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Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 17:17
von Baumfrau
Moin,

also - ich wollte für mich selber auch schon mal einen Test-Stromausfall machen (Test insofern, als dass ich Gefriertruhe weiterlaufen lasse - aber ansonsten alle Sicherungen rausschalte). Bin gespannt, was ich dabei erlebe.

Einige der Fantasien, wie es sich so ohne Strom lebt, finde ich erstaunlich ... Ich bin ja, wie schon erwähnt, in einem kleinen Holzhäuschen im Wald aufgewachsen. Elektrizität haben wir auch erst nach einiger Zeit gekriegt - die Anwohner haben für die Masten und das Material bezahlt und das E-Werk hat mit Hilfe der Nachbarn die Masten gesetzt und Stromleitungen an die Häuschen verteilt.

Habe für die stromlose Zeit vorher keine Problemsituationen in Erinnerung. Beleuchtung in der Wohnküche war eine richtig helle Lampe, ich glaube mit Kerosin? Ansonsten Öllampen oder Kerze. Gekocht auf Küchenherd oder im Sommer mit Gasflasche. Wasser gab es im Brunnen mit einer Handpumpe dabei. Klo war ein "Herzhäuschen". Gebadet wurde im Waschzuber bzw. wir Kinder in so einem runden Wäscheofen (?) Und wir haben uns jeden Tag anständig gewaschen! Waschschüssel, Krug mit heißem Wasser vom Herd (im Winter) und kaltem Wasser zum Mischen. Glaube auch nicht, dass wir gestunken haben. Und Wäsche halt über eingeweicht, Rubbelbrett, gekocht oder in so einer mechanischen Waschtrommel. Einzig das Bügeln stelle ich mir heute etwas kritisch vor, da gab es zwei BügelEISEN, bei denen das eine immer auf dem Herd war und mit dem anderen gebügelt wurde. Ich glaub, da würd' ich mich heute etwas dösig bei anstellen.

Hab' ich noch was vergessen?
Ach ja, Schreibmaschine meiner Mutter war mechanisch, ebenso ihre Rechen"maschine", so mit so einer Kurbel zum runterdrücken & dann kam die Summe raus. Nähmaschine zum Treten.

Es scheint mir heute so zeitaufwändig - andererseits hatten meine Eltern noch die 48 Std. Woche mit Samstags arbeiten und die Fahrten zur Arbeitsstelle waren auch nicht so fix zu erledigen mit dem Postbus. Keine Ahnung, wie die diese Arbeit & absoluten Selbstversorgergarten, Einmachen und Vorratshaltung & Kleidung weitgehend selbst genäht & Hühner, Enten und ein Schwein geschafft haben und noch mitunter für andere gearbeitet, genäht, Sachen aus dem Garten verkauft, beim Bauern ausgeholfen und was weiß ich noch. Habe heute höchsten Respekt vor dieser Leistung und bin sehr froh, noch einen Bezug zu dieser Zeit zu haben. Und von daher weiß ich: Wir haben gut gegessen, hatten es warm, waren anständig angezogen und - man glaubt es kaum - auch sauber gewaschen.

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 18:35
von blueberry
Toll @ Baumfrau .

Zum Bügeln , ich hatte mal ein Bügeleisen das mit heisser kohle funktionierte das war ein massives teil aus ( Eisen ?) und oben, Klappe auf ( umständlich zu beschreiben ) konnte man heisse Kohle einfüllen, Klappe zu und damit bügeln . Ging relativ unkompliziert , habs aus forschungsdrang ausprobiert . Leider ist es wohl irgendwann bei einem Umzug verschwunden :-(

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 18:39
von blueberry
P.s . Wir hatten bei unserem Experiment also sozusagen auch Test , denn wir hatten einen Teil unserer Gefriersachen rausgenommen aufgebraucht und den rest bei Freunden gelagert ( getrennt ab bzw anschalten war bei uns zu kompliziert , wäre immer noch etwas unerwünschtes mit angeblieben ) wo ein wille da ein weg ;-)

