Hallo,
es gibt in Deutschland verschiedene Fledermausarten, die jeweils eigene Ansprüche haben. Einige hängen gerne "frei" auf dem Dachboden, z.B. Große Mausohren, die bilden unter Kirchendächern o.ä. größere Kolonien und ziehen innerhalb des Quartiers um, wenns zu warm wird.
Andere, wie Zwergfledermäuse bevorzugen enge Spalten, schlecht gemauerte Wände, wo der Mörtel rausbröselt reichen, um sich dort hinein zu quetschen. Teils wohnen sie auch in grob verschalten Scheunen, sehen muss man das nicht unbedingt. Die alten Bauten in Ostdeutschland waren vor der Sanierung teils wirklich gut, sie lebten unter der Verschalung der Dachränder.
Und es gibt Fledermausarten, die sind stark Höhlengebunden, z.B. großer Abendsegler. Die ziehen nicht bei Euch ein, es sei denn es gibt alte ausgefaulte Spechthöhlen o.ä.
Auf der Jagd kann man aber alle beobachten, auch da gibt es Spezialisten. Einige fliegen sehr schnell und jagen im freien Luftraum, teils mit den letzten Schwalben zu beobachten, andere können sogar am Boden Laufkäfern o.ä hinterherkraxeln. Viele Arten nutzen die Nähe von Wasserflächen (Wasser = Insekten), viele jagen auch an Gebüschen, in unterschiedlichen Höhen mit unterschiedlichen Techniken.
Wichtig ist für die meisten Arten ein großräumiger Lebensraum mit höheren Strukturen, z.B. Alleen, Gebüsche, Waldränder. Denn da sie sich mit Echolot orientieren, brauchen sie eben auch eine Reflexion als Antwort. Gibt es keine Hindernisse, kommt kein Echo zurück, sie stehen quasi im "Nebel".
Unterschieden werden muss auch zwischen Sommer und Winterquartier. Das Winterquartier liegt in alten Brunnen, Schächten, Kellern, Bunkern, Höhlen o.ä. Hauptmerkmal ist Frostfreiheit und höhere Luftfeuchtigkeit, sonst trocknen die Flughäute aus.
Sommerquartiere sind im Sommer die Unterkünfte, die oben beschrieben wurden. Zur Verringerung des Parasitendrucks werden sie hin und wieder gewechselt, nur dabei werden Jungtiere mitgenommen. Während der normalen Jagd bleiben die Jungtiere im Quartier.
Für einen Umzug müssen Fledermäuse "wissen" wohin sie sollen, sie müssen das Versteck kennen. Wie dies geschieht ist noch unerforscht. Man vermutet sowohl nachfliegen als auch aktives Suchen (Fledermausinvasionen im Frühherbst durch gekippte Fenster o.ä.). Da hier so viel unklar ist, gibt es auch keine einheitlichen Empfehlungen zur Ansiedelung.
So, jetzt ist es mit mir durchgebrannt, sorry

und viel Freude mit den Tieren!