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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 3. Feb 2022, 18:22
von Benutzer 4754 gelöscht
Tscharlie hat geschrieben: Do 3. Feb 2022, 17:19 Sehr interessant, Tiere nur noch als statistische Kurven zu sehen.

Wir kaufen auch noch da:

Biohof Butz
Macht ja kein Unterschied wo das Fleisch an den Endkunden abgesetzt wird.
Auch das Rind des Betriebes Butz tauch in der Statistik des BMEL auf.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 3. Feb 2022, 23:04
von Rohana
Tscharlie hat geschrieben: Do 3. Feb 2022, 17:03 Hier gibt es eine Biometzgerei die genau das macht, wie Du das beschrieben hast, wie das früher war.
Bio-Metzgerei
"Wie früher" garantiert nicht. Die können sich auch nicht über Gesetze hinwegsetzen. Übrigens wurde früher sicher nicht dermassen geschwurbelt, da wird einem ja ganz anders auf der Website :ua: 100km "kurzer" Transportweg? Sorry, das haben unsere ganz konventionellen Tiere zum Schlachthof in Erlangen auch.
Ansonsten gibt es hier bei uns (in Bayern...) jede Menge kleine und mittlere Metzgereien mit eigener Schlachtung und Warmfleischverarbeitung. Da liegen die Transportwege bei 5-20km, da wird definitiv von Hand gearbeitet... Noch - denn die haben massive Nachfolgerprobleme. Ich frag mich ja ernsthaft warum das niemand machen will wenn's alles so toll ist? :hmm:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 4. Feb 2022, 07:34
von emil17
Manfred hat geschrieben: Do 3. Feb 2022, 08:59 Wenn dieser politische Irrlauf nicht zeitnah aufhört, verlieren wird unsere Grundversorgung mit Nahrungsmitteln und machen uns komplett abhängig von Importen.
Die meisten EU-Länder sind schon seit Jahrzehnten in genau dieser Situation. Der Grundversorgungsgrad mit lebenswichtigen Gütern, wozu auch Dinge wie Autos, Waschmaschinen, Computer, Möbel, Hausrat, Werkzeuge usw. gehören, ist so, dass diese Länder komplett abhängig von Importen sind.
Wenn die Grenzen zu sind, wegen Energiemangel oder (Gott behüte!) politischen Rückfällen in die Vergangenheit, dann wird sich das blitzartig verändern und die Bauern sind wieder Könige - solange sie Diesel für ihre Landmaschinen kriegen, der auch dann nicht vom Inland kommen wird (weshalb Nahrungsmittelautarkie eine Illusion ist).
In der Schweiz beispielsweise mussten im ersten Weltkrieg die Arbeiter einen Kaufkraftverlust von über 50% wegen gestiegenen Nahrungsmittelpreisen hinnehmen, damals waren die Bauern Könige und fühlten sich durchaus nicht verpflichtet, Nahrungsmittel billiger abzugeban als was der Markt hergab, bloss weil das dem Volkswohl dienlich gewesen wäre.
Ich sehe deshalb einen Rückgang der Schweinefleischproduktion um 1/3 nicht als Katastrophe an, eher als Beginn einer Korrektur eines unsinnig hohen und dazu grossteils auf Importen von Futtermitteln beruhenden Fleischkonsums. Mit Nahrungsmittelautarkie hat das nicht viel zu tun.
Das ist natürlich für die tragisch, die davon leben. Dennoch sollte man nicht betriebswirtschaftliche Probleme einer Branche als volkswirtschaftliche Probleme der Gesellschaft darstellen.
Würde man Schweinefleisch so produzieren, wie Schweinehaltung sinnvoll wäre, nämlich als Verwertung von direkt nicht nutzbaren Abfällen, dann hätte der Begriff Veredelungsbetrieb seine eigentliche Bedeutung behalten.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 4. Feb 2022, 08:15
von penelope
emil17 hat geschrieben: Fr 4. Feb 2022, 07:34
Ich sehe deshalb einen Rückgang der Schweinefleischproduktion um 1/3 nicht als Katastrophe an, eher als Beginn einer Korrektur eines unsinnig hohen und dazu grossteils auf Importen von Futtermitteln beruhenden Fleischkonsums. Mit Nahrungsmittelautarkie hat das nicht viel zu tun.
Das ist natürlich für die tragisch, die davon leben. Dennoch sollte man nicht betriebswirtschaftliche Probleme einer Branche als volkswirtschaftliche Probleme der Gesellschaft darstellen.
Würde man Schweinefleisch so produzieren, wie Schweinehaltung sinnvoll wäre, nämlich als Verwertung von direkt nicht nutzbaren Abfällen, dann hätte der Begriff Veredelungsbetrieb seine eigentliche Bedeutung behalten.
Dem kann ich mich nur anschließen.
Und nochmal betonen: auf individueller Ebene tut mir das für jeden, der/die jetzt vor großen wirtschaftlichen Problemen steht sehr leid und ich hoffe wirklich, dass da jeweils eine gute Lösung gefunden werden kann. Und ich hoffe auch, dass sich der Groll jetzt nicht noch weiter gegen "die" Verbraucher oder "die" Gesellschaft richtet, sondern kritisch auf Berater und Bauernverband geguckt wird, die oftmals zu so großen Investitionen geraten haben, die nun leider vielen zum Verhängnis werden.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 4. Feb 2022, 08:47
von Manfred
Dass ihr zwei mit allen Gewalt eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft, das Bodeneigentum in der Hand einiger weniger Großinvestoren, und die Nahrungsmittelversorgung in der Hand einiger weniger Konzerne wollt, ist ja nicht neu...
Es ist so einfach, sich dem Bösen hinzugeben, wenn man für sich selbst eine moralische Rechtfertigung dafür erfinden, und die Realität komplett ausblenden kann.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 4. Feb 2022, 08:55
von wörpedahler
emil17 hat geschrieben: Fr 4. Feb 2022, 07:34 Würde man Schweinefleisch so produzieren, wie Schweinehaltung sinnvoll wäre, nämlich als Verwertung von direkt nicht nutzbaren Abfällen, dann hätte der Begriff Veredelungsbetrieb seine eigentliche Bedeutung behalten.
Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass es in Deutschland streng verboten ist Schweinen "Küchenabfälle" zu verfüttern. Das würde angeblich so weit gehen, dass ich meinem Schwein zum "eigenverbrauch" nicht mal Kartoffelschalen verfüttern dürfte.

