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Re: Selbstversorger - Die Angst vor dem großen Crash *Kritik
Verfasst: Do 29. Mär 2012, 10:08
von Benutzer 68 gelöscht
emil17 hat geschrieben:Ich erfahre hierdurch viel über deine Wahrnehmung der Umwelt, aber wenig über die Umwelt selbst.
Ich hätte jetzt in Dir keinen Anhänger des Kreationismus erwartet. Und was anderes bleibt wohl nicht übrig, wenn man die Evolutionstheorie ablehnt.
".. wie z.B. die Blattformen windbestäubter Pflanzen ..."
Als schön empfunden werden oft Symmetrie und Regelmäßigkeit. Und rein zufällig sind dies Merkmale von Gesundheit
Das macht aber alles nichts; ich sehe jetzt kein Problem darin, das Nützliche mit dem Angenehmen zu verbinden...
Was mich aber an der Natur etwas "beunruhigt", sind solche Erscheinungen:
"Es war da sodann der Blattschmetterling, dessen Flügel, oben in volltönendem Farbendreiklang prangend, auf ihrer Unterseite in toller Genauigkeit einem Blatte glichen, nicht nur nach Form und Geäder, sondern dazu noch durch die minutiöse Wiedergabe kleiner Unreinigkeiten, nachgeahmter Wassertropfen, warziger Pilzbildungen und dergleichen mehr."
Kallima paralekta
Re: Selbstversorger - Die Angst vor dem großen Crash *Kritik
Verfasst: Do 29. Mär 2012, 10:24
von Benutzer 72 gelöscht
hallo!
Theo hat geschrieben:emil17 hat geschrieben:Ich erfahre hierdurch viel über deine Wahrnehmung der Umwelt, aber wenig über die Umwelt selbst.
Ich hätte jetzt in Dir keinen Anhänger des Kreationismus erwartet. Und was anderes bleibt wohl nicht übrig, wenn man die Evolutionstheorie ablehnt.

du hast zwar emil gemeint - aber: doch! Es gibt auch einen Mittelweg.
Ich selber glaube zum Beispiel an Schöpfung
und Evolution - ist doch gar nicht sooo schwer, das beides unter einen Hut zu bringen.
Wieso sollten "erschaffene" Wesen nicht die Fähigkeit haben, sich weiterzuentwickeln??
Ich glaube allerdings nicht daran, dass Evolution nur praktischen Gesichtspunkten gehorcht.
Und sicher nicht, dass es in der Natur keine Schönheit ohne direkten praktischen Nutzen gibt ....
o mei! Um sowas zu glauben, muss man ja - sorry! - echt blind sein.....
Gerade für die Farbenpracht und Schönheit der Blumen gibt es wenig praktischer-Nutzen-Erklärung.
Sehen Insekten nicht ganz anders als wir??
Und die Palmkatzerl, auf die die Bienen im Frühling so fliegen - die sind doch nicht wirklich "schön" (im Sinne von kompliziert, mit Farben, Muster...) - aber trotzdem funktioniert die Bestäubung da perfekt.
Wozu also dann noch "schöne Blumen"??
liebe Grüße!
Re: Selbstversorger - Die Angst vor dem großen Crash *Kritik
Verfasst: Do 29. Mär 2012, 13:23
von Thomas/V.
Gerade für die Farbenpracht und Schönheit der Blumen gibt es wenig praktischer-Nutzen-Erklärung.
Sehen Insekten nicht ganz anders als wir??
Insekten sehen schon anders als wir, aber trotzdem sind die Farben darauf ausgerichtet, bestimmte Insekten anzulocken
gäbe es keine Insekten, hätten sich nie Blütenpflanzen entwickelt
Insekten sehen sicher keine Farbe als "schön" an, auch keine Katze oder Kaninchen, "schön" ist nur etwas, weil der Mensch es schön findet, aus keinem anderen Grund
Re: Selbstversorger - Die Angst vor dem großen Crash *Kritik
Verfasst: Do 29. Mär 2012, 15:21
von Olaf
In dem anderwo schon von mir erwähnten Buch "Eine kurze Geschichte von fast allem" ist ein mir neuer Denkansatz drin, den ich faszinierend finde:
In einem Lebewesen wird nicht die DNA geteilt, um zu Wachsen oder sich zu vermehren. Sondern:
Die DNA will sich teilen, hat sie sich seit Anbeginn des Lebens, ein paar olle Moleküle, die miteinander konnten, und hat zu diesem Zwecke die verschiedensten Körper und Mechanismen um sich herum gebildet. Die DNA ist sozusagen das Leben.
Nach heutigem Kenntnisstand sind beträchtliche Abschnitte einer DNA sinnlos. Mit meiner bisherigen Sichtweise würde ich mich fragen, warum gibts die dann?
