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Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: Mo 30. Jun 2014, 09:46
von Manfred
Dieses Jahr haben sich allerlei interessante Farbspielerein ergeben.

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Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: Mo 30. Jun 2014, 16:38
von fuxi
Zum Knutschen :hhe:

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: Di 1. Jul 2014, 19:41
von Manfred
Die beiden grauen Kälber sind übrigens viel heller geworden. Das eine habe ich ja am Sontag schon verlinkt.
Das hellere ist inzwischen eher besch als grau.


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Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: Di 1. Jul 2014, 20:05
von sybille
Das sind wieder so herrliche Fotos :michel:
Denen geht es echt gut!

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: Mi 2. Jul 2014, 23:59
von connymatte
Der oder die schwarze mit der weißen Nase is ja mal besonders hübsch Respekt hübsche Tiere hast du Manfred.

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: Di 8. Jul 2014, 19:16
von Manfred
Nach den Rückschlägen 2012/2013, als ich wegen Klauenproblemen und der Umstellung auf Selbst-Absetzen meine bis dahin bevorzuge Kuhlinie aussondern musste, geht es jetzt mit dem Projekt "Fränkisches Mopsrind" langsam wieder vorwärts.

Die beiden vielversprechendsten Jungtiere aus dem Jahrgang 2013:

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Der Seniorchef ist diesen Herbst abzugeben. Falls jemand Interesse hat, bitte melden.
Rasse: Deutsche Angus
Es handelt sich um den Pezuto-Sohn "Schöpfer´s Swiss Pezuto".
Züchter ist Pirmin Schöpfer aus Schüpfheim, Schweiz
Geboren ist der Bulle im April 2009.
Bewertung in der Schweiz: Format 92, Bemuskelung 91, Fundament 90, Synthese 91
In Deutschland wurde er 2010 mit 8-8-8 gekört.

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Und etwas Interessantes von der Weide:
Diese Teilfläche habe ich Anfang 2013 übernommen. Die dann eingesäte Gersten-GPS hat komplett versagt. Die Gerste ist nach dem Austrieb gelb geworden und eingegangen. Die Kleegras-Untersaat ist nur sehr zögerlich aufgelaufen.
Ich dachte zunächst, dass lag an der extrem nassen Witterung letztes Frühjahr.
Dann habe ich das Ergebnis der Bodenprobe erhalten: pH-Wert 4,7, Humusgehalt 3,4%.
Auf der Fläche habe ich jetzt ein Experiment am laufen, inwieweit eine Erhöhung des Humusgehalts (ohne Kalkung) den pH-Wert puffern kann.
Letzen Herbst habe ich Mist ausgebracht und die Fläche wurde seither mehrfach beweidet.
Nachdem letztes Jahr fast nur Gräser aufgelaufen sind, schlagen jetzt die Kleearten voll durch. Die Fläche ist im Moment ein dreifärbiges Blütenmeer.
Wundert mich etwas, weil Klee ja eigentlich leicht basische Verhältnisse bevorzugt. Ich will den Klee aussamen lassen. Mal sehen, wie sich der Bestand im Herbst und nächstes Jahr entwickelt.

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Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: So 14. Sep 2014, 15:40
von Manfred
Im Vordergrund: Färse, 17 Monate

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Die selbe Färse von der Seite. Wie alle unsere Tiere selbstverständlich ohne Kraftfuttereinsatz, nur mit Weidegras und im Winter Heu und Grassilage gefüttert. Für mich bisher ein optimales Tier. Mittelrahmig, tiefer Rumpf mit hohem Pansenvolumen, jetzt bleibt nur noch abzuwarten, ob auch die Milchleistung für die Aufzucht der Kälber stimmt.

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Stierkalb Jahrgang 2014. Dieses und die in den folgenden Bildern gezeigten Kälbern sind jetzt 4 bis 5 Montage alt. Abkalbezeitraum war dieses Jahr von Mitte April bis Mitte Mai.

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Für mich das bisher beste weibliche Kalb aus dem Jahrgang 2014. Schon jetzt ein sehr tiefrumpfiges Tier mit hoher Futteraufnahme.

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Jungbulle 2013. Ca. 17 Monate. Er wird wohl das Rennen als neuer Herdenchef machen. Einige Wochen sind noch Zeit bis zur Entscheidung, wer geschlachtet wird.

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Der selbe Jungbulle. Deutlich ausgeprägte Maskulinität, ordentliche Bemuskelung. Etwas tiefrumpfiger dürfte er sein. In die Länge wird er noch etwas wachsen.

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Hier noch mal, im Größenvergleich zum 5-jährigen Altbullen.

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Ein weiteres Kuhkalb 2014 mit guten Ansätzen.

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Die wollte nicht stehen bleiben fürs Foto...

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Das ist aus dem dunkelgrauen Kälbchen geworden. Eines der besseren Stierkälber im Jahrgang.

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Und das anfangs hell-blaugraue Kalb. Hat sich ebenfalls gut entwickelt, mir fehlt aber etwas Rumpf. Mal sehen, wie sie sich weiter macht. Die wirkliche Leistungsfähigkeit eines Tieres lässt sich erst einschätzen, wenn es nicht mehr an der Milchquelle hängt, sondern seine eigene Futteraufnahme- und Verwertungsfähigkeit beweisen muss.

