: Die Abreife ist unregelmässig (Sorten platzen). Einen Totalausfall der Ernte gibts auch dann nicht, wenn man eine Sorte rechtzeitig drischt.

Noch mal zu dem " So geht das". Wo das Klima stimmt, mag das gehen, wenn man die Ertragseinbussen jedes Jahr in kauf nimmt. In manchen Gegenden bist du froh, wenn du eine einzige Weizensorte findest, die überhaupt was Verbackbares produziert. Also als allgemeines Rezept gegen die pöse Monokultur würde ich das nicht kaufen.
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Rohana
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Re: Getreideanbau

#58

Beitrag von Rohana »

Bei dem Artikel zu Longo Maï gruselts mich. Zum einen weil ich mir nicht vorstellen kann wie man sowas halbwegs sinnig dreschen will, zum anderen weil so viel rhetorischer Mist darin steht, sorry. "Lange bevor die Backindustrie moderne, glutenreiche Weizensorten entwickeln liess, mit viel Bäckerstärke, aber wenig mit Geschmack und schlimmer noch, verantwortlich für die alltäglich gewordenen Allergien." Nein, die Backindustrie entwickelt keine Sorten, das tun Züchter, und es gibt weit mehr als nur "glutenreiche" Sorten (und die Düngung hat auch was mit dem Proteingehalt zu tun). Bullshitbingo: Check "Industrie" und "Allergie". Check im Text ausserdem "Zusatzstoffe", "gut", "natürlich", "ausgebeutet", "Vielfalt", "alt", "klein". Und natürlich "Monokultur", das darf in dem Kontext wohl nicht fehlen.
"Warum auf Feldern Monokulturen aus hybriden Samen wachsen und nicht vom Regen gewaschen, sondern mit Gift besprüht werden, will mir einfach nicht in den Kopf." Monokultur, in der korrekten Verwendung des Wortes die Bezeichnung für jahrelanges Aufeinanderfolgen der selben Kulturpflanze. Mir will nicht in den Kopf warum verschiedene Weizensorten zusammen keine Reinkultur Weizen darstellen sollen. Und das Zelt, was den Regen über den anderen Weizenfeldern fernhält, das will ich auch mal sehen.
Ein jeder spinnt auf seine Weise, der eine laut, der andere leise... (Ringelnatz)
Benutzer 72 gelöscht

Re: Getreideanbau

#59

Beitrag von Benutzer 72 gelöscht »

Rohana hat geschrieben:Bei dem Artikel zu Longo Maï gruselts mich.
aha
(rhetorisch sehr gut :pft: )
Rohana hat geschrieben:so viel rhetorischer Mist darin steht, sorry. "Lange bevor die Backindustrie moderne, glutenreiche Weizensorten entwickeln liess, [....] Nein, die Backindustrie entwickelt keine Sorten, das tun Züchter,
Da steht es doch, dass die Backindustrie glutenreiche Sorten entwickeln liess - da steht eh nicht, dass die Backindustrie selber Sorten entwickelt hat.
Sie stellt aber die Bedingungen, wie die Sorten zu sein haben.

Versteh diese Einwände nicht ganz.
mit viel Bäckerstärke, aber wenig mit Geschmack und schlimmer noch, verantwortlich für die alltäglich gewordenen Allergien.
(aus dem obigem link)

Also ich kann mich da dunkel erinnern, dass neuerer Getreidezüchtungen im Verdacht stehen, vermehrt Allergien auszulösen (ähnlich wie bei den Äpfeln) - das wurde doch schon mal im Forum thematisiert??

Adjua hat geschrieben:Na da steht es doch: Die Abreife ist unregelmässig (Sorten platzen). Einen Totalausfall der Ernte gibts auch dann nicht, wenn man eine Sorte rechtzeitig drischt.
Da steht:
Jede Sorte bringt einen anderen Geschmack mit. Wenn eine Sorte patzt, gibt es keinen totalen Ernteausfall, sondern eine natürliche Selektion für das kommende Jahr, in dem wir einen Teil der Ernte wieder aussähen.
Das mit dem unregelmäßigem Abreifen hab ich auch bei dreimaligen Nachlesen nicht gefunden - wo steht das??
Adjua
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Re: Getreideanbau

#60

Beitrag von Adjua »

Ina Maka, wenn eine Sorte platzt (=die Samen ausfallen) dann ist sie überreif. Da wie im Artikel erwähnt wenig überraschend nicht alle auf einmal platzen (da verschiedene Sorten) lässt das auf unregelmässige Abreife schliessen.

Das Gruseln von Rohanna kann ich nachvollziehen. Es ist durchaus möglich, anders als im Sepp-Holzer-Stil über landwirtschaftliche Experimente zu berichten.
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