Evtl. hilft euch das weiter:
http://www.reneesgarden.com/articles/3sisters.html
Deutsche Kurzfassung für alle, die kein Englisch können:
Der Mais ist die Hauptfrucht. Die Bohnen sollen Stickstoff fixieren. Die Kürbisse sollen mit ihren Blättern das Unkraut unterdrücken.
Der von den Bohnen fixierte Stickstoff ist im ersten Anbaujahr für den Mais nicht verfügbar (weil er erst mit Absterben der Bohnenpflanzen frei wird). Deshalb gut mit Kompost/Mist düngen.
Damit der Mais anständig vom Wind befruchtet wird, müssen mehrere Reihen angebaut werden. Passiert das nicht (weil man z.B. nur eine Reihe anbaut) werden viele Blüten nur unvollständig befruchtet. Dann bekommt man keine vollständigen, schönen Kolben, sondern die Kolben sind nur teilweise mit Körnern besetzt.
Das Feld sollte den ganzen Tag volle Sonne haben.
Als vernünftige Mindestgröße für ein 3-Schwestern Feld wird eine Größe von ca. 3 x 3 Metern angesehen.
Bei einem Feld dieser Größe werden 3 Reihen Pflanzen gesät, mit einem Abstand in der Reihe und zwischen den Reihen von je ca. 75 cm, also 5 Pflanzstellen pro Reihe.
Es wird immer abwechselnd eine Pflanzstellen mit Mais + Bohnen und eine mit Kürbis angelegt.
In der 2. Reihe erfolgt die Saat um einen Platz versetzt, so dass sich ein schachbrettartiges Muster von Mais/Bohne und Kürbis ergibt.
Die Aussaat beginnt im Frühjahr, wenn die Nachttemperaturen ca. 10°C erreichen (bei uns, wenn keine Frostgefahr mehr für die Keimlinge besteht, also nach den Eisheiligen).
Zuerst wird der Mais gesät. An jede Mais-Saatstelle legt man 4 Körner in einem Quadrat mit 15 cm Seitenlänge.
Sobald die jungen Maispflänzchen 10 cm groß sind, werden die Bohnen und Kürbisse gesät. Die Bohnen kommen mit an die Mais-Pflanzplätze. Ebenfalls 4 Kerne pro Platz. Bei den Kürbissen werden 3 Kerne pro Platz gesteckt.
Bis die Kürbisse die Fläche überwuchert haben und das Unkraut wirkungsvoll unterdrücken, muss mehrmals gejätet werden.
In feuchten Klimabereichen haben die Indianer an jeder Pflanzstelle einen ca. 10 cm hohen Hügel aufgehäuft. Das hat den gleichen Effekt wie ein Kartoffeldamm. Nässe kann besser abziehen und die Erde wärmt sich schneller auf. In Trockengegenden wurde das nicht gemacht, damit nicht zusätzlich das eh schon knappe Wasser verdunstet wird.
Wenn man mit solchen Pflanzhügeln arbeitet, kann man zum Gießen in den ersten Wochen in die Mitte der Hügel eine Mulde drücken. Wenn die Pflanzen mal anständige Wurzeln haben, kann einfach zwischen den Reihen gegossen werden.
Ergänzung meinerseits:
Wichtig scheint mir eine gute Sortenwahl zu sein. Die alten Indianermaissorten stammen meist aus südlicheren Breitengraden und sind in der Lage, mehrere Triebe pro Pflanze zu bilden. Bei uns würde ich zu modernen Zuckermaissorten greifen, die an unser Klima angepasst sind. Die meisten werden nur ein kleines Beet anlegen und den Mais lieber frisch in der Küche verwenden wollen. Dafür passt Zuckermais sehr gut. Bei dem Pflanzabstand und berücksichtigend, dass die modernen Maissorten nur einen Stängel machen, könnte man evtl. auf 5 bis 6 Korn pro Pflanzstelle hochgehen, vorallem auf guten Gartenböden.
4 Stangenbohnenkerne scheinen mir bei den Abständen eine gute Wahl zu sein. Ein Teil der Bohnen wird auch auf dem Boden kriechen. Sollten sich bei 4 Kernen die Bohnen als zu dominant für den Mais erweisen, kann man notfalls ein bis 2 Bohnenpflanzen je Pflanzstelle über dem Boden abschneiden.
Der Saatabstand für die Kürbisse ist bei modernen Sorten auch für Arten mit kleineren Pflanzen sehr eng.
Hokkaido-Kürbisse werden im Profianbau ca. auf Abstände von 1,5 m x 0,75 m gepflanzt.
Bei der obigen Saatmengenangabe würden sicher Verluste durch die Direktsaat mit einkalkuliert. Sollten alle Kürbisse aufgehen, würde ich später auf 1 Stück pro Pflanzstelle ausdünnen.
Stärkerwachsende Kürbisarten würde ich für diese Kombination gar nicht verwenden. Die überwuchern nur alles.
Wer die Kürbisse lieber vorzieht und pflanzt (z.B. wegen der Schnecken) sollte mit dem Vorziehen trotzdem warten, bis der Mais groß genug ist. Sonst werden die Kürbisse zu dominant und überwuchern evtl. den Mais.
Den Mais vorzuziehen und alles gleichzeitig ins Beet zu bringen, erreicht evtl. nicht den gewünschten Erfolg. Der Mais braucht evtl. einige Tage um aus den Ballen in den Boden einzuwachsen und verliert so seinen Vorsprung.
Viel Erfolg bei den nächsten Versuchen.
