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Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 24. Nov 2021, 17:30
von penelope
Das der Strukturwandel hin zu immer größeren Betrieben sehr wahrscheinlich weitergehen wird, nehmen wohl so ziemlich alle hier an.

Aber dass "die Grünen" in irgendwelchen ominösen Kreisen beraten sollen, dass es nur noch eine bestimmte Anzahl von Betrieben geben soll, wo doch hier vor kurzem gerade noch sehr ausgiebig auf "die Grünen" mit ihrer naiven Vorstellung der Bullerbü-Landwirtschaft geschimpft wurde.... Also Hauptsache "die" sind die Bösen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 24. Nov 2021, 18:07
von Manfred
emil17 hat geschrieben: Mi 24. Nov 2021, 17:21 Wie das dann geht, hat man ja im von Dir verlinkten Beitrag über die Gemüseproduzenten lesen können.
Was verstehst du an dem Beitrag nicht?

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 24. Nov 2021, 21:08
von emil17
Manfred hat geschrieben: Mi 24. Nov 2021, 18:07 Was verstehst du an dem Beitrag nicht?
Am Beitrag verstehe ich alles.
Was ich nicht verstehe: Seit 50 Jahren wird auf Teufel komm raus intensiviert und rationalisert, und die Lage der Betriebe wird immer schlechter.
Entweder stimmt das nicht und Jammern gehört dazu, oder man sollte vielleicht mal die Strategie überdenken.
Wenn ein Betrieb sich vergrössert und noch effizienter wird, aber weiterhin nur an einen Grossabnehmer liefern kann, dann wird der halt noch ein paar Cent weniger zahlen, und nichts hat sich geändert. Also hift grösser und effizienter alleine nicht.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 24. Nov 2021, 21:14
von sybille
Bei uns gibt es den wahren Spruch "Auf ein Pferd kannst Du nicht setzen. Du musst schon mehrere in Deinem Stall haben oder etwas ganz anderes machen."

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 24. Nov 2021, 21:44
von Manfred
emil17 hat geschrieben: Mi 24. Nov 2021, 21:08 Also hift grösser und effizienter alleine nicht.
Diese Betriebe sind halt trotz ihres Wachstums viel zu klein für die heutigen Anforderungen.
Es gibt einige, die viel schneller gewachsen sind, und heute auf Augenhöhe mit den Handelsketten direkt verhandeln können.
Aber die müssen dann halt x LKW-Ladungen täglich liefern können, termingerecht und direkt in die Verteilzentren.
Fast alle anderen sind Preisnehmer und damit beliebig erpressbar.
Und dann gibt es halt die im Artikel erwähnten Nischenbrüter, die in Segmenten tätig sind, die für die großen Ketten nicht interessant sind.

Was daran willst du jetzt den Landwirten vorwerfen?
Das einzige, was sie sich vorwerfen können, ist dass sie als Unternehmer zu spät vom toten Ross steigen. Aber so ist das halt, wenn man ein unternehmerisches Risiko eingegangen ist, und es in die falsche Richtung los geht.

Von der Politik ist das so gewollt. Wollte sie es nicht, würde sie einen anderen Rechtsrahmen schaffen.
Das werden aber auch die neuen grünen Minister nicht tun.

Kurz nachdem ich obigen Beitrag zur Inflation geschrieben hatte, ist wie schon mehrfach dieses Jahr kurz nach Büroschluss ein Mail meines größten Lieferanten gekommen mit einer Preiserhöhung für das gesamte Sortiment, gültig ab sofort.
Dazu auch gleich noch eine Erhöhung der Frachttarife.
Bezogen auf die Katalogpreise 2020 haben wir jetzt im Stahlbereich eine Preiserhöhung von insgesamt 45%, in weniger als einem Jahr.
Da bin ich mal gespannt, ob nächstes Jahr dank der Grünen auch die Ausgleichszahlungen um 45% steigen werden.
Beim Dünger sind es dieses Jahr mehrere 100%. Aber den brauche ich ja zum Glück nicht zu kaufen.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Mi 24. Nov 2021, 21:46
von Manfred
Nachtrag:
Gestern habe ich die Rechnung fürs jährliche Mistfahren durch den Lohner bezahlt.
Hier betrug die Preissteigerung 46,9% gegenüber dem letzten Jahr.

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 25. Nov 2021, 00:53
von Manfred
ARD-Reportage "Kampf ums Ackerland"
Es geht darum, wie Großinvestoren das Agrarland in Deutschland aufkaufen.

https://www.ardmediathek.de/video/dokus ... jMzOWFlZQ/

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 25. Nov 2021, 10:00
von Rohana
sybille hat geschrieben: Mi 24. Nov 2021, 21:14 Bei uns gibt es den wahren Spruch "Auf ein Pferd kannst Du nicht setzen. Du musst schon mehrere in Deinem Stall haben oder etwas ganz anderes machen."
Is klar. Und, wie viele kleine Gemischtbetriebe aus den 50ern gibt es heute noch? :bang:

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 25. Nov 2021, 12:49
von penelope
Mehrere Standbeine muss ja nicht "rummuckeln" wie in den 50ern bedeuten, sondern kann ja beispielsweise auch einen Betrieb meinen, der sich breit zwischen Ackerbau, Vieh mit Schlachtung und Direktvermarktung und Energiegewinnung aufstellt. Ein Beispiel wäre so etwas: https://www.moorweghof.de/ueber-uns/ (Ist bei mir quasi in der Nachbarschaft. Wenn wir da mal nicht einkaufen, dann aus dem Grund, dass man bei deren Marktstand richtig lange anstehen muss, weil da so riesige Schlangen davor sind)

Re: Meldungen aus Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion

Verfasst: Do 25. Nov 2021, 13:04
von Rohana
Da fällt dann irgendwie das Attribut "klein" weg bei 290ha Grünland und 180ha Ackerland :hmm: