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Re: terra preta

Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 11:15
von Dagmar
Hallo Stieglitz,

danke für den Link. :daumen:

Aber ich suche nicht nach einer normalen Holzheizung, sondern eben (falls es sowas überhaupt gibt) nach einer Heizung die nebenher Holzkohle herstellt.

Aber ich vermute mal stark, daß es sowas in der Größe wie ich es benötige nicht gibt. Aber Fragen kostet ja nichts.

Ansonsten wird es wahrscheinlich dann doch die Holzhackschnitzelheizung werden - auch nicht schlecht. Kommt eben nur noch die Asche in den Garten. :hhe:


Dagmar

Re: terra preta

Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 11:18
von Dagmar
Hallo ihno,

danke für den Tipp :daumen: , aber wenn ich Holzkohle für Terra Preta benutzen möchte, dann bräuchte ich eben leider dann doch größere Mengen.


Dagmar

Re: terra preta

Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 19:16
von hobbygaertnerin
Hallo Dagmar,
ich war ein absoluter Fan von Hackschnitzelheizung, bin es zum Teil immer noch- nur tut es mir in der Seele weh, wenn der Berg Hackschnitzel nur ein winzig kleines Häufchen Holzasche übrig lässt. Von Wärme, Strom und Holzkohle würd ich schon auch träumen.
Ich hab in Güssing in Österreich und in Oberbayern Holzvergaseranlagen gesehen, leider waren sie sehr gross dimensioniert- und eine Anlage hat mir echte Alpträume bereitet, ich hab noch nie solche Holzberge lagernd gesehen, wenn sich die Anlage eingeschaltet hat, dann hat der Boden auf dem man stand fast gebebt. Wie schnell wären bei solchem Holzfraß die Hölzer leergeräumt- hoffentlich gibt es irgendwann die kleinen Holzvergaseranlagen, das wäre eine echte Marktlücke.

@Stieglitz, wir versetzen uns in diese Kultur und die Zeit zurück, Vorratshaltung in dem Maß wie in unserem Klima erscheint mir nicht so wichtig gewesen zu sein, Wärme, Feuchtigkeit liess womöglich ein ganzjähriges Wachstum zu.
So gesehen war vermutlich auch die Milchvorratshaltung in dem feuchten Klima eher weniger, wenn dann als Käse höchstens.
In die getöpferten Clos kam alles rein, von der gefüllten Babypampers aus Naturmaterialien bis zum vermutlich auch mal nicht geniessbaren Essen der jungen Frau, damit Schwiegermuttern nichts zu meckern hatte. Die Rückstände vom Bodenfegen, vermutlich auch den Mist der Haustiere.
Spinitisieren wir weiter- die haben doch sicher auch gefeiert, Feste veranstaltet- und meine Vermutung, es gab entweder Würzsossen wie z.B. die jap. Miso auf amazonisch oder einen Schluck aus der Pulle. Alle Kulturen haben nicht nur Lebens-sondern auch Genussmittel hergestellt.
In der europäischen Kultur gab es die Regel- ab Mittwoch dürfen die Nachthafen nicht mehr in den Bach geschüttet werden, weil am Freitag Bier gebraut wird-
:engel: diese Hochkultur in den Weiten Amazoniens war so schlau, dass sie ihren Müll und ihre Hinterlassenschaften so gut konservierten, dass eben bei der feuchten Hitze keine Krankheiten aufkommen konnten.
Und Müllhalden, Streit wegen Atomzwischenlagerung war auch nicht ihr Problem.
Ich hab meine ganzen Versuche mit der Terra Preta immer so zu machen versucht, dass ich mir vorstellte, ich würde dort im Amazonas leben und wie könnte ich als dort lebende Frau alles arbeitsmässig auf die Reihe bekommen und am sinnvollsten den Biomüll zu einem sinnvollen Kompost verändern.
Und dann hab ich unser Klima, unsere Gegebenheiten wieder in den Vordergrund gerückt.
Bei der ganzen Überlegung komme ich immer wieder darauf zurück, dass es zuerst der aneroben Milchsäuregärung bedarf und als 2. Schritt die Vererdung.
Vor allem wenn Mist verwendet wird.