Kann einer der Profis hier etwas Licht in die Sache bringen? Sind die Regeln wirklich so strikt?

Ich komme noch aus einer Zeit, als es vollkommen normal was, dass die Schweine im kleinen Bauernhof mit Ferienwohnung (fast) alles bekommen haben, was die Feriengäste stehen gelassen haben: Harte Brötchen, Kartoffelschalen, gekochte Kartoffeln... :opa:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 4. Feb 2022, 09:54
von emil17
Manfred hat geschrieben: Fr 4. Feb 2022, 08:47 Dass ihr zwei mit allen Gewalt eine weitere Industrialisierung der Landwirtschaft, das Bodeneigentum in der Hand einiger weniger Großinvestoren, und die Nahrungsmittelversorgung in der Hand einiger weniger Konzerne wollt, ist ja nicht neu...
Es ist so einfach, sich dem Bösen hinzugeben, wenn man für sich selbst eine moralische Rechtfertigung dafür erfinden, und die Realität komplett ausblenden kann.
Meine Feststellungen, und ich bin nur einer und nicht zwei, haben keinen religiösen Hintergrund.
Weniger Produktion von deutschem, meinetwegen auch schweizerischem, Industriefleisch in Masthallen ist nicht zwingend eine schlechte Nachricht.
Die Entwicklung von vielen Kleinen hin zu wenigen Grossen findet in jeder Branche statt, die sehr produktiv in Massengütern ist.
Sie wird vor allem von den Produzenten selber vorangetrieben (Effienzfalle).
Dass Grossinvestoren die Welt unter sich aufteilen, ist ebenfalls nicht neu und durchaus nicht auf die Landwirtschaft beschränkt.
Bei der gegenwärtigen Wirtschaftsordnung ist es wohl so, dass das ein Spiel ist, in dem es in allen Branchen wenige Gewinner und sehr viele Verlierer geben wird.

