Zottelgeiss hat geschrieben: Di 14. Apr 2020, 17:32
Ooops...sorry.
Habe meine Gartenfläche verdoppelt, lege noch Gartenland bei meinem Liebsten an und werde, wenn mein Hühnerauslauf endlich übernetzt ist, mehr Hennen halten. Und dann ernsthaft einen Eierkundenstamm aufbauen, der mir auch Gemüse abnimmt. Vorzugsweise im Tausch gegen Dienstleistungen von Dingen, die ich nicht kann. Bäume fällen, Wiese fräsen, Friseur, Rechner reparieren etc.
Die Hälfte meiner Kunden ist schlotternd abgetaucht, mein Brot-und-Spiele- Job im Tourismus ist nicht existent, wird aber bezahlt, ansonsten denke ich intensiv über vermögenssichernde Massnahmen nach. Der Plan ist, (wieder) einen möglichst hohen Grad an SV zu erreichen, möglichst wenig Geld in den Wirtschaftskreislauf zu pumpen und die vorhandenen Mittel in wie auch immer geartete unterstützende sowie werterhaltende Massnahmen zu stecken.
Gute Selbstversorgung heißt (haus)wirtschaften auf hohem Niveau, das muss man auch rechnen können. Insofern reicht es nicht, sich über allerlei Gemüse auszutauschen. Hoffe, das darf hier Platz haben.
Das sind genau die Themen, die (persönlich) ich hier gerne sehen und besprechen würde und ich mache mich gerne dafür stark.
Dazu beitragen, dass das möglich bleibt kann jeder, indem er vor am Absenden seines Postings nochmal ehrlich mit sich selber ist und checkt, inwieweit das geschriebene das Thema weiterbringt, nur flapsige Belanglosigkeiten, Allgemeinplätze sind oder Öl ins Feuer giesst.
Edit: das ist allgemein gemeint, ich schreib es nur hier als Antwort weil Zottelgeiss' Posting mich gerade in zweierlei Hinsicht am meisten anspricht um darauf einzugehen.
@Topic: Das klingt sehr vertraut. Wir haben auch nochmal gerodet und erweitert und gehen zusätzlich in die Vertikale.
Der Kundenstamm für Eier ist gut ausgebaut, 3 Kunden haben zuletzt freiwillig und aus eigenem Antrieb den Preis erhöht. Die eine Kundin/Freundin backt uns Kuchen und bekommt im Gegenzug Schwarzbrot. Neue Kundin hat sich gerade gestern beworben, mehr Hühner werde ich wohl nicht halten aber vermutlich rigoroser aussortieren und neue mixen. Unsere Hühner spielen zwar kein Geld ein, versorgen uns aber kostenneutral mit eigenen Eiern und wir können, so wir wollen und haben, ggf. Überschüsse an die Eierleute verkaufen.
Nachdem wir schlauerweise rechtzeitig die anstehen Kunden des Gatten darauf aufmerksam gemacht haben, dass 'haben besser als brauchen' ist und Baumaterial nicht so schnell schlecht wird, haben einige jetzt wo es Lieferengpässe gibt genug Material und er kann noch eine ganze Weile arbeiten. Was danach kommt, wird man sehen. Eventuelle Förderungen sind bis dahin eh ausgelaufen, aber die existierenden waren ja eh nicht für uns.
Ich selber dachte immer, dass ich mit meinem eigentlichen Job bestens für Krisen gerüstet bin weil der Bedarf in Krisen natürlicherweise eher mehr als weniger wird. Nun ist es eine Krise geworden, bei der man möglichst wenig engen Kontakt mit (kranken) Fremden haben möchte. Umso dankbarer bin ich, dass ich mit dem ungeliebten alten Job nichts mehr zu tun haben muss und dafür meine autodidaktisch erlernte Home Office-Sache noch Geld einspielt.
In den letzten Jahren haben wir sehr viel Geld in Pflanzen, Gerätschaften für Haus und Hof sowie Material gesteckt - das ist schonmal da und kann sich entweder 'auszahlen' oder muss zumindest jetzt nicht mehr angeschafft werden.
Dringend benötigt wird noch ein blutsfremder Hahn unserer Hühner-Fleischrasse, dann ist die Fleischversorgung - zusammen mit 1-2 Rehen, die der Gatte erlegen kann - dicke gesichert. Wobei gutes Fleisch auch das eine sehr, sehr gute Tauschware ist!
Und zum Thema Sachen, die ich jetzt nicht kaufen muss sei auch noch gesagt, dass eine gut gefüllte Speisekammer und sonstige Vorratskammer immer auch bedeutet, dass man Geld und Arbeit anspart in den guten Zeiten für die schlechten. Ich kann für mich sagen, dass ich wesentlich besser schlafe wenn ich zumindest die Ernährungs- und Hintern-abwisch-Situation gesichert weiss bei all' den Unwägsamkeiten, die das Leben sonst so für einen bereit hält.
Die Folie für den zweiten Folientunnel ist ganz schnell geliefert worden, übermorgen kommt der Baggermann und ebnet die Fläche ein, dann müssen wir noch erhöhte Beete dafür bauen, Erde von a nach b schaffen (lassen?) Folie auf den Tunnel und ein Teil der Anzuchten kann umziehen.
Wenn wir uns so lala mit dem selbst erzeugten und den daraus resultierenden Tauschmitteln versorgen können, bin ich ein glücklicher Mensch. Also noch glücklicher als ohnehin schon. Da wollte und würde ich ohnehin gerne hinkommen, die Krise scheint mir für vieles ein Antriebsmotor zu sein. (Ich versuche jetzt mal das Hauptaugenmerk auf die positiven Seiten zu richten)
Bisschen Milchmädchenrechnung kann man diesem Vorgehen immer unterstellen aber solche Rechnungen müssen ja für jeden selbst aufgehen. Trotzdem bin ich immer sehr interessiert an anderen, vor allem professionelleren (haus)wirtschaftlichen Berechnungen solange sie von Praktikern kommen.
Und je weniger Spielgeld man erwirtschaften muss, umso besser finde ich das auf diesem Weg - aus verschiedenen Gründen.
Die Obstbaumblüte hat auch hier Nachfrost abbekommen, da wir hier oben im Norden aber mit allem später dran sind, blühen bislang nur Kirsche, Nashi, Aprikose, Pfirsich, Nektarine und so. Mandel ist schon durch. Reicht aber auch, dicke! Mit Glück werden die Äpfel und Birnen verschont. Wie schlimm es bei den Blüten gekommen ist weiss ich nicht, nachdem ich den Pfirsichbaum inspiziert hatte, war nicht mehr genug Motivation übrig mir mehr schlechte Nachrichten abzuholen.
Darüber hinaus hatten wir den nassesten Winter und das bislang trockenste Frühjahr, an das ich mich erinnern kann - und das will schon was heißen. Für 2020 befürchten meine Bäuche eine Trockenzeit. Keine Ahnung, ob es so kommen wird, aber in Anbetracht der allgemeinen Situation werde ich mich vermutlich erst besser fühlen, wenn wir die Möglichkeit zum Speichern von Wasser verbessert haben.
