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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 4. Jun 2022, 19:29
von Benutzer 4754 gelöscht
Rohana hat geschrieben: Sa 4. Jun 2022, 19:16 Wir haben in Deutschland Mindestlohn und gewisse soziale Standards, das ist nicht überall so und dem muss man halt Rechnung tragen. Den Erntehelfer freut's - wenn er seinen Job behalten kann...
Der VSSE geht für nächstes Jahr von ca 20 % weniger Anbaufläche für Erdbeeren und Spargel aus.
Die Freilandgemüsebranche plant ähnliche Kürzungen.

Zusammen mit der besser werdenden und durch höheren Mindestlohn eher wirtschaftlichen Mechanisierung fallen damit vermutlich 25 % der Saison-Arbeitskräftestellen weg:
70.000 Arbeitsplätze weniger innerhalb eines Jahres...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 4. Jun 2022, 20:09
von sybille
Hoch lebe die Geiz-ist-geil-Menthalität!
Hauptsache man kann sich das neueste Handy und sonstige Dinge leisten die man nicht wirklich braucht.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 6. Jun 2022, 09:37
von Benutzer 6456 gelöscht
Frischen Spargel kann man nur ca. 6 Wochen im Jahr essen, er kostet nicht mehr als 4 Portionen Fertigpizza oder ein Stück Fleisch für vier Personen. Ist aber sehr gesund und füllt unsere Speicher mit Asparaginsäure auf. Saisonaler und regionaler geht's doch kaum mit diesem Gemüse.
Meine Erdbeeren werden erst jetzt reif, daher habe ich auch bei den ersten deutschen Erdbeeren zugeschlagen. Dafür sind sie einfach zu lecker und gehören für mich zu dieser Jahreszeit. Da verzichte ich gern auf was anderes.
Ich finde es total traurig, dass durch unser Kaufverhalten sich immer mehr mehr in der bäuerlichen Landwirtschaft ändert. Einige Regionen wie z. B. das Münsterland können so ihre sandigen Böden nutzen und dadurch ihre etwas schlechteren Ernteergebnisse kompensieren. Wenn das auch noch wegfällt, bleiben ja nur noch Schweine und Mais

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 6. Jun 2022, 12:22
von strega
meinste echt dass Deutsche Spargelstechen gehen?
Das sind die polnischen Gastarbeiter, die sich dafür nicht zu schade sind... und die haben sicher nicht deutschen Mindestlohn in vielen Fällen
brutto vielleicht schon, denn wenn Kontrolletti kommen muss ma ja ne weisse Weste haben, aber dann werden intern noch paar Hundert Euro abgezogen für Mehrbettzimmerfeldbett und einmal am Tag Spaghetti... da kannste dann auf 5 Euro netto kommen pro Stunde - möglicherweise, vielleicht zahlen ja die meisten ja auch deutschen Mindestlohn mit Sozialversicherung und trallala
ich hatt mich mal beworben in Österreich auf so nen Job, da lernste die Branche kennen...... aber sorry, bin dann doch auf nen konvi-Hof mit Milchwirtschaft gegangen, wo ich wenigstens 1000 Euro pro Monat für Vollzeit netto rausbekommen hab, bin halt doch nicht aus Rumänien und hab weniger Idealismus

aber ohne diese Gastarbeiter wärs um die deutsche Landwirtschaft freilich noch schlechter bestellt....

aber frag mal nen deutschen Langzeitarbeitslosen ob er/sie/es sagen wir mal 4 Stunden am Tag für nen Eineurojob Spargel stechen tät, wär auch gut für die allgemeine Fitness, kann sein dass die Fittesten ja sagen, aber wieviel Prozent werden das wohl sein?

Da lob ich mir doch die Rumänen und Polen, die haben noch Biss und Ausdauer....
die Deutschen bekommen eh alles hinterhergeschoben, das macht schlapp

aber schätzungsweise sind diese Zeiten dann auch irgendwann vorbei
und das könnt auch gut sein...........
denn so gehts ja nicht weiter auf Dauer, Landwirtschaft ist sowas von abhängig geworden in jeder Hinsicht, das ist sowas von unwürdig!!!!

Ein alter Bauer in der Schweiz, wo ich mal gearbeitet hab ne Weile, hat wiederholt geschrien: "Ich wandere aus!!!! wenn mal wieder irgendeine Nonsens- Verordnung ins Haus flatterte
er hätt nie auswandern können, war zu sehr verwurzelt,
aber das sagt viel.......
es sagt halt dass es so nicht weitergeht

und jetzt schreien sie alle wegen den Kunstdüngerpreisen.... sogar die Christbaum-Baumschulen

geht das nicht auch autonomer?????