Die Unterstellung, ich wolle das und sei deshalb böse, ist gleich zu bewerten wie dass der Meteorologe das von ihm vorhergesagte oder beschriebene Wetter "will". Gibt der sich dem "Bösen" hin, wenn einem sein Wetterbericht nicht passt? Welche Realität blendet er aus, und welche Realität blendet derjenige aus, der ihm diesen Vorwurf macht?

Will man wirklich eine Welt, wo alle immerfort wachsen müssen, indem sie in kürzerer Zeit billiger mehr produzieren und die Kollateralschäden der Umwelt, dem Sozialsystem und zukünftigen Generationen überlassen werden?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 4. Feb 2022, 10:54
von Manfred
wörpedahler hat geschrieben: Fr 4. Feb 2022, 08:55 Ich hatte mal irgendwo gelesen, dass es in Deutschland streng verboten ist Schweinen "Küchenabfälle" zu verfüttern. Das würde angeblich so weit gehen, dass ich meinem Schwein zum "eigenverbrauch" nicht mal Kartoffelschalen verfüttern dürfte.
Auf dem Betrieb eines guten Freundes von mir aus Studienzeiten wurden lange "Speisereste", beim ihm Abfälle aus einer Pizzafabrik, verfüttert.
Die mussten vor dem Verfüttern durch Erhitzen in einem Autoklaven sterilisiert werden.
Dann mussten Sie irgendwann die Lagerung und Sterilisierung von der Schweinehaltung trennen, sprich auf einem extra Grundstück eine Extra Anlage dafür bauen, damit blos garantiert ausgeschlossen ist, dass nicht doch irgendwie ein unsterilisierter Krümel zu den Schweinen gelangt.
Das ging auch nicht lange, dann wurde die Verfütterung von solchen gemischten Speise- und Fabrikationsresten komplett verboten, damit kein tierisches Eiweiß in die Fütterung gelangt.

Heute werden solche Reste zumeist in Biogasanlagen entsorgt.
Was mal in der Küche war, darf nicht an Nutztiere verfüttert werden.
Die Tiere müssten dann strenggenommen entsorgt werden, sprich dürften nicht mehr in den menschlichen Verzehr gelangen.
Bei Privatleuten schaut da keiner hin, bei Bauern wird das streng verfolgt.

Nur für garantiert Sortenreine Reste wie Altbrot aus der Bäckerei oder dem Laden gibt es noch Ausnahmen.
Diese sind in der Futtermittel-Positivliste zu finden.
Kartoffelschalen aus einer Pommesfabrik oder so dürfen vermutlich noch verfüttert werden.
Kartoffelschalten aus einer Küche nicht.

Andere Länder gehen da ganz andere Wege. In Frankreich z.B. wurde vor Jahren in einigen Regionen sogar die private Haltung von Hühnern propagiert und gefördert, um Küchenreste zu verwerten, damit der Anteil von Bioabfällen in den Mülltonnen sinkt.

Bei Allesfressern wie Schweinen und Hühnern, wo zudem auch Kannibalismus, besonders bei Schweinen, normal ist, halte ich solche Regelungen für falsch. Da wird hochwertiges tierisches Eiweiß entsorgt und dafür müssen Ergänzungsfuttermittel in der Mast eingesetzt werden.
Früher hatte fast jedes Wirtshaus einen eigenen Schweinestall, so die Essens- und Getränke- und Küchenreste verwertet wurden.
Die Masse der Bevölkerung auf dem Land hat gleiches mit ihrem Kleinvieh getan.