Re: terra preta

Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 19:43
von Benutzer 2354 gelöscht
Was heist denn größere Meng??
so in kg :aeh:

Re: terra preta

Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 19:44
von Gelöschter Benutzer 54
hobbygaertnerin hat geschrieben: Ich hab in Güssing in Österreich und in Oberbayern Holzvergaseranlagen gesehen, leider waren sie sehr gross dimensioniert- und eine Anlage hat mir echte Alpträume bereitet, ich hab noch nie solche Holzberge lagernd gesehen, wenn sich die Anlage eingeschaltet hat, dann hat der Boden auf dem man stand fast gebebt. Wie schnell wären bei solchem Holzfraß die Hölzer leergeräumt- hoffentlich gibt es irgendwann die kleinen Holzvergaseranlagen, das wäre eine echte Marktlücke.
der gründer des zentrums der erneuerbaren energie in güssing hat einen plan für sog. 'hauskraftwerke' in der schublade. holzvergaseranlagen für grünschnitt/kleine holzabfälle/strauchwerk welche für ein einfamilienhaus wärme und strom liefern. autonomie für jeden einzelnen haushalt.

es hakt vorlaufig an der finanzierung. aber ich hoffe doch, dass dieses problem sich lösen lässt :)

Re: terra preta

Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 19:49
von hobbygaertnerin
Hallo kraut-rübe,
genau das wärs. Mein Wissensstand ist inzwischen schon einige Jährchen her, damals war es ein Pilotprojekt.
Im Bereich Hackschnitzeltechnik waren uns die Österreicher um viele Jahre voraus- mein Sampada wäre noch ausbaufähiger.

Re: terra preta

Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 20:06
von Schwarzerde
hobbygaertnerin hat geschrieben:was ich mich frage, welche Zutat für die Milchsäurgeärung haben die Entdecker der schwarzen Erde hinzugefügt?
Sauerkrautsaft scheidet wohl aus, ich vermute, dass sie irgendwas ihrers Speiseangebotes vergärt und diese Rückstände in ihren Tonclos geworfen haben.
Darüber habe ich mir auch schon öfter Gedanken gemacht.
Ich benutze zwar effektive Mikroorganismen als Starter, hätte aber lieber eine "rein" natürliche Lösung.

Für mich liegt es nahe, daß die Indios viele Lebensmittel sauer konserviert haben.
In den Tropen vergammelt ja alles schnell. Dörren kann man wegen der Luftfeuchtigkeit vergessen, Salz war sicher Mangelware.

Weiter meine ich, daß sie wirklich allen Abfall hineingeworfen haben.
Daher wird auch der größere Anteil an kleinen Tonscherben stammen.

Re: terra preta

Verfasst: Mo 28. Jan 2013, 21:37
von Sabi(e)ne
Ich benutze zwar effektive Mikroorganismen als Starter, hätte aber lieber eine "rein" natürliche Lösung.
Das ist ja nun extrem einfach: hau alle deine Sickersäfte aus Sauerkraut, Joghurt, und allen anderen Fermentationsprozessen rein. Bei Bedarf auch gern noch Silierhilfen, sauer gewordene Trester aller Arten, und Käsebakterien.
Wer auch noch den Offiziellen Probiotischen Effekt will, muß leider auf die Kläranlagen-bürtigen Milchsäure-Bakterien aka käuflichen Probiotischen Minifläschchen kaufen.

Ich arbeite mit Bernhards Erdisierungs-Eimern - alle frischen Küchenabfälle in einen Eimer mit Gartenerde, ohne jeden Zusatz extra - ist trocken, stinkt nicht, und macht keine Fruchtfliegenplage.
Und ist mangels niedrigem pH-Wert völlig unschädlich fürs Bodenleben, sondern nützlich.

Mich hätten die EMs fast umgebracht, und meine Tomaten mögen sie auch nicht. Saure Dinge kommen in normalem Boden nicht oder nur selten vor.
Ich brauch keine EMs mehr, das ist alles nur Geldschneiderei ohne Nutzwert.
Und ich hab das ziemlich lange ausprobiert.

