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Re: Deutschland, ein Einheits- Blütenmeer?

Verfasst: Do 9. Jun 2016, 21:41
von Adjua
Nightshade hat geschrieben:
Adjua hat geschrieben:Was ist gegen Phacelia einzuwenden? Gute Bienenweide.
Optisch sehr bescheiden, taugt nicht als Nahrung, zieht Stechinsekten an, nimmt nützlicheren und schöneren Gewächsen Platz weg.

Bei mir wächst Ampfer, direkt unterm Fenster. Weiß nicht welcher, wegen Allergie esse ich ihn nicht.
Also ich hatte ein ganzes Feld von Phacelia hier und keine insektenplage. Aber viele Bienen. Der wilde Ampfer mit den breiten Blättern ist eine Plage, Wiesenmischungen für Nutzwiesen sind auf Ampferfreiheit geprüft.

Re: Deutschland, ein Einheits- Blütenmeer?

Verfasst: Fr 10. Jun 2016, 06:13
von Nightshade
Adjua hat geschrieben: keine insektenplage. Aber viele Bienen.
[/quote]

??? Verstehe deinen Satz nicht ganz.
Bienen sind stechende Insekten. Und ich bin allergisch gegen ihre Stiche.
Ich möchte keine Plage von Stechinsekten anlocken, daher wird Phacelia nicht geduldet.

Den Ampfer finde ich recht attraktiv mit seinen breiten Blättern.
Noch dazu behauptet er sich an schwierigen Stellen, wo es sehr nass ist und nicht leicht was anderes wächst.
Der Sauerampf ist essbar.
Diverse Ampferarten sind einheimisch.

Der ist mir lieber als exotisches Bienenkraut.
Wiederkäuer halte ich nicht.

Re: Deutschland, ein Einheits- Blütenmeer?

Verfasst: Fr 10. Jun 2016, 08:51
von Benutzer 4754 gelöscht
Ampfer (ausgenommen Sauerampfer zum Verzehr) sollte einfach ausgerottet werden :mrgreen:

Das Zeug wuchert in den Wiesen wo sich auch nur eib cm² Platz auftut, produziert jedes Jahr tausende Samen die Jahrzehnte lang im Boden keimfähig bleiben.
Kämpfer versaut das Heu ruck zuck und hat er erstmal eine Wurzel ausgebildet wird die chemielose Bekämpfung sehr "interesant". :roll:

Re: Deutschland, ein Einheits- Blütenmeer?

Verfasst: Fr 10. Jun 2016, 08:55
von Benutzer 72 gelöscht
Wußten Sie, daß Ampfer einst eines der wichtigsten Lebensmittel im Alpenraum war?...
Zitat stammt von hier: klick
Ich hab Bücher von Machatschek zuhause, da steht was von Sauerkraut und Viehfutter - ???

Re: Deutschland, ein Einheits- Blütenmeer?

Verfasst: Fr 10. Jun 2016, 21:27
von Rohana
Also der Breitblättrige Ampfer der hier an manchen Stellen auf den Wiesen wächst ist eine reine Plage, kann nix, hat nix, schmeckt weder Mensch noch Tier, aber kann wuchern und einmal ausgesamt für Jahre alles versauen. Also kann er schon was - sich vermehren. Deshalb mag ihn niemand. Schön blühen kann er auch nicht :nudel: Da ist mir jetzt irgendwie egal ob irgendein Ampfer mal irgendwo anders irgendwie wichtig war.

Es blüht übrigens der Wiesenkümmel :kuuh:

Re: Deutschland, ein Einheits- Blütenmeer?

Verfasst: Fr 10. Jun 2016, 23:03
von Lometas
Rohana hat geschrieben:Also der Breitblättrige Ampfer der hier an manchen Stellen auf den Wiesen wächst ist eine reine Plage, kann nix, hat nix, schmeckt weder Mensch noch Tier, aber kann wuchern und einmal ausgesamt für Jahre alles versauen. Also kann er schon was - sich vermehren. Deshalb mag ihn niemand. Schön blühen kann er auch nicht :nudel: Da ist mir jetzt irgendwie egal ob irgendein Ampfer mal irgendwo anders irgendwie wichtig war.

Es blüht übrigens der Wiesenkümmel :kuuh:
Hatte mal ein Pferd, die hat den breitblättrigen Ampfer getrocknet gefressen, kenne aber keine anderen Pferde.
Wir stechen den Ampfer im Frühling aus, bei nassem Wetter bekommt man die Wurzeln gut raus. Über den Sommer stechen wir noch mal oder sensen ihn vor der Blüte ab.

Re: Deutschland, ein Einheits- Blütenmeer?

Verfasst: Fr 10. Jun 2016, 23:10
von Lometas
Phacelia ist einjährig, kann man gut auf schnell zu begrünende Flächen die den Insekten helfen sollen säen.
Ich bin aber der Meinung, daß mehrjährige heimische Pflanzen den Insekten besser helfen. Von Akelei über Dost und Huflattich zu Wiesen Salbei und Ziest. Die Liste meiner vielen Arten kennt ihr wahrscheinlich.

Re: Deutschland, ein Einheits- Blütenmeer?

Verfasst: Sa 11. Jun 2016, 07:54
von emil17
Zum Wiesenblumenthema:
Auf einem fetten Boden kann man keine Magerwiese machen.

