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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 09:51
von penelope
Und dazu kommt dann noch ein gewisses Maß an Realitätsverweigerung.

Fakt ist:
Der Milchkonsum pro Kopf ist in Deutschland rückläufig.
Der Fleischkonsum pro Kopf ist in Deutschland rückläufig.
Özdemir hat deutlich an Zustimmung in der Bevölkerung gewonnen und ist inzwischen auf Platz drei der beliebtesten Politiker im Land.

Es wirkt schon sehr verzweifelt, wenn man dann immer noch schreibt „xy war früher schon immer so“ und „die Leute wollen auch nichts anderes“. Ganz sicher gibt es tatsächlich ziemlich viele Leute, die sich jeder Veränderung sperren – vielleicht gibt es davon auch ganz besonders viele in der dörflichen Oberpfalz und in der Facebookgruppe Treckerfreunde, aber – auch wenn die noch so laut schreien – sie sind eben nicht mehr in der Mehrheit.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 10:17
von Benutzer 6456 gelöscht
Danke Penelope :)

Wir sind hier ja in einem SV-Forum und wenn ich so lese, was hier so viele Menschen versuchen, um das Dilemma, in dem wir stecken, abzumildern, finde ich solche Kommentare nochmal doppelt ignorant. Jede/r der/die sich hier abmüht, bekommt damit nochmal doppelt nen Tritt.

Bestes Beispiel gefällig? Ich bin hier die Insel inmitten von konventionell ackernden Menschen und was ist mal wieder passiert? Da hat der Nachbar zur rechten die Abstandsgebote nicht eingehalten und mal eben den südlichen Streifen meiner Weide mit Herbizid "behandelt"! Kann ja mal passieren! Nö, darf es nicht, denn von einer Weide, die als Futtergrundlage dient und von Bebauung mit Umfriedung ist 1,5m Abstand zu halten.

So geht man hier mit schon vorhandenen Gesetzen und Regelungen um. Gestern auch wieder zufällig in den NDR geraten und da wurde beschrieben, warum Bauern in MeckPomm legal ein Moor zerstören dürfen, obwohl es unter Naturschutz steht. Warum, weil sie ja kläglich pleite gehen, wenn sie diese dürftigen Flächen nicht güllen können

Noch Fragen, warum wir immer wütender werden?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 12:21
von Tscharlie
Wo lernt man eigentlich zu merken, was der Körper wirklich will?

Gut das kann die Herkunftfamilie sein, aber das ist wohl eher selten.

Ich habe mir das selbst im Laufe der Jahrzehnte beigebracht. Irgendwann war ich dann soweit genau zu wissen was ich gerade brauche.

Nein und damit muss man ein Asket werden, zumindet ich nicht, ich bin ein echter "Allesfresser".

Ich sehe den Menschen als "Allesfresser", das ist seine von der Natur vorgegebene "Lebensart", Verdauung, Gebiß ect. deuten darauf hin.

Nun hat der Mensch als Geisteswesen die Möglichkeit, das nach seinen eigenen Vorstellungen zu verändern. Also Veganer werden oder fast nur tierische Produkte essen.

Das unterscheidet uns Menschen von der sonstigen Tierwelt, der der Mensch ja auch angehört, kein Wolf kann sagen: Ach ich esse nur noch Kräuter und Beeren und kein Schaf wird sagen: Ja mei mal wieder ein großer Schweinebraten das wär jetzt toll.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 19:20
von Benutzer 4754 gelöscht
SunOdyssey hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 09:16
Oelkanne hat geschrieben: Mi 13. Jul 2022, 20:25
SunOdyssey hat geschrieben: Mi 13. Jul 2022, 19:00 Emil, ich unterschreib alles!

Klare Forderung: wir wollen Nahrungsmittel, die nicht auf Kosten der Umwelt und des Klimas produziert werden. Also hört auf damit!

So what?
Dann darfst du nichts mehr essen.

Jede Nahrungsmittelproduktion geht zu Lasten des Klimas und der Natur.

So ein Quatsch! Solche Argumente kommen immer dann, wenn nix anderes mehr geht!
Nein, das ist kein Quatsch, du willst es bloß nicht wahrhaben.

Wenn du Getreide anbaust, verdrängst du wilde Natur.
Wenn du wild gewachsenes sammelst, schädigst du die Population der gesammelten Art
Wenn du ein wildes Tier erlegst schädigst du das Tier selbst und seine Population.

Egal was der Mensch tut, um sich zu ernähren:
Er schadet IMMER anderen Spezies auf diesem Planeten.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 19:24
von Benutzer 4754 gelöscht
penelope hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 09:51 Und dazu kommt dann noch ein gewisses Maß an Realitätsverweigerung.

Fakt ist:
Der Milchkonsum pro Kopf ist in Deutschland rückläufig.
Der Fleischkonsum pro Kopf ist in Deutschland rückläufig.
Özdemir hat deutlich an Zustimmung in der Bevölkerung gewonnen und ist inzwischen auf Platz drei der beliebtesten Politiker im Land.

Es wirkt schon sehr verzweifelt, wenn man dann immer noch schreibt „xy war früher schon immer so“ und „die Leute wollen auch nichts anderes“. Ganz sicher gibt es tatsächlich ziemlich viele Leute, die sich jeder Veränderung sperren – vielleicht gibt es davon auch ganz besonders viele in der dörflichen Oberpfalz und in der Facebookgruppe Treckerfreunde, aber – auch wenn die noch so laut schreien – sie sind eben nicht mehr in der Mehrheit.
Wir schrieben hier schon unzählige male:

Umfragen zu diesem Thema sind das Papier nicht wert auf dem sie stehen!

