Darf man das?

Benutzer 68 gelöscht

Re: Darf man das?

#51

Beitrag von Benutzer 68 gelöscht »

Shura hat geschrieben:Irgendwie ist das Kaffeesatzleserei auf Kosten der Steuerzahler bzw. Normalsparer - denn die zahlen im Zweifelsfall die Zeche!
Ja dann benutze doch die Ratings der bösen Agenturen nicht und lass Dir die Bilanzen der Firmen zum selbst analysieren ins Haus kommen.
Shura hat geschrieben:Aber das ist ja nicht nur bei Staaten so ... auch bei Energie, Lebensmitteln, demnächst auch bei Wasser usw.
Wieso, werden die jetzt auch geratet??
Rati
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Re: Darf man das?

#52

Beitrag von Rati »

Shura hat geschrieben:..Bestes Beispiel: die USA sind pleite (Bundesstaat Minnesota-kann selbst seine Angestellten nicht mehr bezahlen...) werden aber hoch eingestuft...
nicht mehr, letzte Warnung ist erteilt.
Vielleicht richtet sich das danach wieviel Kapitalpotenzial noch außerhalb der Staatskassen im Land steckt um sich im Notfall wieder aus dem Dreck zu ziehen :aeh: .
Aber ich hab auch so meine Bedenken das diese ständige öffendliche Brandmarkung zu Strömungen führt die ein - selber aus dem Dreck ziehen - erschweren. :hmm:

Grüße Rati
Was ist ist! Was nicht ist ist möglich!"
[Einstürzende Neubauten 1996]
mahalaxmi

Re: Darf man das?

#53

Beitrag von mahalaxmi »

Von Griechenland und Ratingagenturen (der T...l hole letztere!) jetzt mal zurück zum Hauptthema: was darf ein/e S.V.ler/in wie vermarkten?

Man darf sehr vieles, wenn es in so kleinem Rahmen bleibt, daß es keinen interessiert ("kleine Fische gehn durch jedes Netz"), oder wenn man es "zu karitativen Zwecken" macht, nicht "bloß für sich"!

Vor drei Jahren hab ich massenhaft Pastinaksamen und diverse Blumensamen geerntet.
Die hab ich dann abends vorm TV sorgsam eingetütelt, nach Anzahl (beim Pastinak 100 Samen pro Tütchen, bei der Lupine 30, usw.) oder nach Volumen (bei der Jungfer im Grünen z. B. 1 gestrichner Teelöffel voll pro Tütchen) und
- einen Teil direkt an Patienten meiner Praxis verkauft,
- einen Teil im nächsten Frühjahr postalisch, nach Ankündigung in der Osterausgabe der homöopathischen Laienzeitschrift, für die ich schreibe, verkauft.
Der Preis betrug 30 Cent pro Beutelchen; er sollte ausschließlich die Kosten der Verpackung decken und die Arbeit des Verpackens symbolisch entlohnen, denn das Produkt selbst hatte die Natur mir ja "geschenkt"!
Die privat kassierten Groschen - insgesamt ca. 30 Euro - behielt ich als Taschengeld. Die aus letzterer Aktion - welche ausdrücklich als Anstiftung zur Selbstversorgung deklariert war - spendete ich in voller Höhe (75 Euro) für ein homöopathisches Hilfsprojekt in Nepal.
Wieviel Stunden Arbeit die Sache machte, interessierte nicht. so darf ein S.V.ler nämlich grundsätzlich nicht rechnen - das schrieb schon John Seymour.
Diese Samen waren ein Wert, der weitergegeben werden mußte - Punkt!
Aus Respekt vor der Erde, die mich beschenkt hatte, und als Zeichen das Aufbegehrens gegen eine zunehmend oligopolistische Wirtschaft, die kaltblütig verkommen läßt, was nicht von Großfirmen oder Großfarmen kommt, oder nicht genormt genug ist, z. B. die Massen "Streuobst" an unsern Landstraßen und auf unsern Wiesen!

