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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 17. Dez 2024, 21:12
von Rohana
Wir haben grade die Sau handlich gemacht... ja, die reinen "Kosten" sind weniger als im Einkauf, aber es sind zwei halbe Tage Arbeit für drei Personen, plus diverses Material und Maschinen die man auch haben muss.
Mehrere Familien zusammen auf einem Hof macht definitiv Sinn, nur nicht wenn jede davon vorher ihren eigenen Hof aufgeben muss! Sowas tut man halt nicht leichtfertig.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 18. Dez 2024, 08:02
von Tscharlie
Noch eine Geschichte wie es gehen kann.
Landwirtschaft ist praktisch aufgegeben, aber die Flächen werden zum Teil verpachtet und zum Teil über Mschinenring bewirtschaftet.
Ein Bauer mit zwei Söhnen, die beide das eigentlich nicht machen wollen.
Vater hat dann das Argument gezogen: Entweder es kommt zu einer Idee wie das weitergehen kann oder er vermacht das Ganze der Kirche.
Jetzt ist eine GBR entstanden, die die Landwirtschaft weiterführt, alle 3 sind im Moment in der GBR, das muss aber ja nicht so bleiben.
Wieder ein Hof in Oberbayern in die nächste Generation geführt.
Oder:
Wanderer kommst Du nach Schmidhausen, bei Tuntenhausen.
Dort hat ein Metzger einen kleinen Schlachthof aufgebaut, mit einem Laden in dem man auch essen gehen kann. Der Laden läuft schon eine Weile richtig gut. Die Kunden schätzen es, dass sie dort Fleisch von Tieren bekommen, die sie in unmittelbarer Nähe bei den Bauern aufwachsen sehen können.
ABER: Man/frau muss das auch aushalten können, das liebliche Kälbchen ist dann später die Wurst in der Ladentheke.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 18. Dez 2024, 11:24
von Rohana
Tscharlie hat geschrieben: Mi 18. Dez 2024, 08:02
Jetzt ist eine GBR entstanden, die die Landwirtschaft weiterführt, alle 3 sind im Moment in der GBR, das muss aber ja nicht so bleiben.
Wieder ein Hof in Oberbayern in die nächste Generation geführt.
Geführt? Eher gequält. Frag mal lieber warum die Söhne es nicht machen wollen! Wachsen oder weichen ist dann die Frage wenn z.B. Gebäude oder richtig grosse Maschinen neu angeschafft werden müssen, das will ja auch bezahlt werden und zwar nicht erst über 30 Jahre. Für Viehhaltung gibt's keine politische Sicherheit die über 2 Jahre hinausgeht, will man sich das wirklich antun? Grade im Lichte neuer Handelsabkommen, überbordendem Tier- und Umweltschutz und dem unseligen Trend von Vegan und Kunstfleisch ist es keine einfache Entscheidung weiter zu machen.
Eine Betrieb der eh "nur" Ackerbau hat tut sich da wesentlich leichter! Und GBRs sind jetzt wirklich keine neue Erfindung, das ist durchaus üblich.
Dort hat ein Metzger einen kleinen Schlachthof aufgebaut, mit einem Laden in dem man auch essen gehen kann. Der Laden läuft schon eine Weile richtig gut. Die Kunden schätzen es, dass sie dort Fleisch von Tieren bekommen, die sie in unmittelbarer Nähe bei den Bauern aufwachsen sehen können.
Schön wenn's läuft. Da ist er aber weder der erste noch der einzige, und genaugenommen ist das auch keine Landwirtschaft, gell.
Ich dache jetzt kommen die fetten Innovationen von dir

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 18. Dez 2024, 14:42
von Tscharlie
Da ich der Freund von kleinen Ideen bin, denn die halten oft länger, kommt von mir keine Idee für die Landwitschaft allgemein.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 18. Dez 2024, 15:50
von Elli1
Ein Bauer mit zwei Söhnen, die beide das eigentlich nicht machen wollen.