Das einzige was die Wirklichkeit abbildet, sind die Absatzzahlen der verschiedenen Produkte im LEH...
... und die sagen ganz klar, dass die große Mehrheit weder SV, noch bio, noch sonst irgend etwas will.
Es muss günstig sein und den Leuten schmecken.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 19:38
von Tscharlie
Oelkanne hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 19:24 ...
Es muss günstig sein und den Leuten schmecken.
Das trifft ja genau die interessanten Punkte.

Ist es günstig Lebensmittel herzustellen und dabei die Insektenwelt und das Grundwasser zu ruinieren und in ferneren Ländern dazu auch noch die Menschen?

Und was schmeckt denn wirklich? Kann man überhaupt noch feine Geschmackrichtungen erkennen, wenn man mit Geschmacksverstärkern an bestimmte Produkte gewöhnt wurde. Den Menschen schmeckt was Nestle oder Müller denen vorsetzt. Nicht was sie für sich selbst entdeckt haben.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 20:50
von sybille
Ist es günstig Lebensmittel herzustellen und dabei die Insektenwelt und das Grundwasser zu ruinieren und in ferneren Ländern dazu auch noch die Menschen?
Das interessiert den Verbraucher nicht und was in fernen Ländern mit der Natur passiert schon gar nicht. Hauptsache billig! Gut, ok, abholzen ist ganz böse aber das wars dann auch.
Und was schmeckt denn wirklich? Kann man überhaupt noch feine Geschmackrichtungen erkennen, wenn man mit Geschmacksverstärkern an bestimmte Produkte gewöhnt wurde. Den Menschen schmeckt was Nestle oder Müller denen vorsetzt. Nicht was sie für sich selbst entdeckt haben.
Aber darum geht es doch. Man will etwas Billiges vorgesetzt bekommen und wenn alle aus der Fratzenbuchguppe dieses und jenes beim Discounter mit dem großen A für gut befindet dann muss das ja gut sein. Glaub mir Geschmacknerven gewöhnen sich an vieles.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 21:07
von penelope
Oelkanne hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 19:24

Wir schrieben hier schon unzählige male:

Umfragen zu diesem Thema sind das Papier nicht wert auf dem sie stehen!

Das einzige was die Wirklichkeit abbildet, sind die Absatzzahlen der verschiedenen Produkte im LEH...
... und die sagen ganz klar, dass die große Mehrheit weder SV, noch bio, noch sonst irgend etwas will.
Es muss günstig sein und den Leuten schmecken.
Dass eine Umfrage nichts wert ist, schließt du daraus, dass dir das Ergebnis nicht passt?
Dass Milch- und Fleischkonsum rückläufig sind zeigen die durch das statistische Bundesamt ermittelten Daten - die Leute da machen das deiner Meinung nach auch nicht richtig und du wüsstet aber ganz genau, wie das besser geht?

Es stimmt übrigens auch nicht, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland billig beim Discounter kauft. Die haben zwar mit 40% einen sehr hohen Marktanteil bei Lebensmitteln, Supermärkte liegen aber drüber. Den höchsten Marktanteil von allen Ketten hat Edeka. Es stimmt, dass sehr viele Menschen "hauptsche billig" einkaufen, aber eben nicht die Mehrheit. Das "alle" alles möglichst billig wollen, ist auch wieder nur eine "gefühlte Wahrheit", die man sich so hinbiegt, um das eigene Weltbild zu schützen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 21:41
von Tscharlie
Nur ein Einwand.

Wenn ich ein bestimtes Produkt möglichst billig kaufen will, dann sagt das doch nichts über die Auswahl dieses Produktes aus. Es geht dann nicht um Qualität oder Anbau oder sonstwas, es geht nur um den Preis.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 22:08
von Benutzer 4754 gelöscht
sybille hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 20:50
Ist es günstig Lebensmittel herzustellen und dabei die Insektenwelt und das Grundwasser zu ruinieren und in ferneren Ländern dazu auch noch die Menschen?
Das interessiert den Verbraucher nicht und was in fernen Ländern mit der Natur passiert schon gar nicht. Hauptsache billig! Gut, ok, abholzen ist ganz böse aber das wars dann auch.
Und was schmeckt denn wirklich? Kann man überhaupt noch feine Geschmackrichtungen erkennen, wenn man mit Geschmacksverstärkern an bestimmte Produkte gewöhnt wurde. Den Menschen schmeckt was Nestle oder Müller denen vorsetzt. Nicht was sie für sich selbst entdeckt haben.
Aber darum geht es doch. Man will etwas Billiges vorgesetzt bekommen und wenn alle aus der Fratzenbuchguppe dieses und jenes beim Discounter mit dem großen A für gut befindet dann muss das ja gut sein. Glaub mir Geschmacknerven gewöhnen sich an vieles.
Danke,

@penelope mehr ist eigentlich nicht zu sagen.


Wir würden uns leichter tun, wenn sich die Politik nach dem tatsächlichen Einkaufsverhalten der Bürger richtet und nicht nach dem was die Bürger sagen.