Auch von meiner Marmelade hab ich schon öfters mal ein Glas verkauft. An Bekannte, wobei ich stets nur einen Preis entsprechend dem derselben Menge im Supermarkt nahm, d.h., 1 Euro für ein kleines, 1,50 für ein größeres Glas. Weil es im Bekanntenkreis blieb, konnte ich mir die Angabe eines MHD oder ähnlichen kommerziellen Blödsinn sparen.
Von meinem Frischgemüse habe ich auch manches Kilo - nicht verscherbelt, sondern einfach mit ner Kollegin gegen Essensmarken meiner Klinik getauscht. Für vier Pfund grüne Bohnen nahm ich eine Frühstücksmarke im Wert von 2,20 Euro.
D.h., auch hier hielt ich das von den Supermärkten gesetzte Limit ein.
Dies tue ich, um jeden Vorwurf des Wuchers (sei es von Gottes Seite oder von der der Menschen) zu verhindern und um, falls mal wer nicht zufrieden ist, keinen Anschiss zu bekommen - für Pfennigbeträge schimpft keiner rum, das ist den Leuten zu unwichtig.
Würde ich Bioladenpreise verlangen, ginge man mit mir auch so anspruchsvoll um, wie es Bioladenkunden mit den dortigen Waren tun; man würde z. B. drüber mäkeln, daß meine Marmeladengläser manchmal von außen ein bißl pappen, weil ich übergelaufenes Einmachgut einfach nur mitm Lappen abwische.
Sabi(e)ne

Re: Darf man das?

#54

Beitrag von Sabi(e)ne »

Nein, darf man nicht - denn so macht man den Biobauern die Preise kaputt.
Ist dasselbe Prinzip wie bei den Imkern: die Hobbyisten haben nicht mal den Hauch einer Ahnung, wie hoch ihre Selbstkosten pro Glas Honig tatsächlich sind, und machen damit den Markt für die eh schon zu wenigen Berufsimker kaputt.
Die müssen davon leben, was sie erwirtschaften, und realistische Preise nehmen, nämlich welche, mit denen sie überleben und ihre Familie ernähren und auch noch Steuern zahlen und Investitionen tätigen können....

"Ist ja nur Hobby" - fein, du hast Geld zu verschenken?
Toll, gib es mir.... :lol:

Nein, im Ernst: wenn ich mich auf einen Markt begebe, wo die meisten Verkäufer ihren Lebensunterhalt mit verdienen, bin ich gut beraten, "gängige" Preise zu nehmen und nicht auch noch unter Selbstkosten zu verkaufen.
Das wäre Selbstausbeutung vom allerfeinsten....

Wer was verkauft, sollte "normale" Preise nehmen, oder seine Produkte gleich verschenken, das ist dann ehrlicher.
(oder tauschen, nach Materialwert und Arbeitszeitaufwand).
Und wer nicht weiß, was ein "normaler Preis" ist, arbeite mal eine Zeitlang mit Stoppuhr und Excel-Tabelle, und rechne dann betriebswirtschaftlich sauber seine tatsächlichen Kosten aus - und dann den Deckungsbeitrag pro Einheit, mit normalem Stundenlohnansatz....
Die meisten Hobbyisten würden platt auf den Rücken fallen, und so manches Glas Honig müßte realistischerweise um die 500€ kosten... :mrgreen:
Und der Liter Ziegenmilch ebenso...womit der Käse dann die 1000€ Marke per Kilo sprengen würde. :pfeif:

Ich kann so reden, weil wir unsere Imkerei auf Arbeitsminimierung durchgestylt haben, nachdem wir tatsächlich ein Jahr lang mit Stoppuhr rumgelaufen sind.
Es war hochinteressant.

Wer was Gutes tun will, verschenke - wer die Vielfalt der Verkäufer und des Angebots erhalten möchte, kaufe lokal und verkaufe selbst nicht billiger.
Und jetzt werft mit Tomaten. :kaffee:
Benutzer 68 gelöscht

Re: Darf man das?

#55

Beitrag von Benutzer 68 gelöscht »

Sabi(e)ne hat geschrieben:Nein, im Ernst: wenn ich mich auf einen Markt begebe, wo die meisten Verkäufer ihren Lebensunterhalt mit verdienen, bin ich gut beraten, "gängige" Preise zu nehmen und nicht auch noch unter Selbstkosten zu verkaufen.
Die"Selbstkosten" sind dem Markt ziemlich egal. Auf einem Markt nehme ich soviel, wie ich kriegen kann.
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Thomas/V.
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Re: Darf man das?

#56

Beitrag von Thomas/V. »

Die"Selbstkosten" sind dem Markt ziemlich egal.
Klar, der Markt "denkt" ja auch nur von 12 bis Mittag :roll: , während Menschen eigentlich weiter als nur bis zu ihrem persönlichen, kurzfristigen Gewinn denken könnten, wenn sie wollten.
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!
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Re: Darf man das?