Bienen sind stechende Insekten. Mich sticht alle paar Jahre eine. Das ist lästig, aber deswegen
Nightshade hat geschrieben:Bienen sind stechende Insekten. Und ich bin allergisch gegen ihre Stiche.
Ich möchte keine Plage von Stechinsekten anlocken, daher wird Phacelia nicht geduldet.
sich so zu verhalten ist ein wenig absurd. Diese Tierchen gehören zur einheimischen Fauna und logischer wäre, wenn du allergisch bist, dann wohne an einem Ort, wo keine sind, oder verhalte Dich so, dass sie Dich nicht stechen.
Soll jetzt jeder, der Heuschnupfen hat, kein Gras in der Nähe dulden wollen?
Zu den Ampfern: Da gibts mehrere Arten die schwer zu unterscheiden sind sich aber anders verhalten. Die als Wiesenunkraut verschriene Art ist meistens ein Zeichen von Bewirtschaftungsfehlern, z.B. Überdüngung mit Jauche. Da "muss" dann Chemie her ...

Wegen der Vielfalt möchte ich hinzufügen, dass es zwei Arten von Vielfalt gibt: Die Artenzahl einheitlicher Flächen und ein Mosaik verschiedener Standortstypen mit je eigener Artengarnitur. Das zweite lässt sich durch Bewirtschaftung leichter beeinflussen als das erste. Geduld braucht beides.
Nochmals zur Phacelia:
Nightshade hat geschrieben:Optisch sehr bescheiden, taugt nicht als Nahrung
Mir gefällt sie. Die Pflanzen so generell in essbar und unnütz einzuteilen, erstaunt mich ein wenig.

Re: Deutschland, ein Einheits- Blütenmeer?

Verfasst: Sa 11. Jun 2016, 08:12
von Griseldis
Rohana hat geschrieben:Also der Breitblättrige Ampfer der hier an manchen Stellen auf den Wiesen wächst ist eine reine Plage, kann nix, hat nix, schmeckt weder Mensch noch Tier, aber kann wuchern und einmal ausgesamt für Jahre alles versauen.
Deshalb heißt der bei uns Hungerstock (weil Mensch und Tier hungert, wenn der sich ausbreitet) und wird ausgestochen, sowie er sich zeigt.

Re: Deutschland, ein Einheits- Blütenmeer?

Verfasst: Sa 11. Jun 2016, 09:00
von Pastinake
Nachdem ich schon mehrere Bücher über insektenfreundliche Gärten gelesen habe, habe ich mir eine Liste zusammengestellt von Pflanzen, die ich
irgendwann mal alle im Garten haben möchte.
Die Pflanzen sind teils für Bienen, teils für Schmetterlinge, teils für Hummeln besonders geeignet.
Wobei ich dazu sagen muß, daß ich die Liste für meinen Garten zusammengestellt habe. Es gibt ja noch viel mehr insektenfreundliche Blumen!
Aber ich habe keinen Magerrasen, keine Schotterfläche und keine feuchten Ecken oder Teich in meinem Garten. Waldähnlich ist bei mir auch nicht viel.
Daher enthält meine persönliche Liste nur Pflanzen für den Steingarten, Gemüsegarten und die Kräuterbeete.
Vielleicht hilft sie ja trotzdem Jemandem weiter?
Manche Blumen waren letztes Jahr in meiner ach-so-beschimpften Bauerngartenmischung dabei und echt hübsch: Ochsenzunge, Leinkraut und Himmelsleiter. Die kann man auch als Zierpflanzen zwischen das Gemüse setzen z.B.

Hier ist die Liste:
-Futter-Esparsette mehrjährig rosa
-Als Hecke : Fingerstrauch Potentilla fruticosa gelb blühend
-Malven
-Diptam
-Seidelbast
-Silberblatt
-Mondviole
-Seifenkraut
-Himmelsleiter Polemonium coeruleum
-Gewöhnliche Ochsenzunge und Italienische Ochsenzunge Anchusa officinalis und azurea
-Borretsch
-Gewöhnliches Leinkraut Linaria vulgaris
-Sommerflieder
-Bunter Hohlzahn Galeopsis speciosa
-Ysop
-Herzgespann
-Zitronenmelisse
-Immenblatt Melittis melissophyllum
-Echter Majoran
-Weitere Ziest-Arten: Heilziest, Aufrechter Ziest, Wald-Ziest recta und sylvatica
-Acker-Wachtelweizen
-Astern
-Wegwarte
Echte Goldrute
-Rote Spornblume
-Skabiosen
-Wald-Geissblatt
-Fetthennen Telephium und spectabile
-Stinkender Nieswurz Helleborus foetidus (Durch Hefepilze im Nektar erhitzen sich die Blüten auf 5°, daher Aufwärmstation für Bienen und Hummeln)
-Echinacea
-Bartblume, trocken blau
-Muskatellersalbei
-Gelber Lerchensporn Corydalis lutea
-Echtes Labkraut Galium verum, Sonniger Gebüschsaum, stark Ausläufertreibend, Wurzelsperre)
-Elfendistel Steingarten Duftet köstlich Morina longifolia, Nektarpflanze
-Phlox divaricata 'Clouds of Perfume' - Wald-Phlox