Vater hat dann das Argument gezogen: Entweder es kommt zu einer Idee wie das weitergehen kann oder er vermacht das Ganze der Kirche.
Jetzt ist eine GBR entstanden, die die Landwirtschaft weiterführt, alle 3 sind im Moment in der GBR, das muss aber ja nicht so bleiben.
Wieder ein Hof in Oberbayern in die nächste Generation geführt.
Wie früher - wenn Du den Hof nicht weiter führst wirst Du enterbt. So manch einer machte es weil er nichts gelernt hatte und sonst ohne alles dastand. Aber er machte es sein Leben lang mit Widerwillen weil er letztendlich nichts zu sagen hatte denn der Vater hielt die Hand auf alles.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 18. Dez 2024, 16:00
von Tscharlie
Die Idee des Vaters war eine andere.
Wenn der Besitz geteilt wird, dann endet das nach ein paar Generationen in handtuchgroßen Stücken.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 18. Dez 2024, 16:03
von Elli1
Was war denn die Idee des Vaters? Den Hof zu dritt zu führen? Aber dann muss man sich auch einig sein und darf die Söhne nicht zwingen. Denn in gewisser Weise hatte er sie gezwungen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 18. Dez 2024, 16:17
von Tscharlie
Nö, denn beide Söhne haben von den Eltern eine gute Ausbildung bezaht bekommen und sind auch den Hof nicht angewiesen.
Ich denke eine der großen Probleme bei den Bauern ist der eigene Besitz, den sie ja nicht verdient haben sondern geerbt. Damit ist eine große emotionale Verbindung geschaffen die in einem Unternehmen stören kann.
Wir haben eine zeitlang Familienaufstellungen selbst gemacht und als Teilnehmer mitgemacht. Der Arzt der das leitete stellte immer eine Person mit auf, die den Hof repräsentiert hat. Denn dieser seht IMMER im Mittelpunkt bei allem was es auf dem Hof gibt.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 18. Dez 2024, 20:35
von Ferry
Und hat der Hof auch mal was "gesagt"?
Gab es Aufstellungen die dir in Erinnerung geblieben sind?
Ich merke das ich schon nach 10 Jahren hier mit dem Fleckchen Erde verbunden fühle. Wir leben nicht nur hier sondern die Erde ernährt uns auch. Also so wirklich. Auch das Geld das wir brauchen erwirtschaften wir mit unserem Garten.
Aber ich kenne eben auch anderes. Wie muss das dann erst sein wenn man auf dem selben Fleckchen Land lebt das schon seit Generationen zur Familie gehört?
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 19. Dez 2024, 06:20
von Tscharlie
Natürlich hat der Hof auch etwas gesagt. Zusammengefaßt könnte man sagen: "Alles höert auf mein Komando" oder freundicher ausgedrückt: "Alles dreht sich um mich."
Die anwesenden Menschen die mit dem Hof gelebt haben, waren sich dessen aber meist vorher nicht bewußt.
Erst wenn man das erkannt hat, hat man die Möglichkeit frei für sich zu entscheiden, bleibe ich dem Hof treu oder lebe ich ein anderes Leben.
Ein Problem in Deutschland ist, dass man eine Landwirtschaft eigentlich nicht aufgeben kann oder hat sich das geändert?
Aber auch wieder ein positives Beispiel, ein befrendedet Ehepaar hatte eine kleine "Ranch" am Rande von München, ein paar m² Land und eine kleine Hütte. Er Polizist, sie kaufm. Angestellte, zwei Kinder hatten sie auch noch.
Durch eine reisende Wäschefrau, sowa gab es in den 1980er Jahren noch, haben sie von einem Bauernhof im Chiemgau erfahren deren Eigentümer keine Nachfahren mehr hatte, heute ist das ein wuseliger Hof mit vielen Schafen, die alten Eigentümer sind friedlich gestorben, das Hof an einen der Söhne weitergegeben.