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 19:04
von hunsbuckler
Es ist mir ein Rätsel, worauf jemand die Annahme stützt, daß schon nach zehn Tagen Stromausfall das große Sterben losgehen und sich nach wenigen Wochen erledigt haben soll.
Selbst in Leningrad unter vielfach schwierigeren Ausgangsbedingungen haben nach 874 Tagen fast völliger Blockade noch erstaunlich viele Menschen überlebt:
http://www.zukunft-braucht-erinnerung.d ... tragoedie/

Daraus ziehe ich die Schlußfolgerung, daß man für mehr Personen im nahen Umfeld und für einen deutlich längeren Zeitraum vorsorgen sollte.
Weil man eben nicht davon ausgehen kann, daß nach spätestens vier Wochen die Konkurrenz verhungert ist!

Technische Probleme, an vorhandene Nahrungsmittel und Energievorräte zu kommen, halte ich für überwindbar durch technisches Geschick und Einfallsreichtum.

Soweit es mich betrifft:
Tiefste Hunsrücker Provinz,
Holz-und Gasherd,
kein TK, nur Trocken+Dosenvorrat
jede Menge Taschenlampen, Batterien, Kerzen, Teelichter,
trinkbare Bäche in der Gegend,
Bauern mit großen Getreidevorräten im Bekanntenkreis...

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 19:17
von Benutzer 3370 gelöscht
der.Lhagpa hat geschrieben:lasst uns doch im Frühjahr mal nen Ehrlichen Versuch machen. Verzicht auf den Segen der Zivilisation. Wir machen sagen wir 14 Tage komplette Entsagung - bis auf Internet (für Berichterstattung). Irgendjemand ist "Kriegsherr" und verkündet plötzlich TOTALAUSFALL.
Wäre bestimmt interessant.
Finde ich gut die Idee

FI ausschalten
Wasserhaupthahn abdrehen
Auto nur noch den Tank leer fahren (blöd, wenn man gerade nicht Urlaub hat und 30 km zur Arbeit muss :aeh: )
Geld verbrennen :engel:
Ist das so gemeint ?

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 19:21
von poison ivy
Thomas/V. hat geschrieben:man stirbt nicht gleich, wenn man 3 Tage mit durchgeschwitzten Klamotten rumläuft ;) stinkt eben, na und?
Gestank wäre mein kleinstes Problem in der Krise :mued:
in ner echten Krise, JA
beim kultiverten Broetchengeber, weil man ein Spiel mitmacht? nein

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 19:22
von Benutzer 3370 gelöscht
hunsbuckler hat geschrieben:Gasherd,
Gasherd ist denke ich für 874 Tage auch nicht der große Bringer.

Gasflaschen wird man kaum kaufen können ohne Geld und ob die Netzversorgung ohne Strom mit Gas noch funz weiß ich nicht. :aeh:

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 19:24
von der.Lhagpa
Puh.... lasst gut sein....

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 19:25
von Benutzer 3370 gelöscht
blueberry hat geschrieben:Zum Bügeln , ich hatte mal ein Bügeleisen das mit heisser kohle funktionierte
Coole Idee mit bügeln :grinblum:

Wir bügeln nicht mal in krisenfreien Zeiten, den Luxus wollen wir uns nicht leisten :lol:

Re: Planen fuer den Notfall oder nicht?

Verfasst: Mi 20. Jan 2016, 19:44
von blueberry
RichardBurgenlandler hat geschrieben:
blueberry hat geschrieben:Zum Bügeln , ich hatte mal ein Bügeleisen das mit heisser kohle funktionierte
Coole Idee mit bügeln :grinblum:

Wir bügeln nicht mal in krisenfreien Zeiten, den Luxus wollen wir uns nicht leisten :lol:

Ich auch nicht seit bestimmt 20 jahren nicht mehr , deswegen schrieb ich ja das mein forschungsdrang mich das bügeleisen ausprobieren lies .
Allerdings habe ich mich nicht getraut das zu schreiben wenn schon einige nach 3 tagen ohne duschen oder strom sterben :haha: