Re: Rohmilch
Verfasst: Mo 13. Aug 2012, 17:20
Also, durch das heutige Maschinenmelken ist die Milch von der mehr oder weniger verschmutzten Umgebung viel mehr abgeschottet als früher:
Als man noch mit der Hand in den Eimer molk, war die Milch viel länger der dumpfen Stallluft ausgesetzt, Staub, Fliegen und Urinspritzer fielen rein oder die Kuh stellte mal ihren schietigen Fuß in den Eimer.
Beim Melken draußen im Regen rann das Regenwasser von der Kuh auf den Kopf des Melkers und tropfte von da in den Eimer.
Dann wurden die Kannen ans Fahrrad gehängt und es ging eine halbe Stunde ungekühlt über Stock+Stein nach Hause.
Dort wurde die Milch durch ein Tuch geseiht und in den Keller gestellt. Daß da einer von krank geworden ist, waren seltene Ausnahmefälle durch spezifische Krankheitserreger.
Die normalen Colibakterien in gesunder Kuhschiete machen einem Gewöhnten gar nichts aus - sonst müßte ich längst tot sein, so oft wie ich mit schietigen Händen gegessen habe...
Heute kommt es beim Melken darauf an, daß die Melkzeuge und Leitungen innen technisch einwandfrei desinfiziert und gespült werden: heiß genug und abwechselnd mit einem sauren und einem alkalischen Reinigungsmittel, damit sich keine Bakterien an ein bestimmtes Milieu anpassen können.
Und daß die Zitzen vorm Melken fachgerecht gesäubert werden, denn nur diese werden während des Melkvorgangs von der Milch umspült.
Wie verkrustet die Kuh ansonsten ist, und wie schieteverschmiert die Melkzeuge außen sind, ist eher ein ästhetisches Problem und spielt für die Melkhygiene nahezu keine Rolle.
In der Praxis muß man Kompromisse zwischen optischer Sauberkeit, Arbeitsaufwand und Kuhkomfort machen.
In sehr peniblen Anbindeställen wird unmittelbar vorm Melken gemistet und während dem Melken laufend frische Fladen entfernt.
Trotzdem liegt die Mistrinne nach zwei Stunden wieder voll, denn die Kühe scheißen nun mal soviel.
Manchen bereitet es besonderes Behagen, sich in ihren frischen, noch warmen Fladen fallen zu lassen.
Eine 10-20 cm dicke Matte aus strohreichem Mist ist vor allem im Winter unerläßlich, um die Kuh von dem harten kalten Betonboden zu schützen und ihr das Aufstehen ohne Ausrutschen zu ermöglichen.
Spaltenbodenlaufställe sind immer leicht verschmiert, weil die Kühe den Kot durch die Spalten treten, dafür aber Bewegungsfreiheit haben.
Tieflaufställe, in denen die Mistmatte bei üppiger Einstreu im Laufe des Winters auf 2m Höhe anwächst, sind das Bequemste überhaupt.
Daß die Kühe stellenweise kotverschmutzt sind, ist mit vernünftigem Aufwand gar nicht zu vermeiden und in Maßen überhaupt nicht schlimm.
Der Bauer verzichtet vor allem im Winter bewußt darauf, das ganze Euter jedesmal mit Wasser zu reinigen, weil es bei kalter Zugluft ganz leicht zu Euterentzündungen kommen kann.
Ich trinke die rohe Milch von allen Betrieben, wo ich Milchkontrolle mache bis auf einen: da sind die Zustände manchmal wirklich schlimm, weil der Bauer alt und krank ist und nicht immer alles schafft.
Statt zu meckern, wird dann eben mal mit angepackt und beim Füttern und Misten geholfen, damit er endlich dazu kommt, die marode Melktechnik wieder hinzufrickeln...
Als man noch mit der Hand in den Eimer molk, war die Milch viel länger der dumpfen Stallluft ausgesetzt, Staub, Fliegen und Urinspritzer fielen rein oder die Kuh stellte mal ihren schietigen Fuß in den Eimer.
Beim Melken draußen im Regen rann das Regenwasser von der Kuh auf den Kopf des Melkers und tropfte von da in den Eimer.
Dann wurden die Kannen ans Fahrrad gehängt und es ging eine halbe Stunde ungekühlt über Stock+Stein nach Hause.
Dort wurde die Milch durch ein Tuch geseiht und in den Keller gestellt. Daß da einer von krank geworden ist, waren seltene Ausnahmefälle durch spezifische Krankheitserreger.
Die normalen Colibakterien in gesunder Kuhschiete machen einem Gewöhnten gar nichts aus - sonst müßte ich längst tot sein, so oft wie ich mit schietigen Händen gegessen habe...
Heute kommt es beim Melken darauf an, daß die Melkzeuge und Leitungen innen technisch einwandfrei desinfiziert und gespült werden: heiß genug und abwechselnd mit einem sauren und einem alkalischen Reinigungsmittel, damit sich keine Bakterien an ein bestimmtes Milieu anpassen können.
Und daß die Zitzen vorm Melken fachgerecht gesäubert werden, denn nur diese werden während des Melkvorgangs von der Milch umspült.
Wie verkrustet die Kuh ansonsten ist, und wie schieteverschmiert die Melkzeuge außen sind, ist eher ein ästhetisches Problem und spielt für die Melkhygiene nahezu keine Rolle.
In der Praxis muß man Kompromisse zwischen optischer Sauberkeit, Arbeitsaufwand und Kuhkomfort machen.
In sehr peniblen Anbindeställen wird unmittelbar vorm Melken gemistet und während dem Melken laufend frische Fladen entfernt.
Trotzdem liegt die Mistrinne nach zwei Stunden wieder voll, denn die Kühe scheißen nun mal soviel.
Manchen bereitet es besonderes Behagen, sich in ihren frischen, noch warmen Fladen fallen zu lassen.
Eine 10-20 cm dicke Matte aus strohreichem Mist ist vor allem im Winter unerläßlich, um die Kuh von dem harten kalten Betonboden zu schützen und ihr das Aufstehen ohne Ausrutschen zu ermöglichen.
Spaltenbodenlaufställe sind immer leicht verschmiert, weil die Kühe den Kot durch die Spalten treten, dafür aber Bewegungsfreiheit haben.
Tieflaufställe, in denen die Mistmatte bei üppiger Einstreu im Laufe des Winters auf 2m Höhe anwächst, sind das Bequemste überhaupt.
Daß die Kühe stellenweise kotverschmutzt sind, ist mit vernünftigem Aufwand gar nicht zu vermeiden und in Maßen überhaupt nicht schlimm.
Der Bauer verzichtet vor allem im Winter bewußt darauf, das ganze Euter jedesmal mit Wasser zu reinigen, weil es bei kalter Zugluft ganz leicht zu Euterentzündungen kommen kann.
Ich trinke die rohe Milch von allen Betrieben, wo ich Milchkontrolle mache bis auf einen: da sind die Zustände manchmal wirklich schlimm, weil der Bauer alt und krank ist und nicht immer alles schafft.
Statt zu meckern, wird dann eben mal mit angepackt und beim Füttern und Misten geholfen, damit er endlich dazu kommt, die marode Melktechnik wieder hinzufrickeln...