Selbstverständlich ist die Heide ein Kulturdenkmal und wird aus ähnlichen Motiven erhalten, wie man auch alte Burgen oder Innenstädte erhält. Das ist ein Grundmotiv des Naturschutzgedankens in alten Kulturlandschaften.
Warum die das so ignorant falsch machen wie du behauptest, würde ich erst im Gespräch mit denen in Erfahrung bringen wollen.
Die Veränderung, die dann durch die einsetzende Sukzession eintritt, begründet man dann üblicher Weise mit menschengemachtem Stickstoffeintrag (obwohl Stand der Wissenschaft ist, dass funktionierende Biotope Stickstoff in nahezu beliebiger Menge aus der Luft fixieren können und die paar kg mehr oder weniger die Prozesse allenfalls etwas beschleunigen oder bremsen, je nachdem in welche Richtung man möchte)
Stand der Wissenschaft ist, dass bei Stickstoffeintrag gewisse Arten verschwinden, wenn man die gleiche Bewirtschaftung beibehält und auch wenn man sie anpasst. Das lässt sich z.B. mit Zeigerwerten von Magerwiesen, von denen es lange Zeitreihen von Vegetationsaufnahmen gibt, schön zeigen, und das sind Daten, keine Ansichten von Experten. Will man diese Arten erhalten, ist N-Eintrag ein Problem, wo das Erhaltungsziel eben nicht eine Entwicklung hin zu den überall vorhandenen trivialen nährstoffreichen Standorten ist.
Dein Naturschutzidealziel verwechselt Produktivität mit Diversität. Deshalb gefällt dir auch der Spargelacker besser als die Heide.
Abgesehen davon gibt es eine interessante Parallele in der menschlichen Gesellschaft: Wenn man sehr arme Gesellschaften mit Geld versorgt, geht es allen besser. Mit noch mehr Geld entsteht aber sehr bald nicht noch mehr Kultur, sondern das Gegenteil davon - siehe die Entwicklung von Arbeitervierteln in Grosstädten, die Entwicklung der Landwirtschaft in der dritten Welt, die Kultur der Inuit in Kanada, und so weiter. Mit genug Geld kannste jede Kreativität plattmachen, und die so beglückten Leute werden davon gefühlsmässig auch nicht glücklicher.
Manfred hat geschrieben:Dafür leisten wir uns ein enormes Budget, das Nichtstun von gutbezahlten Verwaltungskräften beobachten und bejammern zu lassen und nennen das Naturschutz.
Na ja, längst überfällig, dass auch das von kompetenter Seite wieder einmal gesagt wurde. Du hast jetzt schon mehrere Beiträge ohne diese Bemerkung geschrieben, ich dachte schon, du lässt nach
Fred hat geschrieben:Wurde schon öfter darauf hingewiesen, wäre nett, wenn es mal zur Kentnis genommen wird: Vortrag von wemauchimmer auf YouTube
Wurde schon öfter darauf hingewiesen, wäre nett, wenn es mal zur Kentnis genommen wird: Mich interessieren wissenschaftliche Versuche zu konkreten Aussagen, nicht Vorträge auf YouTube.
Ich warte immer noch auf einen
wissenschaftlichen Nachweis dafür, dass Grasland bei ausbleibender Beweidung vegetationslos wird.
Dass man mit falscher Bewirtschaftung Land ruinieren und mit angepasster wieder fruchtbar machen kann, ist ja hinreichend bekannt. Hinreichend bekannt ist auch, dass es dazu geduldige, hartnäckige und ausdauernde Personen braucht, die gut beobachten können. Dazu muss ich mir keinen 2stündigen Video reinziehen.
Dein Heisenberg-Zitat ist wohl zutreffend, aber daraus lässt sich kein Qualitätsmerkmal ableiten, denn der Umkehrschluss gilt nicht: Dass eine Ansicht von der gängigen Wissenschaft nicht geteilt wird, ist durchaus noch kein Qualitätsmerkmal. Deshalb verlangt die Wissenschaft ja Versuche und statistische Absicherung von Ergebnissen ...