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Stierkalb 2014.

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Das bisher am besten entwickelte Stierkalb 2014. Schon jetzt ist die ausgeprägte Maskulinität zu erkennen. Auch die Länge stimmt. Die Perspektive lässt ihn leider kürzer erscheinen als er ist.

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Ein weiterer Jungbulle 2013. Derzeit Platz 2 im Rennen um zu zukünftigen Chefposten.

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So sollen meine Bullen nicht aussehen. Solche Tiere nenne ich fruchtbare Ochsen. Ein spätreifes Tier, das mit 17 Monaten noch wenig Maskulinität erkennen lässt und mangels Rumpfigkeit auch in der relativen Zunahme hinter den andern Jungbullen zurückbleibt. Eher was für den Intensivmaststall als zur Fleischerzeugung auf der Weide.

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Kandidat 3 aus dem Jahrgang 2014 beim spielerischen Kräftemessen mit dem Chef. Kein schlechter Bulle, aber für meinen Geschmack zu viel Fleckvieh.

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Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: So 14. Sep 2014, 17:28
von fuente
Hola Manfred.
vielen Dank für die Bilder und die dazu gehörigen Erklärungen. So erschließt sich auch einem Laien, was man aus dem Körperbau her aus lesen kann. Besonders die Rumpfigkeit für die Futteraufnahme war mir nicht klar. Sehr erhellend.

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: So 14. Sep 2014, 17:32
von Adjua
Fränkisches Mopsrind :haha:

Ist die Mutterkuhherde durch die illegale Deckaktion durchwegs tragend, oder hat der Chef auch noch was zu tun bekommen?

Re: Manfreds kleiner Bauernhof

Verfasst: So 14. Sep 2014, 19:06
von Manfred
@fuente: Ist von der Logik her ganz einfach:

Wenn man eine gute Grundfutterleistung will, dann muss im Verhältnis zur Größe des Tieres mögl. viel Grundfutter rein passen und dann mögl. effektiv verdaut werden. Dazu braucht es einen großen Pansen. Und der braucht Platz.

Die höchste Einzeltierleistung (Milchleistung oder Zunahme pro Tag) erreicht man am einfachsten damit, dass das einzelne Tier möglichst groß ist und mögl. viel hochenergetisches Futter bekommt. Deshalb sind die Holstein-Friesian-Milchkühe so riesengroß und werden immer größer. Und auch beim Fleckvieh werden die Tiere immer größer, seit fast nur noch auf Milchleistung und hohen Kraftfuttereinsatz selektiert wird.

Mir als Weidehalter hilft eine hohe Einzeltierleistung aber nichts. Ich will nicht mögl. viel Fleisch pro Tier erzeugen, sondern aus dem erzeugten Gras bzw. aus der vorhandenen Fläche mögl. viel Fleisch gewinnen.
Und dazu brauche ich Tiere, die nicht absolut, sondern bezogen auf ihre Körpergröße die höchste Leistung bringen.
Und da sind mittel- bis kleinrahmige Tiere klar im Vorteil. Die haben einen geringeren Erhaltungsbedarf als ein großrahmiges Tier und was noch wichtiger ist: Sie können bezogen auf ihr Körpergewicht mehr fressen.
Wenn ein riesenrahmiger Fleischofant z.B. 25 kg Trockenmasse fressen muss, um 1,6 kg am Tag zuzunehmen, und ein kleineres Rind mit 20 kg Trockenmasseaufnahme 1,4 kg zunimmt, dann ist die Futterverwertung des großen Tieres mit 1,6/25 = 0,064 merklich schlechter als die des kleinen Rindes mit 1,4/20 = 0,070.
Mein begrenzender Faktor ist die verfügbare Menge preiswerten Weidefutters. Wenn kleine Tiere dieses effektiver verwerten, dann halte ich als Graserzeuger lieber mehr kleine als weniger große Tiere.
Das heißt aber jetzt nicht, dass man gezielt auf klein selektiert. Selektiert wird auf effektiv. Es ist nur so, dass die effektivsten Grundfutterverwerter meist in den mittel- bis kleinrahmigen Bereich fallen.

In der intensiven Tiermast ist die Rechnung eine andere. Da fallen Stall- und Maschinen- und Personalkosten mehr ins Gewicht. Und eine kleinrahmiger Bulle zählt so viel Großvieheinheiten wie ein großrahmiger (die Begrenzung der Güllemenge erfolgt durch GV / ha nicht in m3 / ha). Also kann ich auch eine geringere Futterverwertung in Kauf nehmen, bzw. bin sogar auf (geschlechtlich) spätreife Tiere angewiesen, die sich schnell mit Kraftfutter aufblasen lassen (viel wasserhaltige, magere Muskelmasse) und die keine Energie auf das anlegen von intra- und extramuskulären Fettreserven (die brauchen viel mehr Energie pro kg als Wassermuskeln) verschwenden.