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Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 21:12
von si001
Das weiß ich auch nicht

, nach zu viel sind sie bsoffa.
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 21:26
von die fellberge
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 21:43
von Olaf
"das Bärbel"
Das merk ich mir. Bei Heinz Becker war seine Frau immer "das Hilde" , also geschlechtslos.
Männer werden mit dem Nach- und dann mit Bindestrich Vornamen benannt. "Der Meier-Kurt ....(hann jesacht)."
So ist das also im Saaaaarland!
Gut, dass wir drüber geredet haben!
Olaf
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 22:00
von Zacharias
Ich war früher auch nur dat Mädsche vum Heusersch-Will (nie die Tochter meiner Mutter) oder "dat Böööörgit". Ach, wie ich das gehasst habe! Das ist der einzige positive Effekt am Leben im Ruhrgebiet, ich bin kein Neutrum mehr und hier können die meisten das i aussprechen ohne ein öööö draus zu machen.
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 22:12
von Zacharias
Gerade erst entdeckt, den Tod des Dativs:
Der Kollegen vom dem wo ich meine Lachse herhabe...
Wobei das ja eigentlich wieder zu den anonymen Zitaten gehört.
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 22:16
von Olaf
ist halt ne Parallelwelt...
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 22:28
von Olaf
den Tod des Dativs:
des Dativs Tod also?
Bin ich mit dabei!
Ich brauch ihn nicht, kann mich immer drum rummogeln....

Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: Sa 23. Feb 2013, 22:36
von Zacharias
Damit wären wir ja wieder beim Genitiv, der also nicht sterben darf, weil Olaf sonst in Mogelschwierigkeiten kommt.
Hier noch ein nicht ganz themenfremdes Gute-Nacht-Gedicht von Christian Morgenstern, das meine Tochter mal in der Grundschule auswändig lernen musste und bis heute gern zitiert:
Der Werwolf
Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: Bitte, beuge mich!
Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:
"Der Werwolf" - sprach der gute Mann,
"des Weswolfs, Genitiv sodann,
dem Wemwolf, Dativ, wie man's nennt,
den Wenwolf, - damit hat's ein End."
Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
Indessen, bat er, füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!
Der Dorfschulmeister aber musste
gestehn, dass er von ihr nichts wusste,
Zwar Wölfe gäb's in grosser Schar,
doch "Wer" gäb's nur im Singular.
Der Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja doch Weib und Kind!!
Doch da er kein Gelehrter eben,
so schied er dankend und ergeben.
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: So 24. Feb 2013, 00:57
von Andvari
si001 hat geschrieben:fellberge hat geschrieben:Dialekt hat schon eine eigene Grammatik
Die eigene Grammatik kenn ich hauptsächlich aus den Saarland. Wenn es z.B. heißt "das Bärbel", "das Tanja" Also das richtige Saarändisch verstehe ICh nicht. Die Verwandschaft gibt sich aber Mühe mit mir.
Das kenne ich aus Hessen auch, zumindest aus dem ländlichen Raum nördlich von Frankfurt. Da sind die Artikel komplett anders zugeordnet als im Hochdeutschen, da nahm "das Nicole" z.B. "die Mofa" um nach Hause zu fahren.
si001 hat geschrieben:fellberge hat geschrieben:Mein Sohn ist ja in Esslingen und wenn dort von heben gesprochen wird hat das nicht die gleiche Bedeutung wie man von ausserhalb so denken könnte.
Ne, das was man unter dem hochdeutschen
heben versteht heißt im Südwesten "lupfe",
hochheben heißt dann "noalupfe"
Das schwäbisch/badische "heben" bedeutet:
reichen (die Farbe hebt/reicht noch) und
halten (die Verbindung hebt/hält). Hab ich was vergessen?
"Heb' mal" kann auch einfach "halt' mal" heißen - das wusste ich natürlich bei meinem ersten Besuch in Schwaben noch nicht, und habe tatsächlich versucht, die sauschwere Kiste hochzuheben, die ich doch einfach nur seitlich festhalten sollte, damit sie nicht umkippt...
...und wenn ein Schwabe sagt "jetzt müssen wir aber springen", will er nicht, dass man mit ihm herumhüpft, sondern dann soll man rennen. Der Schwäbische Fuß ist auch noch etwas Besonderes, der geht nämlich von der Fußsohle bis zur Hüfte. Ich bin zur Zeit einmal pro Woche bei einem Kunden in Schwaben, und ich habe es schon aufgegeben, mich bei deren Frühstückspause morgens dazuzusetzen, ich verstehe da nämlich kein Wort. Bei der Arbeit, wenn ich immer nur mit einem Schwaben gleichzeitig rede, geht es noch einigermaßen, aber wenn die untereinander so richtig Dialekt loslegen, habe ich keine Chance mehr.
Re: Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod
Verfasst: So 24. Feb 2013, 06:17
von Bunz
Als ich nach dem Mauerfall nach Schwaben reiste, wurde ich mal für einen Amerikaner gehalten.
So gepflegt (oder unbekannt) war mein Sächsisch.
lg
Bunz