Ina fragte:
@kraut_ruebe: warst es nicht du, die die Bedürfnispyramide nach Maslow verlinkt hat und meinte, das Bedürfnis nach Anerkennung durch andere sei essentiell?

Nö, das war ich. Und weder ich noch Maslow meinen, es ginge (die ganze Zeit) um die Anerkennung durch andere.
Es geht da darum, dass die "essentiellen Bedürfnisse" genau so "wachsen", wie der Mensch.
Das anfangs Essen das (aller- und einzig)wichtigste ist, die "Sicherheit" durch die Grundversorgung entsteht.
Kleine Babies wollen gefüttert und berührt werden, die müssen nicht mit ihrer "Meinung" anerkannt werden, da haben die noch keinen Bedarf nach.
Danach kommt dann das Gruppen-Ding, die Sache mit den Rollen; da geht es nicht nur um Grundversorgung: die Regeln kennen und ausfüllen können wird fast genaus so lebenswichtig, wie das Essen selber. Weil man halt nur dann sicher zu "Essen" (und den anderen Lebenswichtigkeiten) kommt, wenn ne sichere Gruppe um einen rum ist.
Erst danach kommt dann ein Stadium, wenn alles gut geht, wo auch die eingene Person ("richtig") zählt: das man ne Idee davon hat, was man und wie man was zur Gemeinschaft, zum eigenen Unterhalt beitragen könnte. Ab da kann es dir "Sicherheit" (innere) geben, das zu machen, was du machen möchtest.
Und um das nochmal zu unterstreichen: alle vorigen "Bedürfnisse" bleiben erhalten: man hat immer Hunger, ist immer irgendwie mit anderen vernetzt, muss immer selber schauen, wo man lang will.
Es ändern sich die Relationen dazu, die eigenen Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen.
Jetzt ist dieser "Punkt" aus dem Sinn-Faden hierher gewandert, vielleicht passt er hier ja wirklich besser.
Unsere Gesellschaft krankt, meiner Meinung nach, daran, so "unerwachsen" zu sein.
Alle laufen dem Konsumgedöne hinterher, weil alle andern das auch machen.
Alle merken, dass ihr Bedürfnis nach "Sicherheit" auf die ein oder andere Art unbefriedigt bleibt.
Und kaum einer versucht, es auf "eigene Art" anzugehen.
Oder, anders formuliert: alle versuchen, das auf "eigene Art" anzugehen, aber kaum einer hat dabei "das große Ganze" im Blick:
dass wir hier, auf der Erde, alle in einem Boot sitzen.
Dass wir alle was "eigenes " dazu beitragen; egal, ob im Guten oder im Schlechten. Immer.
Ha, ich kann es nicht lassen: es geht also nicht um "Sicherheit" gegen "Individualismus";
es geht nicht um "Globalisierung" - es geht um die Feinabstimmung.
Es geht darum, dass ALLE ihren Grips (und ihre Gefühle) mal anschalten.
Und der Befriedigung ihrer (Grund)Bedürfnisse so sicher sind, dass sie auch mal nen Tag damit warten können.
Oder, um den (momentanen) Konsens des Sinnfadens aufzunehmen: es sich selber besorgen können.