Altbausanierung mit Lehm

berti071

Re: Altbausanierung mit Lehm

#51

Beitrag von berti071 »

Das Buch ist erstmals 1803 erschienen, also alte Technik, keine exotischen Zuschlagstoffe.
Das habe ich hier liegen :) , sehr interessant!!!

Trotzdem finde ich das Tadelakt "erstmal" Unschlagbar. Und die Kosten sind ja auch noch im Rahmen, wenn ich von Neuanschaffung Spühle, Badewanne, Waschbecken, Duschwanne ausgehe, fast Geschenkt ...., und wirklich Wasserfest und Dicht.

Laßt mich noch ein paar Tage lesen.......

lg

Nils
Benutzeravatar
Dagmar
Beiträge: 2248
Registriert: Di 3. Aug 2010, 11:27

Re: Altbausanierung mit Lehm

#52

Beitrag von Dagmar »

Das das Ursprungshaus schon so lange da steht - wow. Leider ist dieses dann wohl um 1923 so ziemlich abgebrannt, fast bis auf die Grundmauern und dann neu wieder aufgebaut worden. Also sind von der sehr alten Substanz nur noch die ca. 60cm dicken Erdgeschoßmauern vorhanden.

Aber da ich davon überzeugt bin, daß die früher bei der Auswahl des Standortes von Häusern sehr viel mehr Sachverstand haben walten lassen, da bestätigen sich meine Erfahrung mit der Lage des Hauses. Dieses ist am Rande des Sandsteingebietes gebaut, von daher ist der Boden im und ums Haus eher trocken, hat also wenig aufsteigende Feuchtigkeit. Und der Brunnen ist einige Meter vom Haus entfernt im Bereich des eher lehmhaltigen Bodens gebaut worden, da wo sich das Wasser anstaut. Der soll nach Aussagen von Nachbarn und Verkäufer noch nie trocken gefallen sein.

Verliebe mich immer mehr in meinen Kleinsthof. :rot: :rot:

Dir Haiko nochmals Danke und ich drücke dir ganz fest die Daumen bei der Haussuche. :daumen: :daumen:


Dagmar
"Ich weiß, daß ich nichts weiß"
berti071

Re: Altbausanierung mit Lehm

#53

Beitrag von berti071 »

Mal wieder zum Thema ;-)

Ich möchte mir nächsten Monat 10t Lehm kommen lassen, kostet mich 2€ die t plus 50€ Transport, sollte also nicht zu teuer sein!?

Diesen Lehm wollte ich im Garten lagern und mit einer Plane abdecken, wenn Zeit und Lust stimmen würde ich mir ein paar trockene Kg in die Scheune holen, zerbröseln und sieben...., so das ich im Frühjahr- Sommer mit der Lehmverputzerei und anderen Lehmspielereien experimentieren kann.

Steine und anderer "Müll" werden aussortiert, klar, aber welche Körnungen brauche ich denn nun wirklich?
Hauptsächlich möchte ich im Laufe der Zeit alle Zimmer mit Lehmputz versehen, aber ich möchte mit dem Zeug auch ein wenig Experimentieren....

Gibts eine Standart- Körnung, mit der man fast Alles machen kann, gerne auch mit Einschränkungen (Putz wird nicht Spiegelglatt, "Bauwerke" werden zu fein...??).

lg

Nils
Florian
Beiträge: 680
Registriert: Sa 23. Jul 2011, 22:41
Wohnort: Ungarn

Re: Altbausanierung mit Lehm

#54

Beitrag von Florian »

Ich kann dir leider keine Erfahrungsberichte liefern, nur einen link wo ich mich vor einiger Zeit mal über Lehm informiert habe.
Zumindest siehtst du dort was es an Körnungen für welche Anwendung gibt.

http://www.lehmputze.at/lehm_s&l_lehmgr ... mputz.html
roland
Beiträge: 1323
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 21:09

