Ich trau mich ja auch hier kaum noch etwas zu schreiben, weil ich sofort von immer denselben in eine Ecke gestellt werde, in die ich absolut nicht gehöre...
Ob ich richtig liege mit meinen Gedanken, weiß ich ja nicht, manchmal sind Erklärungen dann ein besserer Weg anstatt Anfeindungen.
Für mich ist die Landwirtschaft eben nicht "so toll", sondern schon mit EINER der vielen Gründe für Artensterben und Zerstörung - aber eben nicht der einzige...
In meiner simplen Welt tut sich so ein komplexes Gebilde wie "die Landwirtschaft" schwerer mit kompletten Änderungen, als es andere Bereiche tun. Eine der (zumindest in Bayern und Baden-Württemberg) irrsinnig vielen Riesen-Straßen nicht zu bauen, einen Skilift bleiben zu lassen, nicht in jedes kleine Dorf eine autobahnähnliche Abfahrt von der Landstraße zu bauen und nicht ungehemmt Flächen zu verschwenden, ist vielleicht leichter? Es macht aber niemand, und es stört auch kaum jemanden. "Wir brauchen bessere Straßen" lautet das einzige, öffentlich verlautbarte Rezept gegen Landflucht und zur Steigerung der Lebensqualität auf dem Lande (bevor mir wieder jemand "Schwurbelei" vorwirft: das kommt zum Beispiel von Georg Winter, Landtagsabgeordneter in Dillingen, auch "Straßen-Winter" genannt... das war der mit der Steuerhinterziehung, weil er die beiden minderjährigen Kinder als Mitarbeiter deklariert hatte...). Zu diesem Zweck wäre man auch gerne bereit, die letzten Auwälder an der Donau zu roden und um Höchstädt drei "Spangen" zu bauen als Umfahrungen...das Kaff hat 6000 Einwohner. Artensterben? Egal... wir machen einfach ein paar "Blühstreifen", dann kommen die Bienen schon...
Der Bund Naturschutz wurde öffentlich ausgelacht, als er sich gegen eine bombastische Umfahrung dreier Dörfer gewehrt hat... da war ich selber dabei, als die Verantwortlichen uns grinsend gesagt haben, dass sie dann halt ein paar Bäume pflanzen, damit man`s nicht so sieht und damit wir beruhigt sind.
Wäre es nicht besser und einfacher, auch und parallel zu allem anderen hier anzusetzen?
Neues Gewerbegebiet an der Abfahrt Giengen an der Brenz an der A7... die Bauern wehren sich gegen 40 Hektar Logistikhallen, im Zweifelsfall wird aber halt enteignet.
Das hat nichts damit zu tun, dass ich "lieb" bin und alle Bauern generell verteidige. Auch ich kenne genug Bauern, die jedes Jahr heimlich mit der Motorsäge und mit dem Schlepper noch ein paar hundert Meter Feldhecke vernichten, die "zufällig" Batteriesäure an die letzten Solitärbäume kippen, damit noch fünf Meter mehr Acker rauskommen, oder die mit dem Pflug bis an die Straßenkante fahren und anschließend ihr Feld derart spritzen, dass sogar die Nutzpflanzen an sich eingehen.
Ob sie das tun, weil sie gedankenlos und rücksichtslos sind, oder weil sie eben kein Geld mehr für ihre Ware bekommen und deshalb immer mehr davon brauchen, kann ich nicht sagen und ich erlaube mir auch kein Urteil dazu.
Andererseits kenne ich genügend Landwirte, die wieder Bäume und Sträucher in die Flur pflanzen, die peinlich darauf achten, dass die Wiesenblumen aussamen können am Wegrand, bevor sie gemäht werden... und das sind auch sehr große Bauern mit einem gewaltigen Maschinenpark.
Ich weiß eben nicht, ob es richtig ist, immer nur mit dem Finger auf "die Landwirtschaft" zu zeigen, aber ohne mit der Wimper zu zucken bei der Eröffnung eines Kreisverkehrs vor dem Dorf zu jubeln, für den ein ganzer Wald abgeholzt wurde.
Und ich weiß nicht - und da frage ich ganz bewusst auch Rohana -, ob es einen Weg gibt, die Landwirtschaft wieder besser in die Landschaft einzubinden und mehr Rücksicht zu nehmen auf die Natur, wieder Feldhecken und Bäume zuzulassen oder gar zu pflanzen (ein Baumsetzling kostet 1,20 Euro) etc. ... deswegen muss man ja nicht gleich zurück ins 18. Jahrhundert mit seinen "Häcker-Gärten" (Felder, die so klein waren, dass man sie nur mit der Hacke bearbeiten konnte anstatt mit dem Pflug...).
Ich weiß es einfach nicht, auch nicht, wie man dafür das Bewusstsein weiter wecken könnte, und ob es überhaupt etwas "bringt". Ich habe selbst ein paar hundert Meter Feldhecke angepflanzt und hunderte Bäume, zusammen mit dem Bürgermeister, und der hat es auch mit schier übermenschlicher Anstrengung geschafft, den Dorfbach ZUSAMMEN MIT DEN BAUERN zu renaturieren.
Aber ob das der Weg ist?
Übrigens noch zur "Wumme": Es gibt sogenannte Selbstversorger vor allem überm Teich, die jedes Wochenende im Kampfanzug mit Kind und Kegel in den Wald ziehen und dort mit Sturmgewehren in der Gegend herumballern.
Nicht mein Geschmack und kein Verständnis dafür.
Aber vielleicht genügen ja zwei oder drei gute Hunde... ein sicher verschließbarer Lagerkeller... oder das im Osten noch teilweise vorhandene große und stabile Hoftor? Notfalls dann mit Stacheldraht drauf? - Nicht immer so vorschnell mit dem Verurteilen
