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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 16. Apr 2024, 18:24
von Bernd Belgien
Amigo hat geschrieben: Di 16. Apr 2024, 18:05
Bernd Belgien hat geschrieben: Di 16. Apr 2024, 17:30
.
Wohnung, Essen, Taschengeld gegen arbeiten.
Eigentlich wie heute...
Ja , ja . Es hat sich nichts geändert .
Aber sei froh , du bekommst wenigstens immer noch Taschengeld.
Nee, etwas Geld für einen Arbeitsunfall...
Aber die Zeit war schön damals
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 16. Apr 2024, 18:25
von Bernd Belgien
Tscharlie hat geschrieben: Di 16. Apr 2024, 18:21
Braucht man/frau mehr?
Die Knechte die ich kannte waren auch geschätzte Mitglieder der Hofgemeinschaft und mußten sich letztlich keine Sorgen machen.
Bei den Hofeignern war das schon anderes.
Ja, Status über der Verwandtschaft...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 16. Apr 2024, 20:14
von sybille
Und wie sagte ein Bekannter letzends doch so schön "Als die Mägde und Knechte (Töchter und Söhne) aus dem Haus waren wurde die Landwirtschaft aufgegeben."
Ja, so war es tatsächlich. Die nachfolgendere Generation musste nicht mehr auf den Höfen arbeiten die es noch gab.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Apr 2024, 07:43
von Tscharlie
Ich kann ja tatsächlich 125 Jahre in die bäuerliche Vergangenheit "zurückschauen".
Meine Großmutter 1886 geboren hat gerne und viel von ihrer Zeit als Bauerstochter, eines für damalige Verhältnisse großen niederbayrischen Bauerhofes, erzählt. Ich habe ihr gerne zugehört und wollte alles wissen von dieser Zeit.
Die Mägde und Knechte wurden schon deshalb gut behandelt, weil sie damals gefragt waren und ja jährlich einfach gehen konnten.
Da hatten es tatsächlich die Kinder nicht so gut, denn die konnten erst gehen wenn sie einen Mann oder eine Frau gefunden hatten. Oder wahlwweise Prister oder Klosterfrau/mann wurden. Ein Handwerkzu erlernern allein war kein "Ausweg", denn ohne Frau keine eigene Existenz.
Das war nach dem ersten Weltkrieg für Frauen gar nicht so einfach, denn viele Männer sind 1914-1918 umgekommen.
Meine Großmutter heiratete deshalb damals nach München. Das war wie auf einem anderen Stern zu ziehen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Apr 2024, 10:10
von Bernd Belgien
Es war bei mir in den 90ern...
Nur die Erziehung/Einflüsse waren ehr 1890...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Apr 2024, 10:12
von Bernd Belgien
"Da hatten es tatsächlich die Kinder nicht so gut, denn die konnten erst gehen wenn sie einen Mann oder eine Frau gefunden hatten. Oder wahlwweise Prister oder Klosterfrau/mann wurden. Ein Handwerkzu erlernern allein war kein "Ausweg", denn ohne Frau keine eigene Existenz."
Doch Walz...
Kennt auch keiner mehr
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Apr 2024, 12:43
von Tscharlie
Doch Handwerker gehen auch heute noch auf die Walz. Sieht man hier in Bayern ziemlich oft.
Übrigens gab es die Möglichkeit über "Reisende-Kaufleute" einen Partner zu finden, war bei meiner Großmutter auch so.
Beamter aus München, pensionsberechtigt, sucht Frau, so kamen die über einen Reisenden-Händler, der nebenbei "Schmuser" war, zusammen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Apr 2024, 17:10
von sybille
Doch Walz...
Und wenn man auf dem Hof gebraucht wurde und der Vater ein Machtwort sprach dann hatte sich die Walz erledigt. Du weißt doch sicher wie das früher war - dem der widersprach wurde angedroht kein Erbe zu bekommen. Damit war das Thema meistens erledigt.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 17. Apr 2024, 19:26
von Bernd Belgien
Nun, ich kenne nur die alten Vereine.
Manche hängen in Australien oder Namibia - trotzdem kommt der "Besuch" weil man die Regeln gebrochen hat.
MC ist teils kinderkacke dagegen.
Wobei ich die auch mag aber nie dort aktiv war.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 18. Apr 2024, 07:13
von emil17
In der Schweiz gab es die Verdingkinder:
Waisen oder uneheliche Kinder wurden von der Gemeinde zum Teil öffentlich versteigert - wer am wenigsten Kostgeld wollte, bekam die. Oft wurden die gehalten, der Hund hatte es besser. Beschlossen wurde das oft gegen den Willen der Angehörigen. Häufigster Grund für die Verdingung war ein uneheliches Kind einer Magd oder der Familienvater eines Häuslers kam bei einem Unfall oder wegen Krankheit um. Kinder lediger Mütter wurden oft in der Schule gemobbt - du bist ja nur der Bub.
Die Dienstboten hatten oft nur eine ungeheizte Kammer und diese nicht für sich alleine. Die Löhne in Geld waren sehr bescheiden.
Die Schweizer Behörden haben sich bei den Überlebenden erst sehr spät entschuldigt und den noch Lebenden eine Entschädigung bezahlt - aber ruinierte Biografien kann man nicht wieder gutmachen.
"Arbeitsscheue" Landstreicher, die niemandem zur Last fielen, aber auch niemandem nützten, wurden eingesperrt oder zwangsweise "gebessert" - Kinder reicher Leute, die auch nie selber etwas gemacht haben, hingegen nicht.
Das war möglich in einem Land, wo die Verfassung etwas ganz anderes sagt.