Manfred hat geschrieben:Nach allem, was ich bisher gesehen uns ausprobiert habe, würde es bei Dieters Nachbarn passen. Dass sein Nachbar seine Flächen schlecht bewirtschaftet, sieht jeder der sich halbwegs auskennt auf den ersten Blick. Und Dieter selbst hat ja schon etwas an dem Potential gekratzt, das diese Flächen bieten. Am Ende der Möglichkeiten ist er aber noch lange nicht.
Meine Bilder und Beitraege auf Seite 3 und 4 dieses Threads sind leider auseinander gerissen worden. Deshalb fass ich hier nochmal zusammen. Es ist sinnlos, ueber irgendwelche Farmen in Namibia zu spekulieren, ohne die genauen Rahmenbedingungen zu kennen. Ich kann nur aus meiner eigenen Erfahrung sprechen. Und ich brauche mich auch nicht durch Tausend Links oder Textseiten zu quaelen, wenn ich auf den ersten Blick erkennen kann, dass etwas nicht relevant ist.
Unser Boden ist trockener als die meisten Boeden im Mittelmeerraum und entspricht Boeden in grossen Teilen der trocknen oder halb-trocknen Regionen der Welt.
Die Situation, die in den 4 Fotoserien auf Seite 3 und 4 gezeigt wird, ist wie folgt:
1) Kuhwiese: gute Erde, viel Wasser
Die Erde wird durch die Kuehe verdichted. Trotz der guten Ausgangssituation gibt es wenig Humus und wenig CO2 wird der Atmosphaere entnommen. Die Oberflaeche verkrustet und die Erde trocknet aus.
Beweidung durch Schafe oder Ziegen ist nicht rentabel. Gewerblicher Gemuese-, Obst oder Getreide-Anbau sind ebenfalls nicht rentabel.
2) Meine Wiese: gute Erde, weniger Wasser
Die Beweidung wurde aufgegeben und die Erde wurde auf natuerliche Weise durch Buesche und Straeucher aufgelockert (d.h. die Wiese ist verholzt). Obwohl es weniger Wasser als unter 1) gibt, ist die Erde dunkler (mehr Humus) und kruemeliger. Die kruemelige Bodenstruktur haelt das Wasser und verhindert Verkrustung oder Austrocknung.
Als Selbstversorger kann ich die Wiese fuer Mulch, zum Gemuese- oder Obstanbau oder fuer wenige Ziegen und Schafe nutzen. Gewerbliche Nutzung ist nicht rentabel.
3) Trockener Waldhang: sehr trockene Erde sogar in der Regenzeit
Trotz der schlechteren Ausgangssituation als auf dem Weideland unter 1), gibt es wesentlich bessere Erde. Die dunkle humusreiche Erde ist kruemelig und haelt trotz des starken Gefaelles Wasser besser als die flache Kuhweide. Der permanente Bewuchs (12 Monate) durch Baeume und Buesche speichert viel mehr CO2 aus der Atmosphaere als die Kuhweide.
Geringer wirtschaftliche Nutzen (Feuerholz, Schnapps, Pilze), aber nuetzlich fuer Selbstversorger und gut gegen den Klimawandel.
Aufforstung mit Eukalyptus-Plantagen wuerde ein kleines Einkommen ohne Arbeit erzielen, aber die Erde wuerde dabei leiden und dementsprechend waere kein mitigierender Effekt gegen den Klimwandel zu erwarten.
4) Grashaenge: sehr trockene Erde sogar in der Regenzeit
Wenn die Buesche und Baeume entfernt werden entsteht Grasland mit sehr harter Erde, die sehr schnell in der Sonne austrocknet und auf der fast nichts waechst. Humus geht fast vollstaendig verloren und es wird fast kein CO2 aus der Atmosphaere gespeichert.
Diese Grassflaeche muss wieder mit heimischen Straeucher wie unter 3) zuwachsen.
Fazit:
a) Die Aussage, dass Weideland verwuested wenn es verholzt ist falsch.
b) Die Aussage, dass Weideland mehr CO2 speichert als Wald ist falsch.
c) Die Aussage, dass nur Beweidung durch HM den Klimawandel verhindern kann ist grotesk.
Manfred, ich hab hier ein starkes 'deja vu' Erlebnis. Seit ueber 15 Jahren muss ich mir von Fukuoka Anhaengern sagen lassen, wie dumm ich bin und wie dumm die Bauern sind. Diese Fukuoka Anhaenger sind keine Bauern. Sie haben nicht die geringste Erfahrung von Landbau, von unserem Boden oder unserem Klima, aber trotzdem behaupten sie unbeirrbar, dass sie alles besser wissen weil sie ein Buch von Fukuoka gelesen haben. Merkst du worum es geht? es geht ums besser wissen und nicht um die Landwirtschaft. Und wenn sie alles besser wissen, wieso ist denn keiner von denen ein Bauer geworden und hat die Theorie in die Praxis umgesetzt?
Wenn du den Bauern hier von Fukuoka oder HM erzaehlst, dann schuetteln die einfach nur den Kopf. Denn die wissen es wirklich, ohne sich damit zu bruesten. Die leben von der Landwirtschaft und nicht Beratertaetigkeiten oder PK Seminaren. Weil ich nicht aus dieser Gegend bin, hab ich lange gebraucht, um das zu verstehen, und lerne immer noch. Aber du bist schon so voll, dass du nicht einmal die offensichtlichsten Dinge verstehen kannst wenn ich sie dir auf dem Silbertablet praesentiere.
Du musst aus dem Buch der Natur lernen und nicht von Internet Seiten ueber Fukuoka oder Savory.
lg. Dieter
PS: Du hast immer noch keinen realistischen Vorschlag gemacht, was denn mein Nachbar besser machen koennte, ausser den Optionen, die ich bereits beschrieben habe und fuer die du deine Verachtung gezeigt hast.