Re: Altbausanierung mit Lehm

#55

Beitrag von roland »

berti071 hat geschrieben:Gibts eine Standart- Körnung, mit der man fast Alles machen kann, gerne auch mit Einschränkungen (Putz wird nicht Spiegelglatt, "Bauwerke" werden zu fein...??).
Das schwerste ist wohl die Unterscheidung zwischen dem Lösanteil und dem Ton, alles drüber kannst Du gut mit der Schlemmprobe sehen. Ideal wäre ein eher tonhaltigerer (fetter) Grundlehm mit nicht allzuviel Sand - abmagern geht leichter!
ich fand die Beschreibungen im oben schon genanten Lehmbau-Buch vom Ökobuch-Verlag sehr hilfreich, aber die Praxis fehlt noch.
Ich glaub, ich würd erstmal eine Tonne aufbereiteten Lehm kaufen, 50€ Lehrgeld um das Gefühl zu bekommen ;)

Roland
Florian
Beiträge: 680
Registriert: Sa 23. Jul 2011, 22:41
Wohnort: Ungarn

Re: Altbausanierung mit Lehm

#56

Beitrag von Florian »

PFFF ...

Wisst ihr eigentlich wie umständlich es ist sich ein Buch nach Ungarn schicken zu lassen ?!
Ich glaube wenn ich nicht knapp n Monat warten will/kann muss ich mir das per Luftpost Schicken lassen :motz:

PS.
macht doch mal wer noch schnell nen Plattensee Urlaub, und nimmts mir mit, Wetter ist gut, nur Montag gibts n bissl Regen :roll:
Florian
Beiträge: 680
Registriert: Sa 23. Jul 2011, 22:41
Wohnort: Ungarn

Re: Altbausanierung mit Lehm

#57

Beitrag von Florian »

Schwierig, das oben angegeben Buch ist ja eher für "Bauen" mit Lehm, gebaut ist das Haus ja eigentlich schon. Aus Lehm.
Aber "nur verputzen" wie bei http://www.oekobuch.de/buecher/bauen-un ... lename.htm wäre glaub ich auch nicht ausreichend,da ich auch die Decken bzw Tür/Fenster Arbeiten aus Lehm machen will.

Ich müsste mir also mehrere Bücher Kaufen und Schicken lassen.

brrrr...

Nur mal so zur Aufklärung, ich hab die Tage eine recht preisgünstige Immobilie Erworben.
Sozusagen das Nachbarhaus, Der "Kern" des Hauses besteht aus alter Lehmbauweise, 60 - 80 cm dicke Wände, Irgendwann später wurde dann Angebaut, aus Ziegel.
das gesamte Haus wurde dann mit "sand/cement/kalk" Mischung innen wie aussen verputzt, welcher im ziegelbereich auch noch in recht gutem Zustand ist.

Der Aussenputz ist überall noch in gutem Zustand. Aber im "Lehm" innenbereich sind schon m² große Flächen vom Putz abgefallen, darunter sieht man schön den alten Lehmbau.

Es wurde mit Stroh gearbeitet, und die "Lehmgrube" aus der der Lehm stammt ist nicht weit weg.

Eigentlich ist hier überall eine kapp einen meter dicke Lehmschicht unter der ca 80 cm dicken Sandoberschicht, darunter wieder sand, super schöner Sandkisten Sand.

Irgendwie optimale Bedingungen, nur fehlt mir leider das wissen :hmm:

Naja auf jeden Fall hab ich vor so viel wie möglich mit Lehm an dem Haus zu bewerkstelligen, einerseits weil es sich glaub ich als schwierig erweist den Lehmteil vernünftig/preisgünstig/dauerhaft mit was anderem als Lehm zu Renovieren, und andererseits weil es echt klasse aussieht ;)
roland
Beiträge: 1323
Registriert: Mi 4. Aug 2010, 21:09

Re: Altbausanierung mit Lehm

#58

Beitrag von roland »

Florian hat geschrieben:Schwierig, das oben angegeben Buch ist ja eher für "Bauen" mit Lehm, gebaut ist das Haus ja eigentlich schon.
Nö, der Inhalt ist ein kompletter Umriss von der Lehmbaugeschichte über die Gewinnung von Lehm, Bauen, verputzen und streichen.
Es ist das Hauptaugenmerk auf Basiswissen in Sachen Lehm gelegt, zb das Thema Schwindung und Belastbarkeit. Aber auch ein sehr gründlicher Test über verschiedene alte und neue Aussenputz-Lehm-Mischungen. Sehr interessant!
Schicken ist schwierig? schade. hab das buch grad zurückgegeben, sonst hätt ich mal ein paar wichtigste Seiten rauskopiert.