Jetzt denke ich, wenn die DNA der Selbstzweck ist, muß nicht alles einen Sinn haben, aber ein paar Abschnitte stellen eben sicher, das die nötige Hülle (was wir dann Lebewesen nennen) generiert wird.
Und ohne Darwin oder vielmehr seinen Nachfolgern in die Parade fahren zu wollen, es könnte auch Dinge geben die einfach nur sind. Weil sie nicht stören und weil es zufällig so in der DNA "steht".
So ist meine derzeitige Sicht.
Olaf
Re: Selbstversorger - Die Angst vor dem großen Crash *Kritik
Verfasst: Do 29. Mär 2012, 16:03
von Manfred
Olaf hat geschrieben:Und ohne Darwin oder vielmehr seinen Nachfolgern in die Parade fahren zu wollen, es könnte auch Dinge geben die einfach nur sind. Weil sie nicht stören und weil es zufällig so in der DNA "steht".
So ist meine derzeitige Sicht.
Olaf
Wo siehst du da den Widerspruch zu Darwin?
Wenn etwas nur so da steht, also keinen Vor- und Nachteil bildet, ist es der Evolution egal.
Das kann sich natürlich durch Änderung der äußeren Umstände schnell umkehren.
Dann können solche "sinnlos" mitgeschleppten Gensequenzen die Basis einer genetischen Varianz bilden, die anderen Arten fehlt, weil sie diese Sequenzen erst neu erfinden müssen. Und schon ist wieder ein Vorteil vorhanden.
Und: Je größer die Zahl der Gene, desto größer die Chance auf eine Mutation und damit die Chance auf einen Vorsprung durch bessere Anpassung.
Re: Selbstversorger - Die Angst vor dem großen Crash *Kritik
Verfasst: Do 29. Mär 2012, 16:42
von Grunling
Ich werfe mal hier ein paar Dinge rein ohne jemanden auf die Füße treten zu wollen.
Und: Je größer die Zahl der Gene, desto größer die Chance auf eine Mutation und damit die Chance auf einen Vorsprung durch bessere Anpassung.
Kohl hat ein größeres Genom als der Mensch.
http://de.wikipedia.org/wiki/Genom
Die DNA will sich teilen, hat sie sich seit Anbeginn des Lebens, ein paar olle Moleküle, die miteinander konnten, und hat zu diesem Zwecke die verschiedensten Körper und Mechanismen um sich herum gebildet. Die DNA ist sozusagen das Leben.
Das geht in Richtung "The Selfish Gene" aus den 70ern, von Dawkins, (dem sehr medienpräsenten Evolutionsbiologen) und wird seitdem diskutiert.
http://en.wikipedia.org/wiki/The_Selfish_Gene
Nach heutigem Kenntnisstand sind beträchtliche Abschnitte einer DNA sinnlos. Mit meiner bisherigen Sichtweise würde ich mich fragen, warum gibts die dann?
Sinnlos sind sie nur, weil der Mensch sie noch nicht versteht. Gen-Schalter waren gestern ebenfalls noch Junk-DNA. Ansonsten bedeutet auch "Survival of the fittest" oft auch "hinreichend gut angepasst". Deswegen passieren so Dinge wie der 5m anstatt 5cm lange Stimmnerv der Giraffe.
Insekten sehen sicher keine Farbe als "schön" an, auch keine Katze oder Kaninchen, "schön" ist nur etwas, weil der Mensch es schön findet, aus keinem anderen Grund
Es gibt die Hypothese, dass Schönheit ein Ausdruck von Gesundheit ist und damit mit Sexualität zu tun hat. Vieles davon hat mit Geometrie und Abstraktem zu tun. Wenn dem so ist, kann es gut sein, dass wir diese Auffassung von Schönheit, also abgekoppelt von der Kultur, mit vielen anderen Säugetieren teilen.
Re: Selbstversorger - Die Angst vor dem großen Crash *Kritik
Verfasst: Do 29. Mär 2012, 17:03
von Thomas/V.
Wenn dem so ist, kann es gut sein, dass wir diese Auffassung von Schönheit, also abgekoppelt von der Kultur, mit vielen anderen Säugetieren teilen.
dem stimme ich zu
ein von der Kultur abgekoppeltes "Schönheits"empfinden auf irgendeinem "niedrigen" Level würde ich bei höheren Tieren nicht grundsätzlich ablehnen, nur das, was wir unter Schönheit empfinden ist sicherlich im Grunde einerseits "angeboren" (also eine Art Gesundheits"sinn" und Harmoniebedürfniss) und andererseits kulturell geprägt (Kind findet das schön, was Mama schön findet)
Re: Selbstversorger - Die Angst vor dem großen Crash *Kritik
Verfasst: Do 29. Mär 2012, 21:57
von Benutzer 68 gelöscht
Grunling hat geschrieben:Kohl hat ein größeres Genom als der Mensch.

Aber der Mensch hat mehr Epigenetik.