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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 19:24
von Benutzer 4754 gelöscht
penelope hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 09:51 Und dazu kommt dann noch ein gewisses Maß an Realitätsverweigerung.

Fakt ist:
Der Milchkonsum pro Kopf ist in Deutschland rückläufig.
Der Fleischkonsum pro Kopf ist in Deutschland rückläufig.
Özdemir hat deutlich an Zustimmung in der Bevölkerung gewonnen und ist inzwischen auf Platz drei der beliebtesten Politiker im Land.

Es wirkt schon sehr verzweifelt, wenn man dann immer noch schreibt „xy war früher schon immer so“ und „die Leute wollen auch nichts anderes“. Ganz sicher gibt es tatsächlich ziemlich viele Leute, die sich jeder Veränderung sperren – vielleicht gibt es davon auch ganz besonders viele in der dörflichen Oberpfalz und in der Facebookgruppe Treckerfreunde, aber – auch wenn die noch so laut schreien – sie sind eben nicht mehr in der Mehrheit.
Wir schrieben hier schon unzählige male:

Umfragen zu diesem Thema sind das Papier nicht wert auf dem sie stehen!

Das einzige was die Wirklichkeit abbildet, sind die Absatzzahlen der verschiedenen Produkte im LEH...
... und die sagen ganz klar, dass die große Mehrheit weder SV, noch bio, noch sonst irgend etwas will.
Es muss günstig sein und den Leuten schmecken.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 19:38
von Tscharlie
Oelkanne hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 19:24 ...
Es muss günstig sein und den Leuten schmecken.
Das trifft ja genau die interessanten Punkte.

Ist es günstig Lebensmittel herzustellen und dabei die Insektenwelt und das Grundwasser zu ruinieren und in ferneren Ländern dazu auch noch die Menschen?

Und was schmeckt denn wirklich? Kann man überhaupt noch feine Geschmackrichtungen erkennen, wenn man mit Geschmacksverstärkern an bestimmte Produkte gewöhnt wurde. Den Menschen schmeckt was Nestle oder Müller denen vorsetzt. Nicht was sie für sich selbst entdeckt haben.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 20:50
von sybille
Ist es günstig Lebensmittel herzustellen und dabei die Insektenwelt und das Grundwasser zu ruinieren und in ferneren Ländern dazu auch noch die Menschen?
Das interessiert den Verbraucher nicht und was in fernen Ländern mit der Natur passiert schon gar nicht. Hauptsache billig! Gut, ok, abholzen ist ganz böse aber das wars dann auch.
Und was schmeckt denn wirklich? Kann man überhaupt noch feine Geschmackrichtungen erkennen, wenn man mit Geschmacksverstärkern an bestimmte Produkte gewöhnt wurde. Den Menschen schmeckt was Nestle oder Müller denen vorsetzt. Nicht was sie für sich selbst entdeckt haben.
Aber darum geht es doch. Man will etwas Billiges vorgesetzt bekommen und wenn alle aus der Fratzenbuchguppe dieses und jenes beim Discounter mit dem großen A für gut befindet dann muss das ja gut sein. Glaub mir Geschmacknerven gewöhnen sich an vieles.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 21:07
von penelope
Oelkanne hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 19:24

Wir schrieben hier schon unzählige male:

Umfragen zu diesem Thema sind das Papier nicht wert auf dem sie stehen!

Das einzige was die Wirklichkeit abbildet, sind die Absatzzahlen der verschiedenen Produkte im LEH...
... und die sagen ganz klar, dass die große Mehrheit weder SV, noch bio, noch sonst irgend etwas will.
Es muss günstig sein und den Leuten schmecken.
Dass eine Umfrage nichts wert ist, schließt du daraus, dass dir das Ergebnis nicht passt?
Dass Milch- und Fleischkonsum rückläufig sind zeigen die durch das statistische Bundesamt ermittelten Daten - die Leute da machen das deiner Meinung nach auch nicht richtig und du wüsstet aber ganz genau, wie das besser geht?

Es stimmt übrigens auch nicht, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland billig beim Discounter kauft. Die haben zwar mit 40% einen sehr hohen Marktanteil bei Lebensmitteln, Supermärkte liegen aber drüber. Den höchsten Marktanteil von allen Ketten hat Edeka. Es stimmt, dass sehr viele Menschen "hauptsche billig" einkaufen, aber eben nicht die Mehrheit. Das "alle" alles möglichst billig wollen, ist auch wieder nur eine "gefühlte Wahrheit", die man sich so hinbiegt, um das eigene Weltbild zu schützen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 21:41
von Tscharlie
Nur ein Einwand.

