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Re: Maiensäss-Wiederbelebung

Verfasst: So 31. Jan 2021, 22:01
von elisabeth
emil17 hat geschrieben: So 31. Jan 2021, 11:21 Wie es dazu kam, das wäre eine weitere eigene Geschichte. Nur soviel: Aktiv suchen (bzw. bei Wanderung im Gebiet zufällig gesehen), Besitzer per Kataster ausfindig machen, höflich anschreiben, Geduld.
Ja so soll es sein, nicht wie bei mir letzte Woche. Wir saßen zu dritt mit der Nachbarsbäuerin vor der Hütte in der Sonne als 2 Schneeschuhwanderer vorbei kamen. Schreit der eine von weitem ohne zu grüßen her „he, ich kauf dir die Hütte ab“. Ich: wie bitte?? Er: Da gefällt´s mir und den Grund könnte ich gut zum Motocross fahren brauchen … hab nur den Kopf geschüttelt und er: na??? Ich (nur pro forma, geb sowieso nicht her): wieviel?? Er: 10.000 Euro .. hat mir nur noch einen Lacher gekostet .. einfach nur unverschämt sowas :motz:

Re: Maiensäss-Wiederbelebung

Verfasst: Mo 1. Feb 2021, 08:34
von Gelöschter Benutzer 54
@ Öffentliches Interesse: In der EU nicht mehr, da ist es inzwischen als spezielles Interesse definiert.

Rechtlich ist der Zugriff auf Eigentümerdaten möglich via Bezahlung eines Grundbuchsauszuges, der wiederum kann von definierten Berufsgruppen vom Grundbuchamt bezogen und weiterverkauft werden. Es sei denn, man ist Anrainer, dann hat man ein Recht darauf den Nachbarn zu kennen.

Re: Maiensäss-Wiederbelebung

Verfasst: Mo 1. Feb 2021, 12:25
von emil17
Hier gehe ich auf das kantonale GIS-Portal im Web, blende die Landeskarte oder Lufaufnahme als Hintergrund ein, klicke auf den Ort meines Interesses, dann hab ich die Nummer der Parzelle. Ebendort findet man auch alle öffentlich-rechtlichen Nutzungsauflagen, Schutzzonen, Naturgefahrenkarten und so weiter.

Damit schreibe ich eine nette Mail an den Katasterführer, dessen Adresse ich auf der Verwaltungsseite der Gemeinde finde, und ich bekomme die Anschrift.
Nur für den Namen muss ich kein besonderes Interesse bezeugen, und es kostet auch nichts.

So habe ich z.B. das Wasserbecken aus Metall erfragt, das lag verwaist und halb eingewachsen irgendwo im Gestrüpp.
Im weitaus detaillierteren Grundbuchauszug sind Servitute, Verweise auf Handänderungsakte, Vorkaufsrechte und so weiter genannt. Den kriegt man nur auf begründetes Interesse oder als Eigentümer und der kostet.

Früher war der Name direkt auf dem GIS-Portal einsehbar, das wurde aber von immobilienmaklern missbraucht, die mit Drohnen Gebiete abgeflogen und die Eigentümer "interessanter" Liegenschaften mit Standardbriefen angeschrieben haben. Die waren bei kranken oder alten Besitzern offenbar manchmal recht aufdringlich.

Re: Maiensäss-Wiederbelebung

Verfasst: Mi 17. Feb 2021, 20:02
von emil17
Heute war es vorfrühlingshaft mild.
Also kann man etwas Landpflege machen.
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Diese Zitterpappeln taugen nicht viel, weder als Bauholz noch als Brennholz. Hingegen wuchern sie extensives Weideland zu, und deshalb will ich sie etwas in Grenzen halten.

Re: Maiensäss-Wiederbelebung

Verfasst: Mi 17. Feb 2021, 20:57
von patrick7
Hallo Emil,

Auch ich freue mir uber dein "Bilderbuch mit Teksten" ;)

Es ist sehr schon.

Und war soviel, dass ich mir bis Jetzt noch nicht alles angeschaut und gelesen haben. Da mochte ich mir mal ein Bild von der Umgebung machen.

Und Heute wieder den nachsten Episode :)

Schon was du schreibst und ich freue mir auf die "nachsten Episode".

Gr,
Patrick

Re: Maiensäss-Wiederbelebung

Verfasst: Sa 19. Jun 2021, 17:58
von emil17
Es geht weiter ...
Das Dach des Steingebäudes muss neu
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irgendwas ist da nicht ganz koscher - es wurde eine Grube ausgehoben, dann gegen Erde betoniert, oben Dachsparren drübergelegt, mit Blechen aus aufgeschnittenen Teertonnen abgedeckt und dann bergseitig noch Erde drauf.
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das ist das einbetonierte Ende eines tragenden Sparrens, eigentlich soillte der das Blech der Dachhaut tragen, irgendwann wurde es dann aber umgekehrt und die Eindeckung trug den Balken.

Re: Maiensäss-Wiederbelebung

Verfasst: Sa 19. Jun 2021, 18:11
von emil17
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Nachdem das alte Dach runter ist, müssen Mauerabschlüsse betoniert werden, damit man eine Dachkonstruktion drauf montieren kann.
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Jetzt ist schon mal ein Unterdach und eine Festzeltplane drauf, es kommt noch ein bisschen Dämmung drauf und dann wird mit alten Falzziegeln eingedeckt, die ich vor einigen Jahren mal geschenkt bekommen habe.
Das Gebäude hat eine Nutzfläche von immerhin 8 Quadratmetern, da passt eine winzige Spüle, ein Holzkochherd und ein Tisch für 4 Personen rein. Weil die Mauern etwa 30cm dick sind, bleibt es dann hoffentlich schön kühl da drinnen.
Die Lärchenbalken habe ich schon im letzten Jahr gekauft, damit die vor dem Verbauen noch etwas abtrocknen konnten, und bin so zufällig der gegenwärtigen Bauholzknappheit ausgekommen.

Re: Maiensäss-Wiederbelebung

Verfasst: Sa 19. Jun 2021, 20:34
von aron
Schaut gut aus!
Ich hätte aber, wenn ich das Dach neu gemacht hätte, eine größere Dachneigung als vorher vorgesehen.
Kann mir vorstellen, dass dort im Winter erhebliche Schneemengen auf dem Dach zu liegen kommen.

Re: Maiensäss-Wiederbelebung

Verfasst: Sa 19. Jun 2021, 20:47
von emil17
Das ist inneralpine Trockenzone - wenig Schnee. Und es ist steiler wie es aussieht, weil von schräg oben oder unten fotografiert.

Re: Maiensäss-Wiederbelebung

Verfasst: So 20. Jun 2021, 09:49
von Tausch
Zu der Zitterpappel: im gegensatz zu anderen Pappeln, die giftig sein können, wurde sie als wichtige Futterpflanze gebraucht. Stichwort Schneitelung usw.

Bezüglich Bauholz: ich kenne jemand der Täfer aus Pappeln macht. Es ist halt nicht so "schön" weil es keine Struktur wie Fichte hat, aber es wird nicht so beansprucht wie Balken, die sich mit der Zeit verbiegen.