Nach dem ihr nun die 39 Seiten durchgelesen und verstanden habt, sollte euch auch einleuchten was der Mann recht emotional vorgetragen hat:
8 Tonnen pro Hektar B Weizen, die gerade so die Mindestanforderung von 12,5 % Rohprotein erfüllen, fahren 172 kg Stickstoff vom Hektar.
Schaut man in die Düngeverordnung, dürfen 230 kg abzüglich Nmin Vorrucht etc. gedüngt werden.
Der Nmin-Richtwert für mittlere Böden betrug in Nds. im Jahr 2022 51 kg/ha, bei Getreidevorfrucht muss nichts weiter abgezogen werden, bleiben also 179 kg/ha die man Düngen darf.
Theoretisch ausreichend, wenn alle Prozesse im Boden und in der Pflanze nahezu verlustfrei ablaufen würden, das tun sie aber nicht. ALso reicht es nicht.
Wirtschaftet man nun in einem "roten Gebiet" (deren Ausweisung recht schwachsinnig ist), muss man 20 % weniger als der Bedarf düngen:
Statt 179 kg dürfen nur noch 143,2 kg Stickstoff gedüngt werden.
Was folgt daraus?
Der Rohproteingehalt des Erntegutes wird (rechnerisch) um 20 % fallen, mit 10 % Rohprotein kann man es nur noch als Futterweizen verkaufen.
Schon zig mal musste ich hier lesen man soll weniger Getreide verfüttern, ja aber wo hin soll den das Zeug dann? Biogasanlage? Böse! Ethanolanlage? Böse!
Egal wie, monetärere Verlust, weils Futter und Kein Brotweizen ist: 104 € N Bereinigter Verlust: rund 50 €/ha
Eine Senkung des Ertragsniveaus erscheint nur auf den ersten Blick sinnvoll:
Anlage Tabelle 3: senken wir unseren Ertrag um 20 % ernten wir nur noch 6,4 t/ha, damit dürfen wir nur noch 155 kg Stickstoff düngen, wir wirtschaften aber im Roten gebiet (also -20 % vom Bedarf): da bleiben nur noch 124 kg Stickstoff. Damit kann der Weizen 719,2 kg Rohprotein machen, verteilt auf die 6,4 tonnen macht das 11,24 % Rohprotein.
Also nur noch 6,4 t Futterweizen geerntet: Monetärere Verlust: 566 €, N Bereinigt: 476 € pro Hektar Verlust.
Fazit:
Egal wie man des dreht und wendet, es wird nur noch Futterweizen produziert und der Landwirt verliert deutlich spürbar Geld.
Und noch mal die Frage: wo hin mit dem Futterweizen, wenn nicht an Tiere verfüttern?
Wenn man will, das weniger Weizen/Getreide verfüttert wird, muss man den Landwirten die Möglichkeit lassen Brotgetreide zu produzieren.