Wenn ich ein bestimtes Produkt möglichst billig kaufen will, dann sagt das doch nichts über die Auswahl dieses Produktes aus. Es geht dann nicht um Qualität oder Anbau oder sonstwas, es geht nur um den Preis.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 14. Jul 2022, 22:08
von Benutzer 4754 gelöscht
sybille hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 20:50
Ist es günstig Lebensmittel herzustellen und dabei die Insektenwelt und das Grundwasser zu ruinieren und in ferneren Ländern dazu auch noch die Menschen?
Das interessiert den Verbraucher nicht und was in fernen Ländern mit der Natur passiert schon gar nicht. Hauptsache billig! Gut, ok, abholzen ist ganz böse aber das wars dann auch.
Und was schmeckt denn wirklich? Kann man überhaupt noch feine Geschmackrichtungen erkennen, wenn man mit Geschmacksverstärkern an bestimmte Produkte gewöhnt wurde. Den Menschen schmeckt was Nestle oder Müller denen vorsetzt. Nicht was sie für sich selbst entdeckt haben.
Aber darum geht es doch. Man will etwas Billiges vorgesetzt bekommen und wenn alle aus der Fratzenbuchguppe dieses und jenes beim Discounter mit dem großen A für gut befindet dann muss das ja gut sein. Glaub mir Geschmacknerven gewöhnen sich an vieles.
Danke,

@penelope mehr ist eigentlich nicht zu sagen.


Wir würden uns leichter tun, wenn sich die Politik nach dem tatsächlichen Einkaufsverhalten der Bürger richtet und nicht nach dem was die Bürger sagen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 15. Jul 2022, 07:20
von Tscharlie
Die Politik macht gar nichts.

Politikerinnen und Politiker machen Politik.

Politiker, im Allgemeinen, machen das was sie bei ihren Wählern gut aussehen läßt. Darin sind die meisten gefangen. So kann Söder nicht von sich aus für Bienen sein, dann als er merkt, mehr als 50 % der Bayern scheinen für Bienen zu sein, wird er ein Bienenfreund.

Das gefällt mir bei einigen Politikerinnen und Politikern die jetzt auf den Bühnen stehen, sie vertreten ihre Haltung, machen aber das was jetzt eben möglich ist, ohne ihre sichtweise aufzugeben, man muss halt einen Umweg gehen, so wie das in jedem Leben auch mal vorkommt.

Darum ist es entscheidend, wo sich die Gesellschaft, also wir alle, hinentwickelt.

Die stille Masse ist der eigentliche Motor der Politik, wir wissen das nur nicht.

Ist wie in der Wirtschaft, nicht die Daxunternehmen sind die Träger der deutschen Wirtschaft sondern die wiederum stille Masse der mittleren und kleinen Firmen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 15. Jul 2022, 10:44
von emil17
Realität ist das, was wir dafür halten und was uns interessiert. Meistens.
Manchmal, wie im Umweltbereich, lassen sich unbequeme Realitäten nicht mehr ignorieren.
Wenn man auf Kosten anderer produziert, nimmt man entweder eine Anleihe auf die Zukunft auf (Umweltschäden, andere müssen sie ertragen, irgendwer darf es irgendwann dann wiedergutmachen, wenn das geht) oder/und andere bezahlen unfreiwillig mit. Kurzfristig ist das rentabel. Deshalb muss der Gesetzgeber dafür sorgen, dass sich alle an die Spielregeln halten. Egal was es kostet - langfristig ist alles andere teurer.
So zu wirtschaften, dass auch andere dabei froh werden, ist letztlich eine Frage des Anstandes und des Sozialverhaltens. Manche haben es, andere weniger. Daran ändern auch pseudowissenschaftliche Argumente nichts:
Oelkanne hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 19:20Wenn du wild gewachsenes sammelst, schädigst du die Population der gesammelten Art
Das ist schlicht falsch - Früchte zum Essen sind von der Natur erfunden worden, weil auch die fruchttragende Pflanze etwas davon hat. Warum sonst sollte sie Früchte statt mit dem gleichen Aufwand mehr Samen bilden?
Oelkanne hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 19:20 Egal was der Mensch tut, um sich zu ernähren:
Er schadet IMMER anderen Spezies auf diesem Planeten.
Aus einer Frage der Menge, des Masses und des Respekts vor der Umwelt eine alles- oder nichts - Entscheidung zu machen, ist ein billiger rhetorischer Trick von Politikern, die Probleme durch Ignorieren lösen wollen. Zudem entbinden Naturgesetze nicht von verantwortungsvollem Handeln.
Produktion ist nur eine Seite der Geschichte, die andere ist, dass kein Lebewesen ohne andere existieren kann. Nur deshalb gibt es überhaupt Biodiversität. Das schlichte Produzieren von Biomasse beherrschen einzellige Algen immer noch am besten, und die gibt es schon seit etwa drei Milliarden Jahren.
Aber auch die wären bald wieder ausgestorben, wenn sich niemand darum gekümmert hätte, was mit all die Massen von Algen geschieht, nachdem sie sich gebildet haben.
Jede Art hat mehr Nachwuchs, als es Platz dafür hat. Was passiert in der "wilden ungeschädigten" Natur damit? Des weiteren führt Produktion ohne Konsum unfehlbar zum Ersticken an sich selber, genauso wie Konsum ohne Produktion zum Verhungern führt. Deshalb ist das eine ohne das andere undenkbar, und deshalb ist das obige Zitat schlichte Schaumschlägerei, denn es hat mit dem eigentlichen Problem nichts zu tun.

