Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 24. Aug 2022, 12:32
Kommt auf die Kuh an, ob die zur Weide passt, bzw. andersrum ob die Weide zur Kuh passt. Für unsere Kuh bräuchten wir eine Weide wie es sie *hier* nicht gibt. Wohl aber passt die Kuh gut zu dem, was wir hier erzeugen können, mit dem Top-Up an Ergänzer. Du kennst die Liebig'sche Minimumtonne? Ist n bissl ähnlich. Natürlich könnten wir auch irgendwie die Kühe etwas umstellen, auf Zufütterung verzichten und nur Milch aus Grundfutter erzeugen, würd bestimmt irgendwie gehen. Nur haben wir dann höheren Aufwand bei weniger Leistung, was über den Preis nicht aufgefangen werden kannemil17 hat geschrieben: Mi 24. Aug 2022, 11:51 Sind Kühe suboptimal bis gesundheitsgefährdend gehalten, wenn sie den ganzen Tag draussen auf der Weide sind und ausser einem Brunnentrog mit frischem Wasser und Schattenbäumen nur ein Salzleckstein da ist?
Da ist gar nix absurdes dran, weder an der Leistung, noch an der Rasse. Wir liegen im gehobenen Mittelfeld für Fleckvieh (SunOdyssey belächelte jüngst unsere Leistung... tja, entscheidet euch, ist das absurd viel oder lächerlich wenig?) Nur die Wiesen sind genauso schlecht wie der Acker, und fehlender Regen kann nicht kompensiert werden. Sorry Emil, wir können da einfach unterschiedlicher Meinung bleiben, ist ja total legitim. Aber meine Realität passt nicht zu deinen WünschenWenn Kühe "gesundheitsgefährdend" gehalten werden, weil sie bloss Gras, Heu und Salz kriegen, dann habt ihr entweder nicht passende Rassen oder ihr wollt absurd hohe Milchleistungen. Dasselbe gilt, wenn die Milchleistung so hoch ist, dass die mit vollem Euter nicht mehr selber von der Weide laufen können. Da kann man dann leicht sagen, Stallhaltung sei im Interesse des Tiers.
Möglich ist es sicher. Muss halt eine entsprechende Finanzierung oder irgendwie geartete gemeinschaftliche Anstrengung dafür geben. Ein feuchter Händedruck und die Gewissheit, etwas mehr "für den Naturschutz" getan zu haben, reicht nicht für jeden... und schon zweimal nicht wenn es handfeste, langfristige Nachteile und Kosten für den entsprechenden Landwirt nach sich zieht. Das sind auch nur Menschen (und manchmal auch Deppen, da hilft kein Schöntrinken).fabfiddle hat geschrieben:Und ich weiß nicht - und da frage ich ganz bewusst auch Rohana -, ob es einen Weg gibt, die Landwirtschaft wieder besser in die Landschaft einzubinden und mehr Rücksicht zu nehmen auf die Natur, wieder Feldhecken und Bäume zuzulassen oder gar zu pflanzen (ein Baumsetzling kostet 1,20 Euro) etc. ..
Haben wir einen anderen? Ich halte diesen Weg, ehrlich gesagt, für ziemlich alternativlos (als Ergänzung, nicht ALLEINIGE Massnahme!). Es reicht halt nicht aus nur den Bauern die Verantwortung für den Naturschutz zuzuweisen, mitsamt den Kosten und der Arbeitsausführung. Alles andere was du schon aufgezählt hast muss halt mit beteiligt sein, aus und in der Mitte der Gesellschaft. Im Umkehrschluss sind die Bauern nicht aussen vor und müssen genauso ihren Teil beitragen, und als Landbesitzer und -nutzer haben sie einfach andere Möglichkeiten als der 08/15 Städter im Hochhaus.Ich weiß es einfach nicht, auch nicht, wie man dafür das Bewusstsein weiter wecken könnte, und ob es überhaupt etwas "bringt". Ich habe selbst ein paar hundert Meter Feldhecke angepflanzt und hunderte Bäume, zusammen mit dem Bürgermeister, und der hat es auch mit schier übermenschlicher Anstrengung geschafft, den Dorfbach ZUSAMMEN MIT DEN BAUERN zu renaturieren.
Aber ob das der Weg ist?