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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 16. Jan 2022, 08:43
von emil17
Manfred hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 14:20
@Emil: Wenn du nicht verstehen willst, dass die Zerstörung von Regenwäldern, also der artenreichsten Landbiotope, die Zerstörung unserer heimischen Böden, der wirkungsgeringe Einsatz von Naturschutzmitteln, der Zwang, Grünland pflügen zu müssen, damit kein Dauergrünland entsteht, die Zerstörung der Weidewirtschaft durch die unkontrollierte Ausbreitung der Wölfe, die Zerstörung der Landwirtschaftlichen Kreislaufwirtschaft, die Verhinderung von Zwischenfruchtanbau etc. etc. der Natur schaden, dann ist dir nicht zu helfen.
Ich erwarte eigentlich konkrete Antworten auf konkrete Vorwürfe deinerseits, nicht pauchale Vorwürfe wegen anerkannten oder behaupteten Missständen. Der Vorwurf war: "Die Regierungen und diverse NGOs behindern massiv die Entwicklung hin zu besseren Methoden.
Die Nationalparks in den spröden Klimaten gelten unter Fachleuten inzwischen als Extrembeispiele für zerstörende Misswirtschaft. "
Tatsachen sind, dass Regenwälder eher deshalb abgeholzt werden, weil die Landwirtschaft in den Industrieländern Futtermittel zur "Deckung der Eiweisslücke" importiert, die auf gerodeten Flächen angebaut werden, und so mithilft, dden Bedarf nach gerodeten Flächen zu erzeugen. Kauf der Flächen durch NGOs ist eine Massnahme, um wenigstens Restflächen zu erhalten.
Das andere ist Bullshit oder Ansichtssache oder Gegenstand politischer Diskussionen; Vollzugsbhörden für solche Anliegen sind die landwirtschaftlichen Behörden, nicht die NGOs. Dass in Sachen Wölfe einiges schief läuft, ist offensichtlich, dass deshalb die NGOS für die Zerstörung der Weidewirtschaft verantwortlich sein sollen (wie ist es mit den grossen Weideflächen in Gebieten, wo es gar keine Wölfe gibt?), ist Unsinn.
Manfred hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 14:20
Dass du nicht mehr von deinem ideologischen Ross zu kriegen bist, ist mir völlig klar.
Ich stelle nur fest, dass du konkrete Rückfragen auf pauschale Rundschläge, die von Dir kommen, nicht beantwortest, sondern dem Diskussionsgegner ideologische Verblendung unterstellst, sobald konkrete Fragen kommen. Zielführende Diskussion geht anders.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 16. Jan 2022, 11:26
von Rohana
emil17 hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 08:43
Tatsachen sind, dass Regenwälder eher deshalb abgeholzt werden, weil die Landwirtschaft in den Industrieländern Futtermittel zur "Deckung der Eiweisslücke" importiert, die auf gerodeten Flächen angebaut werden, und so mithilft, dden Bedarf nach gerodeten Flächen zu erzeugen. Kauf der Flächen durch NGOs ist eine Massnahme, um wenigstens Restflächen zu erhalten.
Vielleicht sollten sich die NGOs lieber darum bemühen den Landwirten dabei zu helfen im Inland die Eiweisslücke zu schliessen statt Regenwald zu kaufen

abgesehen davon: Es ist doch wurscht was wo nachgefragt wird, solange dort die Ressource Ackerland durch Raubbau am Wald abzugreifen ist, wird es Leute geben die das tun, Eiweisslücke hin oder her. Also etwas kurz gedacht das den deutschen Landwirten in die Schuhe schieben zu wollen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 16. Jan 2022, 11:34
von Manfred
Rohana hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 11:26
Vielleicht sollten sich die NGOs lieber darum bemühen den Landwirten dabei zu helfen im Inland die Eiweisslücke zu schliessen statt Regenwald zu kaufen
Das würde ja ihr zerstörerisches Geschäftsmodell zunichte machen.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 16. Jan 2022, 11:42
von Manfred
Ferry hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 21:36
Aber ob man pauschaliert oder nicht entscheidet man doch selber, oder?
Ja. Weiter zu pauschalieren macht natürlich nur Sinn, wenn man unter Berücksichtigung des Verwaltungsaufwands und der Umsatzsteuer-Zu- und Abgänge einen Vorteil gegenüber dem Optieren hat.
Das ändert aber nichts daran, dass die 4.400 Euro Einnahme und damit auch 4.400 Euro Gewinn weg sind.
Ich als "Landschaftspfleger" bin von Anfang an Optierer, weil meine Ausgaben fast alle umsatzsteuerpflichtig sind, die Ausgleichszahlungen aber ohne Umsatzsteuer. Entsprechend kann ich in den meisten Jahren mehr Umsatzsteuer absetzen als ich einnehme.
Ihr wertet vermutlich auch pauschalieren?
Oder fallt ihr unter die Kleinunternehmerregelung?
