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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 11. Okt 2022, 16:59
von Tscharlie
Ich denke es ist wie fast immer im Leben. Jede ausschließliche Sichtweise ist nur eingeschränkt richtig.
Also Gras an Menschen verfüttern, wird nicht viel bringen. Soja das wo auch immer angebaut wird, kann besser an Menschen "verfüttert" werden als an Tiere.
Selbst die jetzt von einem "startup" getestete Idee, Insektenmaden, die mit Essensresten ernährt werden, an Tiere zu verfüttern, ist nicht zielführend, weil auch diese Insekten direkt Menschen als Nahrung dienen können.
Also wird eine rein vegane Ernährung nicht sinnvoll sein, weil wir damit große Teile der landwirtschaftlichen Fläche nicht mehr nutzen können.
Ich denke wir sind uns einig, so wie das in reichen Ländern jetzt läuft ist es auch nicht richtig.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 11. Okt 2022, 17:31
von sybille
Ich denke wir sind uns einig, so wie das in reichen Ländern jetzt läuft ist es auch nicht richtig.
Da hast Du meine volle Zustimmung
Ich war lange in Asien in verschiedenen Ländern. Gut, ist schon gute 20 Jahre her aber damals ernährte sich das normale Volk von viel Reis, ein klein wenig Fleisch oder Fisch und etwas Gemüse. Alle diese Menschen sahen gesund aus. Die reicheren Menschen dagegen liebten Fleisch und die aufkommenden FastFood Restaurants. Sie waren durch die Bank zu dick und sahen ungesund aus.
Ich achte eher nicht darauf wieviel Fleisch ich esse aber mein Körper braucht hin und wieder Fleisch und meldet sich dann mit der Gier nach Fleisch. Meistens hat sich die Gier nach einen kleinen Portion (ca. 100 g) erledigt.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 11. Okt 2022, 17:37
von Rohana
Tja. Mein Kind macht von sich aus (!) Paleo-Diät - kein Brot, wenig Kohlenhydrate ausser Nudeln und Kartoffeln, dafür Fleisch in allen Formen und Farben, Fisch, und Gemüse und Obst ausschliesslich roh. Nur die gelegentlichen Milchprodukte passen da nicht so rein
Der Mensch in allen Gegenden passt sich dem an was er vorfindet. Wir sind ausgeprägte Allesfresser und können mit allem klarkommen, Stichwort KÖNNEN. Wer dauerhaft zuviel Input gibt, wird krank. Gab es bisher in der Geschichte des Menschen nur selten dass das flächendeckend möglich war. Solange es aber möglich IST, wird es sich nur ändern wenn genug Leute einsehen dass das nicht sinnvoll ist oder sie es sich schlichtweg nicht mehr leisten können - genau wie jeder andere Luxuskonsum (Flugreisen, Rolex, dickes Auto...).
penelope hat geschrieben: Di 11. Okt 2022, 16:48
Erstaunlich, dass es immernoch Leute schaffen, diese "Sau" zu verdrängen...
Anderswo wurde letztens angemerkt, ich glaube von Emil und/oder Eule, dass etwas nicht richtiger wird wenn es öfter wiederholt wird.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 11. Okt 2022, 18:21
von penelope
Wenn du dir das anguckst siehst du, dass es sich um eine Meta-Studie handelt. Da ist es dann schon so, dass die Validität steigt, je mehr man zusammenträgt und zum immer gleichen Ergebnis kommt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 11. Okt 2022, 18:26
von Tscharlie
Lustig.
Was ißt ein Steinzeitmensch wohl? Kartoffeln? Dann sollte er Lama und Meerschweinchenfleisch dazu essen.
Oder Wildschweinfleisch, dann aber mit Einkorngetreide.
Aber ist schon gut, jeder kann Pipi langstrumpf sein und sich seine Welt machen wir er/sie will.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 11. Okt 2022, 18:32
von Sven2
Tscharlie hat geschrieben: Di 11. Okt 2022, 16:59
Selbst die jetzt von einem "startup" getestete Idee, Insektenmaden, die mit Essensresten ernährt werden, an Tiere zu verfüttern, ist nicht zielführend, weil auch diese Insekten direkt Menschen als Nahrung dienen können.
Ich habe dazu den Gedanken, dass es vielleicht für die Übertragung von Krankheitserregern, oder besser derren Vermeidung, nicht verkehrt sein könnte die Essensreste durch zwei Mägen zu jagen, bevor sie in dem Magen eines Menschen wieder landen.
Am besten wäre natürlich, es gäbe diese Essensreste gar nicht erst...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 11. Okt 2022, 18:38
von Eberhard
Also Gras an Menschen verfüttern, wird nicht viel bringen.
Warum eigentlich nicht?
Unsere fähige Lebensmittelindustrie wird doch über kurz oder lang dazu in der Lage sein, aus Gras leckere Chicken Nuggets, Burger, Würste, Schinken usw. herzustellen und Fertig-"Essen" (Futter) ist doch beliebt und bequem, und wenn man damit auch noch die Welt verbessert ...
Ich wundere mich eh, dass nicht ein Teil des Menschenfutters aus Erdöl gemacht wird.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 11. Okt 2022, 18:41
von Tscharlie
Die "Lebensmittelindustrie" kann keine Lebensmittel herstellen. Das kann nur die Natur für uns erledigen.
Nur weil wir mit ganz wenig Lebensmitteln überleben können, leben wir überhaupt trotz dem Essen was wir uns "gönnen".
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Di 11. Okt 2022, 19:38
von Rohana
Eberhard hat geschrieben: Di 11. Okt 2022, 18:38
Also Gras an Menschen verfüttern, wird nicht viel bringen.
Warum eigentlich nicht?
Weil es nunmal ziemlich viele Stoffe gibt mit denen die menschliche Verdauung nicht klarkommt. Wenn wir Gras fressen könnten, hätten sich unsere Vorfahren wohl kaum an die anstrengende Futterbeschaffung anderweitiger Art gemacht...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 12. Okt 2022, 08:25
von penelope
Getreide ist ja letztlich Gras. Baumbus ebenso.
Das Problem ist die Celluluse. Dem Menschen fehlt das passende Enzym, um diese verdauen zu können. Daher können wir nur Gräsersorten bzw die Pflanzenteile mit wenig Zellulose verdauen.
Ich finde, es ist durchaus im Rahmen des vorstellbaren, dass man eine Zubereitungsart findet, in der die Cellulose quasi vorverdaut wird. Schließlich machen wir das mit anderen Lebensmittel auch, was uns nur nicht auffällt, weil es total alltäglich ist. Roggen ist ohne Sauerteig für den Menschen auch kaum zu verdauen. Vor ein paar tausend Jahren war sicher auch der Sauerteig mal was ganz verrücktes neues. Zig Lebensmittel sind erst gekocht für den Menschen verdaulich. Vermutlich haben auch schon in der Steinzeit Menschen in Höhlen gesessen und gesagt "Essen kochen? So ein Quatsch. Wenn das funktionieren würden hätten unsere Vorfahren das schon getan."
Aber mal abgesehen davon, sind Weidetiere auf Grasflächen ja auch nicht das Problem, sondern in Ställen gehaltene Tiere, die auf guten Äckern angebautes Futter bekommen. Leider ist das eben das die Regel und Weidehaltung die Ausnahme.