Aber in D geht es halt nur mit Extremen. Weil in Großbritannien Tiermehl nicht ausreichend erhitzt wurde, muss hier die Fütterung komplett verboten werden...
Immer das gleiche Problem. Einseitige Problemfixierung.

Sieht man ja auch an Emil und Penelope.
Was ihnen nicht gefällt, muss verboten werden. Egal um welchen Preis, sprich welche sonstigen Verwerfungen das verursacht.
Um die kann man sich ja kümmern, wenn sie einem auf die Füße fallen, und dann wieder mit jedem "gelösten" Problem 10 neue schaffen.
Heute wissen wir, dass es ganzheitliche Lösungen braucht.
Aber wissenschaftsfeindliche Menschen hält das nicht davon ab, weiter neue, schlimmere Probleme zu erzeugen, wie bisher. Das ist das größte Manko der Menschheit überhaupt. Falls es irgendwann gelingt, diese frühzeitlich angelegten Denkstrukturen zu überwinden (wenn ein Löwe oder die Nachbarsippe mit den spitzen Stöcken mich in genau diesem Moment töten will, habe ich halt keine Zeit, groß zu überlegen), wird es sehr schnell viel besser.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 4. Feb 2022, 12:03
von emil17
Manfred hat geschrieben: Fr 4. Feb 2022, 10:54 Sieht man ja auch an Emil und Penelope.
Was ihnen nicht gefällt, muss verboten werden. Egal um welchen Preis, sprich welche sonstigen Verwerfungen das verursacht.
Um die kann man sich ja kümmern, wenn sie einem auf die Füße fallen, und dann wieder mit jedem "gelösten" Problem 10 neue schaffen.
Pass bitte mal auf,
diese unqualifizierten Rundumschläge nerven langsam.
Ich habe mich nicht zur Verfütterung von gewerblichen Küchenabfällen geäussert. Was Penelope sagt, ist ihre Sache - ich kenne die Frau nicht persönlich und wenn sie in vielen hier diskutierten Sachen mit mir übereinstimmt, heisst das noch nicht, dass wir konspirativ agieren, sondern nur, dass wir in viele Themen gleiche Ansichten teilen.
Ich habe meines Wissens auch nicht gesagt, was verboten werden soll. Ich habe bloss gesagt, dass ich die Reduktion von industrieller Fleischproduktion noch nicht als schlechte Nachricht empfinde, und warum.
Was das mit gesamtheitlich zu tun haben soll, wurde von dir nicht dargelegt.
Zur gesamtheitlichen Lösungsfindung gehört zuerst einmal, dass man den Andersdenkenden nicht Dinge unterstellt, die sie nicht behauptet haben. Das wäre auch eine Frage des persönlichen Anstandes.
Dass man auf Sachebene hart argumentiert und dass verschiedene Leute andere Sicht auf das gleiche haben, ist normal.
Dass man ihnen deshalb unterstellt, ideologisch verbrämt oder böse zu sein, ist nicht normal.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Fr 4. Feb 2022, 14:14
von Manfred
Emil, mein Bild von dir hängt nicht an wenigen Beiträgen, sondern reift seit Jahren.
Du gehst ab wie Rumpelstilzchen, wenn man dich mit ein paar Worten kritisiert,
und selbst fegst du in einem Nebensatz tausende bäuerliche Existenzen und die daran hängenden Menschen vom Tisch,
nach immer dem gleichen Muster: Propagandistische Abwertung + Vernichtung. Hier: Das sind ja nur Massentierhalter, das kann weg...

Das ist jetzt keine neue Methode, sondern begleitet die Menschheit vermutlich schon fast so lange, wie es sie gibt,
und nicht erst seit der Neubesiedlung der Amerikas oder der Vernichtung der Juden durch die Nazis,
aber die Methode und das Denken bleiben immer das Gleiche und machen es so leicht, in guter Absicht das Böse zu tun.
Und solange die Menschheit das nicht durch ganzheitliches denken überwindet, geht es halt genauso weiter, egal welche Rechtfertigung gerade herhalten muss.