fuxi hat geschrieben:Was mir an der Evolutionstheorie und ihren Verfechtern nicht gefällt, sind die teilweise bewussten Augenwischereien, durch die manche Behauptungen gestützt werden sollen: (...) und dass der Rest der Rekonstruktionen reine Spekulation ist. Wenn Erklärungsnöte sang- und klanglos unter den Tisch fallen gelassen werden.
Einstein hat es auf den Punkt gebracht: Man soll Dinge so einfach wie möglich erklären. Aber nicht noch einfacher.
Das Problem der Wissenschaftler ist, dass sie auch nur Menschen sind und dass das Ego Mühe hat zuzugeben, etwas nicht selber gemerkt zu haben, was doch im nachhinein so auf der Hand liegt. Da wird der Forshungsschwerpunkt schon mal zu "seinem" Fachgebiet und da hat ausser dem (selbsternannten) Guru keiner etwas zu entdecken. Das hat viel mit Revierverhalten und wenig mit Wissenschaft im Sinne von "Erkenntnis gewinnen" zu tun. Ein Hauptfehler der Naturwissenschaften ist, dass sie sich nicht um die Wissenschaftler bzw. deren blinde Flecke kümmert und so tut, als sei, was geltende Lehrmeinung ist, in sich wahr. Das stimmt in den exakten Disziplinen wie Physik (jeder kann das Ohmsche Gesetz nachprüfen, wenn er nichts besseres zu tun hat), aber nicht mehr, wenn die Sache wie oft in der Biologie auch historische und statistische Dimensionen hat.
Das andere, dass man Abstammungen mit statistischer Ähnlichkeit im genetischen Code auszudrücken pflegt, heisst nur, dass man im Grunde nichts verstanden hat. Ein Litaraturwissenschaftler, der sich wie ein Genetiker benimmt, würde beim Vergleich zweier Texte die Buchstaben und deren Häufigkeit analysieren, statt den Sinn und den Aufbau des Textes.
Zudem, Konrad Lorenz hat das bereits in den 70er Jahren dargelegt (Die Rückseite des Spiegels, man lese es!!!), kommen bei Erweiterungen bestehender Strukturen (Affe --> Mensch: mehr Gehirn) plötzlich neue Qualitäten hinzu, die sich nicht aus den Eigenschaften der verwendeten Bausteine allein erklären lassen und die sich deshalb nicht notwendigerweise im genetischen Code wiederfinden. Beim Menschen wäre das z.B. die Tatsache, dass sehr viel Verhalten, was anderen Säugetieren angeboren ist, in die Kultur und Gesellschaft verlagert worden ist. Würde man eineiige Zwilligssäuglinge trennen und den einen bei Eskimos, den anderen bei Eingeborenenen Australiens oder auch bei einem NewYorker Bankier aufwachsen lassen, es wären hinsichtlich Ernährung, Sprache, Mentalität usw. völlig verschiedene Menschen, aber genetisch identisch. Der eine wäre am Ort des anderen verloren. Das klingt banal, aber nur, weil wir selbst Menschen sind und dies uns geläufig ist. Bei einer Katze oder einem Nashorn weiss man hingegen, wenn man den Artnamen kennt, schon recht genau, wie dieses Tier sich verhalten wird und was es kann und was nicht.
Wer will, findet einen Weg. Wer nicht will, findet eine Ausrede.