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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 1. Jan 2022, 18:33
von emil17
Manfred hat geschrieben: Sa 1. Jan 2022, 12:44 "Schulze: Förderung des Ökolandbaus nicht mehr finanzierbar"

https://www.zeit.de/news/2021-12/31/sch ... nanzierbar
Komisch. Wenn ich das google - Zeit sehe ich nur mit Bezahlabo online - dann heisst das
"Schulze: Förderung des Ökolandbaus nicht mehr finanzierbar wie bisher"
Zwei kleine Wörtchen am Schluss nicht mitzitiert, und es heisst etwas ziemlich anderes.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 1. Jan 2022, 18:50
von Manfred
"Es könne auch nicht sein, dass ein Bereich ausschließlich aufgrund von Subventionierung am Leben erhalten bliebe. «Irgendwann müssen gewisse Dinge auch einigermaßen von alleine funktionieren», so der Minister."

Die Mittel für die Agrarförderung werden halt wie von mir erwartet nicht nennenswert mehr und durch die Inflation sehr schnell entwertet.
Die Bundesregierung will 30% Ökolandbau erreichen, aber dafür nicht mehr Geld ausgegeben.
Die paar Euro, die die bisher ca. 10% Ökolandwirte erhalten, müssen also durch 3 geteilt werden und dieses Drittel wird wohl weiter einen zweistelligen Prozentsatz pro Jahr an Kaufkraft verlieren.

Da aktuell schon ein guter Teil der Biobetriebe nur wegen der höheren Flächenprämie umgestellt hat, besonders in den Grenzertragsregionen, frage ich mich halt, die die 30% erreicht werden sollen.
Hier im Ort hat erst wieder ein Biobetrieb die Tierhaltung aufgegeben und optimiert nur noch Prämien. Der wird dann bald ganz aufgeben und verpachten.
Auch bei mir sind die Perspektiven schlecht. Ich habe zwar einen der wirtschaftlichsten Mutterkuhbetriebe in Bayern, aber trotzdem reichen die Gewinne nicht, um Kapitaleinsatz und Arbeitszeit auch nur halbwegs angemessen zu entlohnen, und das anhaltend seit Jahren und entgegen all meiner Bemühungen, die Kosten zu senken und die Arbeit zu rationalisieren.
Um die explodierenden Kosten zu decken, bräuchten wir mind. 50% mehr Geld und nicht 2/3 weniger.
Aktuell ist für mich in keiner Weise abzusehen, wie sich die nächsten Jahre die Agrarmärkte durch die politischen Eingriffe verwerfen werden. Klar ist nur, dass wir international nochmal massiv an Wettbewerbsfähigkeit verlieren und unsere Kosten massiv steigen werden. Gleichzeitig verlieren die Verbraucher an Kaufkraft und werden verstärkt zu mögl. billigen Produkten greifen.
Wir werden von der ideologischen Politik zerrieben.
Und wie man im Thema Newsticker zur Energiewende nachlesen kann, kriegen das jetzt verstärkt auch andere Branchen zu spüren und geben auf oder wandern aus Deutschland ab.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 1. Jan 2022, 18:51
von penelope
Zu der Nachricht aus der Zeit: In Deutschland kann man das komplett lesen. Es geht um eine spezielle Situation in Sachsen-Anhalt. Dort gab es gerade einen Regierungswechsel von einer grünen Agrarministerin zu einem CDU-Agrarminister. Der will zukünftig Ökolandbau auf Landesebene nicht mehr so stark fördern, wie seine Vorgängerin. Also ziemlich genau das, was den jeweiligen Wahlprogrammen entspricht und was zu erwarten war.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 1. Jan 2022, 18:59
von Manfred
Die Form der Umsetzung der neuen EU-Agrarregelungen in D haben die Grünen sowohl im Bundestag im Dezember als auch vorher auf EU-Ebene mit beschlossen, und damit den Ökolandbau und die extensive Grünlandwirtschaft massiv geschwächt.
Erzähl mir da nix von Wahlprogrammen...