Re: terra preta

Verfasst: Di 29. Jan 2013, 06:53
von hobbygaertnerin
Hallo Sabi(e)ne,
mit meiner Sauerkraut, Joghurt und anderer Produktion brächte ich nie die Mengen Sickersaft zusammen, um für die Bokahsiherstellung mit grösserem Mistanteil genügend Feuchtigkeit zu erhalten.
Sicher wäre der Saft auch verdünn- und vermehrbar, allerdings von 10 oder 20 kg Sauerkraut fallen nicht die Mengen an milchsauren Säften an.
Selbst beim Silieren achten wir auf den richtigen Feuchtigkeitsgehalt und auch dort fällt in der Regel kein Sickersaft an.
Die Probe für den richtigen Feuchtigkeitsgehalt beim Bokashi übernehme ich von der Silierprobe-
die nächsten Tage soll es wärmer werden, deshalb hab ich vor, wieder Mistbokashi zu machen, um daraus Terra Preta herstellen zu können.
Was in meinen Augen eher übersehen wird, die Milchsäurebeakterien brauchen Zucker zum Leben.
Ich weiche die Holzkohle für das Bokashi in einer Mischung von EM, Melasse und Jauche aus dem Kaninchenstall ein- damit kann sich die Kohle dann gleich richtig aufladen.
Dieses Jahr hab ich vor,wieder an Ziegelsplitt zu kommen und diesen den Kompost beizugeben. Dachziegel könnte ich massenweise erhalten, aber sie so klein zu bringen, dass sie auch unter den Kompost mischbar wären, hier such ich noch nach einer Lösung.
Mein Ziel ist an eine möglichst rundgehende Kreislaufwirtschaft zu kommen, alleine genug Erde zum Mischen für die Terra Preta zu haben- hab ich noch nicht ganz im Sinne der Kreislaufwirtschaft gelöst.Holzkohle bin ich fast am Ziel, bei gebrannten Ton siehts schon wieder schlechter aus.
Nach meinen Erfahrungen ist der erste Schritt - die Milchsäuregärung - damit ist die ganze Masse hygienisiert und zuerst mal sauer, der niedrige ph Wert als Ziel, auch die Inhaltsstofe zu erhalten und dann die Kompostierung oder Vererdung - je nach anfallenden Niederschlagsmengen und Temperaturen sind hier wohl verschiedene Möglichkeiten denkbar.
In unserem Klima ist das sicher ein ganz anderer Weg als in den feuchten Klima Amazoniens, dauert wohl euch ein wenig länger.
Bis sich 1 cm Humus in der freien Natur bilden können, dauert sehr lange- ich vermute, dass wir uns von der superschnellen Welt beim Leben im Boden verabschieden müssen.
Wenn die Entdecker der Terra Preta ihre Tonclos in den Boden eingegraben haben, dann hat es sicher auch eine ganze Weile gedauert, bis daraus diese wunderbare schwarze Erde entstanden ist.
@Stieglitz, ich werde dieses Jahr einen Versuch laufen lassen, einmal Bokashi in einem Behälter herzustellen und zur Umsetzung im Boden zu vergraben und als andere Variante, ein Loch in den Boden zu graben und es dort gleich zu vergraben, mit Erde zuzudecken, die Umsetzungswärme als Bodenheizung zu nutzen .
In die beiden Bodenvarianten steckte ich jeweils einen Bodenthermometer und schau mal, wie sich der Boden erwärmt.
Dazu noch ein Beet mit Pferdemist mit Holzkohle vermischen und auch als Mistbeet nutzen. Auch hier wird dieses Jahr genau gemessen. Die Bodentemperatur wird in meinen Augen viel zu wenig beachtet.
Mit der Bodenheizung kann ich die Beete um mindestens einen Monat früher nutzen.
Wenn die Tonclos im Boden vergraben worden sind, haben sie auch die anerobe Umsetzung hinter sich bringen müssen.

Re: terra preta

Verfasst: Di 29. Jan 2013, 16:46
von gudrun
Bin beim Stöbern über einen Anbieter von Holzkohle gestoßen, die aus einem ärgerlichen Neophyten Prunus serotina
hergestellt wird. Hier in meinem Bundesland z.B. wird versucht, diese Traubenkirsche mit "Roundup" (geht's noch?) um die Ecke zu bringen.
Ich kriege für einen Versuch einfach nicht genug Holzkohlenstückchen aus der Asche zusammen. Ich las irgendwo, jemand
nahm abends die letzte Schaufel Glut aus dem Ofen und "löschte" sie in einem bereitstehenden Wasserbehälter. :haha:
Das brauch ich jetzt irgendwie nicht wirklich ...

http://www.horst-wagner.de/index.html

Ist teuer, aber ich will keine Grillkohle ausm Supermarkt kaufen.