#57

Beitrag von Thomas/V. »

Wer was Gutes tun will, verschenke - wer die Vielfalt der Verkäufer und des Angebots erhalten möchte, kaufe lokal und verkaufe selbst nicht billiger.
Sehe ich auch so.
Alles, was "ich" erzeuge und verkaufe, ist "handgemacht", lokal und ich sehe nicht ein, warum ich mich am subventionierten Massenprodukt orientieren soll.
Allerdings darf man auch keine Mondpreise verlangen...
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!
Benutzer 68 gelöscht

Re: Darf man das?

#58

Beitrag von Benutzer 68 gelöscht »

Thomas/V. hat geschrieben:Klar, der Markt "denkt" ja auch nur von 12 bis Mittag :roll: , während Menschen eigentlich weiter als nur bis zu ihrem persönlichen, kurzfristigen Gewinn denken könnten, wenn sie wollten.
Machen sie ja manchmal, z.B. bei "fair gehandelten" Produkten. Komischerweise ist da auch die Qualität oft gut...
Knurrhuhn

Re: Darf man das?

#59

Beitrag von Knurrhuhn »

mahalaxmi hat geschrieben:Auch von meiner Marmelade hab ich schon öfters mal ein Glas verkauft. An Bekannte, wobei ich stets nur einen Preis entsprechend dem derselben Menge im Supermarkt nahm, d.h., 1 Euro für ein kleines, 1,50 für ein größeres Glas. Weil es im Bekanntenkreis blieb, konnte ich mir die Angabe eines MHD oder ähnlichen kommerziellen Blödsinn sparen.
Näää, das ist leider ein Irrtum:

Art 3 Z 8 EG-Lebensmittel-BasisV umschreibt das “Inverkehrbringen” als das Bereithalten für Verkaufszwecke, einschließlich des Anbietens zum Verkauf oder jede andere Form der Weitergabe, gleichgültig ob unentgeltlich oder nicht, sowie den Verkauf, der Vertrieb oder andere Formen der Weitergabe.

http://www.ernaehrung-nutrition.at/cms/ ... 5_2007.pdf

Ich weiß - wo kein Kläger, da kein Richter. Aber weil der Thread heißt "darf man das?" ist eine Klarstellung m.E. angebracht. :kuuh:

Und im übrigen kann ich Sabine zustimmen: ich habe mal gewerblich u.a. auch Marmelade verkauft, mit allem Pipapo, eigener Gewerbeküche und sämtlichen Vorschriftengedöns und immer mit flauem Gefühl im Magen, wenn die Lebensmittelkontrolletis an den Stand kamen!
Wenn ich dann über einen Flomarkt bummelte und irgendwelche Omas und Hausfrauen da ihre unetikettierten Marmeladen oder sonstige Lebensmittel auf dem Tisch stehen hatten zwecks Verkauf, da war ich schon ein wenig .... :sauenr_1: :bang:

Die die es offziell machen und davon leben reißen sich den Ar*** auf um alle Vorschriften zu erfüllen und müssen dafür auch viel Geld ausgeben. Und andere meinen, sie könnten mal eben so alles umgehen und sich am Gesetz vorbei schleichen. Find ich nicht in Ordnung.
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Thomas/V.
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Re: Darf man das?

#60

Beitrag von Thomas/V. »

Und andere meinen, sie könnten mal eben so alles umgehen und sich am Gesetz vorbei schleichen. Find ich nicht in Ordnung.
Naja, ist alles von mindestens 2 Seiten zu betrachten ;) .

Wir haben ja hier im Forum schon öfters über idiotische, sinnlose oder zumindest übertriebene Bürokratie, Gängelei und Schikanen geschimpft. Schimpfen ist zwar für den Moment "befreiend", aber es ändert gar nix.
Wenn ich mir sinnlos oder schikanös erscheinende Gesetze umgehe oder ignoriere, weil ich nicht obrigkeitshörig bin, dann
kann ich zumindest bei mir persönlich im kleinsten Umfeld etwas "ändern", und sei es, das ich dem "bösen" Staat Steuern vorenthalte, oder was auch immer.
Immer nur über "den Staat", "die Bürokraten" schimpfen, aber sich an jede sinnlose Vorschrift halten ist ja nun irgendwie schizophren...
Ich gehe auch bei Rot über die Straße, wenn ich mich überzeugt habe, das kein Auto kommt, weil es einfach idiotiosch ist, auf Grün zu warten. :aeh:
Lassen sie mich durch, mein Bruder ist Arzt!
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