AAber: wenn der Lehm vor Ort ist, dann würd ich einfach mal ein bisserl probieren, richtig verputzen und so ist eh nächsten Sommer besser - eines der größten Risiken ist ja das trocknen.
nimm ein paar Mauerziegel und hau Lehm drauf, ob er nach dem trocknen dran bleibt. Mach ne Lehmkugel und lass sie aus nem Meter auf den Boden fallen: zerbröselt sie: zu viel sand oder Lös, verformt sie sich nur wenig und klebt, ists zu Tonhaltig. richtig ist, wenn der Ton sich deutlich verformt und ein paar kleine risse am Rand bekommt.
Und (aus leidvoller Erfahrung): vergess nicht nach dem Antrocknen der verputzten Fachwerk-Felder den Kellenschnitt am Holzbalken - sonst reisst mitten durch.

so, das is nu auch das Ende meines Wissens - denn ich hab leider noch kein "Testgelände" zum Erfahrungen sammeln :daumen:

Roland
Florian
Beiträge: 680
Registriert: Sa 23. Jul 2011, 22:41
Wohnort: Ungarn

Re: Altbausanierung mit Lehm

#59

Beitrag von Florian »

Ja, es wäre wohl klug, sich das eine oder andere Buch zu leisten.
Internet ist ja schön und gut, aber bei den wenigen Funkwellen die die Pusta hier durchstreifen ists sehr mühsam zu suchen.

Den Test mit der Lehmkugel hab ich gemacht, auch das mit dem "über ne Maurerkelle Schieben" ... scheint schon geeigneter Lehm zu sein.

Es ist übrigens kein Fachwerk, sondern hm, ich glaube Lehmziegelbau, eventuell in den älteren Teilen Stampflehm, verputzt wurde mit Lehm/Roggenstroh Mischung.

Es wurde immer wieder mal dazugebaut, in früherer zeit dann mit "richtigen" Ziegeln.

Was schön anzusehen ist, die verschiedenen Versuche auf dem alten Lehmbau, Cement/Kalkhaltigen Putz zu verwenden.
Einmal mit Hasendraht, einmal mit Schilf, das andere mal mit normalen Draht um Nägel gewickelt, ganz wirre,enge Drahtgeflechte, oder ein anderes mal nur den lehm "geritzt".

Aber wo man auch klopft auf den lehmwänden, unter der Putzschicht hohl ;)
Liegt glaub ich an der höheren Feuchtigkeit die der Lehm hat.

Eine Lehmwand macht mir besonders Sorgen, sie wurde nur auf Holz gebaut, und selbst robinie, schreibt man das so ? verrottet irgendwann einmal.

War heute mal mit ein paar alten Leuten hier am labern wegen Lehm, und auch über diese "Problemmauer", nicht ungefährlich meinten sie, vor ein paar Jahren ist ein Maurer in dem Ort hier bei der Instatdsetzung eines solchen Hauses verstorben. Bei dem Einsturz genau so einer Mauer, samt Dachstuhl dazu...

Wenn ich endlich ne digi cam auftreiben könnt, würd ich euch Bilder von der Hütte zeigen.
Benutzeravatar
emil17
Beiträge: 10495
Registriert: Di 21. Sep 2010, 08:07
Wohnort: In der Schweiz da, wo die Berge am höchsten sind

Re: Altbausanierung mit Lehm

#60

Beitrag von emil17 »

Florian hat geschrieben: Eine Lehmwand macht mir besonders Sorgen, sie wurde nur auf Holz gebaut, und selbst robinie, schreibt man das so ? verrottet irgendwann einmal.
Robinie gilt als das dauerhafteste in Europa wachsende Holz, der Splint allerdings taugt gar nichts. Wenn Du die Staken für Lehmwände nicht aus Ästen, sondern aus splintfreien Spältlingen von dickeren Rundhölzern machst, sollte das ewig halten, falls keine Konstruktionsfehler drin sind.
Ansonsten ist Lehmwände flicken ein übles Problem.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.
Antworten

Zurück zu „Gebäude, Zäune etc.“