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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 17. Jan 2022, 10:55
von penelope
Post hat sich durch Svens edit erledigt. ;)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 17. Jan 2022, 11:25
von emil17
Die Ideen finde ich gut, aber konkret muss man das den Fachleuten aus der Landwirtschaft und den anderen relevanten Wissenschaften überlassen. Ich will ja dem Maler auch nicht dreinreden, welchen Pinsel er verwenden soll, wenn er meine Wohnung streicht. Dafür ist er Fachmann. Kritereien "von aussen" sind Umweltbelastung und Nachhaltigkeit und dafür soll es selbstverständlich auch Förderung geben. Hoffnung besteht, weil endlich Umwelt- und Landwirtschaft nicht mehr getrennte Ministerien sind.
Das mit alten Rassen, die schlechtes Weideland noch ausnützen können, ist ein Problem. Offenbar lohnt es sich mehr, weniger Stück Hochleistungsvieh zu halten, die dann auch entsprechend gefüttert werden müssen, und andersrum versucht man, die Verbrachung schlechter Weideflächen durch Bewirtschaftungsbeiträge aufzuhalten.
Das läuft auch anderweit so: Unqualifizierte Stellen werden sogar beim Staat durch Roboter ersetzt, und die Leute, die es gibt und die nur das können, liegen dann dem Sozialamt auf der Tasche.
Rohana hat geschrieben: Mo 17. Jan 2022, 09:32 Abhilfe schafft der Verzicht nicht, denn wenn wir es nicht kaufen wird es jemand anderes tun.
Das geht so nicht, denn die anderen sagen das auch. Deshalb muss man zuerst vor der eigenen Türe kehren, bevor man auf die anderen zeigt. Für die Produzenten heisst das, in Vorleistung gehen und nicht auf Subventionen warten. Wenn einer das freiwillig macht, obwohl es erst einmal produktionserschwerend ist, wird er dadurch glaubwürdiger, als wenn er es nur wegen dem Geld macht.
"Wieso kauf ich eine Fahrkarte wenn andere schwarz fahren" funktioniert ja auch nicht, und mit der Zigarre im Mund kann man anderen schlecht vom Rauchen abraten.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 17. Jan 2022, 12:47
von Rohana
emil17 hat geschrieben: Mo 17. Jan 2022, 11:25 Für die Produzenten heisst das, in Vorleistung gehen und nicht auf Subventionen warten. Wenn einer das freiwillig macht, obwohl es erst einmal produktionserschwerend ist, wird er dadurch glaubwürdiger, als wenn er es nur wegen dem Geld macht.
Du hast vergessen, dass wir alle von dem Geld leben - im Grund "machen" wir das alle "wegen dem Geld"! Derowegen MUSS es wirtschaftlich sein. Sonst ist es Hobby, was ja völlig legitim ist für Leute die das Geld über haben... aber ja, der Trend geht zum Nebenerwerb. Frag dich mal warum ;)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 17. Jan 2022, 19:10
von Benutzer 4754 gelöscht
Ab nächstem Jahr kann man Stickstoffdünger der ohne fossile Energie hergestellt wurde kaufen.

Spätestens wenn sich das durchzusetzen beginnt, hat der Ökolandbau ein großes Argument verloren. Denn dann fallen die meisten CO2 Emissionen des konventionellen Ackerbaus weg.

