Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawandel

Pastinake

Re: Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawa

#51

Beitrag von Pastinake »

Hallo strega, hallo ina maka,

so, Ihr habt mich jetzt wieder auf die Linsenspur gebracht! :) Ich wollte jetzt ganz genau wissen, welches meine Sorte ist und hab kurzerhand bei dem Biohof angerufen, der diese kleinen schwarzen Linsen hier anbaut.
Dank Euch hatte ich gerade ein total nettes und informatives Telefonat mit der Bäuerin! :hhe:
Und zwar ist die Sorte, die ich ausgesät habe tatsächlich eine alte Sorte ohne Namen, die unter einer Nummer bei der Saatgutbank in Gatersleben hinterlegt war und die ursprünglich in meinem Landkreis angebaut wurde, aber zwischenzeitlich hier ausgestorben war.
Die Bäuerin hatte die Linsen also in Gatersleben angefordert, sie in Kleine Schwarze Alblinse umbenannt und ausgesät.
Seitdem verbreitet sie sich hier im Landkreis wohl wieder.
Anscheinend kommt sie besonders gut mit dem sandigen Muschelkalkboden hier zurecht. Finde ich total spannend!

Allerdings war die Bäuerin auch ganz erstaunt, daß meine Linsen noch nicht erfroren waren? Sie meinte, daß sie einen harten Winter wohl eher nicht überleben würden. Aber ein paar Minusgrade halten die auf jeden Fall aus.
Sie hat mir noch den Tipp gegeben, daß ich meine Braugerste mit den Linsen vermischen sollte und dann breitwürfig verteilen sollte.
Eine Rankmöglichkeit wäre wohl besser, weil dann die Linsen schneller abtrocknen und nicht schimmeln würden.
Wieder was dazu gelernt! Und ich find's cool, daß es hier Bauern gibt, die altes Saatgut reaktivieren!
"Meine" Linsen sehen so aus:
http://www.biohof-woelfert.de/ab-hof/linsen.html

Die Bäuerin hat auch gemeint, daß sie sich als Landwirte damit auseinandersetzen, was hier in der Region in Zukunft angebaut werden kann -wegen dem KLIMAWANDEL. Daher auch die Anfrage bei der Saatgutbank. Und hier schließt sich wieder der Kreis zu meiner ursprünglichen Frage... :holy:
Danke, daß Ihr mich dazu angestupst habt, genauer zu recherchieren und mich noch mehr mit den Linsen zu beschäftigen. :wink_1:
LG
strega
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Re: Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawa

#52

Beitrag von strega »

Glückwunsch :)
Meine sind auch Alb-Linsen, aber etwas grünlicher-marmoriert, aber klein und knackig, echte Alblinsen halt wie sie sein müssen.
Ich schau mal was besser läuft, ich hab nen Teil mit Getreide gemischt und gesäht, nen Teil pur ohne Getreide, aber relativ dicht beieinander. Meine kriechen nicht auf dem Boden, stützen sich eher gegenseitig, aber schon so 15 cm über dem Boden.
Sieht dann so etwa aus: :gkusch:

Schaun wir mal wann es die ersten Linschen gibt.
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Pastinake

Re: Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawa

#53

Beitrag von Pastinake »

Hallo strega,
na, da bin ich ja gespannt, was bei Deinen Linsenexperimenten herauskommt? Halte mich doch bitte auf dem Laufenden!
Ist ja schön, daß die bei Dir schon so gut gewachsen sind!

Ja, die schwäbischen Linsen kenne ich auch grün-schwarz. Meine Lokalsorte ist aber wirklich ganz schwarz.

