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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 21:02
von Ferry
Das Nazi- Argument wirkt aber leider. Damit will sich keiner gemein machen.
Ich frage mich ob "die Leute" wirklich noch glauben was die Medien schreien.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 21:06
von emil17
Mal eine etwas andere Sicht aufs Thema (die ich teile):
https://www.geo.de/natur/nachhaltigkeit ... 03400.html

Selbstverständlich hat jeder das Recht, seinen Unmut über politische Entscheidungen an Demos zu vertreten.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 21:27
von Benutzer 3585 gelöscht
Ich bin kein Bauer, aber bei 11500€ durchschnittlichen Gewinn im letzten Wirschaftsjahr, sollen nur 5 bis 6 Prozent auf die Subvention vom Agrardiesel entfallen.

Erscheint mir persönlich ein bisschen merkwürdig, was die staatlichen Medien da im Moment verbreiten.
Eventuell auf E- Traktor umsteigen, ach geht ja nicht, die E- Autoförderung wurde ja auch gestrichen.

Es geht auch nicht mehr nur um die Bauern, viele mittelständische Unternehmen waren hier auch am Start.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 21:40
von Eule
nur mal so als Zwischenruf:
vielleicht wäre es hilfreich, nicht immer pauschal "die Medien" zu schreiben, denn das trifft unvermeidlich immer AUCH die Falschen, weil man für JEDE Sichtweise ein passendes Medium findet.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 21:53
von Benutzer 3585 gelöscht
Eule hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 21:40 nur mal so als Zwischenruf:
vielleicht wäre es hilfreich, nicht immer pauschal "die Medien" zu schreiben, denn das trifft unvermeidlich immer AUCH die Falschen, weil man für JEDE Sichtweise ein passendes Medium findet.
:daumen:
Habs mal ergänzt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 8. Jan 2024, 23:55
von Amigo
Das Wort Subventionen ist hier mMn. schon falsch.
Wenn jemand bei der Lohn oder Einkommensteuer etwas zurück bekommt wird er ja auch nicht subventionert, er schlicht und einfach zuviel abgezogen ( bezahlt ) bekommen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 9. Jan 2024, 07:18
von emil17
Amigo hat geschrieben: Mo 8. Jan 2024, 23:55 Das Wort Subventionen ist hier mMn. schon falsch.
Wenn jemand bei der Lohn oder Einkommensteuer etwas zurück bekommt wird er ja auch nicht subventionert, er schlicht und einfach zuviel abgezogen ( bezahlt ) bekommen.
Subvention ist alles, was die Gleichbehandlung finanziell verzerrt, weil die Zuwendung nicht Entgelt für eine Gegenleisdtung ist. Ob du pro Liter Diersel 22 Cent weniger bezahlst oder ob du den normalen Preis bezahlst und 22 Cent zurückerstattet bekommst ist einerlei.
Man versucht gerne, mit solchen rhetorischen Klimmzügen ("Rückerstattung") die Dinge zu beschönigen, aber der Sache dient das nicht.
Der Punkt auf den es ankommt ist die Gleichbehandlung durch den Staat. Subventionen begünstigen die Empfänger gegenüber den anderen Marktteilnehmern oder Mitgliedern der Gesellschaft.
Beispielsweise ist auch das steuerbefreite Flugbenzin nichts anderes als eine versteckte Subvention, welches die Fliegerei gegenüber anderen Transportmitteln finanziell besser stellt und dadurch Flüge verbilligt, mit den bekannten Folgen für die Umwelt.

Subventionen verzerren die Produktionsbedingungen. Bei subventionierten Treibstoffen beispielsweise wird jeder Betriebswirt längere Transportwege in Betracht ziehen, wenn weiter weg günstigere Dienstleistungen oder Waren angeboten werden. Als Folge davon werden auch die Preise im Konkurrenzgefüge angepasst, d.h. man macht Dinge auf eine Weise, die sich nur dank der Subventionen überhaupt rechnen. Hat man sein Geschäftsmodell darauf aufgebaut, dann bedeutet jedes Zurückfahren der Subventionen den Ruin. Überdenkt jemand unnötige Transporte, dann ist er in der Logik der Subventionsempfänger folglich gegen das Gewerbe, das nur deswegen überleben kann.

Nicht zufällig steht im Bericht der Bundesregierung über Subventionspolitik
Punkt 6 des Kapitels 2:
"Subventionen bedürfen stets einer besonderen Rechtfertigung und einer regelmäßigen Erfolgskontrolle.
Denn eine dauerhafte Begünstigung einzelner Marktteilnehmer zu Lasten der Allgemeinheit hat in der Regel schädliche Folgen. ... "

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 9. Jan 2024, 07:27
von emil17
Habeck ist einer der fähigsten Politiker, den Deutschland derzeit hat. Er bringt es wieder mal auf den Punkt.
https://twitter.com/BMWK/status/1744285611299663935/

Nur so einige Facts dieser Rede, die mir als Aussenstehender (ich bin ja nicht Deutscher und wohne nicht in D) gewisse Fragen aufdrängen:
Unter der schwarzen Regierung sind über 100'000 Landwirtschaftsbetriebe verschwunden. Die CDU/CSU hat mit ihrer Verfassungsklage neulich Milliardeneinsparungen im Haushalt erzwungen und damit Subventionskürzungen direkt zu verantworten. Der Bauernverband befürwortet die Industrialiserung der Landwirtschaft, was nur auf Strukturwandel = Effizienzsteigerung = Hofschwund hinauslaufen kann, denn die Nutzfläche wird nicht grösser und die Preise werden auch nicht besser.
Trotzdem schimpfen die Bauern auf Rot-Grün. Warum eigentlich?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 9. Jan 2024, 07:44
von Amigo
Wenn einer schöne Reden hält dann ist er auch fähig ?

Ich werte da eher nach Resultaten .

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 9. Jan 2024, 07:52
von emil17
Jeder Realpolitiker muss erst mal die Dinge so darstellen wie sie sind, und in den richtigen Zusammenhang bringen.
Aber klar, Sündenböcke definieren und allen alles versprechen wäre einfacher.

Ach ja, bevor wir das vergessen: 98 Prozent der Deutschen sind nicht Bauern. Haben die auch das Recht auf eine Meinung dazu, oder sollen die bloss bezahlen?