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 1. Jan 2022, 20:02
von emil17
Mir ist schon klar, dass aus deiner Sicht die Grünen an allem schuld sind, was in der Landwirtschaft schief läuft.

In Sachsen war es ja, wie ich eben erfahre, ein CDU-Mann, der die Förderung für den Ökolandbau zurückfährt.

Man gestatte mir deshalb die Frage: Wer hatte das denn auch noch mit beschlossen und damit (ich zitiere) dem Ökolandbau massiv geschadet? Da die Grünen eine Partei mit knapp 15% Wähleranteil sind, müssen da noch massiv andere mitbeschlossen haben, sonst wäre so ein Beschluss nicht zustandegekommen.
Sind diese anderen auch mitschuldig an der Misere und falls ja, warum werden sie nicht erwähnt?
Ich möchte bloss verstehen, wie man zu dieser Aussage kommt.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 1. Jan 2022, 21:01
von Manfred
Die grünen hatten im Wahlkampf angekündigt, der besagte Regelung im Bundestag nicht zuzustimmen und sie nach der Wahl um Vorteil der Bio- und Grünlandbetreibe zu ändern.
Nicht wenige Biobauern haben genau deshalb die Grünen gewählt.
Der stärkste Widerstand kam zudem aus Bayern. Kaniber hat bis zum Schluss versucht, entsprechende Korrekturen zu erreichen.

Ich weise seit Jahren darauf hin, dass die Grünen in steter Regelmäßigkeit Regelungen unterstützen und beschließen, die genau das Gegenteil dessen bewirken, was die Grünen laut Wahlprogramm angeblich erreichen wollen.
Nicht ohne Grund ging gleich einer der ersten Auftritte der Außenministerin aus der "Friedenspartei" massiv gegen Russland.
Ich wiederhole meine Prognose nochmal: Wir werden in dieser Legislaturperiode einen massiven Schwund an landwirtschaftlichen Betrieben, besonders kleinen Familienbetrieben, und eine Umverteilung weiterer Agrargelder an einschlägige NGOs, Kontrollindustrie, Behördenarbeitsplätze etc., sprich die grünen Spender und Parteigänger, sehen.
Ein beschleunigter Strukturwandel hilft bei der angestrebten Umverteilung.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 1. Jan 2022, 21:09
von penelope
In den Artikel aus der Zeit, der oben verlinkt es, geht es nur um Landespolitik in Sachsen-Anhalt. Dort gab es vorher eine Koalition aus CDU, SPD und Grünen und seit letztem Jahr gibt es eine Koalition aus CDU, SPD und FDP. Im Rahmen der neuen Koalitionsbildung ging das Landwirtschaftsministerium von den Grünen an die CDU. Der neue CDU-Mann gibt halt nun ein Interview, und betont, was vorher alles schief gelaufen ist und was er nun besser macht. Die Regelungen vorher hat aber ebenso die CDU mitgetragen. Wenn man mal den Artikel zu Ende liest, geht es nur um minimale Änderungen. Den speziellen Artikel würde ich absolut nicht hoch hängen, der hat halt nur eine populistische Überschrift.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 1. Jan 2022, 22:01
von Manfred
Die Auslöschung diverser Betriebe kann man natürlich als minimale Änderung bezeichnen.
Für die Betroffenen ist sie das nicht.
Ich gehe davon aus, dass du schlicht und ergreifend nicht verstehst, wovon du redest.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 1. Jan 2022, 22:13
von Manfred
China ist uns auch bei der Insektenproduktion voraus.
Während in Bayern innerhalb von 3 Jahren ein Startup einen Modellbetrieb für die Produktion von Larven der Soldatenfliege errichtet hat,
wurden in China mal eben mehrere Großbetriebe aus dem Bodengestampft, die mit Milliarden von Schaben die Lebensmittelabfälle von Millionenstädten in Eiweißfutter für Nutztiere veredeln:

https://www.facebook.com/watch?v=359432361549061

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Sa 1. Jan 2022, 23:24
von Sven2
Ich kann da Video nicht anschauen, aber ist es bei uns nicht relativ Neu, dass es erlaubt ist Insekten zu verfüttern? China hat da bestimmt eine andre Rechtslage