Wie haben die Landwirte früher hier gedüngt?????
Bestimmt nicht auf die Art, dass sie ohne Lieferungen aus dem Ausland völlig aufgeschmissen gewesen wären

jaaa, jetzt kommt gleich das Argument, schneller, weiter, grösser, mehr, und die Konkurrenzfähigkeit und soweiter
und die EHHHUUUUH schreibt ja alles vor und ma hat ja keinen Spielraum mehr...................................

ich kenn einen Bauern aus der Steiermark, der pflügt mit eigenen Pferden, erzeugt eigenes Saatgut, verkauft eigenes Gemüse und Getreide von eigenem Saatgut, düngt mit eigenem Mist und eigenem Kompost und Terra preta
und verhungert komischweise nicht und kann die Stromrechung auch noch zahlen
und macht Brennesselsalz, das kostet fast nix, nur Steinsalz im Grossgebinde und Gläschen im Grossgebinde,
und bringt so etwa 5000 Euro im Jahr Gewinn

es geht
nur halt nicht so wie das die Politik vorschreibt
und Kreativität brauchts auch, logo
wer horrende Kosten bedienen muss bleibt Sklave

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 6. Jun 2022, 16:15
von sybille
Frischen Spargel kann man nur ca. 6 Wochen im Jahr essen, er kostet nicht mehr als 4 Portionen Fertigpizza oder ein Stück Fleisch für vier Personen.
Ich habe keine Ahnung was Fertigpizza kostet oder Gemüse pro Kilo aber für den Spargel zahle ich, wie die letzten Jahre auch, 6 €/Kilo. Mit 2 Kilo Spargel und einer guten Portion Kartoffeln können 4 Personen schon satt werden und mann kann sich das Fleisch sparen.
meinste echt dass Deutsche Spargelstechen gehen?
Das sind die polnischen Gastarbeiter, die sich dafür nicht zu schade sind... und die haben sicher nicht deutschen Mindestlohn in vielen Fällen
Der Spargelbauer bei dem ich kaufe hat seit Jahrzehnten seine Leute. Sicher nicht mehr dieselben da die ja auch älter geworden sind aber es spricht sich sicher auch in Polen rum wer ein guter Bauer ist. Früher lebten seine Mutter und seine Tante noch auf dem Hof und hatten für die polnischen Spargelstecher/innen gekocht. Er meldet immer alle an und bezahlt ordnungsgemäß.
Da lob ich mir doch die Rumänen und Polen, die haben noch Biss und Ausdauer....
die Deutschen bekommen eh alles hinterhergeschoben, das macht schlapp
Und sie bekommen demnächst noch mehr hinterhergeschoben und manch einer der für Mindestlohn arbeitet hat weniger. Mich wundert das nicht das ein Hartz4 Epfänger keine Motivation hat arbeiten zu gehen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 6. Jun 2022, 18:47
von Dyrsian
Gleich gibt es wieder einen auf den Deckel, weil, ich glaube wir dürfen hier nicht über solche Sachen wie Hartz 4 diskutieren.
Aber: Man muss sich an den Gedanken gewöhnen, dass wir einen gewissen Anteil der Gesellschaft haben der nicht arbeitsfähig ist. Kinder, Rentner, kranke Menschen, arbeitsunwillige Menschen. Es gibt Leute, die sind einfach nicht sinnvoll auf dem ersten Arbeitsmarkt einsetzbar. Jeder hat seine Geschichte und manchmal führt die Geschichte eben dazu, dass man nicht arbeitsfähig ist. Was sollen wir denn machen?
Szenario 1: Zwangsarbeit - hatten wir hier mal. Möchte das ernsthaft nochmal jemand?
Szenario 2: Leistungen kürzen - schaut mal in die USA, z.B. in die Appalachen oder Detroit. Wollen wir das? Einziger Ausweg Kriminalität?
Szenario 3: 1€ Job und derlei "Anreize". Alles weitgehend abgeschafft weil erwiesenmaßen sinnlos.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 6. Jun 2022, 19:18
von Benutzer 4754 gelöscht
strega hat geschrieben: Mo 6. Jun 2022, 12:22 meinste echt dass Deutsche Spargelstechen gehen?
Das sind die polnischen Gastarbeiter, die sich dafür nicht zu schade sind... und die haben sicher nicht deutschen Mindestlohn in vielen Fällen
brutto vielleicht schon, denn wenn Kontrolletti kommen muss ma ja ne weisse Weste haben, aber dann werden intern noch paar Hundert Euro abgezogen für Mehrbettzimmerfeldbett und einmal am Tag Spaghetti... da kannste dann auf 5 Euro netto kommen pro Stunde - möglicherweise, vielleicht zahlen ja die meisten ja auch deutschen Mindestlohn mit Sozialversicherung und trallala
ich hatt mich mal beworben in Österreich auf so nen Job, da lernste die Branche kennen...... aber sorry, bin dann doch auf nen konvi-Hof mit Milchwirtschaft gegangen, wo ich wenigstens 1000 Euro pro Monat für Vollzeit netto rausbekommen hab, bin halt doch nicht aus Rumänien und hab weniger Idealismus

aber ohne diese Gastarbeiter wärs um die deutsche Landwirtschaft freilich noch schlechter bestellt....