Die Frage ist nicht, ob man Landwirtschaft will oder nicht, sondern welche man will und welche man sich leisten kann. Die Diskussion geht darum, dass man innerhalb der Notwendigkeit, Flächen mit Nutzpflanzen zu bebauen und zu bewirtschaften - die niemand bestreitet - mehr oder weniger weise und vorausschauend handeln kann, und da läuft zur Zeit ziemlich viel schief.
Vielleicht sich von der Vorstellung lösen, dass die Masse der Konsumenten dumm und ignorant ist und nur das billigste kauft? Ja, die gibt es auch, aber es gibt immer mehr andere. Orientiert Euch doch an denen, dann macht das Erzeugen von Nahrung auch wieder Freude!
Offensichtliche Missbräuche auf Produktions- wie auf Konsumseite müssen durch Gesetze abgestellt werden, anderes geht es nicht - das ist leider überall so.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 15. Jul 2022, 14:20
von strega
Oelkanne hat geschrieben: Do 14. Jul 2022, 22:08
Wir würden uns leichter tun, wenn sich die Politik nach dem tatsächlichen Einkaufsverhalten der Bürger richtet und nicht nach dem was die Bürger sagen.
da ein Grossteil der Bürger Marionetten sind kaufen sie das was um fünfvoracht über die Glotze flimmert....
und wenn die Regierung sagt dass Reagenzglas-Fleisch absolut hipp ist und die Girls auf den Bubi fliegen der das frisst, dann wird das gekauft.....

nur das, was über die Glotze flimmert, wer bestimmt das?

und wenns dann noch billig ist dann wird sowiso das gekauft das fünfvoracht......sowiso
und am besten noch nen 20 Teuro Gutschein dazu für den nächsten Einkauf..... und 100000000 Payback- Punkte

aber: wenn die Bauern ein superbilliges Angebot bekommen für irgendeinen Kunstdünger, der gigantische Pflanzen verspricht
und noch von den Politikern genehmigt ist ganz ach so hochoffiziell, und siebenfache Subventionen garantiert

wer würde da nicht zulangen?

Das Prinzip is das selbe..... oder? :ohm: :ohm: :ohm:

wer hat noch Eier, Kopf, Instinkt und Herz, das anders zu machen????

Seh hier in der Nähe ein Getreidefeld....
das ist nie mit irgendwas gespritzt worden, keine Fahrspuren im Getreide nirgends
dazwischen wachsen mehrere Pflanzen, die jetzt nicht so wirklich vermarktbar sind um jeden Preis, halt sogenannte Unkräuter....
die Besitzer dieses Feldes ernten seit heute das Getreide
aufm Traktor der Typ lachte mich freundlich an, als ich da mit dem Hund ging, ich lachte superfreundlich zurück
andere Bauern gaben auch schon mal extra viel Gas, wenn sie jemand mit Hund laufen sahen....

so stelle ich mir wirklich echte konstruktive unversklavbare Landwirtschaft vor
gesunde echte lebensfähige lebenswerte Produkte
von gesunden echten lebensfreudigen Menschen
die wissen was sie tun
die die Natur in Ehren halten
die Eier und Herz haben für eine Landwirtschaft, die Boden und Natur achtet und hegt und pflegt
und nicht Profit um jeden Preis aus ihrer Mutter Erde herausschinden will
ich schreibe herausschinden WILL, denn das geht auf Dauer nicht
und all die die meinen es ginge werden sich wundern
Göttin sei Dank........

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 15. Jul 2022, 16:12
von Tscharlie
Schwierig.

Denn wer bestimmt was wirklich richtig ist? Selbst die "Naturgesetze" sind nicht statisch.

Wir können nur versuchen zu lernen und uns gegenseitig zuzuhören, um vielleicht dann einen gemeinsam gangbaren Weg zu finden.