Ich werde jetzt im April auch die Braugerste aussäen und dazu die Linsen gemischt breitwürfig. So, wie mir die Bäuerin das gesagt hat.
Und dann mal sehen, wie sich das bei mir entwickelt.
Süß, Dein Smilie mit dem Umarmen! :) Das kann ich mir bei Deinen Linsen sehr bildlich vorstellen!
Ich wünsche Dir viel Erfolg!
LG
Wicheler
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Re: Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawa

#54

Beitrag von Wicheler »

Hallo,

mal eine Frage zwischendurch, ich bin ja landwirtschaftlich nicht so fit, warum Linsen in die Braugerste säen? Kann man die danach wieder aus der Braugerste entfernen?
:hmm: so ein Gersten- Linsenbier wär ja mal ein Versuch wert! Linsen haben ja auch genug Stärke :hmm:
Gruß Dieter
strega
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Re: Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawa

#55

Beitrag von strega »

au ja, das ist vielleicht echt ne prima Idee, Linsenbier...
Das anteilige Getreide zwischen einem Teil meiner Linsen hab ich nur deshalb gesäht, weil ich in den Weiten des Web gelesen hatte, dass Linsen gerne eine dazwischengesähte Stütze haben, an der sie ranken können. Macht die Sache beim Ernten dann freilich nicht arbeits-unintensiver.... aber wenn das ganze dann vielleicht gar nicht differenziert werden müsste, sondern in einen Topf geschmissen werden könnte für ein absolut originales Bier.... hmmmm, klingt schon irgendwie genial :hhe:
Den Teil der Linsen, der ohne Getreide wächst, den kann ich ja dann immer noch genüsslich als Linsen mit Spätzle verputzen :)
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Pastinake

Re: Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawa

#56

Beitrag von Pastinake »

Hallo Dieter, hallo strega,
die Gerste dient als Rankhilfe für die Linsen. Die Bäuerin, die hier die Linsen wieder reaktiviert hat, meinte auch, daß sonst die Linsen auf dem Boden liegen und recht leicht faulen können. Außerdem soll der Vorteil sein, daß in feuchten Jahren das Getreide mehr Ertrag bringt, und in trockenen Jahren die Linse. Man kann also nicht verhungern! :)
Mit dem Ernten muß ich mir das noch überlegen. Normalerweise sollte man dann alles abmähen und trocknen lassen. Dann dreschen. Aber es muß wohl ein rechtes Gepfriemel sein, die Linsen zu reinigen. Mal sehen, vielleicht kann ich ja meine Nachbarn mit Dreschmaschine um Hilfe bitten?

Linsenbier ist eine wirklich interessante Idee! Ein Bekannter von mir betreibt ein kleines privates Brauhaus. Der wollte auch auf dem Laufenden gehalten werden zu meinem Experiment mit eigener Braugerste und eigenem Hopfen und mich unterstützen. Ich werde ihn mal fragen, was er davon hält.
Kennst Du Dich wohl mit Brauen aus Dieter? Oder kennst Du Dich mit Brauen aus strega? Deine Früchte sind ja früher reif.
strega
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Re: Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawa

#57

Beitrag von strega »

ich bin Brau-Fachfrau... in dem Sinne, dass ich alles mögliche zusammenbraue, was ich in die Finger bekomme :engel:
Offiziell hab ich vom Bierbrauen keine Ahnung bisher. Hab mal im Web geguckt, wie das SV-technisch gehen könnte, aber keine Praxiserfahrung bis jetzt. Theoretisch kommts mir nicht kompiziert vor. Ich kenn auch einen, der das zuhause letztes Jahr gemacht hat. Halt ohne Linsen.
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Wicheler
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Re: Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawa

#58

Beitrag von Wicheler »

Pastinake hat geschrieben:Hallo Dieter, Linsenbier ist eine wirklich interessante Idee! Ein Bekannter von mir betreibt ein kleines privates Brauhaus. Der wollte auch auf dem Laufenden gehalten werden zu meinem Experiment mit eigener Braugerste und eigenem Hopfen und mich unterstützen. Ich werde ihn mal fragen, was er davon hält.
Kennst Du Dich wohl mit Brauen aus Dieter? Deine Früchte sind ja früher reif.
Hallo,

so ein wenig kenn ich mich schon aus...... kannst ja mal die gute, alte Tante Gugel nach Hämmscher Bier suchen lassen.
Da ist auch ein Rezept, wie die Bauern früher, ohne spezielles Brauzubehör, die Verzuckerung mit Broten gemacht haben.
Gruß Dieter
Nightshade
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Re: Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawa

#59

Beitrag von Nightshade »

Ich hab jetzt einen Thread dafür aufgemacht, aber ich schreibs es hier auch noch:

MITTAGSBLUMEN kommen mit winzigsten Wassergaben aus. Sie sind wie Kakteen zu behandeln.
Am besten setzt man sie in ein Sukkulentensubstrat aus Lava und Bims - das lieben sie und man kann es jahrelang verwenden.
Nachteil: Den Winter müssen sie als Samen oder im frostfreien Winterquartier verbringen.

