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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 12. Jan 2022, 13:42
von Manfred
Die Küken-Nicht-Tötungs-Geschichte ist auch klasse angelaufen.
Da die Anlagen zur Früherkennung im Ei nicht wirtschaftlich sind, werden jetzt männliche Legenhennenküken zur Tötung ins benachbarte Ausland gekarrt. Völlig legal. Von dort werden sie dann als Futterküken reimportiert. So müssen wenigstens nicht mehr Mäuse zu Fütterungszwecken aufgezogen werden und die unwirtschaftliche und klimaschädliche Bruderhahnaufzucht wird auch eingespart.
Aber zusätzlichen LKW-Verkehr und zusätzliche Kosten bedeutet es halt...
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 12. Jan 2022, 15:51
von Manfred
Die Niederlande investieren weitere 25 Mrd. Euro in ein Ausstiegsprogramm zur Reduzierung der Intensivtierhaltung.
https://www.topagrar.com/management-und ... 99383.html
Aus meiner Sicht eine faire Lösung. Der Staat dort hatte wie hier die Intensivtierhaltung jahrzehntelang als das Zukunftsmodell beworben und gefördert.
Hier in D macht es sich die Politik einfach. Man erklärt die Landwirte zu Untermenschen und triebt sie in die Pleite.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 12. Jan 2022, 15:52
von Manfred
Der bayerische Rundfunk hat das Thema Kükentöten auch wieder aufgegriffen:
https://www.ardmediathek.de/video/unser ... DM2ZGYxMQ/
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 12. Jan 2022, 16:17
von emil17
Manfred hat geschrieben: Mi 12. Jan 2022, 13:42
... werden jetzt männliche Legenhennenküken zur Tötung ins benachbarte Ausland gekarrt. Völlig legal. Von dort werden sie dann als Futterküken reimportiert.
Eine unternehmerische oder rechtliche Konstruktion, die nur der Umgehung bestehender Gesetze gilt, ist nicht vertretbar.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 12. Jan 2022, 16:19
von emil17
Manfred hat geschrieben: Mi 12. Jan 2022, 15:51
Man erklärt die Landwirte zu Untermenschen
Bitte überlege was du schreibst und welche Worte du verwendest.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 12. Jan 2022, 17:34
von Rohana
emil17 hat geschrieben: Mi 12. Jan 2022, 16:17
Manfred hat geschrieben: Mi 12. Jan 2022, 13:42
... werden jetzt männliche Legenhennenküken zur Tötung ins benachbarte Ausland gekarrt. Völlig legal. Von dort werden sie dann als Futterküken reimportiert.
Eine unternehmerische oder rechtliche Konstruktion, die nur der Umgehung bestehender Gesetze gilt, ist nicht vertretbar.
Aber wenn's legal ist?
Ganz ehrlich, ich finde die Quadratierung des Kreises, die mit dem Kükentöten verlangt wird, mehr als fragwürdig. Aktuelle Verfahren schaffen die Geschlechtsbestimmung im Ei ab Tag 9 wenn ich das richtig im Gedächtnis hab, es wird aber bis Tag 6 verlangt weil danach ja möglicherweise der Embryo etwas spüren könnte

Das, was die Politik da macht, ist schlichterweise eine Verlagerung der Legehennen-Produktion ins Ausland.
Siehe auch der Link von Manfred (
https://www.ardmediathek.de/video/unser ... DM2ZGYxMQ/)
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Mi 12. Jan 2022, 18:20
von sybille
Das, was die Politik da macht, ist schlichterweise eine Verlagerung der Legehennen-Produktion ins Ausland.
Das macht ja auch Sinn da im Ausland ja auch noch Käfighaltung erlaubt ist was billige Eier verspricht. *Ironie aus.
Spielen wir eben weiter den Saubermann und das dumme Volk glaubt daran.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 13. Jan 2022, 21:53
von Sven2
https://www.agrarheute.com/management/a ... gen-589278
Ein Artikel darüber, dass Russland durch den Rückgang von Permafrostgebieten mehr Anbaufläche hinzugewinnen kann.
Eine Frage an die Landwirte:
Es wird im Artikel erwähnt, dass Russland und die USA im Vergleich zu Deutschland und der Ukraine massiv weniger dt/ha ernten. Das wird dort "extensiverer" Anbau genannt und indirekt wird auf technologischen Unterschied (evtl ältere Technik?) Und den Düngereinsatz hingewiesen.
Gibt's da Unterschiede in der Anbautechnik? Oder noch andere Faktoren? Ich weiß nur, dass es da riesige Felder gibt. Sind die Böden in Europa einfach besser? Von der Ukraine hab ich das schon gehört, dass die Region sehr fruchtbar ist, von Deutschland hier gelesen. Ich weiß gerade echt nicht, nach was ich suchen kann um die Infos zu finden.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 13. Jan 2022, 22:46
von Rohana
Liegt in einigen Gegenden vor allem am Klima, sowohl was Russland als auch die USA angeht. Auch die Intensität des Anbaus ist bei uns deutlich höher - wobei wir aber auch die besseren klimatischen Voraussetzungen haben.
Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion
Verfasst: Do 13. Jan 2022, 23:10
von Manfred
Sven2 hat geschrieben: Do 13. Jan 2022, 21:53
Gibt's da Unterschiede in der Anbautechnik? Oder noch andere Faktoren?
In den klassischen "Kornkammern" der ehemaligen Sowjetunion gab es nach Wende einen starken Ernteertragszuwachs, durch bessere Bewirtschaftung und Ausgleich von Nährstoffmängeln.
Die neu dazu kommenden Flächen unterliegen meist starken klimatischen Einschränkungen mit ungünstiger Temperatursumme und Niederschlagsverteilung.
In Teilen Kanadas schneit es oft schon während der Getreideernte. Teilweise kann Getreide nur angebaut werden, wenn es vor der Ernte
chemisch oder mechanisch sikkatiert wird, weil die Zeit für eine natürliche Trocknung auf dem Halm nicht reicht. (So wurde es früher auch in den Alpen gemacht, als in den Hochlagen noch auf kleinen Feldern Brotgetreide gebaut wurde.)
Wintergetreide kann nicht angebaut werden, weil es im Winter erfrieren würde und weil durch die späte Ernte die Flächen nicht rechtzeitig bestellt werden könnten. Eine intensivere Düngung ist dann auch nicht möglich, weil das die Abreife verzögert.
Und wenn dann im Sommer auch noch das Wasser knapp ist, wie unter Kontinentalklima häufig der Fall, hat man in Summe halt viel geringere Erträge je ha.
Es gibt nur wenige Regionen mit ähnlich guten Bedingungen für den Getreideanbau wie in Mitteleuropa. Deshalb muss ja anderswo so viel Fläche neu urbar gemacht werden, wenn wir hier stilllegen.