aber frag mal nen deutschen Langzeitarbeitslosen ob er/sie/es sagen wir mal 4 Stunden am Tag für nen Eineurojob Spargel stechen tät, wär auch gut für die allgemeine Fitness, kann sein dass die Fittesten ja sagen, aber wieviel Prozent werden das wohl sein?

Da lob ich mir doch die Rumänen und Polen, die haben noch Biss und Ausdauer....
die Deutschen bekommen eh alles hinterhergeschoben, das macht schlapp

aber schätzungsweise sind diese Zeiten dann auch irgendwann vorbei
und das könnt auch gut sein...........
denn so gehts ja nicht weiter auf Dauer, Landwirtschaft ist sowas von abhängig geworden in jeder Hinsicht, das ist sowas von unwürdig!!!!

Ein alter Bauer in der Schweiz, wo ich mal gearbeitet hab ne Weile, hat wiederholt geschrien: "Ich wandere aus!!!! wenn mal wieder irgendeine Nonsens- Verordnung ins Haus flatterte
er hätt nie auswandern können, war zu sehr verwurzelt,
aber das sagt viel.......
es sagt halt dass es so nicht weitergeht

und jetzt schreien sie alle wegen den Kunstdüngerpreisen.... sogar die Christbaum-Baumschulen

geht das nicht auch autonomer?????

Wie haben die Landwirte früher hier gedüngt?????
Bestimmt nicht auf die Art, dass sie ohne Lieferungen aus dem Ausland völlig aufgeschmissen gewesen wären

jaaa, jetzt kommt gleich das Argument, schneller, weiter, grösser, mehr, und die Konkurrenzfähigkeit und soweiter
und die EHHHUUUUH schreibt ja alles vor und ma hat ja keinen Spielraum mehr...................................

ich kenn einen Bauern aus der Steiermark, der pflügt mit eigenen Pferden, erzeugt eigenes Saatgut, verkauft eigenes Gemüse und Getreide von eigenem Saatgut, düngt mit eigenem Mist und eigenem Kompost und Terra preta
und verhungert komischweise nicht und kann die Stromrechung auch noch zahlen
und macht Brennesselsalz, das kostet fast nix, nur Steinsalz im Grossgebinde und Gläschen im Grossgebinde,
und bringt so etwa 5000 Euro im Jahr Gewinn

es geht
nur halt nicht so wie das die Politik vorschreibt
und Kreativität brauchts auch, logo
wer horrende Kosten bedienen muss bleibt Sklave
Tut mir nicht leid für die Wortwahl,
aber so viel Mumpitz in einem Betrag habe ich schon lange nicht mehr gelesen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 6. Jun 2022, 19:36
von Eule
Oelkanne hat geschrieben: Mo 6. Jun 2022, 19:18 Tut mir nicht leid für die Wortwahl,
aber so viel Mumpitz in einem Betrag habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
...und ich dachte gestern noch, der Beitrag im Notfall-Faden, wo Jemand vorrechnet, wieviel € er durch die Preissteigerung von Speiseöl "gewonnen" hat, weil er vorher welches kaufte, sei an Bedeutsamkeit nicht mehr zu unterbieten, - und schon belehrt mich deine o.a. "Information" eines Besseren :roll:
Oder kommt da noch irgendwas an konkreter, sachlicher Kritik nach?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 6. Jun 2022, 19:47
von sybille
Oder kommt da noch irgendwas an konkreter, sachlicher Kritik nach?
Täte mich auch interessieren.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 6. Jun 2022, 21:25
von emil17
Ich versuche eine Brücke zu bauen:
Hier die Kleinen, die ihre Nische gefunden haben und sich darin wohlfühlen, dort die Grossen, die Quadratkilometer nach rationell-wirtschaftlich optimierten Methoden bestellen.

Dazwischen liegen Welten, und jeder der beiden Extreme hätte Grund, aus seiner Sichtweise heraus das Tun des anderen als Mumpitz zu bewerten.

Man kann es ja neutzral bewerten: Wer sein wirtschaftliches Auskommen hat, dabei zurieden ist und weder auf Kosten der anderen noch der Umwelt wirtschaftet, der hat eine Existenzberechtigung.