Gnadenlos sonnige Südstandorte, Fensterkistln/Terrassenkübel an der 40 Grad heißen Südfassade - ideale Standorte, und man spart sich die Gießerei.

https://de.wikipedia.org/wiki/Aptenia_cordifolia
Ist als Salatpflanze essbar und neigt zum Wuchern.

https://de.wikipedia.org/wiki/Carpobrotus
Die Hottentottenfeige ist dort, wo sie verwildert vorkommt, ein beliebtes Nahrungsmittel.

Delospermae und Dorotheanthus sind bildschöne Zierpflanzen mit sehr geringem Wasserbedarf.

Portulaca oleracea verwildert von selbst an Trockenstandorten, ist aber durstiger als Mittagsblumen.
Die Zierpflanzen P. grandiflora und P. umbraticola sind im Lavakies auch ganz glücklich. (Der grandiflora fault in normaler Erde immer zusammen, weils bei uns zu nass ist.)
Nightshade
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Re: Trockenheitsverträgliche Pflanzen, Wasserbedarf, Klimawa

#60

Beitrag von Nightshade »

Pastinake hat geschrieben:Liebe Selbstversorger,
hier in Nordbayern, Oberfranken hat es seit April nicht mehr nennenswert geregnet und wir haben seit Wochen 30 Grad und mehr. Glücklicherweise habe ich einen 8 m tiefen Brunnen, der noch Wasser führt. Bei meinen Nachbarn, die höher liegen ist teilweise schon kein Wasser mehr da...
Aber es gibt mir schon für die Zukunft -in Bezug auf den Klimawandel- sehr zu denken.
Wie sieht das bei Euch aus? Könnt Ihr Nutzpflanzen (aber auch Blumen, Stauden) empfehlen, die Hitze und Trockenheit gut aushalten und nicht viel Wasser benötigen? Oder bestimmte Sorten, die damit besser zurecht kommen?:
:s :sauenr_1: :sauenr_1:

Der Klimwandel droht. Wir werden alle sterben. Einzig sofortiges Veganertum wird uns vielleicht noch vor einem weiteren Gluthitze-Sommer retten.

2014 wars kalt und nass.
2015 wars heiß, zugegeben, wie zuletzt 2000.
Ich hätte jeden Betrag gewettet, dass heuer ein ziemlich normales Jahr wird.

Andererseits wäre der Klimawandel ein Grund, sich gärtnerisch näher mit der Flora capensis zu befassen, die man bisher wegen völliger Aussichtslosigkeit hat bleiben lassen. In absoluter Innenstadtlage könnte es, heiße Sommer vorausgesetzt, sogar funktionieren. Immer her mit dem Zeug!

Jetzt ist also im Topfgarten die Wüste ausgebrochen. Statt Erde nur mehr Vulkangestein. Wasser in homöopathischen Dosen aus dem Zerstäuber, denn Pflanzis reagieren sehr empfindlich auf nasse Wurzeln.

Der angekündigte Zweite Tropensommer beglückt uns indessen mit Spätwinter, Eisheiligen, Schafskälte, jeweils ausgiebig und mit viel Regen.
Kaum machen die wasserallergischen Exoten vorsichtig eine Blüte auf, kommen kalte Sturzfluten von oben. Ich hätte Brunnenkresse und Moosbeeren pflanzen sollen.

Da... Das alles braucht kaum Wasser, teilweise kann mans essen, dekorativ ist es sowieso. Nur wird es mir komplett eingehen, wenn es pausenlos regnet.
Ich schleppe ständig hitze- und trockentolerante Exoten unters beheizte Dach, und wegen des Vulkangesteins sind die Töpfe irre schwer.

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