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 16. Jan 2022, 11:51
von Eule
Rohana hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 11:26 Also etwas kurz gedacht das den deutschen Landwirten in die Schuhe schieben zu wollen.
tut doch hier auch Keiner..., die Landwirte kaufen "günstig" Kraftfutter dazu, weil's verfügbar ist. Wäre es nicht verfügbar, könnten sie es nicht kaufen, hätten weniger "Ertrag", das Angebot würde unter die Nachfrage sinken, die Preise würden steigen, was politisch nicht gewollt ist, sonst würde man umweltschädliche Importe unterbinden.
Das gilt für viele Branchen, aber ganz besonders in der Landwirtschaft, und auch nicht nur in Deutschland. "panem et circenses" ist seit 2000 Jahren politisches Elementarwissen

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 16. Jan 2022, 11:54
von Eule
Manfred hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 11:42
Oder fallt ihr unter die Kleinunternehmerregelung?
Ferry hat geschrieben: Sa 15. Jan 2022, 17:13
Das weis man ja aber bei der Berechnung des Preises den man veranschlagt. Wir sind vom Umsatz her kein Kleinstunternehmen mehr, leider.
Wir zahlen Umsatz- und Einkommenssteuer.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 16. Jan 2022, 11:55
von Manfred
Ein schönes Beispiel zum Thema kurzsichtiges und weitsichtiges Denken:
https://www.facebook.com/photo/?fbid=47 ... 3131618160
Kursfassung auf Deutsch:
Im zweiten Weltkrieg sind die Alliierten auf die Idee gekommen, die Position der Einschusslocher in den zurückkehrenden Flugzeugen statistisch auszuwerten und Stellen mit besonders häufigen Einschüssen zu verstärken, um die Überlebenschancen der Flugzeuge zu verbessern.
Das ging so lange, bis der Mathematiker Abraham Wald sein Gehirn benutzt und angemerkt hat, dass in der Statistik unterproportional viele Einschüsse in Cockpit, Motoren und Heck erfasst wurden, weil die Flugzeuge, die dort getroffen wurden, mit höherer Wahrscheinlichkeit nicht zurückkehrten.
Dann hat man das Programm auf den Kopf gestellt und diese tatsächlich kritischen Bereiche besser gepanzert.
Genau diese Situation haben wir heute mit den NGOs und hellen Köpfen wie Allan Savory.
Nur dass wir das Programm noch nicht umgekrempelt haben, sondern weiter Milliarden für die unkritischen Teile verprassen und munter Ökosysteme krepieren lassen...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 16. Jan 2022, 12:37
von penelope
Immer zu fragen, wer nun Schuld an was ist lenkt doch nur von dem eigentlichen Problem ab: Produktion UND Konsum von tierischen Lebensmitteln in dem Ausmaß, den wir aktuell im Schnitt in den Industrienationen haben, ist nicht nachhaltig und verträglich zu gestalten. Das ist weder gesund für den Planeten, noch für das Individuum.
"Die NGOs", die Manfred vermutlich meint (ich nehme mal an Greenpeace, Welthungerhilfe, BUND usw. - EIKEev z.B. ist ja auch eine NGO) scheuen sich immerhin nicht, das auch so auszusprechen - im Gegensatz zu auf Wählerstimmen angewiesene Politiker*innen.
Es ist dann halt eine Frage des individuellen Mindset ob man annimmt, dass eine Angewohnheit, die ein eher kleiner Teil der Menschheit erst seit wenigen Jahrzehnten hat, unveränderlich und eben gegeben ist, oder ob man eine Chance sieht, dass sich das auch wider ändern könnte.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 16. Jan 2022, 13:28
von Manfred
penelope hat geschrieben: So 16. Jan 2022, 12:37
Produktion UND Konsum von tierischen Lebensmitteln in dem Ausmaß, den wir aktuell im Schnitt in den Industrienationen haben, ist nicht nachhaltig und verträglich zu gestalten. Das ist weder gesund für den Planeten, noch für das Individuum.
Das ist wieder so eine ideologische Aussage, die jede sachlichen Grundlage entbehrt.
Man mag über die Art und Weise eines Teiles der heutigen Tierproduktion streiten können und über ihre räumliche Verteilung,
aber die Aussage, das Ausmaß und der Konsum tierischer Lebensmittel sein nicht nachhaltig und verträglich ist schlicht und ergreifend falsch.
Um unsere landwirtschaftlichen Nutzflächen in D wieder naturnah im Kreislaufwirtschaft nutzen zu können, müssen wir unsere Tierhaltung zwar umbauen, weg von Getreidefressen hin zu Raufutterfressen, den Viehbestand dabei aber ca. verdoppeln.
Und schau dir die tierische Ernährung von Hirtenvölkern wie den Massai oder Jägervölkern wie den Inuit (bevor sie von der Zivilisation überrollt wurden) an, oder die sogenannte Mittelmeerdiät.
Ein hoher Anteil tierischer Nahrungsmittel sind nicht das Ernährungsproblem, sondern kurzkettige Kohlehydrate, Süßstoffe, gehärtete Fette und Bewegungsmangel.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: So 16. Jan 2022, 13:35
von Winnie07
Aber Manfred, ich denke es gibt mittlerweile einfach zu viele Menschen auf zu kleinem Raum, daher würde ich das nicht mit den Inuit vergleichen, nun mal ganz abgesehen vom gesundheitlichen Aspekt.