https://www.agrar-presseportal.de/landw ... 32072.html

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mo 17. Jan 2022, 20:57
von emil17
Rohana hat geschrieben: Mo 17. Jan 2022, 12:47 Du hast vergessen, dass wir alle von dem Geld leben - im Grund "machen" wir das alle "wegen dem Geld"! Derowegen MUSS es wirtschaftlich sein. Sonst ist es Hobby, was ja völlig legitim ist für Leute die das Geld über haben... aber ja, der Trend geht zum Nebenerwerb. Frag dich mal warum ;)
Ich habe das nicht vergessen. Nur, wenn man sich nicht mehr die geringste Kreativität im Beruf leisten kann, weil es sich dann nicht mehr rechnet, dann ist man doch nur noch der Knecht seiner eigenen Betriebsrentabilität ... Da ist es doch besser für das eigene Wohlbefinden, das mit weniger Rentabilitätsdruck im Nebenerwerb zu machen und die Freude daran zu behalten.
Rentabilität hilft ja auch nicht, seit Jahrzehnten werden alle immer effizienter und es wird trotzdem nicht besser.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Di 18. Jan 2022, 17:54
von sybille
emil17 hat geschrieben: Mo 17. Jan 2022, 20:57 Ich habe das nicht vergessen. Nur, wenn man sich nicht mehr die geringste Kreativität im Beruf leisten kann, weil es sich dann nicht mehr rechnet, dann ist man doch nur noch der Knecht seiner eigenen Betriebsrentabilität ... Da ist es doch besser für das eigene Wohlbefinden, das mit weniger Rentabilitätsdruck im Nebenerwerb zu machen und die Freude daran zu behalten.
Rentabilität hilft ja auch nicht, seit Jahrzehnten werden alle immer effizienter und es wird trotzdem nicht besser.
Absolut! Wenn jetzt das Argument kommt nichts anderes gelernt zu haben ist das Unfug. Quereinsteiger werden immer gesucht.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 00:19
von Rohana
Äh... ihr wollt mir ernsthaft sagen dass es normal sein soll, sein Geld woanders zu verdienen um dann im Nebenerwerb zu wirtschaften? Sorry, macht ihr euren Beruf auch zum Hobby und geht nebenher arbeiten? :hmm: :lala: :bang: :dreh:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 07:32
von emil17
Wenn ich feststellen müsste, dass ich mich ohne jede Kreativität nur noch abschinde, um über die Runden zu kommen, wenn ich der Finanzen wegen zu viele Dinge nicht so machen kann, wie ich eigentlich will: ja

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 08:59
von Rohana
Haja. Das passt wenigstens zur Aussage von Cem die ich gestern im Radio gehört habe, vonwegen man will die Landwirtschaft umbauen, und Umwelt, Natur, yadayada, Soziales, Öko, hastenichtgesehn. Das einzige wovon gar nicht die Rede war: Lebensmittelproduktion. Also freue ich mich drauf dass wir in einigen Jahren alle nur noch Blümchenwiese machen und Geld für's Nixtun bekommen!
:ohm:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 19. Jan 2022, 09:19
von emil17
Ihr sollt kein Geld fürs nixtun kriegen. Die Idee ist ja gerade, Subventionen an gesellschaftsrelevante Leistungen zu binden, die nicht über den Produktpreis abgegolten werden. Die erbringt ein Schweinemastbetrieb wenig oder gar nicht, der die maximal zulässige Güllemenge ausführt und gerne Sondergenehmigung für noch mehr hätte, ein Bergbauer hingegen sehr wohl.
Produktion notwendiger Güter alleine erfüllt das Kriterium nicht, denn Schrauben und Schuhläden sind auch wichtig für die Gesellschaft und trotzdem kriegen die nix extra dafür, bloss weil sie das machen und davon zu leben versuchen.
Lebensmittelproduktion könnt ihr schon, und zwar so gut, dass die Waren viel zu billig sind. Sagt ihr ja dauernd selber. Wenn die Produktion etwas zurückgefahren wird, steigen die Preise und das ist in diesem Fall für alle gut. Wenn man die Produktion weiter fördert, sinken die Preise, die Qualität verbessert sich nicht, weil Menge die Rendite machen muss, die Umweltbelastung steigt weiter und das ist vor allem der Ruin der Kleinen.
Das war die Entwicklung der letzten Jahrzehnte und das sage ich als Laie, von aussen gesehen und ohne Rücksicht auf betriebswirtschaftliche Probleme.